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Die Mutprobe im Atlantis

OneshotFreundschaft / P12
25.10.2020
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Sie legte den Füller beiseite. Eine halbe Stunde saß sie schon an den Hausaufgaben. Normalerweise wäre dieses Ausmaß an Hausaufgaben in Ordnung gewesen, aber nicht heute. Nicht am ersten Schultag eines Schuljahres. Nicht am ersten Schultag an einer neuen Schule. Sie hatte sich warnen lassen, dass es am Gymnasium St. Ursula schwerer werden würde, als am Petrinum, doch das war ihr egal gewesen. Hauptsache sie bekam Abstand von der damaligen Klasse. Wie sie sie doch verabscheute! Die Jungs, Störenfriede, als kämen sie gerade erst aus dem Kindergarten, obwohl sie bereits in der 5. Klasse gewesen waren, und die Mädchen waren allesamt gleich. Gleich wie die Jungs. Schließlich hielt es Lucy nicht mehr aus und versuchte ihrer Mutter weiß zu machen, dass sie die Klasse wechseln möchte. Diese verstand nicht und meinte, dass dort doch ihre Freunde seien. Warum wolle sie dann wechseln? Lucy schüttelte nur den Kopf. Sie ist tatsächlich auf die Schleimerei von Jennifer reingefallen! Ihrer „Freundin“. Unglaublich! Lucy erklärte ihr alles. Welche Gründe sie hatte, die Klasse zu verlassen. Endlich verstand sie es und versicherte ihr, dass sie bei der Schule anrufen und nachfragen würde. Nach einem weiteren, lauten Schultag erläuterte ihre Mutter, dass in den anderen Klassen kein Platz mehr sei. Es bliebe aber noch ein Ausweg übrig, indem sie zu St. Ursula wechsle.  Es würde dort aber sehr viel anspruchsvoller werden, da dort nur acht, und nicht wie am Petrinum neun Jahre gelehrt werden. Allerdings ginge dies erst nächstes Jahr, da dort ein Schüler gehen würde und so ein Platz frei wäre. Sie entschied sich dafür und nun war sie hier. Doch ob sich der Wechsel wirklich gelohnt hatte, konnte sie nicht sagen. Natürlich war die Klasse ruhiger und sie konnte sich endlich wieder auf dem Unterricht konzentrieren, allerdings hatte sie nun Probleme mit ein paar Mädchen. Schon als sie das Klassenzimmer betrat, bemerkte sie, dass es zwei Gruppen von Mädchen gab: Die einen, die bunte, farbenfrohe Kleidung trugen, mit dreckigen Turnschuhen und hervorguckenden Socken und die anderen, mit einfarbigen T-Shirts, worauf nichts drauf war, außer ein Markenname, und Schminke, was ihrer Meinung nach viel zu früh war. Zu ihrem Pech wurde sie neben einem hochgestylten Mädchen mit glattem, blondem Haar gesetzt. Sie stellte sich mit dem Namen Anita vor und schien im ersten Moment ganz nett zu sein. Sie erzählte Lucy wer die verschiedenen Schüler wären, welche Lehrer gut und welche Lehrer schlecht erklären können…                  Sie unterhielten sich die ganze Stunde lang und Lucy dachte, sie hätte jetzt schon eine Freundin gefunden. Aus diesem Grund verriet sie ihr, dass sie Klaustrophobie, also Platzangst, habe. Doch das war ein Fehler gewesen…   als es klingelte und die Lehrerin das Klassenzimmer verließ, änderte sich die Situation. Plötzlich kam ein Schwall von Mädchen an ihren Tisch. Allerdings nicht, um Lucy zu begrüßen, sondern umkreisten sie Anita. Es waren alle Mädchen von der „hochgestylten Clique“. Lucy versuchte sich so gut wie es ging, am Gespräch zu beteiligen, aber alle ignorierten sie. Das konnte doch nicht wahr sein! Auf einmal fingen alle an zu lachen und um dazu zu gehören, tat es Lucy ihnen gleich. Alle verstummten und schauten sie an. Anita wechselte einen Blick mit zwei Mädchen ihrer Clique. Die Mädchen nickten und sie wendete sich an Lucy: „Wie du siehst ignorieren hier dich alle. Keiner nimmt dich war und behandeln dich wie Luft. Das hat aber auch einen Grund: Du gehörst hier nämlich nicht dazu!“ Autsch! Das tat weh. Und genau sowas hatte sie gehofft, dass es NICHT passiert. „Das kann sich aber ändern, indem DU dich änderst. Als aller erstes holst du dir richtige Anziehsachen, und nicht so welche Stoffreste. Danach fängst du an dich zu schminken und auch was für deine Haut zu tun. Die hat ja eintausend Rötungen!“ Die Rötungen sind Lucys Blut, welches sich alles im Kopf versammelt hatte. So beschämt war sie noch nie in ihrem Leben gewesen! „Und dann musst du noch eine Mutprobe bestehen. Du hast mir ja erzählt, dass du Platzangst hast, oder?“ Lucy nickte und Anita lächelte verschwörerisch. „Dann rutsch die blaue Rutsche im Atlantis! Morgen. Nach der Schule. Und die ganze Klasse kommt mit, damit du ja nicht kneifst!“                                                  Lucy saß nur mit offenem Mund da. Anita stand auf, und ging aus dem Klassenzimmer. Die blaue Rutsche war die Schmalste, die es im gesamten Freizeitbad gab. Und auf gar keinem Fall würde sie eine Rutsche rutschen, wo man sich gerade so im Liegen den Kopf nicht stößt. Wiederrum würde sie sonst die Außenseiterin sein, der Angsthase, und das wollte sie auch nicht. Aber wäre es nicht schlimmer, in der Rutsche eine Panikattacke zu bekommen als sie gar nicht zu rutschen? Und was sollte das eigentlich mit den Anziehsachen? Warum sollte sie ihren Style wechseln, wenn er ihr gefällt, und er sie wiederspiegelt? Es ist nicht so, dass sie sich keine Markensachen leisten könnte, allerdings fand sie diese einfach nicht so schön, wie die anderen. Und schminken wollte sie sich erst recht nicht. Warum auch? Den ganzen Tag lang überlegte sie hin und her und schließlich, Abends, als sie schon im Bett lag, kam sie zu einem Entschluss.

Am nächsten Morgen, als die Schule rum war, und alle umgezogen vor den Treppen zu den Rutschen standen, faste Lucy all ihren Mut zusammen, schluckte und drehte sich zu ihren Klassenkameraden um. „Ich habe euch doch gesagt, dass sie ein Angsthase ist! Sie muss nur rutschen! Das war’s! Eine einzige Rutsche, kurze Rutsch! Ich verstehe nicht, warum sie das nicht schon vorher gemacht hat! Ich habe die Rutsche schon mit…“ „Anita, hast du ihnen auch gesagt, dass ich Platzangst habe? Und dagegen nichts machen kann? Zu mindestens jetzt nicht.“, erhob Lucy die Stimme. Anita verstummte. „Klar, irgendwann müsste ich die Phobie besiegen, aber dann aus eigenem  Willen, und nicht um dazu zu gehören. In eure blöde Clique will ich jetzt eh nicht mehr. Und, dass ich jetzt nur noch Markensachen anziehe, und wie ein Werbungsplakat herumlaufe, kommt auch nicht in Frage. Ich bin gut, so wie ich bin, und werde auch ohne dich Freunde finde, Anita! Freunde, die mich so akzeptieren wie ich bin, mich verstehen, mich wertschätzen und für mich da sind. Da brauche ich eure Clique nicht, nein danke!“ Mit diesen Worten ging sie durch die Menge. Sie wusste nicht genau wohin sie gehen wollte, aber sie hörte noch einen Jungen hinter ihr sagen: „Das war echt uncool von dir, Anita! Du hast nicht gesagt, dass das eine Mutprobe war, und auch nichts von der Phobie.“ „Das war echt mit Abstand das uncoolste, was du je gemacht hast.“, stimmte ein anderer Junge zu. Lucy lächelte.  Genauso, wie es ihre Mutter abends zu vor gesagt hatte. Als sie an ihrer Liege ankam, um ihre Sachen zu holen, hörte sie eine Stimmen hinter sich sagen:  „Warum willst du denn jetzt schon gehen? Bleib doch noch ein bisschen!“ Lucy drehte sich um. Vor ihr standen zwei Mädchen, die sie davor noch nicht wahrgenommen hatte. „Das war sehr mutig von dir. Normalerweise lassen sich die Meisten einen Eintritt in Anitas Clique nicht entgehen“, erklärte ein etwas kleineres Mädchen mit blonden Locken. Sie schien sehr schüchtern zu sein, denn sie schaffte es nicht, Lucy anzusehen. „Wirklich? Nun ja, ich bin halt nicht so wie die meisten, aber warum sollte man sich mit DER anfreunden wollen? Das würd ich gerne verstehen.“, fragte sich Lucy und schüttelte den Kopf. „Die Mehrheit, ach was sage ich da, ALLE eigentlich nur wegen dem Geld. Anitas Eltern sind sehr reich, und die anderen aus der Klasse wollen einfach auch etwas von dem Reichtum abhaben“, erklärte das Mädchen welches sie angesprochen hat, „Wir fragen uns eher, wie man es in ihrer Nähe aushalten kann“ Das blonde Mädchen kicherte. „Ich bin übrigens Nele und das neben mir ist Antonia“, sie zeigte auf das Mädchen neben sich, „Wenn wir schon mal hier sind, können wir doch noch ein wenig Spaß haben, oder? Komm doch mit, Lucy! Wir müssen auch nicht rutschen gehen, wenn du es nicht möchtest“  Alle drei lachten. „Nein. Ist schon ok. Irgendwann muss ich sie doch bezwingen, die Phobie meine ich.“ Die beiden starrten sie an. „Meinst du wirklich…?“ „Ja. Ich möchte sie rutschen“  Ein Lächeln schlich sich auf Neles Gesicht. „Na dann los!“, trieb sie Lucy an und sie rutschten, wie die Weltmeister.                                                                              

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Hey!
Nicht wundern, wenn die Geschichte eher „einfacher geschrieben” ist, sage ich mal, aber die ist für einen Wettbewerb, wo die Geschichten dann für Kinder sein sollen. Das Thema konnte ich auch nicht aussuchen, aber ich glaube, ich habe das beste draus gemacht, oder? Jedenfalls dachte ich, dass ich sie doch trotzdem hochladen kann, und deshalb... Ja. XD
Jetzt nur noch abwarten und Daumen drücken
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