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Langeweile

von Vem-chan
OneshotLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Diluc Ragnvindr Kaeya Alberich
27.10.2020
27.10.2020
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Kaeya war langweilig.

Als Rittermeist des Ordo Favonius gab es zur Zeit keine Aufgabe für ihn. Jedenfalls keine interessante. Alles, was auf der Tagesordnung stand, bekamen die anderen Ritter gewiss mit Leichtigkeit ohne ihn hin.

Daher befand er sich derzeit auf Weingut Morgenröte. Er hatte gehofft sich hier die Langeweile vertreiben zu können, doch leider arbeitete die eine Person, die einen wichtigen Faktor in seinem Plan ausmachte, natürlich mal wieder gegen ihn.

Gelangweilt schoss er einen Pfeil nach dem anderen auf die Dartscheibe, die an der Wand hing. Obwohl er sich nicht wirklich Mühe gab, landeten sie alle recht mittig. Wenn das so weiterging würde er noch so gut werden wie Diluc, der das Bullseye sicherlich mit verbunden Augen und aus 10 Metern Entfernung noch treffen könnte.

Apropos…

„Wirst du jemals mit deiner Arbeit fertig sein?“, fragte Kaeya missgelaunt ohne sich wirklich nach dem Rothaarigen umzudrehen.

„Ich hab dir gesagt, dass ich heute was zu tun habe.“, entgegnete Diluc leicht genervt, „Du warst derjenige, der darauf bestanden hat trotzdem hier zu sein.“

„Weil ich dachte, dass es hier nicht ganz so öde sei, wie überall anders in Mondstadt im Moment und du dir zumindest die Mühe machen würdest mich für einen Moment zu unterhalten.“, antwortete Kaeya unzufrieden.

„Arbeit kommt vor dem Vergnügen.“, meinte der Rothaarige in einem nebensächlichen Tonfall, „Aber war ja klar, dass das bei euch Clowns von Favonius nicht so ernst genommen wird.“

„Du bist so langweilig, Diluc!“, beklagte sich Kaeya laut und wand seinen Blick von der Dartscheibe zu dem Anderen ab, „Du hast genug Angestellte, die diese Arbeit für dich machen könnten. Warum hält du dich damit auf, anstatt mich ein bisschen zu amüsieren? Immer arbeitest du nur.“

„Weil es immer noch am Besten ist, wenn man es selber macht.“, antwortet Diluc mit etwas Nachdruck, „Wie es unser Vater auch schon gesagt hat.“

Darauf wusste Kaeya nichts zu erwidern. Sie sprachen nicht oft von Crepus, aber wenn sie es taten, waren es keine schlechten Scherze von Kaeya oder zur Abwehr und Distanzierung gedachten Worte von Diluc.

Sein penetrantes Machen und Tun am Schreibtisch nervte Kaeya trotzdem. Hatte er ihn seit er den Raum betreten hatte überhaupt eines Blickes gewürdigt? Hatte er einmal von seiner Arbeit aufgeschaut?

Einem plötzlichen Instinkt folgend schritt Kaeya auf den Schreibtisch zu und schnappte sich den auf der gegenüberliegenden Seite stehenden Stuhl um ihn so zu positionieren, dass er sich neben Diluc setzten konnte.

„Was hast du vor?“, fragte dieser ihn leicht alarmiert, legte jedoch immer noch nicht den Stift aus der Hand.

„Ich mach deinen Zopf neu.“, erklärte der Blauhaarige, während er bereist das Band, das die roten Mähne bändigte, aus dieser löste. „Der hier war nicht mehr ordentlich.“, fügte er bestimmt hinzu.

„War er wohl.“, widersprach Diluc vehement, „Aber, da du ihn jetzt schon aufgelöst hast, musst du mir wohl einen Neuen machen.”

„Aber gewiss doch.“, erwiederte Kaeya ohne zu zögern.
Er fuhr ein paar mal mit seinen Fingern durch die wilden, roten Wellen, bevor er anfing die Haare an vereinzelten Stellen zu flechten.
„Du wirst schon sehen Diluc.“, sagte Kaeya langsam auf seine Arbeit konzentriert, „Dieser Zopf wird viel besser als der Alte.“



Als Kaeya fertig war, betrachtet er sein Ergebnis zufrieden. Es war in der Tat besser als zuvor, wobei er zugeben musste, dass es eventuell gelogen war, dass jener nicht mehr ordentlich gewesen war, um mit Dilucs Haaren rumspielen zu können.
Es hatte sich gelohnt…

Ein letztes Mal ließ er sein Werk durch seine Finger gleiten, dann ließ er es gehen.
„Fertig“, verkündete er, während er sich vorlehnte und seinen Kopf auf Dilucs Schulter ablegte. Jetzt hatte er wieder nichts zu tun… und Diluc arbeitet noch immer.

Gedankenlos starrte er auf Dilucs Hals, der sich vor ihm erstreckte und schließlich von dessen Wangenknochen begrenzt wurde.
Einem neuen Instinkt folgend lehnte Kaeya sich noch ein Stück weiter vor. Ein Grinsen auf den Lippen, bevor diese schließlich auf Dilucs Hals trafen, wo er sie langsam öffnete und zu lecken begann. Dilucs Haut wie immer warm, gegen seine kühlen Lippen.
Das war, was Kaeya wollte.

Lange blieb ihm nicht, bis Diluc sich aus seiner Schockstarre löste.
„Was machst du da, Kaeya?“, wollte Dilluc spürbar den Atem anhaltend wissen.

„Nichts~“, antwortete der Blauhaarige unschuldig und presste seinen Mund erneut gegen den Hals des Anderen.

„Lass das.“, forderte dieser ihn semi überzeugend auf, bewegte sich aber selber nicht.

„Was?~“, fragte Kaeya unschuldig, Lippen nur wenige Zentimeter von Dilucs Hals entfernt.

„Das.“, antwortet der Rothaarige steif, „Ich muss arbeiten.“

„Und mir ist langweilig.“, meinte der Andere nebensächlich und setzte seine Tätigkeit fort.

Aus dem Augenwinkel konnte Kaeya sehen, wie Tinte von der Feder, die der Rothaarige noch immer umklammert hielt, auf das Blatt tropfte.

„Kaeya!“, sagte Diluc seinen Namen mahnend, doch der Blauhaarige wusste, dass er es nicht ernst meinte. Nicht ablehnend-ernst zumindest. In dem Fall hätte Diluc ihn schon lange weggedrückt. Vernünftig-ernst vielleicht. Weil die Arbeit vielleicht wirklich gemacht werden musste. Aber das war dem Rittmeister so ziemlich egal. Er machte weiter.

Er wanderte etwas weiter zu Dilucs Nacken, wo er wusste, dass der Anderes besonders empfindlich war, und begann vorsichtig zu knabbern. Er spürte Diluc zittern.

„Sicher, dass du deine Arbeit nicht auf später verschieben kannst?“, wisperte Kaeya in Dilucs Ohr.

Diluc guckte ihn an. Das erste Mal an dem Abend guckte er ihn richtig an.

Ein Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des Blauhaarigen aus.
Sanft entwendete er die Feder aus dem Griff des Andern und legte sie weg. Dann hob er Diluc Arm aus dem Weg für sich selber und kletterte auf dessen Schoß.

„Was machst du da, Kaeya?“, fragte der Rothaarige unschuldig, als hätte er nicht eben mit dem Blick darum geboten.

„Ich lenk dich nur ein bisschen von deiner Arbeit ab.“, sagte er melodisch und lehnte sich vor für einen ersten richtigen Kuss.
Diluc erwiderte ohne zu zögern. Seine Hände fand automatisch ihren Platz auf Kaeyas Hüfte, während dessen sich am Hinterkopf des anderen wiederfanden.

„Du bist unmöglich.“, sagte Diluc, als sie sich trennten. Ein kleines Grinsen war nun auch auf seinem Gesicht, obwohl er versucht hatte, es zu unterdrücken. Es hatte eben keinen Sinn mit Kaeya.

„Und trotzdem lässt du mich das machen.“, entgegnete der Blauhaarige frech, bevor er ihre Lippen erneut aufeinander drückte.



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50 Types of Kisses Writing-Prompts:
42: Distracting kisses from someone that are meant to stop the other person from finishing their work, and give them kisses instead.

Und in diesem Sinne jetzt die „angekündigte“ Kealuc-FF, wo es eine bisschen mehr zur Sache geht und ihre Beziehung definitiv über den canon hinausgeht.

Ich fühl mich tbh ein bisschen unsicher mit dem OneShot. Der erste Teil ist vom fluff-grad so, wie ich es für mich normal ist. Das danach.. habe ich noch nie so geschrieben. >~<

Naja, ich hoffe, ich konnte irgendjemandem damit eine Freude machen.
Mit Reviews, Empfehlungen oder Favos kann man mir eine Freude machen (auch konstruktive Kritik oder einfach nur Meinung, Gedanken lese ich gerne!).

Mata ne~
Vem-chan
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