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Nightmare Time

SongficMystery, Horror / P18 / Het
27.10.2020
27.10.2020
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„Und du willst wirklich zu Halloween zu einer Gruselrunde, Paul?“ Emma klang nicht sonderlich von dem angetan, was ihr Verlobter vorhatte. Ihr war seit der Sache mit dem Meteoriten schon lange nicht mehr wohl bei Sachen, die aus ihrer Routine herausfielen.

„Ja, wird doch lustig. Es ist ja nur eine Gruselrunde, keine Alieninvasion. Außerdem können wir jederzeit aussteigen. Also, was sagst du, Emma?“ Er sah zu seiner Verlobten und lächelte. Nicht dass Emma jetzt noch einen Rückzieher machen konnte, immerhin hatten sie weniger als eine Stunde, dann würde es losgehen. Eine Runde um den Hatchetfield Lake, nicht mal eine Meile lang. Nach Aussage der anderen Teilnehmer – die teilweise schon zurück waren – nicht sonderlich gruselig.

„Seid ihr bereit?“, fragte die beiden eine Frauenstimme, die sich beim Hinsehen als verkleideter Zombie mit heraushängenden Gedärmen entpuppte. Emma fühlte sich zum Tag des Unglücks zurückversetzt.

You, no need to run away
You little run-away
Cuz the nightmare will get you soon

„Klar, kann losgehen.“ Paul war erfüllt mit Vorfreude, für ihn konnte es nicht schnell genug losgehen. Nur weil er Zombies gesehen hatte – singende Zombies –, war es für ihn mit der Gruselei  nicht vorbei.  Die Zombiefrau ließ die beiden durch das kleine Tor passieren, welches den Eingang zu der Gruselrunde darstellte. Dahinter war es stockdunkel, der Weg nur beleuchtet von kleinen geschnitzten Kürbissen, mit hässlichen und manchmal auch lustigen Fratzen. Trotzdem konnte man den Unebenheiten des Weges nur schwer ausweichen.

No need to contemplate
How deeply that you’re afraid
Cuz your life is a waning moon

Neben ihnen raschelte, heulte und knarrte es. „Ich will definitiv nicht wissen, was da neben uns herschleicht“, sagte Emma und griff nach Pauls Arm. Trotz dem sie nicht viel erkennen konnte, zuckten ihre Augen durch die Dunkelheit, immer auf der Suche nach der Quelle der Geräusche. Aber es war, als würden die Geräusche aus dem Nichts kommen.

It’s a matter of time
A matter of time

Hinter einer Biegung des Sees konnten beide deutlich das Aufheulen einer Kettensäge hören, doch auch hier war nichts zu sehen. Entweder war es nur ein Geräusch vom Band oder der Verursacher stand tief im Wald. Nebel kroch über den Boden und griff mit seinen Fingern nach den beiden. Plötzlich meinte Emma eine Hand auf ihrem Kopf zu spüren. Paul konnte es nicht sein, da sie ihn an einem Arm festhielt und er die andere Hand in seiner Jackentasche stecken hatte. Emma schrie auf, doch da war die Hand längst verschwunden.

Don’t need to look far to find it
Every story you tell, we’re in pursuit

„Was ist los, Emma?“, fragte Paul und sah zu ihr herunter. Sie zuckte zusammen. „Da war etwas, es hat mich am Kopf berührt. Was war das?“ Ihre Stimme klang in ihren Ohren viel zu laut. Plötzlich hörte sie ein Geräusch. „Buh!“ Sie drehte sich um, doch da war niemand. Und Paul hatte nichts gesagt. Sie schüttelte kurz den Kopf, dann setzten sie den Weg fort.

It’s all in your mind
It’s all in your mind
Look behind you…
Hey what was that?
Boo

Hinter der nächsten Biegung, die durch die Kürbislichter vorgegeben war, bemerkte Paul als erstes, dass jemand eine wirklich echt aussehende Leiche mit abgetrenntem Kopf neben den Weg gelegt hatte. Er wandte sich Emma zu, um sie darauf aufmerksam zu machen, doch als sie beide an die Stelle blickten, an welcher der tote Körper zuvor gelegen hatte,  lag dort lediglich der Kopf. Dieser drehte sich zu den beiden, die Augen begannen zu leuchten und ein schreckliches Lachen erklang. Aus dem geöffneten Mund des Kopfes drang plötzlich blauer Glibber und Emma zog Paul schnell mit sich, die Szene schnell hinter sich lassen wollend. Zu sehr erinnerte es sie an die Geschehnisse, welche sich vor nicht mal einem halben Jahr in Hatchetfield abgespielt hatten.

You can run, but are you fast enough?
You can hide, but I will find you
Close your eyes if you don’t dose off
Hold your breath so I don’t hear you

Sie erreichten das südliche Ende des Sees, der Weg war an dieser Stelle stets schlammig und schön tagsüber nach Regen eine einzige Rutschpartie, doch bei Nacht und nach einem halben Tag Nieselregen war es halsbrecherisch. Irgendjemand hatte ein paar Holzplanken über den Matsch gelegt, doch sicher sahen sie nicht aus. „Soll ich vorangehen?“, fragte Paul vorsichtig. Er würde Emma stets den Vortritt lassen, das hatte nichts mit Angst zu tun.

The trail of tears that you will leave me
Will lead me straight to those that fear me
You can run if I don’t catch you
But the Nightmare Time is gonna get you

„Nein, ich werde vorgehen, nur für den Fall“, meinte Emma, doch ihre Stimme zitterte. Sie trat auf die erste Planke und testete, ob sie hielt. Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen, nicht wissend, was sie am Ende des Holzweges erwartete. Hinter ihr trat Paul auf die Planken und folgte ihr, ebenso aufgeregt. Wieder wallte Nebel auf und je näher sie dem Ende des Holzweges kamen, desto höher stieg der Nebel, desto weniger konnten sie sehen. Emma griff nach Pauls Hand, um sich zu versichern, dass er direkt hinter ihr wäre. Er zog sie an sich, bevor sie zusammen die Nebelwand durchschritten.

Take every precaution, babe
Get out the caution tape
Cuz the timer is ticking down

Doch sobald sie die Nebelwand durchschritten hatten, wurden sie auseinander gezogen. Emma fand sich auf einem von Kürbissen gesäumten Weg wieder, von den Bäumen hingen blutgetränkte Stofffetzen. Langsam tastete sie sich vorwärts, immer auf der Hut, auf jedes Geräusch lauschend, welches sich neben ihr bemerkbar machte.

You even understand
The danger that you are in?
You’re standing on shaky ground

Pauls Weg hingegen war nur von wenigen Kürbissen gesäumt, dafür gab es einige wenige Fackeln, welche die Nacht erhellten. Der weg selbst war etwas schlammig, doch am Rand entdeckte er mit Blut getränkte Kuscheltiere. Allzu gruselig fand er das nicht, doch das Geräusch von Messern, die auf Metall trafen, tauchte das Ganze in eineunheimliche Atmosphäre. Er schritt langsam vorwärts, immer auf der Hut vor möglichen Erschreckern, welche von irgendwoher auf ihn zuspringen konnten.

It’s a victimless crime
A victimless crime
I’m in your head and you know it
Nothing that you do about it

Emma sah schon den Strand des Sees näher kommen, als sich von links eine Gestalt näherte. Emma bemerkte es nur, da sie plötzlich aus dem Augenwinkel einen zweiten, von Fackeln gesäumten, Weg zu ihrer linken ausmachte. Der Schatten kam immer näher, bis Emma im Licht eines Kürbisses plötzlich Pauls Gesicht ausmachte. Sie sprang auf ihn zu und umarmte ihn kurz, ehe sich beide der schaurigen Gestalt am Strand zuwandten.

It’s all by design
All by design
Right behind you
….Where’d he go?

„Und wieder zwei, die sich nicht gegen die Runde der Geister entscheiden konnten. Wundert euch nicht, sie werden euch verfolgen den ganzen Tag, denn ihr seid dem Tor zu nah gekommen, sie konnten euch riechen, eure Fährte aufnehmen, sie werden euch verfolgen, euch jagen, euch um euren Verstand bringen.“ Die Stimme der alten Frau nahm einen unheimlichen Unterton an, Emma erschauderte und klammerte sich enger an Paul. Die Alte zog eine Flasche aus ihrem Mantel und warf sie in das vor ihr brennende Feuer. Eine Rauchwolke stieg auf. Emma und Paul stolperten hustend ein paar Meter vom Feuer zurück. Als der Rauch sich gelegt hatte, war die Frau verschwunden.

You can run, but are you fast enough?
You can hide, but I will find you
Close your eyes if you don’t dose off
Hold your breath so I don’t hear you
The trail of tears that you will leave me
Will lead me straight to those that fear me
You can run if I don’t catch you
But the Nightmare Time is gonna get you

„Unheimlich.“ Paul fasste nach Emmas Hand und sie begaben sich auf die letzten Meter der Runde. Doch weiter passierte nicht viel. Ein paar Jugendliche sprangen kurz vor dem Ende der Runde noch aus dem Wasser, eine Leiche rannte als Zombie vor ihnen weg und ein Werwolf heulte neben ihnen auf. Dann traten sie durch das Tor zurück auf den Feuerplatz der Feuerwehr von Hatchetfield.

„Und?“, fragte Alice neugierig. „Wie fandet ihr es?“ Sie sah Emma neugierig an, die beiden Frauen verstanden sich recht gut.

Just run away if you want, if you dare
The Nightmare’s gonna get you

„Es war ganz okay, bis auf die alte Frau am Strand, die fand ich dann doch etwas zu viel des Guten“, meinte Emma und nahm sich einen Becher Kaffee von Paul. Ihre Hände waren durchgefroren und von ihren Füßen wollte sie gar nicht erst reden.

Just run away if you want, if you dare
The Nightmare’s gonna get you

„Was für eine Frau am Strand? Da war doch nur ein Feuer“, murmelte Deb vor sich hin. Sie zog an ihrer Zigarette und sah zu Alice.

Just run away if you want, if you dare
Daddy’s gonna get you

„Stimmt, bei mir auch“, mischte sich Bill, Alice Vater, in das Gespräch ein.

You can run if I don’t catch you

„Und was haben wir dann gesehen?“, fragte Emma an Paul gewandt.

But the Nightmare Time already caught you

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I'm back. Diesmal mit einer kleiner Songfic über Hatchetfields kleines Superpaar (maßlos übertrieben):
Paul Matthews und Emma Perkins.

Song: Nightmare Time by TeamStarkid

Ach so, und TeamStarkid Forever!

P.S.: Den See, die Gruselrunde und einige Elemente daraus gibt es wirklich. Wen es interessiert, schreibe mich an.
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