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Schlagzeuger gesucht (OS)

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford
25.10.2020
25.10.2020
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Hi Leute :)
Ich habe letztens auf AO3 meine erste Fanfiktion zu Lashton veröffentlicht und da ist mir eingefallen, dass ich diese hier auch noch auf meiner Festplatte rumliegen hatte:)
Ich hoffe sie gefällt euch :)

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In letzter Sekunde rutschte ich auf meinen normalen Sitzplatz im Hörsaal und versuchte möglichst geräuschlos meine Sachen auszupacken, während unser Professor vorne die Vorlesung begann. Nicht dass es grundsätzlich ein Drama gewesen wäre zu spät zu kommen, schließlich gab es schon länger keine Anwesenheitspflicht mehr, aber es war mir dann doch etwas peinlich vor ungefähr 200 anderen Studenten verzweifelt nach einem freien Platz zu suchen.

Meistens saß ich in der Mitte des Raums rechts. So hatte ich einen guten Überblick über alles und konnte gleichzeitig einen Blick auf das Objekt meiner Begierde werfen. Naja das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber es gab da dennoch einen Jungen der mir schon in der allerersten Vorlesungswoche ins Auge gefallen war. Blonde schulterlange Locken sah man nicht so oft, und dann auch noch der Rest von ihm. Einfach ein Traumtyp. Der wusste zwar nicht, dass ich existiere, kein Wunder bei 300 Leuten im ersten Semester, aber das war auch nicht weiter schlimm. Das Ganze war auch für mich eher ein netter Zeitvertreib, wenn der Inhalt der Vorlesung allzu langweilig wurde.

Der Professor begann zu sprechen und ich versuchte ihn im vollen Hörsaal zu finden. Doch irgendwie schien er heute nicht da zu sein, zumindest nicht da wo er sonst immer saß, während unser Professor uns von der Geschichte des Jazz erzählt. Oder der Geschichte irgendeiner anderen Musikrichtung. Wirklich aufpassen tat ich nicht, denn der Kurs gab gerade mal einen Leistungspunkt und erforderte nicht einmal eine Klausur am Ende des Semesters. Anscheinend schienen selbst die Leute an der Uni zu wissen, dass für einen Studiengang im Bereich Musikmanagement die Geschichte einzelner Musikrichtungen recht unwichtig war. Außerdem gab es heute schließlich das Internet, wo ich mich jederzeit informieren könnte, wenn mich tatsächlich mal jemand danach fragen sollte.

Den Rest der Zeit malte ich auf meinem Collegeblock sinnlose Muster und versuchte den Eindruck zu erwecken, dass ich aufmerksam zuhörte. Außerdem versuchte ich das Rätsel meines fehlenden Kommilitonen zu lösen: Wo war er? Was studierte er wohl? (Diese Vorlesung gehörte zu mehreren verschiedenen Studiengängen) und vor allem: Wie war er wohl als Person? Darüber fiel mir erst verspätet auf, dass alle anderen Studierenden sich erhoben hatten und dabei waren den Hörsaal zu verlassen. Anscheinend war die Vorlesung bereits beendet.

Der große Vorteil an dieser Vorlesung war jedoch, dass der Hörsaal ganz in der Nähe der besten Mensa der Stadt war. Als ich vor dem großen Gebäude ankam, sah ich schon Michael dort stehen wie er auf sein Handy starrte und mit seinen roten Haaren die Blicke auf sich zog. Er bemerkte mich erst, als ich schon vor ihm stand und sah langsam auf. „Hey Luke. Lass uns reingehen, ich bin am verhungern“, sagte er und lief vor mir in die Mensa um sich an der Schlange anzustellen. Ich folgte ihm und nach kurzer Zeit saßen wir mit großen Tellern Spaghetti an einem der Tische. „Wie war Humanbio?“, fragte ich Mikey während ich mir die erste Gabel Nudeln in den Mund schob. „Ganz gut“, antwortete er nur kauend und weil wir beide hungrig waren sagten wir erstmal nichts mehr. Schließlich schob ich den Teller von mir und seufzte. Ich wusste, dass es Mikey nervte, wenn ich von meinem süßen blonden Kommilitonen redete aber ich musste einfach wissen was er davon hielt, also fragte ich: „Sagen wir mal hypothetisch, dass er heute nicht im Hörsaal war. Wo könnte er sein? Glaubst du er hatte genug von Mauers langweiliger Vorlesung und geht nicht mehr hin?“

Ich konnte sehen das Mikey die Augen verdrehte und wusste, dass jetzt eine Litanei folgen würde. Er sagte: „Ich kann nicht glauben, dass du immer noch so fixiert auf einen Typen bist, den du gerade mal seit zwei Monaten kennst und lediglich einmal in der Woche siehst! Du kennst doch nicht mal seinen Namen, Luke! Und nein, kein Plan warum er nicht da war, vielleicht war er krank? Daran schon mal gedacht?“ Ich musste ihm zustimmen, es war verrückt so auf jemanden fixiert zu sein, aber er war nun einmal toll, und ja jetzt wo Michael es sagte, kam mir krank auch am plausibelsten vor. Um meinen besten Freund zu besänftigen holte ich ihm einen Schokoriegel als wir die Mensa verließen. Wir machten uns auf den Weg nach Hause um mit Cal für unsere Band zu proben, die wir gegründet hatten, als wir noch Teenager aus demselben kleinen Kaff waren. Calum und Michael waren wie meine Brüder und das einzige was unseren Erfolg verhinderte war, dass wir keinen Schlagzeuger hatten. Und dass eine Schülerband ohne Plattform niemals Erfolg haben würde, aber das war eher zweitrangig. Obwohl wir alle unterschiedliche Studiengänge gewählt hatten, waren wir an die gleiche Uni gegangen und als Freunde zusammengeblieben. Jetzt hatten wir eine WG zusammen und nervten unsere Nachbarn mit regelmäßigen Bandproben.

Als wir in unseren Hausflur betraten stolperte ich fast über ein paar unglücklich platzierte Umzugskartons. Wer um Himmels Willen zog denn mitten in der Woche um? War das nicht eher ein Wochenendprojekt? Entnervt seufzte ich und schob die Kartons etwas zur Seite; nicht dass Frau Mayer aus dem ersten Stock das Gleiche passierte. Unsere Nachbarin von unten war nämlich locker schon 75 und nicht mehr ganz so gut zu Fuß, wenn sie fallen würde wäre das sicher ein größeres Problem als wenn ich stolpern musste. „Welcher Idiot stellt die Kartons bitte so in den Weg?“, sagte ich zu Michael und er nickte zustimmend: „Echt mal, gut dass du sie zur Seite gerückt hast!“

In dem Moment als wir gerade endlich die Treppe zu unserer Wohnung hochgehen wollten, kam aus einer der Wohnungen im ersten Stock ein Mann in unserem Alter. Das musste der Neue sein dachte ich, doch als er in den helleren Teil des Flurs trat und Anstalten machte die Treppe herunter zu kommen, merkte ich, dass ich ihn bereits kannte. Es war der gutaussehende Typ mit den blonden Locken aus meiner Vorlesung! Also war er doch nicht krank so wie Mikey vorgeschlagen hatte; er zog nur um…an einem Unitag. Er schien eindeutig komischer zu sein als ich von meiner Beobachtung mitbekommen hatte. Aber ich hatte ihn ja auch nur aus der Ferne angestarrt.

Ich schlang meine Hand um Mikeys Oberarm und sah ihn mit großen Augen an um ihm verstehen zu geben, dass er das war. Mein bester Freund hatte allerdings besseres zu tun als sich um mein komisches Verhalten zu kümmern oder es zu verstehen zu versuchen. Er sprach den Mann an: „Hey Mann, ziehst du neu ein?“

„Ja, wohnt ihr auch hier?“, antwortete der Andere, der etwas außer Atem schien; wahrscheinlich vom Schleppen der Möbel und der Kisten. Vielleicht sollten wir anbieten ihm zu helfen? Das wäre die Gelegenheit ihn besser kennenzulernen. Leider bemerkte ich, dass Mikey gerade dabei war mir einen Strich durch die Rechnung zu machen, denn er fing an unseren neuen Nachbarn zu belehren: „Ja tun wir. Ich wollte nur sagen, dass Luke hier fast über dein Zeug gestolpert wäre. Es wär cool wenn du deinen Kram demnächst nicht mitten in den Weg stellst, hier gibt’s auch noch ältere Bewohner!“

Der Andere wirkte wirklich verlegen, er kratzte sich mit einer Hand am Hinterkopf und wurde rot. Schon süß irgendwie, auch wenn ich wegen ihm fast auf dem Boden gelegen hätte. Jetzt machte er Anstalten sich zu entschuldigen, doch da mir ja nichts passiert war wiegelte ich ab: „Halb so schlimm, ich bin ja jung.“ Jetzt war meine Chance gekommen. Ich fragte ihn: „Sollen wir dir vielleicht helfen?“

Er starrte mich ungläubig an und ich wurde etwas verlegen. Bestimmt hatte er die Hilfe von zwei komischen Typen nicht nötig; sicher halfen ihm seine eigenen Freunde schon. Rasch beeilte ich mich zu sagen: „Alles gut, du musst das nicht annehmen. Wir kennen uns ja auch gar nicht und da will man ja nicht unbedingt, dass irgendwelche Typen seine Sachen anpacken und so.“

Ich konnte sehen wie Michael mich interessiert von der Seite ansah. Normalerweise war ich nicht so unsicher mit fremden Leuten. Aber die waren ja auch nicht meine Beobachtungsobjekte und mega gutaussehend. Zu meiner Überraschung musste mein Gegenüber lachen. Er streckte seine Hand aus und stellte sich vor: „Ich bin Ashton. Danke für dein Angebot.“ Er beeilte sich fortzufahren: „Wenn ihr Zeit habt nehm ich eure Hilfe gerne an. Ich bin schon länger dabei und es ist doch etwas mehr als gedacht. Ich dachte nur, dass das sicher kein ernst gemeintes Angebot war, weil dein Kumpel schon ganz schön entsetzt geguckt hat.“ „Ach Michael guckt immer so, wenn es um Arbeit geht“, sagte ich zu Ashton und schaute Mikey vielsagend an. Der zog nur die eine Augenbraue hoch und zuckte in Ashtons Richtung mit den Schultern. „Dann müssen wir aber Calum Bescheid sagen“, meinte er schließlich nur und sträubte sich zum Glück nicht weiter. Wir verabschiedeten uns vorläufig um Cal Bescheid zu geben und unsere Taschen abzustellen und gingen zu unserer Wohnung hoch.

Kaum war die Tür hinter uns zugefallen drehte Michael sich zu mir um und sagte: „Glaub ja nicht, dass du damit durchkommst! Warum hast du uns als Helfer angeboten? Wir wollten proben!“

Das hatte ich natürlich über die Aufregung schon ganz vergessen. Ich wusste, dass ich jetzt lieber die Wahrheit sagen sollte, daher erklärte ich aufgeregt: „Mikey, er ist es! Ashton ist der Typ aus meiner Vorlesung! Ich hab nicht nachgedacht und wollte ihn einfach etwas besser kennenlernen. Außerdem sah er etwas traurig aus, findest du nicht? Warum er wohl keine Leute hat die ihm helfen?“

Ich konnte sehen wie Mikey verstand und dass er meine Reaktion trotzdem für reichlich übertrieben hielt. Er verdrehte nämlich die Augen; dennoch sagte er: „Von mir aus. Es scheint ja fast so als wär das Ganze Schicksal. Und er sieht wirklich gut aus; ganz dein Typ.“

„Ja oder, ich weiß du hast Crystal, aber selbst du musst zugeben, dass er toll aussieht!“

In dem Moment kam Calum in den Flur und fragte: „Wer sieht gut aus? Ich hoffe ihr redet über mich?“ Er lachte und klatschte sich mit Mikey ab. Manchmal nervten die beiden echt. Mikey erklärte Cal das Ganze und entschuldigte sich, dass er mich nicht aufgehalten hatte. Er fügte auch hinzu: „Ashton wirkt aber wirklich super nett, von daher können wir ihm denke ich ganz gut helfen. Er scheint niemanden sonst zu haben, der ihm hilft.“

Cal überlegte kurz und sagte dann: „Okay. Dann können wir ihn ja schlecht hängen lassen. Oder noch schlimmer: Nur Luke vorbeischicken, der die Hälfte der Zeit nur verliebt auf seine Muskeln starren würde anstatt zu arbeiten.“

„Hey!“, beschwerte ich mich, doch als ich an Ashtons Oberarme dachte, musste ich vor mir selbst zugeben, dass das eine sehr wahrscheinliche Sache war.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir also damit mit Ashton Kisten zu tragen und billige Ikea-Möbel wieder aufzubauen. Gegen Ende waren nur noch einige wenige Teile in dem gemieteten Transporter und wir hatten Ashton näher kennengelernt. Er war erst in diesem Semester an unsere Uni gewechselt und war zunächst gependelt bevor er jetzt endlich diese Wohnung gefunden hatte. Warum ihm keiner beim Umzug geholfen hatte hatten wir nicht herausgefunden, aber wenn er nicht darüber reden wollte würden wir das respektieren. Zu meiner großen Freude hatte ich eine Regenbogenflagge aus einer seiner Kiste gucken sehen. Außerdem hatte ich ihn ein paar Mal erwischt wie er mich länger angeguckt hatte. Vielleicht hatte ich ja tatsächlich eine Chance! Ich musste nämlich zugeben, dass dieser Nachmittag meine Schwärmerei nur noch verstärkt hatte, jetzt wo ich wusste, dass Ash nicht nur gut aussah, sondern auch einer der nettesten Menschen war, die ich je kennengelernt hatte.

Als ich gerade die letzten Kisten hochheben wollte, legte sich eine Hand auf meinen Arm. „Vorsichtig damit“, sagte Ashton nur: „Da ist mein Drum-Kit drin. Wäre schade, wenn dem was passieren würde.“

Oh wow! Ich dachte es könnte nicht mehr besser werden, aber ein Schlagzeuger war mit das Beste was uns passieren konnte. Ich konnte meine Aufregung kaum zurückhalten und musste aufpassen, dass ich ihm nicht in die Arme fiel. Nicht verhindern konnte ich allerdings, dass ich ihn ohne Erklärung am Handgelenk packte und wieder zu Mikey und Cal ins Haus zog.

„Ratet was passiert ist!“, rief ich ihnen zu. Anscheinend hatte Mikey die Situation etwas missverstanden und fragte: „Ihr habt euch geküsst und seit zusammen?“ Verdammt! Ich wollte doch nicht Ash jetzt schon von meinen Gefühlen erfuhr. Verlegen sah ich ihn an und entschuldigte mich. Jetzt musste ich ihm die ganze Situation mit der Vorlesung erklären, was ich gerne vermieden hätte, aber ohne den Kontext würde ich nur noch komischer wirken als ich es so tat. Glücklicherweise lachte Ashton bei meinen Ausführungen nur leicht. Das hätte schlimmer enden können. Noch überraschter war ich jedoch als er sein Handgelenk aus meinem Griff entfernte um mir den Arm um die Schultern zu legen. Sanft zog er mich näher zu sich und flüsterte mir ins Ohr, sodass die Anderen es nicht hören konnten: „Du Stalker! Du hast Glück, dass ich dich wirklich süß finde.“ Ich konnte fühlen wie ich rot wurde und vergrub mein Gesicht in seiner Halsbeuge. Als ich mich wieder vernünftig hinstellte um meinen Freunden nun endlich von der perfekten Neuigkeit zu berichten, drückte mir Ashton einen kleinen Kuss auf die Wange. Ich lächelte ihn an und presste meinerseits einen Kuss auf seine Schulter.

Cal war inzwischen ungeduldig geworden und sagte gespielt genervt: „Nicht dass ihr nicht süß seid, aber was wolltest du denn nun eigentlich sagen?“

„Ashton ist Schlagzeuger!“, teilte ich ihnen nun begeistert mit. Sofort bestürmten sie ihn mit Fragen: „Echt? Hast du schon ne Band? Möchtest du mit uns proben? Willst du in unsere Band? Wir haben noch keinen Schlagzeuger!“

Ashton schien etwas überfordert mit der Aufmerksamkeit aber auch geschmeichelt. Er lachte und sagte: „Ich hab keine Band und ich würde mich freuen wenn wir alle zusammen mal spielen können.“

Ashton zu treffen war wirklich Schicksal für mich und für uns alle. Und vielleicht hatten wir ja nicht nur einen neuen Schlagzeuger und Freund gewonnen. So wie das gerade ausgesehen hatte, standen meine Chancen anscheinend gar nicht so schlecht bei Ash.
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