Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

To You, Tomorrow

von Poseiidon
KurzgeschichteDrama, Freundschaft / P18 Slash
Donghae Eunhyuk Kyuhyun
25.10.2020
29.11.2020
6
21.439
 
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.11.2020 1.948
 
Nachdem ich noch einmal dran erinnert wurde, denke ich sogar tatsächlich an dieses Kapitel. Es ist ziemlich kurz und wie gesagt, nehmt es nicht zu ernst. Aber es gab da diese eine Sache, die ich unbedingt mit in diese Geschichte einbringen musste, nachdem Hyukjae und Kyu ne Zeit lang mal genug darüber geredet hatten vor einem halben Jahr oder so xD

---------------------------------------------------------------------------------------------------------

So viel besser es Hyukjae auch die Tage zuvor noch gegangen war, so sollte alles schnell genug wieder bergab laufen. Am Tag versuchte er, sich möglichst nichts anmerken zu lassen. Wenn sie mal wieder etwas mit der kompletten Gruppe zusammen unternahmen, akzeptierte er Donghaes Anwesenheit und hatte auch keine großen Probleme damit, vor laufender Kamera wenigstens hier und da für ein paar Interaktionen zu sorgen, wenn er ihn auch danach wieder ignorieren sollte. Aber die Nächte kehrten wieder zu dem zurück, was sie auch vorher gewesen waren, denn dann wurde alles um ihn herum still und er hatte Zeit, all seine Gedanken wieder auf ihn einprasseln zu lassen. Es war wie noch Wochen zuvor. Er hatte eine Lösung zu diesem Problem gefunden, aber am Ende hatte sich eben diese Lösung als nichts anderes als eine Lüge, als nichts anderes, als eine naive Hoffnung herausgestellt und er war wieder bei null angekommen. So schnell konnte es gehen. Und dafür hatte er nur seinem Mitbewohner zu dieser verdammten Party folgen, sich betrinken und mit seinem Ex im Bett landen müssen, damit er erkennen konnte, dass er doch noch Gefühle für ihn hatte. Damit er erkennen konnte, dass diese Gefühle nie verschwunden waren. Er könnte seinen Kopf hier und jetzt gegen die nächste Wand schlagen. All das hörte sich an wie irgendeine überdramatische TV-Serie und doch war es gerade genau das, was ihm passiert war.
„Stellt euch nicht so an und reißt euch zusammen“, hatte er sich sonst stets über die Protagonisten aufgeregt, wenn diese mal wieder verzweifelt bei sich in der verdunkelten Wohnung auf dem Boden gehockt hatten. Oder theatralisch aus dem verregneten Autofenster gestarrt hatten. „Kommt einfach wieder zusammen und macht da nicht so ein Drama raus.“
Aber jetzt saß er hier selbst. Wohl auf seinem Bett statt auf dem Boden oder im Auto, aber seine Beine hatte er bereits angewinkelt, seinen Kopf auf seinen Knien positioniert und draußen war es am Regnen. Hätte Kyuhyun im Nebenraum in dem Moment noch angefangen, einen seiner Drama OSTs zu singen, hätte er die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen gleich niederschreiben und als Drehbuch verkaufen können. Es war nah genug dran.
Einen Moment lang blieb er noch so sitzen, dann stand er schließlich seufzend auf. So wurde das nichts mit dem Einschlafen. Er musste abgelenkt werden, er musste auf andere Gedanken kommen. Und was konnte er da jetzt besseres tun, als noch ein wenig vorm Fernseher zu sitzen? Vielleicht hatte er ja Erfolg und würde wenigstens dort einschlafen können. Mitten auf ihrer Couch. Was gab es besseres?
Unmotiviert und noch immer in Schlafsachen schlürfte er also aus seinem Zimmer heraus und begann es sich auf benannter Couch bequem zu machen. Doch so einfach er sich dies auch vorgestellt hatte, sollte die Entspannung selbst nach einer halben Stunde noch nicht eintreten. In all der Zeit hatte er für nicht länger als fünf Minuten am Stück ruhig gesessen. Mal hatte er plötzlich Durst gehabt, kaum hatte er sich etwas zu trinken geholt, hatte er mit einem Mal einen Heißhunger auf Chips oder ihm war kalt und er benötigte eine Decke und selbst wenn er mal saß, konnte er sich mit keinem ihrer Sender zufriedengeben. Mal war ihm das Programm zu unspektakulär oder zu uninteressant oder zu informativ, als dass er dafür gerade den Kopf hatte, oder er kannte den Film oder die Serie schon oder es war ihm zu schnulzig. Und so war er also immer noch grimmig am Durchschalten, als sich hinter ihm eine weitere Tür öffnete.
„Hyung?“
Eigentlich blieb Kyuhyun in der Regel deutlich länger wach als er selbst, aber so verschlafen, wie er sich in dem Moment anhörte, musste es wohl schon spät genug sein, dass selbst er bereits am Schlafen gewesen war.
Hyukjae jedoch antwortete nicht. Stattdessen machte er einfach weiter mit seinem unmotiviert durch die Sender Schalten, während er sich noch ein wenig tiefer in die Decke vergrub, die er sich über den Kopf geworfen hatte, und sich mit der freien Hand eine weitere Ladung Chips in den Mund stopfte. Ein paar Sekunden schien Kyuhyun noch zu warten, dann ging er einmal um die Couch herum und auf den Fernseher zu, um ihn auszuschalten. Erwartungsvoll sah er nun wieder zu Hyukjae herüber, bevor er allerdings seufzend feststellen musste, dass dieser ihm noch immer keinerlei Beachtung schenkte. Stattdessen schaltete er den Fernseher mit der Fernbedienung einfach wieder an und behielt seinen Blick starr auf den Bildschirm gerichtet.
„Hyung, lass das Ding aus, du brauchst dringend Schlaf.“
Hyukjae jedoch hörte ihm nicht zu. Und als Kyuhyun erneut sein Glück versuchte und das Gerät noch einmal ausschaltete, schaltete er es einfach wieder an, sich erneut eine Portion in den Mund schiebend.
Erneut konnte Kyuhyun nichts anderes tun, als zu seufzen. Zumindest so lange, bis er einmal hinter den Schrank griff, hinter dem alle mögliche Kabel zusammenliefen, und mit einem Ruck eines von ihnen herauszog. Und mit einem Mal war der Bildschirm schwarz. Da konnte Hyukjae noch so viel auf der Power Taste herumdrücken wie er wollte, damit erreichte er auch nichts mehr. Nach nur kurzer Zeit gab er auf und legte die Fernbedienung an die Seite. Dem Jüngeren einen düsteren Blick zuwerfend.
„Geh schlafen“, erklärte dieser allerdings nur. „Hast du eine Ahnung, wie spät es ist?“
Einen Moment lang musterte Hyukjae ihn noch stumm, dann zog er seine Beine aber schon wieder an sich heran und begann, sein Gesicht darin zu vergraben. Die Decke über seinem Kopf sollte ihn nun fast komplett verdecken.
Kurz geschah nichts, dann konnte er erneut Kyuhyuns Seufzen hören, bevor dieser auf ihn zukam und sich neben ihn setzte. Eine Weile lang schwiegen sie beide. So lange, bis der Jüngere seine Hand auf Hyukjaes Schulter legte und diesen sanft zu sich heranzog. Sofort ging dieser auf diese Berührung ein und kaum, dass seine Stirn die Schulter des anderen auch nur berührt hatte, entwich ihm auch schon das erste Schniefen. Eigentlich wollte er nicht schon wieder in Tränen ausbrechen, aber in dem Moment war er einfach zu müde, um sich noch unter Kontrolle zu haben.
„Ich vermisse ihn“, nuschelte er in Kyuhyuns Schlafanzug hinein. Nichts und niemand hatte auch nur ansatzweise auf den Kontext dieses Satzes hingedeutet, aber es war auch so bereits eindeutig genug, was er damit gemeint hatte. „Ich habe ihn heute erst gesehen, ich weiß, aber das ändert nichts daran. Es ist manchmal, als wäre das nicht er. Als wäre das wer komplett anderes.“
Fürs erste sagte Kyuhyun nichts. Häufig genug hatte er dieses Thema in den letzten Wochen um sich herumgehabt und langsam auch alles dazu gesagt, was er zu sagen hatte. Es war nicht gerade das erste Mal seit dem Vorfall in dieser einen Nacht vor nur ein paar Wochen, dass er Hyukjae so auffand. Und so sehr er ihm auch leidtat, musste er zugeben, dass er es hier und da bereits nicht mehr hören konnte. Zumindest nicht mitten in der Nacht um eine unmenschliche Uhrzeit wie diese.
„Und ich dachte, du wolltest nicht mehr über ihn nachdenken“, sagte er schließlich, wenn auch mit sanfter Stimme.
Hyukjae an seiner Schulter schüttelte jedoch nur seinen Kopf. „Das war, als ich noch dachte, ich hätte keine Gefühle mehr für ihn.“
Kaum hörbar musste Kyuhyun seufzen. „Hyung? Weißt du, wie du dich gerade anhörst?“, fragte er. Ihm war wohl noch immer anzuhören, dass Hyukjae ihm durchaus leidtat, aber er wäre nicht Kyuhyun, wenn er nicht versuchen würde, ihn mit ein wenig Humor doch noch aufzuheitern. „Wie der Protagonist eines Dramas.“
Hyukjae entfloh ein Lachen. Ein kurzes und leises Lachen zwar und auch dicht gefolgt von einem weiteren Schniefen, aber es war ein Lachen.
„Ich weiß.“
„Mit all dem Liebeskummer und dem mitten in der Nacht viel zu viele Chips essen.“
„Ich weiß.“
„Und diesem Hin und Her und diesem ‚Ich liebe ihn‘ und ‚Ich liebe ihn nicht‘“.
„Ich weiß.“
„Wahrscheinlich hast du vorhin noch alte Fotos von euch beiden angeschaut?“
Für einen kurzen Moment schwieg Hyukjae. Dann gab er jedoch nach.
„Vielleicht.“
„Und trotzdem willst du dir noch weitere Dramen ansehen?“
Schnaubend lockerte Hyukjae die Umarmung ein wenig, sodass er sich wieder zumindest halbwegs gerade hinsetzen konnte, um seinen Mitbewohner anschauen zu können.
„Was soll ich denn sonst machen?“, fragte er. „Es ist mitten in der Nacht.“
Kyuhyun zuckte mit den Schultern, aber trotz des schlechten Lichts, war in seinen Augen bereits dieses gewisse Funkeln zu erkennen, das Hyukjae stets schon vorwarnte, dass gleich etwas kommen würde, was ihm ganz und gar nicht gefallen sollte. „Es gibt noch immer genug Aufgaben hier im Haushalt, die können auch nachts erledigt werden.“
Entgeistert starrte er ihn an. „Ich dachte, du wolltest, dass ich schlafe.“
„Eigentlich ja“, begann er, dieses Funkeln mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Vor allem nicht, weil er sein Grinsen mittlerweile nicht mehr ganz unterdrücken konnte. „Mich würde es aber auch nicht stören, deine Aufgaben einmal mal nicht mitmachen zu müssen.“
Ein erneutes Schnauben seitens Hyukjae. „Ich mache genug.“
„Du bringst ab und zu mal den Müll herunter und ansonsten versauerst du nur in der nächsten Ecke.“
„Gestern habe ich den Tisch abgeräumt.“
„Und das dreckige Geschirr stehen lassen, damit ich es abwaschen kann.“
„Und was willst du jetzt tun? Mich zum Abwaschen zwingen?“
Dass dieser Satz ein Fehler war, merkte er spätestens dann, als er Kyuhyuns nun schweigendes Grinsen sah.
„Nein, Kyu, so meinte ich das nicht“, begann er, doch bevor er noch reagieren konnte, war der andere bereits aufgestanden und hatte ihn am Handgelenk gepackt, um ihn erst vom Sofa herunter und dann in Richtung Küche zu zerren.
„Kyu, es ist mitten in der Nacht“, protestierte er weiter, doch er sollte keine Chance bekommen.
„Wer um diese Uhrzeit Fernsehen schauen kann, kann auch um diese Uhrzeit ein paar Teller abwaschen.“
„Aber wecken wir damit nicht Yongsun?“, fragte Hyukjae ein wenig zu hoffnungsvoll. Vor allem, weil diese Hoffnung sofort wieder zerstört werden sollte.
„Er ist seit zwei Tagen im Urlaub, aber schön, dass es dir aufgefallen ist“, erklärte Kyuhyun, während er ihm bereits Einmalhandschuhe in die Hand drückte. „Was du vielleicht auch gewusst hättest, würdest du auch mal auf das achten, was um dich herum passiert. Und jetzt schau mich nicht so an. Ich weiß, dass es dir im Moment nicht gut geht und ich kann es wirklich nachvollziehen, aber das bringt dich auch nicht weiter.“
Und mit diesen Worten warf er dem ihn noch immer nur wortlos anstarrenden Hyukjae auch schon ein Handtuch zu, das dieser gerade noch so auffangen konnte.
„Ich weiß“,
„Und langsam kann ich es auch nicht mehr hören. Ich weiß, ich habe angeboten, zu reden, aber ich hatte echt nicht gewusst, dass der Liebeskummer dir so sehr zusetzt.“ Grinsend drehte er sich zu Hyukjae um. Er meinte es nicht so, das war Hyukjae bewusst, aber er wusste schon, was er damit sagen wollte. Beleidigt nutzte er das Handtuch, das noch immer in seiner Hand war, um damit in Richtung von Kyuhyuns Gesicht zu schlagen. Gerade so wich dieser noch zurück.
„Hey! Tut mir leid, dass ich die Wahrheit sage.“
„Du hättest es nicht so direkt sagen müssen.“
„Und doch bist du endlich mal wieder am Lächeln.“
„Du bist unmöglich.“
„Ich weiß“, grinste er, während er ihm das erste saubere Glas unter die Nase hielt. „Aber du bist der, der zu mir gekommen ist, als beschwere dich nicht. Und jetzt hilf mir mal, sonst werden wir nie fertig.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast