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(Un)geplant in grauenvolle Abgründe

OneshotHumor / P16 Slash
L Light Yagami Ryuk
23.10.2020
23.10.2020
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Falls dieser OS jemanden bekannt vorkommen sollte, dann habt ihr Recht. Ich hatte ihn schon einmal auf meinem alten Account hochgeladen :)

(Un)geplant in grauenvolle Abgründe


„Ryuk, warum nochmal soll ich allein mit Ryuzaki sein?“, fragte ich genervt, als ich auf dem Weg zu Ls Zimmer war.
„Hm, keine Ahnung, damit du ihn etwas bedrängen kannst?“, grinste er leicht verstörend und kicherte dann noch grauenhaft dazu.
„Natürlich nur um heraus zu finden, wie viel er wirklich über Kira weiß, nicht wahr?“
„Wenn du das sagst, Light.“
„So war doch der Plan.“
„Wenn du das sagst, Light.“
„Natürlich.“
„Wenn du das...“
„Hör auf damit!“, unterbrach ich Ryuk zischend, „Ich sage, so ist der Plan und nichts anderes.“
„Wenn...“
„Willst du mir irgendetwas unterstellen?!“
„Was sollte ich dir denn unterstellen, Light?“
„Das ich zu Ryuzaki gehe, wegen etwas anderem.“
„Was denn anderes?“
„Nichts anderes, nur um heraus zu finden, wie viel er weiß.“
„Wenn du das sagst, Light.“, kicherte Ryuk leise vor sich hin, manchmal konnte mich der Shinigami beinahe in den Wahnsinn treiben.
Ich erwiderte nichts darauf. Es brachte ja sowieso nichts.
Ryuk wollte mich damit nur dafür bestrafen, dass er von mir in letzter Zeit kaum Äpfel bekommen hatte. Aber es war nicht meine Schuld. L ließ das ganze Gebäude überwachen, da war ein schwebender Apfel, der von Jemand oder Etwas Unsichtbarem gegessen wurde, schon sehr auffällig. Und zu Recht verdächtig. So etwas konnte ich mir nicht leisten. Ryuzaki vertraute mir immer noch nicht und seinen richtigen Namen kannte ich auch noch nicht, sodass ich ihn leider nicht einfach aus dem Weg räumen und töten konnte.
Es könnte alles so schön sein, L war Tod und ich könnte ganz in Ruhe an meiner neuen Weltordnung arbeiten…
Leider lebte dieser Idiot immer noch.
Und solange Ryuzaki noch lebte, musste Ryuk auf Diät bleiben.


Als ich vor Ls’ Tür stand, zögerte ich einen kurzen Moment. Ich hatte wirklich keine Lust hinein zu gehen. Ich war froh, dass ich ihn heute kaum gesehen hatte, seine widerwärtige Visage, seine jämmerliche Haltung, seine ganze verabscheuungswürdige Art.
Ich seufzte einmal ziemlich genervt und versuchte mich aufzuheitern, indem ich mir den Moment vorstellte, in dem ich seinen Namen in mein Death Note schreiben würde. Und wenn ich den Namen eingetragen hatte, dann würde ich voller Freude darauf warten, dass die Sekunden vergehen und er vor meinen Augen sterben würde. Jede einzelne Sekunde würde ich auskosten, mit dem Wissen, das es seine letzten sein würden.
„Sag mal, Light“, störte Ryuk meine wundervollen Gedanken, „Warum lächelst du denn so?“
„Nur so, und weil Ryuzaki bald sterben wird.“
„Wenn du das sagst, Light“, lachte Ryuk schon wieder so scheußlich und bevor er mir wieder irgendwas unterstellen konnte, klopfte ich an die Tür und trat ein.

„Light?“, fragte L, ohne von seinen Akten aufzusehen, „Du kommst genau im richtigen Moment.
„Ach ja?“, fragte ich ein wenig desinteressiert und verkniff es mir mit den Augen zu rollen, da Ryuk fröhlich kicherte, „Was gibt es denn? Eine neue Spur?“
„Vielleicht“, überlegte Ryuzaki und steckte sich ein Stück Biskuit in den Mund. Selbst seine Art zu essen und zu kauen war ekelerregend, „Du solltest dir hier mal etwas ansehen und mir dann sagen, was du denkst.“
„Sicherlich, Ryuzaki“, sagte ich schulterzuckend, „Wenn du denkst, da könnte etwas sein, dann werde ich es mir ansehen.“
Ich setzte mich auf den Stuhl neben ihm und er schob mir ein paar Akten zu. Unter anderem auch die Akte über Misas‘ Freundin, die die Bänder von Kira Nummer Zwei an den Fernsehsender geschickt hatte. Sie lag ziemlich mittig zwischen den anderen Akten, doch sie war mir sofort ins Auge gesprungen. Innerlich brodelte es schon wieder in mir, doch äußerlich ließ ich mir nichts anmerken. Warum hatte er jetzt wieder so eine alte Akte herausgeholt, und warum gerade diese Akte?
So, als hätte ich nichts gemerkt, nahm ich mir die oberste und schlug sie auf.
„Dann will ich mal sehen, ob mir dazu etwas einfällt.“
In aller Ruhe blätterte ich mich durch die darin enthaltenen Unterlagen, während L sich immer dichter zu mir herüber lehnte und anfing mich an zu starren.
„Entschuldige, Light.“, sagte er dann direkt an meinem Ohr und griff mit seiner blassen Hand direkt durch mein Blickfeld, „Aber diese Akte, liegt fälschlicherweise dazwischen.“
Im Augenwinkel sah ich, dass er die Akte über Misas‘ Freundin herauszog und dann auffallend unauffällig, direkt an meinem Gesicht vorbei, von dem Stapel entfernte.
„Das wäre mir sicherlich beim durchsehen nicht entgangen.“
„Das hoffe ich doch, nicht, dass du noch falsche Schlüsse ziehst, Light Yagami.“
So ein…! Er hatte sie niemals aus Versehen dazwischen gelegt! Es war alles genau geplant. Er wollte, dass ich die Akte sah, er wollte, dass ich wusste, das er mich und Misa immer noch für Kira und Kira Nummer Zwei hielt! Konnte er sich nicht einfach an dem Papier der Akte schneiden und jämmerlich verbluten?
Ich drehte mich zu ihm und sah ihm direkt in seine scheußlichen Augen.
Ich war hier hergekommen, um ihn irgendwie unauffällig auszuhorchen und nun drehte L den Spieß einfach um.
So hatte ich das nicht erwartet. Ganz und gar nicht. Und so war auch nicht mein Plan gewesen, niemals! Doch eigentlich überraschte mich Ls’ hinterhältige Art nicht mehr. Lediglich, dass er mich damit immer wieder kurz aus dem Konzept bringen konnte, schürte meinen Hass noch weiter auf ihn.
Das würde ich ihm heimzahlen! Es musste irgendetwas geben, das ich tun konnte, dass ihn einmal vollkommen durcheinanderbrachte… vielleicht war das die perfekte Gelegenheit. Vielleicht würde dieser Moment Ryuzaki genug ablenken, sodass er etwas preisgeben würde… wenn ich ihn...

...und so starrten wir uns weiter an, unsere Gesichter nur Millimeter voneinander entfernt. Niemand würde uns unterbrechen. Ich könnte ihn auch einfach töten und keiner würde L in diesem Moment retten.
Aber sein Tod würde auf mich zurück zuführen sein und das war genau das, was ich nicht wollte. Was ich mir nicht leisten konnte.
Blieb mir dann eine andere Wahl, als das weiter zu führen, was Ryuzaki begonnen hatte? Konnte ich ihn mit diesem Akt endlich dranbekommen?
Sollte ich so tief sinken? War diese Grausamkeit, die L mir antat, das Wert? Ich war der Gott einer neuen Welt, die Welt sollte vor mir niederknien und nicht von mir solche Gräueltaten verlangen!
Und doch tat ich es.
Ich überwand dieses ungute Gefühl des Ekels, das sich kribbelnd in meinem Bauch ausbreitete und überbrückte den letzten kleinen Abstand.

Ich drückte meine Lippen auf seine, lieblos, ohne jegliche Emotion.
Ich hatte nie verstanden, was die Menschen am Küssen so schön fanden. Ich fühlte nichts dabei. Es widerte mich an.
Das Kribbeln in meinem Bauch verstärkte sich, zog in meinen Magen und schien mir langsam die Speiseröhre hinauf zu steigen.
Ich würde mich gleich übergeben müssen, soviel war sicher.
Doch bevor ich mich wirklich Erbrechen musste, zog L seinen Kopf zurück und unterbrach den Kuss.
Auch er schien blasser als sonst zu sein, so als würde er ebenfalls mit der Übelkeit kämpfen.
„Light? Was soll das?“, fragte er, wirkte ehrlich verwirrt und tippte sich mit dem Zeigefinger immer wieder an die Unterlippe.
„Das war ein Test“, sagte ich so gefasst wie immer, und zwang mich zu einem kleinen unschuldigen Lächeln.
„Ein Test?“
„Ein Test.“
“Wenn du das sagst, Light”, kicherte Ryuk hinter uns, den ich einfach in diesem Moment versuchte zu ignorieren.
„Und was für ein Test sollte das sein?“
„Sag du es mir, Ryuzaki“, forderte ich ihn heraus, „Du denkst doch immer, dass du schlauer bist als ich.“
„Nicht schlauer als du, Light Yagami, aber schlauer als Kira.“
„Versuche es trotzdem.“
Ich ließ mir nicht anmerken, dass ich die unterschwellige Botschaft verstanden hatte, dass er mir gerade unterstellt hatte, Kira zu sein.
„Hm“, überlegte er, tippte sich weiter auf der Lippe herum und nahm sich dann ein kleines Schokoladen Törtchen, „Wenn ich mich darauf einlasse, dann denkst du, das ich denke, dass du Kira bist.“
„Sehr richtig“, nickte ich und wünschte mir in diesem Moment so sehr die Augen der Shinigami, mit denen ich Ls richtigen Namen sehen und ihn augenblicklich töten könnte.
„Nun, Light“, sah Ryuzaki mich nachdenklich an, „Warum sollte ich dich küssen wollen, wenn ich davon überzeugt wäre, dass du Kira bist?“
„Damit du Kira näherkommst. Du bist besessen von Kira und würdest beinahe alles tun, um an Kira heran zu kommen.“
„Falsch.“
„Falsch?“
„Sehr richtig, Light Yagami, ich würde nicht nur beinahe alles tun, ich würde sogar alles tun.“


Auch mich küssen.
Er war also immer noch überzeugt, dass ich Kira war.
Er hatte den Kuss unterbrochen, damit ich dachte, dass er denkt, dass ich nicht Kira bin und Fehler mache.
Also war er sich immer noch sicher, was mich und Kira betraf, vielleicht jetzt sogar noch mehr, als vorher.

„Ich auch.“
„Dann lass uns zusammen alles tun, um Kira zu überführen, Light Yagami."
"Das werden wir, Ryuzaki."
Und schon wieder starrten wir uns in die Augen und schon wieder schienen wir viel zu nahe zu sein. Doch das bildete ich mir wahrscheinlich nur ein, da sich diese kribbelige Übelkeit wieder begann durch meine Organe zu fressen.
Unser Blickduell und die entstandene Stille, wurden nur durch Ryuks’ belustigtes Lachen durchbrochen, dass nur ich allein hören konnte.
~~~~~~~~~~~~



Light: Bist du irgendwie schwer Geistesgestört?! Ich würde niemals, hörst du, niemals! L küssen und dann auch noch so halbgezwungenermaßen freiwillig!
Stella: Wenn du das sagst, Light...
*Ryuk kichert verstörend*


Es kann als Slash gesehen werden oder auch nicht. Ob es nun wirklich der Ekel war, der kribbelnd durch seinen Körper kroch oder ob dieses Gefühl einen ganz anderen Grund hatte, dass weiß wohl nur Light selber ^^
 
 
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