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Ashes und Eden - Out of Time

von Malicant
KurzgeschichteAllgemein / P16
OC (Own Character)
24.10.2020
24.10.2020
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Als das gleissende Leuchten abebbte wusste Ashes das etwas nicht stimme. Alles war anders. Es war falsch. Das weiche Tageslicht hatte sich in harte Schatten gewandelt. Die Luft schmeckte nach Eis und Asche und sogar der Boden war statt saftigem Gras zu einer kargen steinige Ebene geworden. Wie ein Schleier der sie umhüllte wurde die Realität wieder schärfer. Ihre Krieger standen wie erstarrt und ihre Banner flatterten in der leisen Brise. Seine Schwester Eden blickte ihn von ihrem Reittier aus an. Ihre blutrote Plattenrüstung war von frischen Beulen und Kratzern übersät "Was ist geschehen Bruder?" Sie sahen sich um doch erkannten nichts. Die Reste ihres einst stolzen Heeres blickten ebenso ungläubig. Pferde schnaufen erregt und scharrten mit den Hufen über den gefrorenen Boden. "Wo sind wir?" entfuhr es Ashes.

Sie hatten vor Altdorf gestanden. Die alte Stadt in den saftigen Hügeln des Reiklands war der Sitz des Herzens des Imperiums. Ihr Heer waren ein Teil von Archaons großem Kreuzug gewesen der vom Weltrandgebirge ins tief in die Lande des Imperiums gestossen war wie ein Dolch in weiches Fleisch und als dieser Middenheim belagerte hatten sie sich von seinen Truppen gelöst. Der Herr der letzten Tage hatte getobt als sie seine Streitmacht eines sechstels ihrer Stärke beraubt hatten, doch Ashes hatte von Entsatztruppen aus Altdorf unter Führung von Imperator Karl Franz persönlich erfahren und so hatten sie einen Plan geschmiedet. Mit Hilfe der Zauber ihres Bruders und ihrer Kenntnis der Lande hatte Eden geschafft was niemand für möglich gehalten hatte. Ihr Heer hatte sich bis vor die Tore ihres verhassten Feindes geschlichen um die Stadt anzugreifen und das neue Heer zu zwingen sich aufzuteilen.

Nachdem sie tief in der Nacht angekommen waren hatten sie im ersten Licht des Morgengrauens den Angriff begonnen und eine Schlacht zwischen Chaoskriegern und den Wachen der Stadt entbrannte im Licht eines wundervollen Sommermorgens. Eden saß auf ihrer gepanzerten Höllenbestie die den Boden mit ihren Hufen aus Messing aufriss und brüllend schnaufte. Gewandet in eine blutrote Plattenrüstung mit Schild und dem in grüne Flammen gehülltem Schwert war sie die wahrhafte Verkörperung des Kriegsgottes. Brüllend und johlend gab sie ihrem gewaltigen Moloch die Sporen und sprengte in Richtung des Gegners. Ihre getreuen Malak folgten ihr in die Schlacht und ihre schweren Rösser mit den glänzend roten Rüstungen zertrampelten die eilig zusammengezogenen Schwertkämpfer in der schwarz weißen Liveree der Reikwache, welche sich verzweifelt gegen den eisernen Keil stemmten. Sie brachen tief in die Formation und Eden hieb mit ihrem Schwert, Waffen und Soldaten in Stücke. Regimenter gepanzerter Chaoskrieger marschierten über die Ebene und schüttelten die Pfeilhagel der Bogenschützen ab, als sei es ein warmer Sommerregen. Ashes schleuderte Blitze in eine Formation Pikeniere und verwandelte den Bannerträger und mehrere Soldaten in qualmende Skelette. Seine Leibgarde setzte zum Sturm an und sie krachten mit glühenden Waffen in die Soldaten. Körper flogen durch die Luft und Waffen prallten klirrend an seiner Rüstung ab. Ein weiterer Blitz lud seinen Speer elektrisch auf und der getroffene Soldat verschwand in einem Funkengewitter. Ein Unteroffizier mit einem Busch auf dem Helm stürzte auf ihn zu und schwang einen Kriegshammer. Die Waffe traf krachend auf seinen Schulterpanzer und trieb ihn zurück. Er stolperte und taumelte in einen seiner Krieger. Der Unteroffizier holte brüllend aus um ihm den Garaus zu machen. Ashes hob die Hand und winzige Funken tanzten um seine Fingerspitzen, doch er wusste es war zu spät. Diesmal war ihm sein Gott nicht gewogen. Als der Hammer den höchsten Punkt erreichte durchbrach eine gezackte Klinge den Brustkorb des Soldaten. Blut lief in Strömen aus der Wunde als er heulend vor Ashes Füssen zusammenbrach. Einer der Chaoskrieger zog ihn auf die Füsse und sie drängten mordend und schlachtend vorwärts.

Die Linie wankte als Männer und Tiere in Mengen starben. Einzelne Soldaten lösten sich aus der Formation und rannten kopflos davon. Eine Abteilung schwarz gerüstete Chaoskrieger wurde von dutzenden Pfeilen zerrissen und wie groteske Statuen blieben die toten Körper zuammengesunkenauf dem Schlachtfeld. Edens Reiterei trampelte durch die Reste der Schwertkämpfer und hielt auf blau gelb gewandete Bogenschützen zu die panisch Pfeil auf Pfeil aus sich leerenden Köchern über das Schlachtfeld schicken. Als sie in die Linie schmetterten starben die leicht gepanzerten Bogenschützen in Scharen. Die Einheit zerbrach als Eden den Soldaten der die Prunkstandarte der Stadt Altdorf trug erschlug und das zerfetze Banner in den Dreck kippte wo es unter den Hufen ihres Tieres zertrampelt wurde. Brüllend hielt sie den Kopf des Standartenträgers in die Höhe. Die Moral drohte zu zerbrechen als sie den blutenden Kopf in die zurückweichende Menge warf.

Als eine Abteilung der Ritter des Pantherordens das Stadttor durchquerte wendete sich das Blatt. Die Truppen des Feindes schöpften neuen Mut und stellten sich ihnen mit neuer Kraft entgegen. Eden riss ihr Reittier herum das eisige Flammen schnaufte, deutete mit ihrem brennenden Langschwert auf den Offizier der Ritter und brüllte eine Herausforderung welche über das Schlachtfeld hallte. Der behelmte Krieger nickte und gab seinem Pferd die Sporen . Er war ein Hüne in silberner Plattenrüstung und um seine Schultern lag das traditionelle Pantherfell während der Helm vom Kopf des Tieres umschlossen wurde. Das starke Pferd war gänzlich in einen silbernen Plattenharnisch gewandet. Sie drängten sich durch die Kämpfe und begegneten einander auf einem mit Leichen übersäten Stück Feld mitten in der Schlacht. Eden hob ihr Schwert das in grüne zuckende Flammen gehüllt war und fasste den Schild fester als der andere sein Visier hochschob und zu sprechen begann "Ich bin Sire Gotgard Wordan und mein Name wird auf ewig mit dem Sieg über euch Abschaum verbunden sein. Ich werde der Lord dieser Lande sein... " Eden fletschte die Zähne unter dem Helm und ließ ihr Visier bewusst geschlossen. Diese Arroganz verdiente keine Ehrbezeugung. Die Rede des Kriegers ging noch weiter aber die Wut übermannte sie. Sie gab ihrem Tier die Sporen und jagte auf ihren Gegner zu der eilig seinen Schild hob um den unerwarteten Schlag abzuwehren. Es schepperte als ihr Eröffnungsangriff den Schild des Gegners einschlug. Um die beiden Kämpfenden herum starben Krieger beider Seiten in Mengen.

Ashes blutete aus zahlreichen Wunden und seine Leibgarde war auf ein dutzend Krieger zusammengeschrumpft. Ein Pfeil hatte seinen Oberschenkel durchschlagen, er sah auf dem linken Auge nur noch schlecht da ihm dauernd Blut hineinlief und seine linke Schulter war durch den Kriegshammer eines Leutnants zertrümmert. Das Schlachtfeld war ein Gemetzel aber der Gegner gab nicht auf. Ihr überlegenes Heer nutzte sich langsam ab. Sie mussten sich beeilen. Der Gedanke zersplitterte als eisiger Schmerz Ashes Gehirn marterte und die Schutzrunen auf seiner Rüstung begannen zu glühen. Verschwommen spürte er die astrale Präsenz von kundigen Seelen, sehr mächtigen Seelen. Er blickte sich um und sah eine Gruppe Krieger mit Zweihandschwertern welche einige Magier durch das Burgtor eskortierten. Die drei Männer waren in bunte Farben gewandet und wedelten mit ihren Zauberstäben. "Astralis" sagte er und deutete auf die Magier. Die Krieger bei ihm nickten und schwenkten in ihre Richtung um. Gleichzeitig griff er mit seinen astralen Sinnen aus und rief eine Einheit Ritter zum Angriff indem er den Befehl in ihre Köpfe pflanzte. Diese liessen von ihrem Ziel ab und donnerten auf die Gruppe in einiger Entfernung zu. Die Zauberer mussten fallen, um jeden Preis.

Ihre linke Hand war zertrümmert, der Schild eine verbeulte Masse welche noch an seinem Riemen hing. Ihren nutzlosen Helm hatte sie weggeworfen und ihre Rüstung wies einen Haufen neuer Kratzer und Beulen auf. Blut lief an einigen Stellen aus den Gelenken ihrer Plattenrüstung. Ihr Gegner sah nicht viel besser aus als sie. Sein rechter Arm war am Ellbogengelenk abgetrennt und lag zusammen mit seiner Waffe im Schlamm. Er hatte ein Kurzschwert in der Linken mit welchem er um sich schlug. Sein Helm war verbeult und seine Brustplatte war aufgeschlitzt wie zerrissenes Tuch. Er verhöhnte sie nicht länger da er seinen Atem zum Kämpfen brauchte. Er stieß das Schwert nach ihr und die Klinge bohrte sich ihn ihre Schulter unter die Panzerplatte. Eden brüllte, mehr vor Wut als vor Schmerz und riss ihren Körper nach hinten während die Ruine ihres Schildes in den blutenden Armstumpf ihres Gegners krachte. Der Ritter fiel und riss das Schwert aus Edens Schulter. Der Moloch bäumte sich auf um den Mann zu zertrampeln als ein Strahlendes Licht sie blendete. Sie riss die Hand vor Augen und sah nichts mehr.

Die Magier intonieren einen Zauber. Das Summen in seinem Kopf schwoll an und ließ Ashes fast zu Boden stürzen. Die magische Energie über dem Schlachtfeld schwoll immer weiter an und verdichtete sich über den Köpfen der Zauberer. Ranken aus Licht krochen auf den Nimbus zu und nährten ihn. Ashes wusste nicht was sie da taten nur das der Zauber sehr mächtig war. Etwas uraltes und unglaublich fragiles, das nur der reinen Verzweiflung geschuldet war. Er konzentrierte sich auf die Arkanen Formeln in seinem Kopf und seine Klinge wurde zu brennendem Eis. Er brüllte einen mentalen Befehl und alle Krieger in der Nähe stürmten auf die Magier zu. Mehrere starben an plötzlichem Hirntod als der Schrei ihre Nerven kochte. Die Schwertkämpfer wurden jetzt von allen Seiten bedrängt als sich die Chaoskrieger auf sie warfen. Sie starben schneller als man glauben mochte, dutzende gepanzerte Krieger fielen vor den Bihand Kämpfern deren Zahl rapide schwand. Diese Männer waren die Elite des Imperiums und sie hielten stand. Der Kreis zog sich enger um die Magier. Die Zeit würde nicht reichen. Der Zauber stand jetzt im letzten Stadium und die gleissende Energie ließ die Kämpfe wie groteske Schattenschnitte wirken. Ein weiterer Reiter stürzte und sein strampelndes Pferd begrub drei der Schwertkämpfer unter sich. Ashes sah die Gelegenheit und schoss eine Eisnadel auf einen der Magier ab. Der durchsichtige bläulich schimmernde Splitter traf einen Schwertkämpfer der in den Weg taumelte und warf ihn nach hinten. Er stolperte rückwärts in den Kreis der Magier und die Klinge seines Schwertes fuhr einem der Zauberer in den Rücken. Gleissendes Licht barst aus dem Getroffenen als die Verletzung seine Konzentration störte und der Zauber zerbrach. Ranken aus Energie schlugen wie Tentakel um sich und was sie trafen fiel als verkohltes Skelett zu Boden. Ashes erzeugte einen mentalen Schild um sich und die seinen zu retten. Als die Tentakel den Schild trafen waberte der wie eine Seifenblase und eine zweite Sonne erstrahlte auf dem Schlachtfeld. Ein Geräusch wie das Bersten von Kristall vermischt mit dem Kratzen einer Schiefertafel marterte seinen Geist und verbrannte sein inneres. Ashes schrie ohne Stimme als seine Welt weiß wurde und endgültig zersplitterte.


Die Welt in der sie standen hatte nichts mit der gemein in der sie sich gerade noch befunden hatten. Die saftigen Hügel und trutzigen Mauern von Altdorf waren weg. Soweit das Auge reichte hatten unzählige Obsidiansplitter von der Größe ganzer Scheunen den frostharten Boden durchbrochen. Licht brach sich in ihnen und man konnte die verzerrten Spiegelungen von Dingen in den harten Oberflächen sehen. Dinge zu denen es kein Original gab, die schwebten wie im Wasser. Die schrien und wie im Wahn gegen den Kristall schlugen. Es gab Bilder ferner Welten in den Reflexionen. Einer der Krieger trat an einen der nächsten heran und berührte die Oberfläche. Sie war samitig und sein Geist zerbrach als er in den Kristall gerann. Seine Rüstung zerfaserte lautlos zu Staub und Asche. Die Sonne war eisblau und stand mittig über einem gigantischen Turm aus schwarzem Eisen welcher weit am Horizont aufragte. Er war dünn wie eine riesige Nadel. Eden fixierte den Turm. Er übte eine unnatürliche Anziehung auf sie aus. Sie musste ihn erreichen und herausfinden was in seinem inneren lag.
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