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2020 10 27: Mein eigener Weg [by - Leela -]

OneshotAllgemein / P12 / Gen
Eddie Jake Kong sr. Spenser sr. Tracy
27.10.2020
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Tag der Veröffentlichung: 27.10.2020

Zitat: "Auf wessen Seite steht Jack?" "Im Moment?" (Fluch der Karibik)

Titel der Geschichte: »Mein eigener Weg«

Autor: - Leela -

Hauptcharaktere: Eddie, Jake, Tracy, Kong sr., Spenser sr.

Nebencharaktere: -/-

Pairings: -/-

Kommentar des Autors: Dieses Zitat fiel mir förmlich in die Hände, weil in meiner Ghostbuster-Storyline Jakes Vater tatsächlich Jack heißt. So konnte ich nicht widerstehen, mir genau dieses Zitat zu ziehen, und mal zu schauen, was sich daraus ergibt. Was daraus geworden ist, findet ihr hier! ^^






Mein eigener Weg

Jack Kong war ein Mann mit konkreten Zielen. Zusammen mit seinen Partnern Eddie Spenser und Tracy, dem Gorilla hatte er seine Firma »Spenser, Tracy & Kong« aufgebaut, einem kleinen Ghostbuster-Service, der schon bald überall bekannt sein sollte.
      Das kleine Geschäft hätte nicht besser laufen können, was nicht zuletzt dem Ehrgeiz von Jack zu verdanken war, der für eine gute Werbung sorgte und lukrative Aufträge an Land zog. Ein weiteres seiner Ziele war, den Erfolg eines Tages an die Söhne der beiden Senior-Ghostbuster weiterzugeben, Jake und Eddy junior. Er wußte, daß es bei diesem Wunsch nicht nur auf seine eigenen Vorstellungen ankam. In erster Linie galt es hier auf die Jungs einzugehen und auszuloten, was sie mit ihrem Leben anfangen wollten. Denn er war sich darüber bewußt, daß er Jake und Eddy nicht würde zwingen können in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten, wenn sie es nicht wollten. Aber dennoch konnte man darauf hinarbeiten und hoffen und träumen durfte man auch.
      Als die Zeit näher rückte, zu der man sich konkreter mit dem Thema auseinandersetzen konnte, hatten Jake und Eddy ganz unterschiedliche Vorstellungen über das Leben. Während Jake es kaum abwarten konnte, endlich die Ghostbuster-Ausbildung zu beginnen, hatte Eddy einige Ideen, in welche Richtung er gehen wollte, und keine davon hatte etwas mit der Geisterjagd zu tun.
      Jack Kong war sehr stolz auf seinen Sohn. So hatte er es sich vorgestellt und gewünscht, es war schade, daß der Ehrgeiz, die Firma der Väter weiterzuführen, so ganz an Eddy vorbei gegangen war.
      Dem alten Spenser war es egal. Wichtig war, daß Eddy mit dem, was er anstrebte, zufrieden war. Was er aber mit Unbehagen registrierte war, daß Jake so von der Idee besessen war, den Ghostbuster-Service zusammen mit Eddy zu übernehmen, daß er seinen Freund regelrecht unter Druck setzte. Und daß diese Tatsache seinem Partner förmlich in die Hände spielte, beruhigte ihn da nicht. Er kannte Jack! Er wußte, wie konsequent er sein konnte, wenn es darum ging, ein Ziel zu erreichen. Andererseits waren die Jungs alt genug ihre Differenzen selbst auszutragen und Spenser war für sich zu dem Schluß gekommen, daß Eddy selbst für seine Interessen einstehen sollte. Er wollte nur eingreifen, wenn er merkte, daß es absolut notwendig war. Und so behielt er die Situation ein wenig im Auge, um zu schauen, wie sich alles entwickelte.

Das war der Status Quo seit einiger Zeit, und da es noch genug Zeit hin war, bis sich die Jungs für eine Ausbildung entscheiden mußten, schauten sich die drei Alt-Ghostbuster die Entwicklung der beiden Jungs erst einmal in Ruhe an. Jack hoffte noch immer darauf, daß die Firma komplett an die Söhne überging. Spenser hoffte, daß Eddy für seine Interessen einstand und sich nicht von Jake unter Druck setzen ließ. Und Tracy hielt sich neutral im Hintergrund.
      Eines Tages, als Spenser aus der Stadt zurückkam, fand er im Büro des Ghostbuster-Service eine dramatische Szene vor. Jake und Eddy hatten sich richtig in die Klamotten bekommen und Jack stand zwischen ihnen und versuchte zu vermitteln. Spenser sah sich die Szene beklommen an und ließ sich von Tracy auf den aktuellen Stand bringen, der das Geschehen besorgt vom Rand des Zimmers aus beobachtete.
      Das Thema war wohl das übliche. Jake hatte sich seine Zukunft als Ghostbuster schon in allen schillernden Farben ausgemalt und Eddy wie selbstverständlich gleich darin mit einbezogen. Eddy hatte sich verteidigt. Jake hatte versucht ihn von seiner romantischen Idee zu überzeugen, als beste Freunde die Idee ihrer Väter fortzuführen, Eddy hatte dagegen gesetzt, daß ihm die Idee ihrer Väter herzlich egal war, Jake war daraufhin beleidigt gewesen, und so hatte ein Wort das andere gegeben, bis es so laut geworden war, daß Jack eingeschritten war.
      Spenser hatte geahnt, daß es einmal so weit kommen würde. Und er war froh, daß Eddy sich verteidigte. Jetzt war er allerdings auch ganz froh, daß er vor Ort war, denn wenn Jack sich jetzt der Angelegenheit annahm, war das Gleichgewicht der Kräfte nicht mehr im Lot. Er war sich nicht sicher, wie die Sache ausgehen würde, wenn Eddy sich gegen seinen besten Freund und dessen Vater behaupten mußte. Einzig und allein die Tatsache, daß Tracy so ruhig blieb, beruhigte auch ihn.
      Jake und Eddy gingen sich gerade noch immer an, Jake verteidigte den Ghostbuster-Service und Eddy machte deutlich, daß er etwas anderes mit seinem Leben anstellen wollte – mittlerweile ging es aber immerhin unter der Moderation von Jakes Vater. Spenser versuchte noch immer auszuloten, ob ihm das Anlaß zur Sorge geben mußte oder nicht.
      „So geht das schon seit einer guten Stunde!“ Tracy seufzte leicht.
      Spenser betrachtete die Szene argwöhnisch. „Auf wessen Seite steht Jack?“
      Tracy warf ihm einen gedankenvollen Blick zu. „Im Moment?“
      Die Aussage stimmte Spenser nachdenklich. Das mußte sein Blick auch ausdrücken, so daß Tracy etwas ausführlicher vom bisherigen Ablauf berichtete. Es stellte sich heraus, daß es wohl immer wieder hin und her ging in der Debatte.
      Zu Beginn hatte Jack erwartungsgemäß zu Jake gehalten und Eddy die Wichtigkeit ihres Jobs hatte vermitteln wollen. Als Jake sich schon sicher in der Unterstützung seines Vaters gesehen hatte, hatte Eddy aber sachlich dagegen argumentiert, daß er dagegen gar nichts sagen wolle, daß er aber für sich selber entscheiden müsse, welcher Beruf für ihn der richtige ist, und er sich die Entscheidung nicht aus der Hand nehmen lassen würde. Immerhin war das eine Entscheidung fürs Leben, die nur er treffen konnte, und andere Berufe waren genauso wichtig. Jack hatte ihm das Argument zwar zugestanden, als er aber noch einmal angesetzt hatte, für den Ghostbuster-Service zu werben, war Eddy eine Instanz weiter gegangen und hatte erklärt, daß er sich nicht unter Druck setzen lassen wolle, weder von Jake noch von seinem Vater, nur damit die beiden glücklich waren. Das waren laut Tracy schon sehr deutliche Worte gewesen. Eddy hatte es auch nicht verpaßt zu erwähnen, daß es für den Job kontraproduktiv war, wenn er dort gegen seinen Willen reingepreßt wurde, insbesondere, weil der Job nicht ganz ungefährlich war.
      An der Stelle hatte Jack das erste Mal richtig eingelenkt und Eddy Recht gegeben. Das hatte dazu geführt, daß Jake trotzig reagiert hatte, weil er unbedingt mit Eddy zusammen Ghostbuster werden wollte. Jack hatte daraufhin noch einmal versucht, Eddy von der Idee zu überzeugen, doch in die Firma einzusteigen, hatte mit Tradition argumentiert, versucht, ihn dafür zu sensibilisieren, daß das Ghostbusting aktuell noch eine nur kleine Sparte und ein wichtiger Job sei, und ihn gefragt, ob er es nicht zumindest einmal versuchen wolle, um herauszufinden, ob der Beruf etwas für ihn war. Ungefähr an der Stelle war Spenser dazu gekommen und hatte den Verlauf selbst mitverfolgen können. Eddy hatte daraufhin halb patzig erwidert, warum er etwas unbedingt ausprobieren müsse, wenn er schon wußte, daß das nichts für ihn war. Das wäre verschenkte Zeit, anstatt daß er gleich den Beruf lernte, den er haben wollte.
      Zuerst hatte Eddy damit wieder die Unterstützung von Jack. Der erkundigte sich daraufhin aber auch gleich, was Eddy denn genau machen wollte. Als der Teenager erwiderte, daß er das noch nicht genau wußte, versuchte Jack ihm zu vermitteln, daß er die Ausbildung im Ghostbuster-Service sicher hatte, seine Zukunft damit gesichert war und er immer die Unterstützung der Väter im Beruf hatte; und Jake dachte schon, das müßte jetzt den Ausschlag geben. Eddy fuhr indessen auf, warum man ihn nicht einfach in Ruhe lassen könne und ihn selber seinen Weg gehen lassen könne. Es folgte Eddys Totschlagargument, warum er dafür bestraft wurde, daß er zufällig in eine Ghostbuster-Familie reingeboren worden war. Man merkte, daß er keine Lust mehr hatte, keine Lust auf die Diskussion, keine Lust mehr sich für seine eigene Meinung zu rechtfertigen, keine Lust mehr sich ständig erklären und verteidigen zu müssen.
      An der Stelle beendete Jack die Diskussion, verbot Jake Eddy noch einmal damit auf die Nerven zu gehen und schloß als Konsequenz auch nicht aus, wenn er sich nicht daran hielt, daß er Jake die Ausbildung zum Ghostbuster verwehren würde. Spenser mußte zugeben, er war überrascht! Das war eine Reaktion, die er seinem Partner, der selber darauf hingearbeitet hatte, daß die Söhne die Firma übernahmen, nicht zugetraut hatte. Mit deutlichem Respekt bemerkte Eddys Vater für sich, daß dieser Eklat etwas wichtiges gebracht hatte: Jack hatte etwas wesentliches verstanden. Und Spenser war sehr dankbar, daß er nicht mehr hatte einschreiten müssen.

Nachdem Eddy, von purer Erleichterung durchströmt, und Jake sichtlich unzufrieden, aber das kleinere Übel wählend, das Zimmer verlassen hatten, gesellten sich Tracy und Spenser an Jacks Seite.
      „Ich danke dir!“ Das war das einzige, was Spenser in dem Moment loswerden mußte.
      Jack war noch ein wenig fix und fertig und stand gedankenvoll im Raum. „Es ist das einzige, was richtig ist. Wenn Eddy nicht Ghostbuster werden will, kann man ihn nicht dazu zwingen. Und das muß insbesondere Jake jetzt lernen. Je mehr er Eddy bedrängt, um so schlimmer macht er es. Ich hätte es auch gerne gesehen, wenn wir die Firma an die Jungs hätten übergeben können. Aber das ist eine Idee, die nicht nur von einer Entscheidung abhängt. Und das Gespräch eben hat mir gezeigt, daß es keinen Sinn hat, wenn Eddy sich so gegen den Ghostbuster-Service sträubt. Damit tun wir niemandem einen Gefallen.“
      Spenser nickte. „Wohl wahr. Das habe ich von Anfang an gesagt! Die Jungs müssen es von sich aus wollen, dann wäre das eine feine Sache gewesen. Wenn es für einen aber nichts ist, dann muß er seinen eigenen Weg gehen. Und ich bin dir sehr dankbar, daß du es unterbunden hast, daß Jake Eddy noch einmal deswegen bedrängt.“
      „Jake ist überenthusiastisch, was den Beruf angeht, und leider sieht er dabei auch nicht mehr nach links und rechts. Das habe ich schon festgestellt. Wenn er jetzt deswegen schmollt, muß er das tun, der kriegt sich auch wieder ein. Es kann aber nicht sein, daß Eddy sein Leben verbiegen muß, nur damit Jake seinen Seelenfrieden bekommt. Es dreht sich die Welt immerhin nicht nur um seine Nase.“
      Spenser und Tracy wechselten einen verblüfften und auch durchaus beeindruckten Blick. Ihr Partner hatte die Situation genau erfaßt und mit klaren Worten auf den Punkt gebracht, objektiv und vernünftig. Spenser schmunzelte. Am Ende der Debatte wußten sie auf welcher Seite Jack stand und die war nicht von Emotionen geleitet, zum einen seine eigenen Ziele zu verfolgen und zum anderen zu seinem Sohn zu halten, sondern von Vernunft, die dafür einstand, daß jeder den Weg gehen mußte, den er für richtig hielt.
      Für Spenser war dieser Tag ein Befreiungsschlag. Tatsächlich schmollte Jake noch eine ganze Weile, Eddy hatte dafür seine Ruhe und die Atmosphäre im Ghostkommando war entspannter als jemals zuvor. Und der Altghostbuster war sehr gespannt, wohin der Weg nun führen würde.

Was soll man sagen? Es kam so, daß, als es an der Zeit war, die Söhne Eddy Spenser und Jake Kong die Ausbildung zum Ghostbuster absolvierten, und zusammen mit Tracy den Ghostbuster-Service übernahmen, als sich die Väter zur Ruhe setzten. Das war eine Entwicklung, mit der keiner aus dem kleinen Ghostbuster-Service mehr gerechnet hätte. Und dennoch war das Prinzip dahinter einfach zu verstehen.
      Nachdem Eddy sich nicht mehr von seinem besten Freund und dessen Vater unter Druck gesetzt fühlte, hatte er mit der Zeit den Gedanken zulassen können, vielleicht doch in das Familiengeschäft einzusteigen, aus freien Stücken, nicht, weil es von ihm erwartet oder verlangt wurde; und so hatte er sich dazu entschlossen, der Sache zumindest eine Chance zu geben. Sein Traumjob würde es wohl niemals werden. Daraus machte er keinen Hehl. Dennoch gefiel es ihm mit Jake und Tracy zusammenzuarbeiten und war stolz die Firma ihrer Väter übernehmen und weiterführen zu können.
      Und so hatte Jack, dadurch, daß er zum richtigen Zeitpunkt eingelenkt und seine eigenen Wünsche hintenangestellt hatte, sein Ziel doch noch erreicht.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine sehr schöne Geschichte. Sie passt sehr gut zum Zitat. Eine schöne Vorstellung.

Eure lula-chan
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