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To the top (of your heart)

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kozume Kenma Nishinoya Yuu Oikawa Tooru Sawamura Daichi Sugawara Koushi Ushijima Wakatoshi
23.10.2020
24.12.2020
67
150.338
42
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
04.12.2020 4.457
 
TRIGGER WARNING:
Sexual Content! (Seid gnädig mit mir, ich habe mir Mühe gegeben :c )
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Das Spiel gegen die Fukorodani ging los. Und holla die Waldfee, eine Überraschung und die nächste folgte zugleich. Es war nicht neu, dass unser Aufsteiger gut war und die meisten Gegner sprachlos und überfordert zurück ließ. Aber die Wege, die gefunden wurden, um dagegen zu agieren, das war etwas ganz neues. Und auch zu sehen, wie sich die Gegner verhielten, wie sie spielten, was ihre Geheimtechniken waren – es machte einen riesigen Spaß zuzusehen.

Die Karasuno schlug sich gut. Sie hatten Spaß, aber der Wille zu Siegen überlag. Leider war es jedoch schnell klar, dass der erste Satz verloren sei. Zeitweise ereilte mich das Gefühl, die Jungs schienen etwas überfordert, mit allem hier. Die Umgebung, die Gegner, die Bälle, die nicht nur von ihnen geschlagen wurden. Vielleicht verloren sie deshalb das ganze erste Spiel. Vielleicht verloren sie aber auch, weil die Fukorodani nicht zu unterschätzen war.

Es hieß also tauchen. Das erste Spiel und direkt durch die Mitte zur Bestrafung hin. Nach und nach robbten sie sich über den Boden und es mit anzusehen tat mir leid. Es war anstrengend, aber da mussten sie wohl durch – schlussendlich war es die einzige Regel und wenn es sie störte, ihr folge zu leisten, dann war gewinnen wohl der einzige Ausweg.

Spiel zwei, Spiel drei und auch Spiel vier gegen die Shinzen Oberschule. Sie alle waren verloren. Am heutigen Tag holte die Karasuno noch einen einzigen Sieg über eine der Oberschulen. Und genauso oft hieß es für sie, auf Tauchstation. Ich konnte es mir bald gar nicht mehr ansehen, wie ihnen der Schweiß über die Körper lief und sie geschafft schnaufend über den Boden robbten. Aber sie hatten sich angestrengt, sich Mühe gegeben und nun wartete die Mensa auf sie. Und auch auf mich.

Mein Lieblingsessen erwartete mich – Reis und Gyoza. Aber viel anzufangen war mit mir nicht mehr. Ich war kaputt, das mitfiebern mit den Jungs raffte auch mich dahin. Deshalb war es für mich beinahe unerklärlich, dass vor allem Shōyō und Kageyama noch immer so außer Rand und Band waren. Manchmal wagte ich zu bezweifeln, dass die beiden Cyborgs aus anderen Galaxien waren.

Ich verabschiedete mich als erstes aus der Runde des Essens – die Dusche schrie nach mir. Und erst, als ich meine schwitzigen Klamotten von meinem geschafften Körper streifte und mich unter das heiße fließende Wasser stellte, bemerkte ich, wie laut sie geschrieen hatte. Das dampfende Wasser bildete Rinnsale auf meiner Haut. Sie liefen über meinen Kopf, bis zu Schulter, Brust und über meinen Po und Beine auf den Boden hinab. Ein unglaublich entspannendes Gefühl. Manchmal tropften sogar kleine Wassertropfen von meiner Nasenspitze herunter – es kitzelte.

Ich seufzte. Man, der Streit mit Tōru saß mir noch immer in den Knochen. Nichts hatte mir bisher so weh getan. Nicht der Streit mit Noya. Nicht die Auseinandersetzungen mit Sugawara. Ja, nicht einmal die Streits mit Daichi oder Kindheitsstreiterein mit Kenma. Nie war ich so geschafft, hatte mich so sehr für meine Entscheidungen verachtet, wie seit diesem Tag.

Immer, wenn ich unter der Dusche stand, liefen meine Finger die Wege nach, die Oikawa gegangen war. Manchmal glaubte ich, dass sich diese Stellen taub anfühlten. Als könnte ich dort gar nichts mehr fühlen. Als würde ich dort nie wieder Berührungen oder Küsse spüren können. Das ganze Thema frass mich mehr auf, als ich zugeben wollte, aber ich wusste auch nicht wirklich, wie ich diese Gedanken teilen sollte. Ob ich sie teilen sollte – jetzt schon.

Aber vielleicht war es ja endlich an der Zeit. Eventuell konnte Kenma mir einen Tipp geben. Oder er würde mich die ganze Nacht kuscheln und so lange nicht loslassen, bis es mir besser ginge. Das wäre auch etwas, was ich jetzt wohl bräuchte – unbedingt. Dann könnte ich mich wohl auch wieder lebendiger fühlen.

Ich stellte das Wasser aus, rubbelte meine Haare und meinen Körper so trocken, wie es mir möglich war und steckte meinen Torso in ein weißes weites Shirt. Als Hose trug ich nur eine Pantie und darüber eine weitere Boxer meines Bruders. Die waren immer so weich und bequem. Passten mir, wie kurze Hosen. Und leider Gottes, warf ich mir auch wieder Tōrus Jacke über. Hoffentlich würde Kenma mir helfen, sie endlich los zu werden.

Bevor ich zu dem Raum von Nekoma tigerte, brachte ich noch meinen Kram weg – alte Klamotten, meine Waschtasche. Erst dann schlich ich durch die Gänge, in den zweiten Stock hinab und kam an der dritten Tür im Gang an. Schon von weitem hörte ich jedoch lautes Gelächter aus ihr heraus dröhnen, weshalb ich mich nicht traute zu klopfen. Stattdessen lauschte ich einige Zeit gegen die graue Tür, griff aber nach dem Mut, sie einen Spalt weit zu öffnen und zu spähen.

Kenma, Shōyō und Lev saßen in einem Dreiergrüppchen beieinander. Neben Kenma, sein Gameboy. Aber er würdigte diesen nicht eines Blickes. Er lachte mit Shōyō, wie er mit mir lachte. Unbeschwert und glücklich. Es freute mich, ihn so zu sehen. Mir wurde warm ums Herz und gleichzeitig zog ich zurück. Jeden Gedanken, den ich ihm mitteilen wollte, erstickte ich im Keim. In diesem Moment konnte ich ihm das nicht antuen, Kenma dort wegziehen. Seine Freude war ihm anzusehen, das war eine Seltenheit. Deshalb schloss ich Tür so leise, wie ich sie geöffnet hatte, tat ein paar Schritte zurück und lehnte mich an die großen Fenster, welche hinaus in einen Hinterhof zeigten.

Da war ich wieder, alleine mit den Gedanken in meinem Kopf. Mit Tōrus Jacke über den Schultern. Es fühlte sich an, als würde sie brennen und gleichzeitig mir eine gewisse Kraft geben. Ein ganz komisches Gefühl. Aber wie konnte ich Kenma das antun? Dieser Junge hatte richtig gelacht. Laut und breit. Mein Herz konnte es nicht über sich bringen, einfach in diesen Raum zu gehen und Kenma von seiner Freude abzuhalten. So etwas würde eine beste Freundin nicht tun, nein. Ich würde das als beste Freundin nicht tun.

„Hat sich das Kätzchen verlaufen?“, riss es mich aus den Gedanken und ich schaute erschrocken auf. Kuroo war die Treppe hochgekommen und lehnte am anderen Ende der Wand, mich von oben bis unten musternd. Ich grinste in mich hinein.

„Du bist doch die Katze“, lachte ich vor mich hin und drückte mich dann von dem kühlen Glas weg, „ich wollte mit ihm reden, aber Kenma hat gerade seinen Spaß. Was hast du vor?“

Ich deutete auf die beiden Bälle in seinen Händen. Kuroo konnte sie mit seinen Fingern gut umgreifen und halten. Er blickte selber einmal nieder, und antwortete dann: „Fang.“

Kuroo warf mir einen entgegen, ich ging einem Schritt nach vorne und umgriff die Kugel, welche schon etwas in sich hinein nach gab: „Ich muss die beiden Bälle noch aufpumpen. Magst du mir Gesellschaft leisten? Ich bin doch ein guter Kenma-Ersatz.“

Dieser Junge, er brachte mich zum grinsen und ich musste nicht zwei Mal überlegen, um Ja zu sagen. Die erste Tür des Ganges schien eine Art Abstellraum zu sein. Kuroo öffnete ihn mit einem dicken Schlüsselbund, ließ mich zuerst hinein und schloss dann die Tür hinter uns. Schnell drückte er auf einen Lichtschalter, der zwei kleine Glühbirnen am Schrank erhellte. Das Licht hier drin beleuchtete nur schwummrig. Aber gut genug, um den Boden vor den Füßen zu sehen.

Während Tetsuro einen der Metallschränke aufschloss, lehnte ich mich an das Fensterbrett und spielte mit dem Ball in meinen Händen. Immer wieder drehte ich ihn hin und her und beobachtete seine vielen Farben. Rot, weiß und grün. Kuroo hingegen schnappte sich die kleine Handpumpe und widmete sich dem ersten der Platten Bälle.

„Du bist gar kein Kenma-Ersatz. Ich hoffe, du redest dir das nicht ein“, murmelte ich vor mich hin, während ich meine Finger so tief es ging in die Oberfläche des Balls drückte. Er gab schon ziemlich nach. Im Hintergrund immer das Geräusch der Pumpe zu hören, wie sie Luft in Kuroos Kugel presste.

„Warum unterhältst du dich dann nicht mit mir?“, Kuroos Blick ging über seine Schulter direkt zu mir zurück. Ich erwiderte ihn kurz, schaute dann jedoch wieder hinab auf den Ball in meinen Händen und sagte eine Zeit lang nichts. Ich hatte Kuroo schon mit genug Problemen behelligt – mussten mehr wirklich nötig sein?

Ich überschlug meine Beine: „Sag mir nicht, du bist interessiert an dem Liebesleben und dem dazugehörigen Kummer eines Mädchens.“

Der erste Ball war fertig. Kuroo legte ihn nieder, drehte sich zu mir und ich händigte ihm die zweite der beiden Kugel aus. Er grinste kurz: „Wenn es dir so sehr auf dem Herz brennt und ich dir helfen kann den Schmerz zu vergessen oder ihn zumindest zu lindern, dann ja. Dann interessiert es mich sogar brennend.“

Ich war etwas perplex. Dass Kuroo so dachte und sich wirklich so viele Gedanken um mich machte, damit hatte ich nicht gerechnet. Sofort fühlte ich mich anders schlecht. Jetzt konnte ich nicht mehr reinen Gewissens zurück ziehen. Und vielleicht war es auch besser, das nicht zu tun. So konnte ich reden, aber Kenma seine Freude lassen. Zwei fliegen mit einer Klappe würden geschlagen werden … richtig?

„Tōru Oikawa – wie man unschwer erkennen kann“, ich griff nach meiner Jacke, um ihm die große Eins darauf zu zeigen, „ich dachte, er wäre ein toller Typ. Stattdessen fasst er mich an, schreitet über seine Grenzen und … wenn man es ihm sagt, dann … befriedigt er seine Bedürfnisse einfach bei einer anderen Frau. Das ist wohl die Kurzfassung. Deshalb habe ich euch stehen lassen, am Tag des Schulfestes. Weil ich es da herausgefunden habe.“

Kuroo hatte schon mitten in meiner Erzählungen von dem Ball abgelassen. Sein Blick sagte so viel auf einmal aus. Er war erschrocken, verwirrt, enttäuscht, wütend. Alle Gefühle schienen sich in seinen Augen zu vermischen und mir das anzusehen, machte es mir schwer. Jetzt trug er meine Probleme mit – für einen Moment bereute ich es.

„Hat er dir weh getan? Abgesehen von den Schäden deiner Seele“, Kuroo kam näher auf mich zu, stoppte nur weniger Zentimeter vor mir. Mit meinen Armen stützte ich mich auf dem kühlen Fensterbrett ab, griff mit meinen Händen sogar hinein, um mich festzuhalten. Ich wusste nicht genau, wonach Kuroo greifen wollte, als er seine Hand anhob, aber er beließ es dabei und schaute nur leidend zu mir hinab. Ich seufzte aus.

„Nein. Er hat nur etwas zu doll in meine Handgelenke gegriffen, aber keine Spuren hinterlassen – außer auf der Seele“, erklärte ich und lächelte sogar kurz. Doch Tetsuro konnte kein Grinsen ziehen. Es schaute so aus, als würde seine Augen mich aufsaugen. Sie wanderten über jede Pore meines Gesichtes - seine Hände, die sich neben meinen niedergelassen hatten, sie schienen unruhig zu sein.

Eine stille tat sich auf und unsere Blicke konnten den Kontakt nicht brechen. Warum raste mein Herz so? Kuroo war mir doch manchmal noch näher. Wenn er mich umarmte. Wieso also spielte mein Körper jetzt so verrückt, obwohl gar nichts war? Oder … war wohl doch etwas?

Tetsuro stieß sich von dem Fensterbrett weg, trat zurück und ließ sich auf die Gewichtbank hinter sich fallen. Ich schien ihm als Freundin viel zu bedeuten. Denn sein Kopf schien vor Gedanken nur so zu qualmen. Das war mir neu. Kuroo kannte ich bei weitem nicht so lange wie Kenma. Trotzdem fühlte ich mich vertraut mit ihm.

„Magst du bitte zu mir kommen?“, ich schluckte tief, wie Kuroo so ernst sprach. Diese Stimmlage hatte ich noch nie aus seinem Mund kommen hören. Deshalb stockte ich einige Sekunden, kam aber dennoch auf ihn zu und hielt kurz vor seinen Beinen an.

Sein Blick verankerte sich erneut mit meinem, bis ich bemerkte, wie er seine Hände anhob. Sie bewegten sich leise und langsam, aber stetig auf meine Arme zu. So lange, bis sie sachte über den weichen Stoff der Jacke hinweg fuhren. Ich zuckte nicht zusammen oder zurück. Ich ließ Kuroo tun, was er tun wollte. Seine Finger glitten zu meinen Schultern hinauf und umgriffen schlussendlich den Kragen und den Reißverschluss. Ganz langsam zog er das Kleidungsstück nach hinten und wollte es damit langsam vom meinem Körper ziehen. Er wollte mir die Jacke ausziehen.

Wie ich das bemerkte, griff ich schnell in die Ärmel hinein und hielt sie fest: „N-nein … ich …“
Aber Kuroo schüttelte den Kopf: „Warum trägst du sie noch? Weil du ihn vermisst? Doch wohl kaum. Wenn du die Jacke nicht ablegen kannst, wirst du auch die Erinnerungen nicht vergessen.“

Er hatte recht. Ich musste dieses Ding loswerden. Ansonsten würde ich mich immer nach Oikawa umdrehen und ihn in der Ferne suchen. Ich wäre immer das Mädchen, dass die Jacke ihres Ex nicht loslassen kann. Und meine Seele würde nie die Gelegenheit bekommen, zu heilen.

Ich ließ ihn. Tetsuro half mir aus den Ärmeln heraus und die Jacke fiel zu Boden. Es fühlte sich an, als hätte ich meine Sorgen verloren, meine Gedanken. Die schlimmen Gedanken. Als wäre alles, was mich belastet plötzlich einfach weggewaschen worden. Ich fühlte mich leichter.

„Gibt es noch was von ihm?“, auf seine Frage hin, nickte ich. Mein Blick und meine Hand griffen nach der Kette und ich ließ sie durch jeden meiner Finger wandern. Ich hätte unheimlich gerne gewusst, ob Oikawa selbst auf die Idee gekommen war, sie mir zu schenken oder ob Hajime nachgeholfen hatte. Aber schlussendlich war es egal, sie waren doch beide Lügner gewesen.

Ich kam einen Schritt auf Kuroo zu, damit es leichter für ihn war, seiner Hände um meinen Hals zu legen. Er öffnete die Kette ganz leicht, zog sie hinter mir hervor und steckte sie sich sachte in die Tasche seiner Hose: „Fühlst du dich leichter?“

Angespannt, aber definitiv weniger nervös legte ich meine Hände auf Kuroos Schultern nieder. Sie waren kräftig, spannten sich an und waren definiert – all das konnte ich durch sein Shirt erspüren. Er trug noch immer sein Trikot. Wohlmöglich kam er noch gar nicht dazu sich auszuruhen.

„Ja … danke dir“, seufzte ich leise. Ich fühlte mich so geschafft. Als hätte ich gerade ganz viel Arbeit leisten müssen, um mit diesen Gedanken abzuschließen. Um diese Jacke fallen zu lassen und um diese Kette in andere Hände zu geben. Das war ganz komisch.

Und gleichzeitig, da konnte ich nicht genug von Kuroos Augen kriegen. Sie wirkten so rein, so warm. Wenn ich sie ansah, wollte ich in ihnen versinken. Seine Anwesenheit machte mich froh, meine Muskeln konnten sich entspannen und aus irgendeinem Grund wusste ich, dass ich ihm alles sagen konnte, ohne verurteilt zu werden.

„K-Kuroo … ich … das ist jetzt vielleicht eine komische Bitte, aber … ich habe das Gefühl, Tōrus Berührungen haben mir das Gefühl genommen … w-würdest du … vielleicht“, ich konnte nicht zu Ende sprechen. Ich war mir nicht sicher, ob diese Frage zu viel sein würde. Ob es Kuroo überfordern würde. Oder ob es schlichtweg einfach ablehnen und gehen würde. Aber sein Blick verriet es mir anders.

„Sag‘ mir, wenn du dich dabei nicht wohl fühlst. Ich will nicht, dass es komisch zwischen uns wird … das wäre … echt scheisse und zum Leidwesen von Katerchen Nummer2“, wir lachten beide auf, aber ich nickte einverstanden. Vorsichtig wollte ich mir mein Shirt über den Kopf ziehen, bemerkte jedoch schnell, dass ich dort keine Unterwäsche trug. Deshalb verlangte ich nach Kuroos Hand, zeigte ihr den Weg unter mein Shirt und zu meiner Haut.

„Seine Berührungen gingen über mein Schlüsselbein, zwischen … meinen Brüsten hindurch … über Bauch und Hüfte …“, flüsterte ich leise und Kuroo folgte. Seine weichen Finger erklommen mein Schlüsselbein und suchten sich den Weg zwischen meinen Brüsten hindurch. Es war schwer, den Bewegungen standzuhalten, denn mein Körper kribbelte. Es war ganz anders, als wie bei Oikawa. Ich genoss, wenn auch mit einem heißen beinahe explodierenden Kopf.

„Wo noch?“, Kuroos Hand legte sich auf meine Hüfte nieder und er wartete, dass er mehr tun konnte, um zu helfen. Deshalb ging ich zurück, lehnte mich ans Fensterbrett und deutete mit meinen hilflosen Blicken, direkt auf meine Beine.

„Er hat … meine Oberschenkel geküsst, von unten … nach oben und meine Handgelenke festgehalten“, erneut ein tiefes Schlucken und auch Kuroo wurde etwas rot im Gesicht. Aber er zitterte nicht und er weigerte sich auch nicht. Sachte drückte er sich aus dem sitzen auf, kam näher und umgriff zuerst mit einer Hand meine beiden Gelenke. Er hielt sie hoch, beugte sich dabei hinunter und küsste ganz sanft die Innenseite meines rechten Oberschenkels. Ich zitterte und mir entfloh ein Keuchen.

Er stoppte, schaute auf, doch ich konnte nicht antworten. Stattdessen rüttelte ich mich aus seinem Griff frei, langte nach seinem roten Trikot und zog ihn zu mir hinauf: „Er hat mich geküsst …“

Unsere Nasen berührten sich bereits und ich konnte mich nicht halten. Kuroos Lippen riefen nach mir. Schon mehrmals hatte ich mich erwischt, wie ich ihn musterte. Wie ich es genoss, wenn er mich an sich drückte und vom Boden pflückte. Und jetzt wollte ich wissen, wie es sich anfühlten jemanden zu küssen, den es interessierte. Den ich interessierte.

Kuroo zögerte. Aber nicht, weil ich es war, sondern … weil ich eine Freundin war. Weil er mich nicht verletzen wollte. Weil er abwägte, ob er es damit täte. Aber nein, sein Gesicht kam mir näher, er roch so gut. Seine weichen Lippen suchten nach meinen und ich ging darauf ein. Verdammt, was war das? Wieso fühlte sich das so gut an? Kuroo langte nach mir, wie ich nach ihm, aber ich wollte ihn nicht näher ziehen, denn ich wusste nicht, ob er das alles hier wirklich wollte.

„Mit … mit Zunge“, flüsterte ich sachte, wie wir uns immer wieder voneinander trennten und Tetsuro ging darauf ein. Ich ließ seine warme nasse Zunge gewähren. Er schmeckte nach Minze, nur ganz leicht. Aber es jagte mein Herz in die Luft. Mein Puls stieg an, ich wollte mehr. Und doch trennten wir uns und hinterließen einen kleinen Speichelfaden zwischen uns. Ich pulsierte.

„Es gibt nur noch eine Sache … er … hat mich stimuliert“, raunte ich leise und alles, was ich hören konnte, war das laut schlagende Herz in meiner Brust.

Ich wusste nicht, ob es mich nervös machen sollte, dass Kuroo nichts sage. Er biss sich jedoch auf die Zunge, das sah ich genau. Trotzdem, seine Beine schlossen meine ein, seine große starke aber dünne Hand fuhr über meinen Bauch, drückte sowohl den Saum meiner Boxer und meiner Pantie zu Seite, um sich langsam Zutritt zu verschaffen. Seine Finger waren deutlich länger, als die von Tōru. Und sie gingen zärtlicher mit mir um, aber nicht weniger reizend. Kuroo machte das alles anders. Er drückte leicht umher, aber nicht immer einheitlich, sondern mal doller, mal leichter. Er kreiste, mal im Uhrzeigersinn, mal dagegen und er drang sogar für einige Sekunden in mich. Was Oikawa jedoch nicht getan hatte.

Mir entglitt ein Stöhnen und ich fiel Kuroo entgegen. Meine Wangen glühten und mir war so heiss. Mein Herz pochte laut und alles, was ich in diesem Moment wollte, war Kuroo selbst. Meine Beine zitterten unkontrolliert und ich drückte sie vorsichtig gegen Tetsuros Körper, worauf hin er selbst für einen kurzen Zeitpunkt tief grunzte. Ich erschrak, aber auf eine andere Art und Weise. Eine Art und Weise, die mich anspornte.

„Du bist … feucht“, flüsterte Kuroo mir an die Lippen. Es war ein leichtes ihn anzusehen, obwohl diese Situation peinlich für mich war. Dennoch hielte ich ihm stand biss mir auf die Unterlippe.

„Und du … bist hart“, keuchte ich lachend zurück und wir schmunzelten uns beide entgegen. Was nun? Würden wir einfach umdrehen, mit dem Ergebnis, was wir erzielt hatten und uns so behandeln, wie immer? Oder würde das ganze hier in eine ganz andere Richtung laufen?

„Ich bin halt auch nur ein Kerl … auch ich hab‘ Bedürfnisse. Aber wie sollte ich dir deine bitte abschlagen …“, ich merkte, wie sehr Kuroo versuchte sich zu konzentrieren. Er hielt sich zurück, deutlich. Und es interessierte mich brennend, was passierte, wenn er freien Lauf besaß.

„Ist das alles? Ist das … noch immer nur die Bitte?“, mein Körper wollte mehr. Das was Oikawa mit mir gemacht hatte, war die Hölle. Und das, was ich mit Kuroo tat, war wie der Himmel, den ich im Gegensatz wollte.

„Fordere es nicht heraus, okay?“, Kuroo zog ein Grinsen, bibberte jedoch weiter. Die Venen zogen sich über seinen Arm und er krallte sich tief ins Fensterbrett. Er wollte auch. Ich sah die Lust in seinen Augen, die ihn trieb. Aber er wollte nicht den eigentlichen Sex, er wollte mich.

„Ich will aber …“, hauchte ich zart an Tetsuros Lippen und fast wie in Zeitlupe, sah ich den Schalter in seinem Kopf klicken. Kuroo holte mich heran, seine Lippen suchten meine auf und ich verankerte meine Arme hinter seinem Nacken, um ihn nah an mich zu holen. Immer wieder stahl er sich gierige Küssen von meinen Lippen, mit oder ohne Zunge und ich animierte ihn weiter zu machen.

Er griff nach meinen Oberschenkeln, zog mich auf und setzte mich aufs Fensterbrett ab und als wäre es ein Reflex, schlang ich meine Beine um seine ausgeprägte Taille. Mein Herz pochte und ich hatte das erste mal das Verlangen, auch ihn zu spüren. Meine gierigen Finger griffen nach dem Saum seines Trikots und ich zog es ihm sachte über den Kopf hinweg. Seine schwarzen Haare fielen ihm tief ins Gesicht und seine Augen waren verhangen von Lust, während meine Blicke ihn Abfuhren. Er war kräftiger, als Oikawa. Ausgeprägter. Die Linien seiner Muskeln wirkten noch definierter und sie waren nicht so hart. Es machte mich an, Kuroo anzusehen.

„Gleiches recht für alle, findest du nicht?“, ich biss mir auf die Zunge, während Kuroo auch mir das Oberteil vom Torso zog. Er musterte mich, konnte jedoch nicht anders, als seine Finger sachte in meinen Brüsten zu versenken. So fühlte sich das an, wenn es jemand anderes tat. Unberechenbar und treibend. Er berührte jede freie Stelle, er behandelte sie alle gleich. Als würden sie ihm etwas bedeuten.

„Das ist das erste mal … dass ich so weit gehe … zeig mir, wie das geht, okay?“, meine Augen flehten ihn an und Tetsuro verstand. Er nahm mich an die Hand – in beiderlei Fällen – und zog mich mit sich. Er zitterte noch immer, aber auch konnte meinen Körper kaum ruhig halten vor lauter Aufregung.

Kuroo ließ sich erneut in eine sitzende Position fallen, um es leichter zu haben mir beide Hosen vom Körper zu streifen. Er nahm meine Kurven mit, fuhr sie mehrmals mit seinen Händen ab und nahm sie genau unter die Lupe – er schien sie zu mögen.

„Ich kann nicht mehr lange warten … aber ich will dich nicht einfach so nehmen. Es soll schön für dich werden – du sollst es genießen“, ich grinste, während Kuroo eines meiner Beine behutsam anhob und auf seinem Knie abstellte. Sein Mittelfinger strich vorsichtig über meine Mitte, woraufhin ich leise keuchte.

„Ein Softie“, lächelte ich gemein, dabei wollte ich nur die Peinlichkeit auflockern. Stattdessen nahm Kuroo es als eine Art Kriegserklärung und löste seine Finger gegen seine Zunge ab. Mir wurde ganz heiß und ich fiel Kuroo entgegen, krallte ihm tief in die Schultern, während seine nasse Zunge mich erkundete. Sie suchte sich den Weg, war nicht aufzuhalten und ich konnte mich währenddessen auch nicht zurückhalten.

Erst, als er stoppte, war es leichter aufzuatmen: „Willst du dein Geschenk etwa nicht auspacken?“

Kuroo zwinkerte und ich nahm es als Einladung. Sachte half ich ihm aus seiner Hose und stockte bei dem Anblick seines Gliedes. Es war nicht so, als hätte ich noch nie einen Porno gesehen. In der Jugend war das wohl unvermeidlich. Aber nun so weit zu sein … ich hatte Angst etwas falsch zu machen. Und dennoch griff ich in meiner Trance danach und rieb Kuroo sanft zwischen den Beinen umher. Er keuchte auf, schaute mir zu, wie ich ihn verwöhnte. Aber das war doch nicht alles, oder? Es wurde doch mehr gemacht, als nur das? Ich ging einen Schritt weiter, kam ihm näher, küsste seine Spitze. Und wie ich bemerkte, das Kuroo lauter wurde, je mehr sensible Stellen ich fand, erwischte ich mich, wie ich meine Zunge um ihn schlang. Ich erkundete ihn, sowie er es bei mir getan hatte, um zu verstehen, wo er es am liebsten hatte.

„Kazuko, I-ich … w-willst du wirklich noch weitergehen?“, unsere Blicke trafen sich. Gab es jetzt noch einen Weg zurück? Wollte ich einfach gehen oder wollte ich es wissen? Wie es sich anfühlte? Wie es sich mit Kuroo anfühlte?

Ich nickte. Ich wollte es wissen. Kuroo zog mich auf, zwang mich auf seinen Schoß aber ich folgte freiwillig. Gleichzeitig griff er nach seinem Portemonnaie, zog das berühmt berüchtigte Kondom hervor und ich grinste, aber die Geschichte dahinter war Teil eines anderen Moments. Auch, wenn Kuroo so zitterte, so wie auch ich, gab er sich die größte Mühe alles akkurat vorzubereiten, bis es soweit war.

„Halt dich an meinen Schultern fest. Ich helfe dir …“, ich suchte Halt an ihm, so wie Kuroo es gesagt hatte. Gleichzeitig stemmte ich mich auf, um es dem Jungen einfacher zu machen, sachte in mich zu dringen, und ich musste mich wieder setzen. Ganz sachte spürte ich, wie Kuroos ganze Länge mich weitete und dass dieses Gefühl mich an die Grenzen meines Verstandes brachte. Ich holte tief Luft und keuchte sie laut aus. Ich vergaß die Welt um mich herum, besonders als Kuroo nach meiner Hüfte griff, um sie vorsichtig im Bewegung zu versetzen.

Er grunzte tief: „D-du bist eng … beweg‘ dich, wie du magst …“

Erst bewegte ich mich lediglich hin und her. Es schmerzte, aber je mehr ich meine Bewegungen ausweitete, desto einfacher wurde es. Desto mehr wollte ich es. Desto mehr wollte auch Kuroo es. und wir nahmen es uns gegenseitig. Kuroo half mir auf und ab, schneller und schneller, während wir uns küssten, als würden wir es schon ewig tun. Immer wieder keuchten wir uns an die Lippen und seine Geräuschen machten mich süchtig. Ich wollte mehr und mehr und ich fühlte mich freier.

„D-das wird Kenma nicht gefallen“, lachte Kuroo auf und ich legte meine Stirn geschafft gegen seine.

„Darum kümmern wir uns später“, stimmte ich mit ein und sackte kurz darauf mehr zusammen. Ich war bereit, ich wollte kommen und so, wie Kuroo pulsierte, war auch er nicht mehr entfernt. Wir flüsterten uns zart an die Lippen, dass wir bereit waren und mit einem letzten tiefen Stoß, fiel nicht nur ich Kuroo in die Arme, sondern drückte auch er sich fest an meinen Körper. Ich konnte fühlen, wie er sich ergoss, es wurde nochmals warm in mir, auch wenn wir ordentlich verhüteten.

Wir fingen uns, gemeinsam. Die Luft hier drin war warm. Das Fenster war leicht angeschwitzt. Und doch sahen wir in diesem Moment niemand anderen außer unseren gegenüber. Ich fragte mich, wie ich in diese Situation gekommen war, aber es war egal, wieso weshalb und warum. Denn ich hatte es geliebt. Und noch viel wichtiger, ich hatte wieder gefühlt und deshalb wusste ich, dass das hier richtig gewesen war. Denn Kuroo war bei mir.
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