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The Hospital

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 Slash
Alex Standall Zach Dempsey
24.10.2020
24.10.2020
1
1.617
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24.10.2020 1.617
 
Guten Abend meine Lieben.
Da meine Herbst-Depression zurück und eine verdammte Muse ist, darf ich heute eine neue Story präsentieren. Sie dient als 'Probelauf' für was Größeres bzw. Neuses. An dieser Stelle muss ich leider etwas Werbung machen. The Old Guard – empfehlenswert. Wenn euch das Nachstehende zusagt, würde ich mich über ein Review freuen. Lieben Gruß, eure Blacky.


Title The Hospital
Autor Blacky
Raiting P-12 Slash (angedeutet)
Vorbemerkung Die Story spielt zwischen der 1. & 2. Staffel.
Disclaimer / Claimer Die Figuren/Schauspieler von 13 Reasons Why gehören Netflix/sich selbst. Mit diese Geschichte erziele ich keine finanzielle Aspekte.


I've got a hundred million reasons to walk away
But baby, I just need one good one to stay



Es war ihm, als wäre er augenblicklich eingefroren. Zum Stillstand gekommen. Abrupt und ohne Vorwarnung. Hier stand er nun. Seine Autoschlüssel in seiner linken Hand und eben diese panisch zusammengeballt, sodass die Zacken des Schlüssels Abdrücke auf seiner Haut hinterließen. Erst jetzt bemerkte Zach, dass er auch den Atem angehalten hatte. Wie ein Ertrinkender rang er geradezu verzweifelt nach Sauerstoff. Was tat er hier? Warum konnte er sich nicht bewegen? Hatte die Vergangenheit ihn derart im Griff, dass er nicht mehr Herr seiner Sinne war, nur weil diese Situation einer früheren glich? Und doch,... diese Situation war nicht unähnlich traumatisierend.

„Zach?“ Sein Name gesprochen wie in ein Vakuum. Seine Augen reagierten bevor es sein Körper tat. Zögerlich drehte der Angesprochene sich zu dem Urheber des Fragenden um. Und er wurde mit dem Blick konfrontiert, welcher auch in seinen Augen zu sehen sein musste. Schock und Angst. Doch konnte Zach in den Augen des Anderen auch noch was anderes erkennen. Eine Emotion, die schwerer wog als die vorherrschenden Gefühle. Schuld. Absurderweise war es dieser Ausdruck, welcher Zach auftauen ließ. Es war sein ewiges Bedürfnis, Menschen, denen es schlechter ging als ihm, beizustehen und seine eigenen Gefühle hinten anzustellen. Wie oft hatte er das schon getan. Für seine Familie, für sein Team, für seine Freunde. Und nun für den Vater seines besten Freundes. Bill schritt näher auf ihn zu und legte ihm eine Hand auf den Rücken. Ihn Richtung Eingang des Krankenhauses führend.

Schweigend trugen ihre Füße sie den Weg entlang, welchen sie beide schon kannten. Bill erst kürzlich, Zach schon seit längerem. Als sie auf der Intensivstation ankamen, wechselte Bill einige Worte mit einer Schwester, bevor diese mit einem kurzen Nicken in Zach's Richtung die Tür zu einem Zimmer öffnete. Zach schritt als letzter in eben besagtes und für den Bruchteil einer Sekunde fühlte er sich wieder zurückversetzt. Er erwartete seinen Vater zu sehen und wurde in die grausame Gegenwart zurückgeschleudert, als er die schmale Gestalt von Alex in dem sterilen Bett liegen sah. Erneut rang Zach nach Atem. Ein eiserner Griff hatte seine Brust in seiner Gewalt und er konnte sein Herz mit aller Wucht in diesem Griff hämmern hören. Er selbst konnte es nicht sehen, doch er musste ebenso blass geworden sein, wie Carolyn, welche auf der Kante des Bettes neben ihrem Sohn aufwartete. Diese blickte kurz zu ihrem Mann auf, der ihr eine Hand auf der Schulter und eine Reisetasche neben dem Bett ablegte.

Es mussten Tage vergangen sein, ehe Zach realisierte, dass er auf einem der Stühle Platz genommen hatte. Vornübergebeugt, seine Ellenbogen auf den Knien und sein Gesicht auf gespreizten Fingern stützend, heftete sein Augenmerk auf Alex. Ein riesiger Verband, welcher wie ein absurd schief sitzender Turban auf Alex' Haupt saß. Alex selbst, ebenso weiß wie die Laken, unter denen er lag. Monotone und stetige Piep-Geräusche verschiedenster Gerätschaften und Monitoren, die wirkten, als würden sie die zierliche Gestalt foltern anstatt heilen.

Ein seltsames Kitzeln auf seinem Handrücken verriet Zach, dass einige Tränen ihren Weg über seine Wange und die Zwischenräume der Finger bis hinunter zum Handgelenk gefunden hatten. Er löste seine Haltung, in der er ewig warten würde, und wischte die salzigen Rückstände unwirsch mit dem Ärmel seines Sweaters von seinem Gesicht. Nur schemenhaft bemerkte Zach, wie Alex' Eltern seine plötzliche Bewegung beobachteten. Sein Hauptaugenmerk blieb auf Alex' geheftet. Hätte er ihn nur vorher derart im Auge behalten. Bei diesem Gedanke kam ihm wieder die Schuld in Bill's Augen in den Sinn. Eine selbst zugefügte Schussverletzung hatte Alex hierher gebracht. Eine von Bill's Waffen.

Doch es brachte ihnen nichts, sich einander Schuld zuzusprechen oder gar selbst zu geben. Auch wenn die Frage blieb, ob es nicht Schuld war, die Alex hergebracht hatte. Was hatte ihn dazu veranlasst? Hatten sie nicht alle durch Hannah gelernt, dass es keine Option war? Mit einem Mal liefen mehrere Szenarien parallel in Zach's Gedanken ab. „Wenn ich mich umbringe, stirbst du dann auch?“ „Selbstmord ist offensichtlich sehr wohl eine Option.“ „Kennst du Gloomy Sunday?“ Die Pupillen von Zach zuckten hin und her. Immer panischer werdend. Warum hatte er es nicht bemerkt? Wie viele Signale hatte es noch gegeben? Sie waren bei weitem eindeutiger als bei Hannah. Und auch dieses Mal, wurden sie nicht erkannt.

~*~

„Wie geht es dir Zach?“ begrüßte ihn Carolyn wie gewohnt mit einem freudigen Ton. „Danke, Mrs. Standall. Gut soweit. Nur...“ Er hob etwas theatralisch ein Buch in die Höhe in dessen Mitte ein Notizblock geklemmt war. „... Mathe.“ Ein Schmunzeln zierte Carolyn's Gesicht, wie schon lange nicht mehr. Es war zurückgekommen, als der Arzt verkündete, dass Alex das Schlimmste überstanden habe und nur noch aufwachen müsste. Eine Prognose, wann dies geschehen würde, blieb jedoch unbeantwortet. Seither wechselten sie sich mit der Wache an Alex* Bett ab. Jedes Mal, wenn Zach es einrichten konnte, war er hier. Und wie jedes Mal, schob er auch dieses Mal einen der Stühle bündig an das Bett von Alex, während seine Mutter ihren gewohnten Platz auf der Bettkante vorübergehend verließ. Nach einen kurzen Kuss auf Alex' Stirn und einem leidigen letzten Blick, bevor sie die Tür schloss, übergab sie ihre Schicht an Zach.

„Hey Kleiner.“ flüsterte er dem hier Liegenden sachte entgegen. Zach's Lippen zuckten leicht. Wenn er könnte, würde er alles geben, damit Alex die Augen aufschlug. Ebenso fürchtete er sich vor diesem Ereignis. Wie würde es danach nur weiter gehen? Würde sein Überleben es für Alex schlimmer machen? Würde er auch im wachen Zustand kämpfen, wie er es auch gerade im komatösen tat? Es fühlte sich  für Zach an wie die Ruhe vor dem Sturm. Und das, obwohl die Katastrophe bereits hinter ihnen lag.

Tief einatmend sortierte Zach seine Gedanken und griff, wie jedes Mal, nach Alex' Hand, welche auf seinem Bauch lag. Legte seine Hand in einem lockeren dennoch bestimmten Griff in die seinige. Diese wenigen Sekunden, in denen Zach jedes Mal hoffte, dass Alex seine Augen aufschlug... und es nicht tat. Zach dachte, dass dieses kleine Ritual irgendwann eine routinierte Gelassenheit auslösen würde. Wie falsch er doch mit dieser Annahme lag. Es brachte ihn jedes Mal zur Verzweiflung, wenn Alex weiter regungslos blieb. Doch das Leben musste weiter gehen. Nicht nur für Alex, auch für Zach. Und so schlug er sein Mathematikbuch auf und widmete sich lustlos den Hausaufgaben.

~*~

Zwischenzeitlich war es später Nachmittag und Zach hatte Mathe längst aufgegeben. Er würde des wieder einmal vor der Schule hinter sich bringen müssen. Da er seit der Sache mit Alex nicht sonderlich viel schlief, konnte er diese schlaflose Stunden auch mit Lehrstoff füllen. Es war wieder einer dieser unendliche Momente, während derer Zach's Blick auf Alex' Gesicht fixiert war. Mimik- und gedankenlos beobachtete er ihn. Flehte stumm und blendete ihre Umgebung gänzlich aus.

Er musste geträumt haben, denn... Alex blickte zurück. Zach war wie versteinert. Ein Blinzeln von Alex riss ihn aus seiner Trance. Augenblicklich beugte Zach sich zu Alex nach vorne, kam ihm so nah, wie es möglich war, ohne auf dem Bett Platz zu nehmen. Er legte einen Arm neben Alex' Kopfkissen ab und stützte sich mit dem anderen auf der Seite des Bettes ab. Erst als er die feingliedrigen Finger von Alex an seiner Wange spürte, bemerkte Zach, dass er ihre Hände voneinander gelöst hatte. „Zach?“ murmelte Alex mit brüchiger Stimme. Ein leises und kurzes doch befreiendes Lachen entkam dem Angesprochenen. Reflexartig legte er seine Hand auf die von Alex und drückte einen liebevollen Kuss in Alex' Handinnenfläche. Diese Geste löste wohl auch Alex' Trance. „Zach...“ sprach er ihn erneut mit seinem Namen und mehr Aussagekraft an.

„Oh mein Gott, Alex.“ Er strahlte über das ganze Gesicht und setzte sich nunmehr doch auf die Kante des Bettes, bündig an Alex' Taille. Ließ ihre ineinander greifende Hände auf dem Jeansstoff seiner Oberschenkel ruhen. Sie sahen einander stumm in die Augen. Zum ersten Mal fiel Zach auf, wie viel Wärme in Alex' Augen lag. Augen, welche ihn gebrochen anschauten, bevor sich ganz langsam und kaum merklich eine einzelne Träne aus dem Augenwinkel löste. Millimeter für Millimeter Alex' Wange hinunterglitt, eine schmale glitzernde Spur hinter sich ließ, bis sie schlussendlich von Zach's Daumen aufgelesen wurde. Ein stiller Versuch, auch die Sorgen von Alex wegzuwischen. Alex schloss für einen Moment die Augen, atmete tief ein und schlug unter einem seufzenden Ausatmen die Augenlider wieder auf. Eine Frage quälte sich auf Alex' Lippen. Er brachte sie nicht heraus, da er nicht wusste, wie genau die Frage lautete, noch wie er diese stellen sollte. Und er war zutiefst dankbar, als Zach ihm auf die unausgesprochene Frage genau die Antwort gab, die er hören wollte: „Dir ist eine zweite Chance geschenkt worden. Dein persönlicher Neuanfang.“

~*~


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