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~ One last reunion ~

OneshotDrama, Angst / P16 / MaleSlash
Benjamin "Benji" Dunn Ethan Hunt Solomon Lane
23.10.2020
23.10.2020
1
2.955
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One last reunion

|Disclaimer: Die Filmreihe „Mission Impossible“ und ihre Charaktere gehören nicht mir. Sie gehören ihren rechtmäßigen Erfindern und ich leihe sie mir nur aus.

A/N: Also... Ich weiß nicht wie es zu dieser Story kam. Es begann mit der Idee, dass Lane sich rächen will und deshalb Ethan und Benji entführt... Und dann... Hat es sich zu diesem für meine Verhältnisse langen OS entwickelt.
SPOILER für "Mission Impossible 3", „Rogue Nation“ und „Fallout“!|

~ One last reunion ~

„Aufwachen, Ethan.“

Eine ihm nur allzu bekannte Stimme ertönte neben Ethan Hunts Ohr, aber er brauchte einen Moment, konnte sie nicht richtig zuordnen. Sein Kopf dröhnte wie verrückt und ihm war übel.

‚Gehirnerschütterung‘ schoss es ihm durch den schmerzenden Schädel, während er versuchte sich an das letzte Ereignis zu erinnern, das ihm einfiel.

Er war mit dem Auto unterwegs gewesen, um Benji nach Hause zu bringen. Der jüngere Agent hatte die ganze Nacht lang am Computer gearbeitet und Ethan hatte beschlossen, dass er sich eine Auszeit nehmen sollte. Deshalb hatte er ihn höchstpersönlich dazu gezwungen sich ins Auto zu setzen und gemeinsam hatten sie sich auf den Weg zu Benjis kleinem Apartment gemacht. Bereits während der Fahrt hatte Benji die Augen nicht offen halten können und Ethan hatte ihm einen kurzen Blick zugeworfen. Und dann...

Ein Krachen und mehrere Überschläge ihres Wagens.

Dann wurde alles schwarz.

„Ethan.“

Die leise Stimme ertönte erneut in einem seltsamen Singsang und endlich zwang Ethan sich seine Augen zu öffnen.
Langsam fügten sich die vielen verschwommen Bilder zu einem zusammen.

Einem Bild, welches ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Vor ihm saß, in einiger Entfernung, Benji, die Handgelenke an einen Stuhl gefesselt. Der Brite hatte anscheinend einiges bei ihrem Autounfall abbekommen. Blut lief seine Stirn hinab, Kratzer zierten sein Gesicht. Seine Kleidung war an einigen Stellen zerrissen. Aber da war noch etwas, das Ethan viel mehr beunruhigte. Er konnte die nackte Panik in Benjis Augen erkennen. Sein Freund schien unglaubliche Angst zu haben vor etwas... oder jemandem.
Die Augen waren auf die Person fixiert, deren Stimme Ethan aus seiner Bewusstlosigkeit gerissen hatte.

„Willkommen, Agent Hunt. Schön, dass Sie uns mit ihrer Anwesenheit beehren.“

Ethans Blick glitt zur Seite und seine Hände ballten sich bei dem Anblick augenblicklich zu Fäusten.

„Lane“, zischte er durch zusammengebissene Zähne. Wie sehr er diesen Mann hasste. Er hatte den Menschen, die ihm am meisten bedeuteten, schreckliche Dinge angetan. Und Ethan könnte es ihm nie verzeihen. Nicht zuletzt, weil er es anscheinend besonders auf Benji abgesehen hatte.

Benji. Der Mensch, der für ihn in den letzten Jahren vielleicht den wichtigsten Platz in seinem Herzen eingenommen hatte. Jeder aus seinem Team zählte für Ethan, aber seine Verbindung zu Benjamin Dunn war noch stärker. Er konnte es nicht beschreiben, aber er fühlte sich irgendwie noch immer für den jüngeren Agenten verantwortlich, obwohl dieser inzwischen viel Zeit mit den Missionen im Außendienst verbracht hatte. Manchmal sah er in ihm noch immer den unbeholfenen Techniker, der nur in einem Labor in Sicherheit war.

„Ich wusste immer, dass wir alle nochmal aufeinander treffen. Und ich habe so sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet.“

Lane stellte sich nun direkt vor ihn und lehnte sich vor, starrte ihn mit einem Blick an, der kalt wie Eis schien. Auf seine Lippen schlich sich ein überlegenes Lächeln.

„Ich hoffe doch, dass das Auto meiner Männer Ihres nicht allzu stark gerammt hat. Nicht, dass Sie nochmal ohnmächtig werden und den ganzen Spaß verpassen.“

Ethan versuchte sich von den Fesseln, die seine Hand- und Fußgelenke an einem Stuhl hielten, loszureißen, aber sie lösten sich kein Stück, schnitten nur tiefer in das Fleisch seiner Gelenke. Er musste sich irgendwie befreien, damit er Benji helfen könnte. Er wollte sich mit dem Stuhl zur Seite schmeißen, aber er bemerkte, dass dieser am Boden festgeschraubt und fest verankert war. Verflucht!

„Wer hat Sie befreit?“, versuchte Ethan stattdessen ruhig zu fragen. Er musste Zeit gewinnen, damit Luther und Brandt bemerkten, dass sie verschwunden waren und nach ihnen suchten.

„Ich habe meine Leute, Ethan. Oder dachten Sie wirklich, dass meine Festnahme die Apostel auflösen würde? Ihnen war doch wohl klar, dass mich früher oder später jemand befreien würde.“

Lane lachte kalt, als er Ethans wutentbrannte Augen erblickte.

„Ich habe es Ihnen schon einmal gesagt... Sie hätten mich töten sollen.“

Langsam richtete er sich auf und ging hinüber zu Benji, der in seinem Stuhl automatisch noch kleiner wurde. Der Agent schluckte sichtbar und zuckte zusammen als Lanes Finger die Schnittwunde an seiner Stirn berührte.

„Erinnern Sie sich an unser erstes Treffen in London?“

Ethan wusste sofort wovon Lane sprach, weshalb es ihn nicht überraschte zu sehen, wie der Mann eine Waffe nahm, die sich auf einem Tisch direkt neben Benji befand. Ein Klicken ertönte und machte Ethan klar, dass die Pistole soeben entsichert wurde. Trotzdem versuchte er die aufkommende Angst nicht zu zeigen, als Lane die Waffe an Benjis Kopf hielt.
Der blonde Agent hingegen kniff die Augen zusammen, erwartete den Schuss bereits. Natürlich war er an den bisherigen Missionen gewachsen, aber eine Waffe am Kopf, die sein Leben in nur einer Sekunde beenden könnte, war trotz allem ein beängstigender Faktor.

„Heute werden Sie Agent Benjamin Dunn sterben sehen...“

Für einen Moment schien die Welt um Ethan herum still zu stehen als Lanes Finger sich krümmte und den Abzug tätigte.

„Nein!“, entfuhr es seinem Mund. Er konnte den verzweifelten Aufschrei nicht unterdrücken. Sein Puls beschleunigte sich automatisch, Tränen schossen in seine Augen... doch sie begannen nicht zu laufen, denn Ethan bemerkte, dass der Schuss direkt an Benjis Kopf vorbeigegangen war und lediglich die Wand getroffen hatte.

„Aber noch nicht sofort“, beendete Lane seinen Satz und Benji öffnete seine Augen, blickte verzweifelt in Richtung Ethan. Dieser wollte ihm einfach sagen, dass alles gut werden würde, aber er wusste, dass er das nicht versprechen konnte. Sie konnten nur auf ihre Teamkollegen hoffen.

Langsam umrundete Lane Benjis Stuhl, wie eine Raubkatze, die um ihre Beute schlich und nur darauf wartete anzugreifen. Und Ethan beobachtete jede seiner Bewegungen, wendete die Augen nur einmal kurz ab, um seinen Freund zu mustern, der einfach stur geradeaus starrte und schwer schluckte als Lane die Hände auf seine Schultern legte und sich zu seinem Ohr hinab beugte.

„Nun, Agent Dunn, was glauben Sie... Was wird Ethan Hunt mir bieten, um Ihr Leid zu beenden?“

Lane richtete sich auf und schlenderte zu dem kleinen Tisch, auf welchem Ethan einige Spritzen und eine Pipette entdeckte, die mit verschiedenen Flüssigkeiten gefüllt waren. Misstrauisch beäugte er wie Lane sich Handschuhe anzog, die Gegenstände in die Hand nahm und prüfte, ob sie funktionierten.

„N- nichts.“

Es war das erste Wort, das Benjis Mund verließ. Seine Stimme klang heiser und leise, so als würde sie jeden Moment mehr brechen. Trotzdem hörte Ethan eine Entschlossenheit in ihr, die ihn und offenbar auch Lane verwirrte.

„Interessant. Wie kommen Sie darauf?“

Benjis Blick wanderte hinüber zu Lane, der ihn über seine Schulter, fragend ansah. Er hatte wohl nicht mit dieser Antwort gerechnet.

„Ethan ist der beste Agent, den ich kenne. Er kennt seine Aufgaben und wird jemandem wie Ihnen nichts auf der Welt bieten. Nicht einmal... für mich.“

Ethans Herz sank tiefer bei diesen Worten. Benji schien ihn noch immer als Agenten zu bewundern, wie damals, als sie sich kennengelernt hatten. Er glaubte nicht, dass jemand Ethan brechen könnte. Wie unrecht er damit doch hatte...

Obwohl Ethan Benji ansah, spürte er Lanes Blick auf sich. Der Mann hatte ihn durchschaut. Er wusste, dass Benji sich irrte. Er wusste, dass Ethan alles tun würde, damit sein Freund diesen Raum sicher verließ. Die Frage war nur, was Lane von ihm wollte.

„Nun... letztendlich ist es sowieso egal. Ethan Hunt wird mir geben, was ich will.“

„Und was ist das?“

Lane trat mit der Pipette zurück hinter Benji, bevor er Ethan ein kühles Lächeln schenkte.

„Das Leid, welches Sie erfahren, während Sie dabei zusehen, wie Benjamin hier langsam und qualvoll sein Leben verlieren wird.“

Mit diesen Worten legte er sein Handgelenk unter Benjis Kinn und drückte dessen Kopf mit Gewalt nach oben und zurück und zwang das rechte Auge mit den Fingern geöffnet zu bleiben. Dann drückte er ein paar Tropfen aus der Pipette, die ihren Weg direkt in das Auge des Agenten fanden.

Ein Schreien erklang. Ein schmerzerfülltes Schreien, das Ethan das Herz brach.
Benji wandte sich hin und her, zog an seinen Fesseln, aber er konnte sich nicht befreien. Wie wild versuchte er seinen Kopf zu schütteln, aber Lanes Griff schien unglaublich fest.

„Und Auge Nummer Zwei“, ergänzte Lane ruhig, öffnete das linke Auge und träufelte ein paar Tropfen hinein.

Das Schreien wurde noch schlimmer und Ethan versuchte wieder und wieder seine Fesseln zu lösen oder den Stuhl umzukippen. Er rüttelte so stark er konnte. Er musste Lane stoppen! Er musste Benji helfen!

„Stop! Bitte!“

Zuerst erkannte Ethan die Stimme nicht... bis er bemerkte, dass die Worte seinen eigenen Mund verließen. Er bettelte. Er bettelte und flehte. Er gab Lane genau das, was dieser wollte.

„Säure. Sie sorgt für eine sofortige, irreversible Zerstörung der Sehfähigkeit. Der erste Schritt der Sie erwartenden Tortur, Agent Dunn.“

Benji schien Lanes Worte durch sein verzweifeltes Schreien und Wimmern nicht einmal wahrzunehmen, aber Ethan hörte sie genau. Er wusste, dass Lane dieses „Spiel“ mit Sicherheit schon eine Weile geplant hatte und dass diese geplante Tortur sich nur verschlimmern würde. Dafür kannte er Solomon Lane gut genug.

„Hören Sie auf, Lane...“

Es war nicht mehr als ein Flüstern. Ethan wusste nicht wohin seine Stimme verschwand, aber als Benji sein Schreien langsam stoppte und vorsichtig seine Augen öffnete, erstickte auch der letzte Ton aus seiner Kehle.

Eine Mischung aus Rot und milchigem Weiß zeigte sich ihm; Tränen rannen unaufhörlich aus den Augen, vermischten sich mit dem Blut aus den Schnittwunden und Kratzern.

Es war nur ein kurzer Moment, bevor Benji die Augen wieder zukniff, aber dieser Anblick reichte, um Ethans Magen umzudrehen. Dieses Gefühl hatte er zuletzt verspürt als er Julia hatte sterben sehen. Mit einem gravierenden Unterschied. Damals war es nicht echt gewesen... Das hier war die Realität.

Oder etwa nicht?

Vielleicht war es alles nur ein böser Traum. Vielleicht wachte er jeden Moment auf, ging ins Büro, traf Benji... gesund und munter. Wie sehr hoffte er darauf...

Aber tief im Inneren wusste er, dass das nicht passieren würde. Benji und er waren wirklich hier... in Lanes Gefangenschaft.

„Haben Sie etwas gesagt, Ethan?“, fragte dieser in dem Moment, während er eine der Spritzen nahm und sie erneut überprüfte.

Ethan biss seine Zähne zusammen. Lane hatte ihn ganz genau verstanden. Trotzdem wiederholte er die Worte, war überrascht wie viel Kraft sich in seiner Stimme befand.

„Hören Sie auf!“

Lane schloss nur lächelnd die Augen.

„Ahh, das klingt wie Musik in meinen Ohren. Aber... Da fehlt doch etwas, nicht wahr?“

Verwirrt kniff Ethan die Augen zusammen. Was meinte Lane?

„Das Zauberwort?“, erinnerte der Mann ihn, wie ein Elternteil sein kleines Kind.

Widerwillig öffnete Ethan seinen Mund und brachte das Wort heraus, das ihre Situation vielleicht herauszögern könnte.

„Bitte.“

Auch wenn er wusste, dass es genau das war, was Lane wollte, konnte er sich nicht stoppen. Etwas in ihm hoffte, dass er Benji so helfen konnte.

„Sehen Sie, Agent Dunn, für Sie gibt Agent Hunt mir alles was ich will.“

Benjis Kopf zuckte schreckhaft zur Seite als Lane seine Schulter berührte.

„Oh... Entschuldigen Sie meine Wortwahl. Sie werden nie wieder etwas sehen.“

Das Lachen, welches darauf folgte, sendete einen kalten Schauer durch Ethans Körper. Dann wurde es durch brennende, heiße Wut ersetzt. Dieser verdammte...

„Fass‘ ihn nicht an!“

Tatsächlich entfernte Lane seine Hand für einen Moment von Benjis Schulter und schaute herüber zu Ethan. Er hob die Spritze, die er vom Tisch genommen hatte, sodass Ethan sie sehen konnte. Wieder versuchte der Agent erfolglos seinen Stuhl zu bewegen.

„Dieses Gift lähmt den Hörnerv. Also... falls Sie Benjamin noch etwas sagen wollen, dann sollten Sie es jetzt tun.“

Ethan schluckte... Was sollte er sagen?
Dass es ihm leid tat?
Dass er Benji niemals verletzt sehen wollte?
Dass er ihn retten würde?
Er wusste es nicht...

„Benji, ich...“

Er verstummte als er sah wie Benji den Kopf schüttelte.

„Du brauchst dich nicht entschuldigen, Ethan. Für nichts. All das hier ist nicht deine Schuld. Ich weiß, dass du dich für das hier hasst... dass du glaubst dafür verantwortlich zu sein. Aber wir wissen beide, dass das nicht wahr ist. Du hast immer versucht mich zu beschützen...“

„Und bist gescheitert“, unterbrach Lane ihn.

„Schnauze!“

Die Wut und die Wortwahl Benjis überraschten Lane, aber auch Ethan hatte nicht damit gerechnet.
Trotzdem konnte er ein Gefühl von Stolz über Benjis Mut nicht unterdrücken.

„Ethan... ich... ich will nur, dass du eins weißt...“

Benji zögerte und Ethan wusste nicht was der Brite ihm verschwieg.

„Ich liebe dich.“

Eine seltsame Stille fiel über den Raum. Keiner sagte etwas.

Ethan starrte Benji einfach nur an, dessen Blick ziellos im Raum umherwanderte.
Hatte er die Worte richtig verstanden?
Liebe... Benji hatte gesagt, dass er ihn liebte.
Der Mensch, der sein Leben in den letzten Jahren so sehr bereichert hatte, der ihn zum Lachen gebracht hatte... und manchmal auch zur Weißglut, hatte ihm soeben seine Gefühle gestanden.
Und es gab nur eines was Ethan darauf erwidern konnte.

„Und ich liebe dich.“

Benjis Augen schienen sich zu weiten, wieder konnte Ethan das volle Ausmaß der Verätzung sehen und der Kloß in seinem Hals vergrößerte sich. Heiße Tränen begannen sich den Weg aus seinen Augen zu bahnen.
Wie hatten sie nur hier enden können? Wie hatte er Benji nur in diese Situation bringen können? Auch wenn sein Freund nicht wollte, dass er sich die Schuld gab...

Lanes Stimme riss ihn aus seinen schmerzenden Gedanken.

„Wie... rührend. Wirklich. Wenigstens haben Sie beide die Wahrheit einmal gehört.“

Und noch bevor Ethan etwas sagen konnte, stach Lane die Spritze in die Hinterseite Benjis rechten Ohres.

Ein weiterer schmerzerfüllter Schrei, gefolgt von Ethans „Nein!“ ertönte, aber es war zu spät.
Tränen flossen sein Gesicht hinab und er schüttelte den Kopf.

Es war genug. Es reichte!

Ethan brachte all seine Kraft auf und endlich! Die Verankerung im Boden löste sich bei diesem Versuch und Ethan fiel mitsamt des Stuhls zur Seite. Dieser brach unter der Wucht und dem Gewicht und endlich war Ethan frei. Er ignorierte den Schmerz, den der Autounfall bei ihm hinterlassen hatte und stürzte auf Benji und Lane zu.

Lane reagierte so schnell er konnte. Als Ethan ihn angriff, packte er den Agenten und sie fielen gemeinsam auf den kalten Beton. Gekonnt duckte er sich unter den Schlägen Hunts weg, schaffte es schließlich die Überhand zu gewinnen.

Ethan fluchte. Die scheinbar gebrochenen Rippen machten diesen Kampf nicht einfach und auch die Gehirnerschütterung machte ihm mehr zu schaffen als gedacht. Er bemerkte im letzten Moment wie Lane versuchte die Spritze in seinen Hals zu rammen und er ergriff das Handgelenk seines Gegners, stoppte die Attacke auf diese Weise, gerade bevor die Nadel seinen Hals berührte.

Mit aller Kraft versuchten beide Männer die Spritze zu kontrollieren und Ethan spürte wie sie immer näher kam. Lange würde seine Kraft nicht mehr reichen.

Er hörte Benjis Stimme, die immer wieder verwirrt seinen Namen rief.

„Ethan? Ethan, was ist los?! Ethan!“

Er musste das hier überleben. Er musste Benji retten!

Aber seine Hand wurde immer schwächer. Lange könnte er Lanes Kraft nicht mehr stand halten.

Und in diesem Moment wurde es ihm klar. Seine größte Angst würde wahr werden...

Benji würde sterben. Er würde sterben. Er würde diese Mission nicht schaffen können.
Seine Mission, den Menschen, den er liebte zu beschützen, würde hier und heute mit einer Niederlage enden.

Ein Schuss ertönte.

Der Druck der anderen Hand ließ nach und irritiert sah Ethan dabei zu wie Lanes Körper leblos zur Seite fiel.

Vorsichtig richtete der Agent sich auf, schaute zu der Tür, die er zuvor nicht einmal bemerkt hatte.
Dort standen Luther und Brandt, eine Waffe in der Hand des letzteren, die nun gesenkt wurde. Beide stürzten in den Raum, rannten zu Benji, der noch immer orientierungslos und verängstigt seinen Kopf hin- und herbewegte.

Ethans Blick wanderte zu Lane. Blut floss aus einem Loch in der Seite seines Schädels, sammelte sich auf dem Boden. Mit einer ausdruckslosen Miene schien der Mann, den er so hasste, noch immer genau in Ethans Seele zu schauen.

Es war vorbei. Lane... war tot. Brandt hatte die Tat vollbracht, zu der Ethan aus irgendeinem Grund bisher nicht fähig gewesen war.

Wie in Trance nahm Ethan wahr, dass Luther ihm beim Aufstehen half und er nickte ihm dankbar zu, bevor er sich zu Benji drehte, dessen Fesseln gerade von Brandt gelöst wurden.
Bei jeder Berührung zuckte der Brite zusammen und als er schließlich versuchte aufzustehen und Brandt ihm helfen wollte, indem er eine Hand unter seinen Arm legte, zog er diesen sofort panisch zurück.

„I- Ich bin es, Benji“, erklärte Brandt zaghaft und der Atem des anderen beruhigte sich langsam und er akzeptierte die Hilfe des Freundes.

„Benji...“

Der Kopf des Blonden fuhr zu Ethan herum, der ihn in diesem Moment vorsichtig ansprach.

„Ethan“, hauchte er und streckte eine Hand nach ihm aus. Die Vorsicht in seiner Stimme und Unsicherheit war unerträglich.

Sanft nahm Ethan Benjis Hand in seine... und zog ihn dann in eine Umarmung, hielt ihn einfach fest.

Das Zittern der Schultern und das Schluchzen Benjis brachten ihn dazu ihn nur noch stärker an sich zu drücken. Nie wieder würde er ihn loslassen. Er würde Benji für immer festhalten.

„Es ist vorbei, Benji. Er ist tot“, flüsterte Ethan ihm ins Ohr, während er sanft über Benjis Kopf strich.

Natürlich wusste er, dass es noch nicht ganz vorbei war. Er wusste, dass sie alle mit den Folgen kämpfen würden, die dieses Ereignis nach sich zog.
Aber Lane würde sie nie wieder verletzen können.
Und das war das, was momentan zählte.
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