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Sirenenfluch

GedichtSchmerz/Trost, Übernatürlich / P12 / Gen
26.10.2020
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Ich weiß, du hast eine Sirene gesehen.
Auf der Insel im Meer, nah und doch so fern,
Folgtest du des Himmels Stern,
Doch konntest du ihr widerstehen.

Auf dem Land, das kein Sterblicher je mehr betrat,
Hast dich gestemmt gegen jeden guten Rat.
Doch fuhrst du dort hin, in finsterer Nacht,
Wenn die Wellen rollten sacht,
Dein Kopf voller Neugier,
Dein Herz voller Begier.

So lauschtest du ihrer leisen Melodie
Und folgtest deiner Fantasie.
Sie führte dich in die Weite,
Die Geisterfrau an deiner Seite.

Doch du dich nicht verlohrst in ihr,
Trotz deines Herzens Gier.
Dein Kopf voller Klarheit,
Erkanntest du die schmerzende Wahrheit.

Und so gingst du fort,
Verließt diesen träumenden Ort.
Stiegst in dein Boot und fuhrst zurück,
Erkanntest gar nicht dein Glück.

Denn ein Leben wurde in jener Nacht genommen,
Der ewige Fluch hatte gewonnen.
Und so ertrank ich im Ozean, ohne Luft und Licht,
Des Meeres Dunkelheit nahm mir die Sicht.

Denn der Schwur besagt: Töte ich nicht dich,
So tötet das Wasser mich.
Doch nie hätte ich dir nehmen könn’ dein Leben,
So hab ich meines für dich gegeben.

Warum wirst du nie erfahren,
Doch meine Herz wirst du auf ewig aufbewahren.
Ich habe mich verliebt in dich,
Auch wenn du wirst schon bald vergessen mich.

Ich bin die Sirene, die du getötet hast,
Auch wenn die Erinnerung schon bald verblasst.
Ich dich nicht lieben darf,
Besser ich dich niemals traf.

Doch wer tötete mich, Liebe oder Fluch?
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