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To the top (of your heart)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kozume Kenma Nishinoya Yuu Oikawa Tooru Sawamura Daichi Sugawara Koushi Ushijima Wakatoshi
23.10.2020
24.12.2020
67
150.338
35
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Dieses Kapitel
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30.10.2020 1.500
 
Zufriedenstellend lachte ich, als mich plötzlich eine dunkle mehr oder weniger bekannte Stimme, aus den Gedanken riss: „Du bist aber weit von Zuhause weg.“

Erschrocken drehte ich mich um und erkannte einen Kuroo, welcher mit krummen Rücken auf mich zugewatschelt kam. Hände tief in seinen Hosentaschen vergraben, ließ ich ihn zu mir aufschließen und ging mit ihm gemeinsam weiter.

„Ich hab‘ beim Imbiss gegessen. Wo hast du Kenma gelassen?“, ich schaute zu dem Riesen hinauf und legte meinen Kopf fragend zur Seite, was Kuroo kurz belächeln musste, bevor er mir antwortete.

„Die Katze hatte heute früher Schluss und ist ohne mich nach Hause. Manchmal ist er doch ein kleiner Egoist, aber ich nehm’s ihm nicht übel“, grinste der dunkelhaarige Junge zu mir hinab und fuhr sich kurz durch seine Haare hindurch. Tetsuro war schon ein schicker Kerl. Oh Gott, habe ich gerade schick gesagt? Sagen sowas nicht nur alte Leute? Dennoch, er sah gut aus. Sicherlich hatte er selbst eine Freundin. Dann stellte sich mir jedoch die Frage, wieso er immer so offen scherzte. So, wie bei unserem ersten Treffen.

„Läufst du den ganzen Weg nach Hause?“, ich war erneut in Gedanken versunken, als Kuroo mich anschaute und auf eine Antwort wartete. Ich zuckte kurz mit meinen Schultern, nickte dann jedoch als Zustimmung.

„Ja, der Bus lohnt sich nicht sonderlich. Er würde mir maximal zehn Minuten schenken“, schätzte ich grob ab, holte mein Telefon hervor und teilte meinem Bruder mit, dass ich nun auf dem Weg nach Hause war. Er konnte mich also in etwa 40 Minuten erwarten. So lange würde es dauern, um durch die Haustür zu treten. Vielleicht hätte ich mir einen anderen Platz für Yuu und mich aussuchen sollen zum quatschen.

„Der Kerl da vorhin – der Zwerg. Ist er das Testsubjekt?“, dass Kuroo Worte, wie Testusbjekt überhaupt kannte, machte mich kurz etwas stutzig. Er schien nicht der Typ zu sein, welcher sonderlich viel nachdachte, aber vielleicht irrte ich mich ja auch und er schrieb lauter Einsen.

„Ja, er hat zugestimmt. Wir kennen uns schon eine ganze Zeit, deshalb hoffe ich dass der Plan extra erfolgreich wird“, grinste ich und rieb mir hoffnungsvoll die Hände. Kuroo stimmte leise mit ein und rückte seine Schultasche zurecht.

Eine Zeit lang tat sich zwischen uns eine Stille auf, bis ich meine neugierige Nase doch noch in sein Privatleben stecken musste: „Und du? Auf dem Weg zur Freundin?“

Er wollte lachen, konnte jedoch nur ein Grinsen ziehen und schüttelte kurzerhand den Kopf, was mich fragend dreinblicken ließ: „Der Posten ist zu besetzen. Ansonsten hätte ich dich nicht angegraben bei unserem ersten Treffen.“

Es war beinahe eine Überraschung, wie so jemand wie Kuroo, so ehrlich war. Er schien ein beliebter Kerl zu sein. Immerhin schaute er gut aus, er war groß, spielte einen Sport, hatte eine anziehende Stimme und alles in allem besaß er einfach das perfekte Gesamtpaket. Ich wollte nicht lügen,  einenderen, ersten Treffen hatte er mich etwas aus der Bahn geworfen, auch wenn ich abweisend reagierte, aber er schien einfach viel zu bieten zu haben.

„Tut mir leid. Nimm’s bitte nicht persönlich. Aber für mich sind Freunde von Kenma tabu und andersrum ist es das selbe. Das war schon immer so“, so, wie Kuroo mich anschaute, schien er nicht zu verstehen, weshalb ich es genauer erklärte, „stellt dir vor, wir wären zusammen und es würde nicht funktionieren. Das kann zu einer Menge Streit führen. Ich will einfach nicht, dass Kenma sich zwischen dir oder mir entscheiden müsste. Und er sieht das ebenso.“

Kuroo grinste und verringerte etwas den groß gehaltenen Abstand zwischen uns: „Das ist schade. Du scheinst eine ziemlich süße zu sein.“

Auch ich verringerte nun unsere Distanz zueinander und pikste dem Kerl mit meinem Ellbogen leicht in die Seite: „Du kennst mich doch gar nicht. Vielleicht bin ich vollkommen irre. Oder strohdumm. Es sei denn, dass sind deine Einstellungskriterien, dann bin ich still.“

Ein gemeinsames Gelächter trat los. Es freute mich, dass ich, wenn auch aus Zufall, die Chance hatte Kuroo besser kennenzulernen. Er schien wirklich nett zu sein und so konnte ich auch sicherstellen, dass wir folglich und in kommenden Treffen gut miteinander auskommen würden.

„Du bist vielleicht etwas naiv, aber neben deinen nach Vanille duftenden Haaren auch unglaublich schöne Augen. Das ist wohl mein einziges Einstellungskriterium“, flüsterte Kuroo fast und ich musste leicht grinsen. Vielleicht war ich sogar verlegen. Denn solche Komplimente bekam ich nicht häufig. Von wem auch? Alle Jungs um mich herum hatten nur Volleyball im Kopf. Dass es bei Kuroo nicht so war verwundete mich schon.

„Vielleicht hätte ich tatsächlich dich nehmen sollen, anstatt Nishinoya. Du bist ja echt ein Schameur. Obwohl ich glaube, dass du die Prüfung meines Bruders dennoch nicht bestanden hättest. Du hast ein fieses Grinsen – das Grinsen eines Weiberhelden mit diesen sexy spitzen Eckzähnen“, lächelte ich und versteckte mein warmes Gesicht, denn Kuroos Eckzähne gefielen mir tatsächlich.

Er antwortete allerdings nicht. Kuroo blieb ruhig, erwiderte mein Gesagtes mit einem Lachen und wir gingen schweigend nebeneinander her. Hier und da streiften sich unsere Schultern, aber das war okay. So lange, bis ich die Stille brach: „Wo musst du eigentlich abbiegen? Wie gehen schon eine ziemlich lange Zeit gemeinsam nebeneinander her.“

Kuroo schaute auf und stoppte einige Schritte, nachdem ich ihn gefragt hatte: „Hier.“
Ich schaute mich um und mein Mund öffnete sich ein wenig, als ich meinen eigenen Vorgarten mitsamt Haus erblickte: „Du hast mich nach Hause gebracht…“

Kuroo hatte mich so in das Gespräch gezogen, dass ich kaum bemerkt hatte, wie er mich den ganzen Weg nach Hause begleitet hatte. Ob er es für Kenma getan hatte, weil er es ebenso getan hatte? Ob er es für sich getan hatte, weil er ein wenig mit mir flirten wollte? Oder ob er es für mich tat, weil er mich nicht alleine in der Dunkelheit nach Hause wollte gehen lassen? Ich schmunzelte.

„Danke dir. Das war sehr nett“, lächelte ich und öffnete mein Gartentor. Bevor ich jedoch einfach so davon spazierte, öffnete ich ihm meine Arme und grinste breit.

„Du wolltest doch unbedingt eine, oder nicht?“, Kuroo schien überrascht, er beugte sich dennoch zu mir hinab und schlang seine starken Arme um meinen zierlichen Körper. Er war ziemlich breit gebaut aber genauso groß, was ihm eine gute Figur verpasste. Tetsuro drückte mich nur sanft an sich, seine Arme verweilten um meine Taille herum – sie hüllten mich komplett ein. Ich konnte ihn gerade so umgreifen, drückte meinen Körper jedoch ordentlich an seinen. Er duftete so gut. Herb, aber dennoch frisch. Er war einer dieser Kerle, die wenn man an ihnen vorbei ging, ihr Geruch einen direkt in den Bann zog. Egal, ob es ihr körpereigener Duft oder der ihres gut ausgewählten Deos war.

Ich wusste nicht, wieso wir uns so lange umarmten, aber wir taten es. Lange und innig und ich weiß nicht wieso, aber ich hätte gerne noch länger da gestanden.

„Ich hoffe, dein Weg nach Hause ist nicht weit“, Kuroo kratzte sich im Nacken, wie er das sagte. Er würde mir wohl nicht sagen, wie lange er brauchte. Aber das war okay.

„Dass soll jetzt nicht komisch klingen, aber du hast meine Mailadresse. Sag‘ mir kurz Bescheid, wenn du angekommen bist. Kenma tut das auch immer. Ich will nicht, dass dir etwas passiert. Besonders nachdem du so nett warst.“

Kuroo schluckte tief. Noch tiefer, als ich es tat, aber ich machte mir nunmal Sorgen. Auf der Straße lauerten immer Gefahren, egal ob man nun ein Typ war oder eine Frau. Deshalb wollte ich es wissen – sie waren doch meine Freunde. Auch er.

„Süß, da macht sich die Fremde sorgen und wird rot im Gesicht“, ich schubste ihn etwas besiegte und ging folglich durch mein Gartentor.

„Gute Nacht, Kuroo“, grinste ich und hörte noch, wie er mir eine gute Nacht zurück wünschte. Ich schaute noch einmal über meine Schulter zurück, bevor ich mein Haus betrat und die Tür hinter mir ins Schloss zog.

Schuhe abgestellt und Jacke ausgezogen, erschrak es mich kurz, wie Daichi dort am Tisch saß und mich anstarrte, als hätte ich ein Verbrechen begangen: „Ist der Typ da dein Freund?“

Wie ungehobelt von ihm einfach so in mein Privatleben zu fallen, ich schüttelte dennoch den Kopf und schenkte meinem Bruder eine Erklärung: „Er ist ein Freund von Kenma. Wir kennen uns noch nicht lange.“

Die Umarmung zeugte sicherlich von etwas anderem, aber Daichi nahm es an. Jedoch ließ er sich eine Frage nach Yuu nicht entgehen. Ich setzte mich aber nicht, stand weiter im Flur und versuchte ihm aufzutischen, dass ich mich nach all der Fehlzeit von Nishinoya nun einfach h mit ihm unterhalten wollte. Mein Bruder nahm es an, wenn auch widerwillig, denn er kannte seine Schwester gut genug, aber schlussendlich ließ er mich passieren und ich landete in meinem Zimmer. Der Tag war ein voller Erfolg. Ich hatte Phase 2 meines Planes erreicht und mit Kuroo verstand ich mich auch. Das würde Kenma freuen, da war ich mir sicher. Und ab morgen würde es richtig losgehen – das Schauspiel auf der Bühne sollte beginnen.
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