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Love Shack

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Emma Ludbrook Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
28.10.2020
04.11.2020
2
3.608
 
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Dieses Kapitel
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28.10.2020 1.699
 
Hallo liebe Kultgemeinde, wir haben uns hier heute versammelt... usw usw. Nach nur fast 8 Jahren habe ich mich doch entschieden diese Fortsetzung zu posten, wofür mal wieder Twitter zu danken ist. Eigentlich ist das hier eine Art NaNo Projekt, aber es ist ja quasi schon November und dieses jahr gelten sowieso keine Daten mehr.  Da ich WIJAD 2012 geschrieben habe spielt auch diese Fortsetzung in den Guten Alten Zeiten aus Gründen der Kontinuität und weil ich nicht aktuelleres recherchieren möchte. Meine Geschichten enthalten weiterhin 100% Tomo weil ihnen sonst der heilige Geist fehlen würde und das geht nicht.

Haufenweise Dank, Toblerone und dreieckige Aluhüte an CrazyGenius die sowieso generell Schuld an alldem hier ist, und an Siam und GreenWhiteBobo für die Wiederauferstehung (ging nicht anders) meiner Muse und anregendes Bild- und Schriftmaterial.


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Mein erster Morgen im Hause Leto hätte nicht harmonischer beginnen können. Nachdem ich mit Sack und Pack, also haufenweise Klamotten, Makeup und Büchern, von New York zurück nach LA gezogen bin haben wir gestern Einweihung gefeiert. Meine Schwester hat es geschafft für ein paar Stunden nicht über Hochzeitsvorbereitungen zu sprechen und Shannon und Tomo haben nichts nennenswertes angestellt, wenn man mal davon ab sieht dass sie auf ein paar Fotos an den Wänden Jared mit Jesusbildchen überklebt haben. Mit selbigem habe ich auch kein bisschen gestritten - Jared, nicht Jesus, der hat mich meines Wissens nach noch nie beleidigt - also war der Abend ein voller Erfolg.

So fühle ich mich dann auch rechtschaffen und engelsgleich als ich am nächsten Morgen die Augen aufschlage und mich vorsichtig erst aus verknoteter Bettwäsche und dann einer recht hartnäckigen Umarmung befreie. Letzteres ist verdammt schwer weil ich dabei zwangsläufig auf seine Arme gucken muss und ich am liebsten aufgeben würde. Aber mein Körper braucht Kaffee und ich möchte nicht dass Shannon am ersten Morgen neben einer verdörrten Leiche aufwachen muss, also raffe ich mich zusammen und ziehe mir ein Shirt von ihm über um in Richtung Küche zu pilgern. Da steht die monströse Kaffemaschine für die man studiert haben muss um sie zu bedienen und in die ich mich spontan verliebt habe. Klar, mein Freund ist ganz nett und auch wenn wir ein bisschen Anlaufschwierigkeiten hatten sind wir ziemlich glücklich, aber selbst Shannon kann mich nicht so schnell so zufrieden stellen.

Gerade als ich mich auf die Zehenspitzen stelle um einen Becher aus dem Schrank zu holen poltert es hinter mir. "Toby!" Natürlich ist es Jared, wer würde sich sonst trauen mir den perfekten Morgen zu verderben?

"Shhhhh Jared, ich bin gar nicht hier. Ich schlafe noch," murmle ich in einem verzweifelten Versuch ihn wieder los zu werden und den Tag zu retten. Tausende von Frauen würden mich für verrückt erklären weil ich nicht sofort zu Boden gehe und wimmere weil er nämlich nur eine Jogginghose an hat. Dummerweise habe ich aber den attraktiveren der Brüder zuerst kennengelernt und musste mich nicht mit B-Ware zufrieden stellen. Auch wenn ich mit Jared sicherlich kein Hausverbot in New Yorker Hotels bekommen hätte, der ist nämlich gänzlich spaßbefreit und total unspontan. Denke ich. Will ich auch nicht so genau wissen, wir leben zusammen weil er zufällig mit Shannon zusammen wohnt und der mich nunmal bei sich haben will. Wo waren wir?

"Das merke ich, du hast vergessen Dich anzuziehen," murmelt er auf seine bekannt liebenswürdige Art. Leicht amüsiert und sehr, sehr herablassend. Wenigstens habe ich ein Shirt an! Gut, es gehört seinem Bruder der sehr viel solider gebaut ist als ich und wirklich nicht mit Scheren alleine gelassen werden sollte, aber das Wesentliche ist bedeckt. Weitestgehend. Außerdem habe ich Shorts an und auch wenn diese aus schwarzer Spitze sind ist das mehr Stoff als ein Bikini.

"Jared. Du bist mehrfach in Hotelzimmer geplatzt als ich gar nichts an hatte. Du hast im Badezinmer gesessen als Shannon und ich in der Wanne waren. Stell Dich nicht so an."

Gerade als er zu einer bestimmt sehr schlagfertigen Antwort ansetzen will wird er aus dem Türrahmen geschoben und Shannon betritt die Küche, angelockt vom Kaffeeduft, keine Frage. Zufrieden brummelnd stellt er sich hinter mich und ich höre eindeutig Wörter wie 'öfters machen' und 'nette Aussicht' während seine Hände sich durch die Armausschnitte schieben und prompt auf meine Brüste legen wollen. Aus Rücksicht auf Jared stoppe ich die Aktion und gehe widerwillig zurück um mir ein schlichtes schwarzes Top und eine graue Yogahose anzuziehen - die Beiden laufen immer noch ohne Shirts rum wohlbemerkt, typisch.

Jared sucht gerade Zutaten für Pfannkuchen zusammen und weil ich ihm am Herd so viel vertraue wie er mir vor Monaten mit seinem Bruder biete ich spontan Hilfe an - wir brauchen keinen Hausbrand an meinem ersten Tag hier. Und so stehen wir kurze Zeit später zusammen am Herd, nicht ohne Schürzen auf die Jared bestanden hat. Sollte er auch tragen, er hat immer noch kein Hemd an, das kann gefährlich werden beim Kochen. Kritisch beäugt er den ersten Pfannkuchen den ich wende und runzelt die Stirn.

"Dem fehlt etwas strukturelle Integrität."

Kurz sehe ich ihn an und frage mich ob er vielleicht Fieber hat, zucke aber zusammen weil Shannon eine monströse Saftpresse an schmeißt weil er auch helfen will aber lieber Sicherheitsabstand zu uns wahrt. Klug ist er auch noch, ich habe alles richtig gemacht. Ganz ehrlich, das Einzige was mich an ihm stört ist sein kleiner Bruder, und das auch noch gewaltig.

"Vielleicht fehlt Deinem Hirn strukturelle Integrität."

Nicht einer meiner besten Sprüche, aber ich bin auch gerade erst aufgestanden. Wortlos greift Jared nach dem Löffel im Teig und flickt ihn in meine Richtung, jetzt habe ich das Zeug im Gesicht! Natürlich revanchiere ich mich und jagen uns gegenseitig quer durch das Untergeschoss. Auf dem Weg an der Küche vorbei höre ich Stimmen und muss feststellen dass wir ein komplettes Set haben - Tomo, Vicki und Emma sind da. Ersterer steht am Herd um den Großbrand zu verhindern, weswegen er unter Anderem immer noch mein Zweitliebster Marsmann ist. Platz 1 ist leider belegt und unter Bedingungen die weniger unfair gestaltet sind würde er mit leichtigkeit Shannon vom Podest schubsen. Ich muss echt aufpassen dass ich mir das nicht immer bildlich vorstelle. So richtig mit Enthusiasmus pogen, der Arme würde quer durch den Raum fliegen.

"Na, eingelebt?"

Vicki kichert und ich verdrehe die Augen, was anderes kann ich auch nicht mehr machen.

"Es leben alle noch, oder?"

Prustend kommt Jared um die Ecke und will gerade mit einem Pfannenwender zum Schlag ausholen als Emma im vorbei gehen das Teil aus seiner Hand zieht. Ohne den Blick vom Display ihres Telefons zu heben, wohlbemerkt. Sie wird so eine fantastische Mutter, ganz konsequent und geduldig und liebevoll, weil sie einfach nur kurz an ihren Job denken muss um sich besser zu fühlen und wohlig seufzend wieder schreienden Kleinkindern zuzuwenden.

"In irgendeinem Paralleluniversum hast Du Jared zuerst getroffen und ihr habt mittlerweile geheiratet und die Weltherrschaft an Euch gerissen."

Sprachlos starre ich zum Herd während meine Hand ganz unauffällig zum Messerblock wandert.

"Vicki, ich liebe Dich aber leider musst Du zukünftig als Witwe klar kommen."

Energisch bringt sie die potentiellen Mordwaffen aus meiner Reichweite bevor sie sich an ihren Mann wendet.

"Wie oft habe ich Dir gesagt Du sollst mit Deinen Theorien aufpassen? Du hast Jared UND Toby kaputt gemacht!"

Mit einem schnellen Schulterblick peilt er die Lage und besitzt die bodenlose Frechheit mich anzugrinsen. Jared starrt ihn nur fassungslos an, aber nicht ohne kurz zu mir zu gucken und sich zu schütteln. ALSO WIRKLICH!

"Was denn, die Beiden sind sich so ähnlich, hätte er sie nicht sofort für ein standardtypisches Groupie gehalten wären wir alle ganz arm dran."

Shannon kichert sich einen irgendwo hinter mir und ich flüchte mich in seine Arme.

"Deine Freunde sind gemein zu mir, mach dass er aufhört!"

“Tomo, aus! Pfui!”

“Was denn? Ich hab doch Recht! Was sich liebt und so, Gleich und Gleich, diese Sachen sagt man doch nicht einfach so, das kommt doch von was.”

“Ja, das kommt wenn so abartig grosse Kroaten unbedingt sterben wollen. Ich habe unglaublich viele True Crime Dokus gesehen, mich werden sie nie schnappen.”

“Tomo, Du bist gefeuert. Notfalls leihen wir uns erstmal einen Affen aus irgendeinem Zoo und binden dem eine Gitarre um den Hals.”

Gleich wird mir ganz warm ums Herz, wenn er mit anderen so gehässig redet ist er doch ganz lustig. Manchmal. Sind wir heute mal nicht so. Grinsend halte ich meine Hand hoch und kurz darauf klatscht es in die Stille und Jared und ich grinsen uns an. Tomo guckt von einem zum anderen, dann sieht er die Anderen an als wollte er einen sehr wichtigen Punkt klar machen.

“Seht ihr, ich habe Recht. Wenn die Beiden so schon sind, wenn die jetzt auch noch... wir sind alle sowas von arm dran. Ich sogar wirklich, ohne Job. Jared, das kannst Du nicht machen, wer soll denn unsere Kinder vor dem Hungertod bewahren?”

“Das sind alles Tiere, Tomo.”

“Eben.”

Ich nehme einen Becher mit frischem Kaffee von Emma entgegen und grinse sie an. Wie oft hat sie sich jetzt schon gefreut dass sie und Vicki jemanden auf ihrer Seite haben? Es ist toll wenn man eine Frau so zufrieden stellen kann, etwas von dem Jared nur eine sehr vage Ahnung zu haben scheint, sonst würde Emma ihm doch nicht immer sofort in den Rücken fallen! Ein ganz klein wenig hatte ich ja bedenken wegen dieser ganzen ‘Rockstar’-WG… im Sinne von zwei Tage vorher meine Schwester anrufen um sie zu fragen ob es sehr arschig wäre alles abzublasen und mir einen netten, langweiligen Buchhalter zu suchen der keine Geschwister oder wahnsinnige Fans hat die jederzeit von mir erfahren könnten, besonders wenn ich jetzt hier wohne. Aber wirklich nur ganz kleine Zweifel, Zweifelchen, Letogrosse Bedenken. Aber wenn ich mich hier so um gucke, so schlimm ist es a gar nicht. Man kann sogar sagen dass ich es mag. Und jetzt wo ich hier bin und wir auf der Hochzeit von Vicki und Tomo im Besenschrank sowohl die Schall- als auch die Beziehungskrammauer durchbrochen haben… was soll schon schief gehen?
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