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To the top (of your heart)

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kozume Kenma Nishinoya Yuu Oikawa Tooru Sawamura Daichi Sugawara Koushi Ushijima Wakatoshi
23.10.2020
24.12.2020
67
150.338
42
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Dieses Kapitel
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30.11.2020 2.984
 
Heute gab es eine gute und eine schlechte Nachricht für Tōru. Ich konnte ihm endlich Bescheid geben bezüglich unseres Schulfestes. Mir wurden die Zeiten meines Auftrittes weiter gereicht und ich bat Oikawa und sein Team, zu kommen. Sie sagten alle zu, was mich freute und ich war direkt aufgeregt. Wollte aber gleichzeitig auch mein bestes geben.

Im gleichen Atemzug musste ich Tōru für heute jedoch auch absagen. Er wollte gerne etwas mit mir unternehmen, hatte mich bestimmt versucht zwei Stunden lang zu überreden, aber ich ließ es nicht zu. Denn heute war das Schulfest der Nekoma Oberschule und ich würde es mir von niemandem nehmen lassen, meine beiden Katzen wiederzusehen.

Leider musste ich vorerst noch die Schulbank drücken, quasselte mich aber vom Training der Jungs frei und machte mich direkt auf zur Bahnhaltestelle um die Ecke, denn die Nekoma war ein Stückchen weg. Gehen wäre möglich, aber um diese Zeit nicht sonderlich ratsam. Ansonsten wäre das Fest vorbei, ehe ich überhaupt da war.

Ich machte es mir also einige Minuten bequem in den gepolsterten Sitzen der Bahn, steckte mir meine Kopfhörer tief in die Ohren – drehte folglich die Musik auf – und schaute aus dem Fenster, während die Zeit an mir vorbei zog. Die Sonne stand zwar noch am Himmel, aber sie zog ihren Kreis in Richtung Horizont. Es war unglücklich, dass unsere Schulen nicht um die Ecke voneinander waren, aber es ließ sich arrangieren. Auch, wenn ich dafür mehr als nur Hackengas geben musste.

Es schien fast, als würde die Bahn lauter klingeln, als meine Haltestelle aufgerufen wurde. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht, stand ich auf, drückte den Knopf, damit der Schaffner wusste, ich wolle aussteigen und fiel mit einem strammen Tempo durch die Tür, als der Wagen zum stehen kam. Mein Körper war in die Schuluniform der Karasuno gehüllt, ich jedoch trug darüber Oikawas Jacke. Kenma würde mich ausfragen, Kuroo vielleicht auch. Ich machte mich bereits darauf gefasst, wie ich den kurzen Weg von der Haltestelle zur Nekoma antrat – im leichten Laufschritt.

Kenma wollte mich am Eingang treffen – und wie ich mich zurück erinnerte, hatte ich mein Katerchen noch nie auf einem Schulfest besucht. Dies hier sollte das erste sein und ich war aufgeregt. Warum konnte ich nicht einmal genau sagen, aber mein Körper schüttelte sich, auch während ich noch ging.

Ich bog um die letzte Ecke und entdeckte Kenma am Eingang lehnend, seine Arme vor seinem Oberkörper verschränkt und auf mich wartend. Wie er da stand in seiner roten Jacke, darunter seine Volleyball Sportuniform. Es stand ihm gut – er hatte es weiter gebracht, als er es sich vor ein paar Jahren überhaupt hätte ausmalen können. Manchmal wünschte ich, ich hätte ihn mehr motivieren können. Gut, das Kuroo dafür da war. Er hat Kenma im Team gehalten. In diesem Moment war Kuroo ein besserer Freund, als ich es zu dieser Zeit sein konnte.

Noch ein paar Meter von dem Jungen mit den blond gefärbten Haaren weg, zog ich mein Tempo erneut an und sprintete ihm entgegen. Es dauerte nicht lange, da sah Kenma mich kommen, seine Körperhaltung wurde aufgeschlossener und er hielt seine Arme breit für mich auf. Gleich würde ich hineinfallen und die Welt würde sich anfühlen, als stünde sie still. Kenma war meine platonische bessere Hälfte. Der Brother from another mother. Er bedeutete mir neben meiner Familie alles, ich konnte es nie oft genug sagen.

Kurz bevor ich auf seinen Körper traf, drückte ich mich mit meinen Füßen vom Boden ab und sprang ihm in seine kurzen Puddingarme. Kenma hatte wohl nicht damit gerechnet und es war vielleicht auch ein wenig unvorsichtig einfach mein ganzes Fluggewicht in seine Arme fallen zu lassen, aber er fing mich auf, wedelte mich durch die Luft und kam mit mir zum stehen. Der kleine Kerl war kräftig und dass er lächelte, während er seine Arme um mich herum drückte, ließ mich grinsen. Es war nicht nur für mich schön, endlich hier zu sein, sondern auch für ihn.

„Ich habe dich so vermisst!“, lachte ich aufgeregt in sein Ohr und wuschelte ihm folglich kurz durch die Haare. Sein brauner Ansatz wurde größer und größer. Bald wären seine Haare wieder mehr braun als blond, aber es stand ihm gut.

„Ich bin froh, dass du gekommen bist“, schmunzelte auch Kenma und ich grinste. Dieser Moment, er war so schön und ich hätte die Zeit einfrieren können. Aktuell war wieder eine Zeit, in welcher wir uns nicht allzu viel sahen. Ich musste diesen Moment auskosten, so gut es mir möglich war.

Wir ließen voneinander ab und Kenma musterte mich direkt von oben bis unten. Es hätte mich jedoch verwundert, hätte er die fremde Jacke an mir nicht schon von weiter weg direkt ins Visier genommen: „Steht dir nicht, nein nein. Vielleicht muss ich dir doch eine Jacke von Nekoma besorgen und dir die Katzenohren dran nähen. Die willst du doch schon so lange haben.“

Auf der einen Seite, glänzten meine Augen. Kenmas selbstgebastelte Jacke von seiner Schule mit den Ohren daran – ich liebte sie und hatte schon mehrmals mit dem Gedanken gespielt sie bei Besuchen mitgehen zu lassen, hi hi. Auf der anderen Seite, ziemlich unhöflich mir direkt an den Kopf zu knallen, ich sehe nicht fabulös aus.

„Du wirst damit schon warm werden, Katerchen“, ich streichelte Kenma über den Kopf und konnte ihn schnurren hören, „wo hast du Kuroo gelassen? Ist er etwa nicht hier?“

Gemeinsam mit Kenma betrat ich das Gelände der Nekoma und die Stände sammelten sich auch hier. Dennoch, es war nicht mehr ganz so voll, ich konnte meine Füße sehen und die Schritte die ich tat, während Kenma mir erklärte, dass Kuroo uns bereits einen Platz gesucht hatte und wir zu ihm stoßen würde, um einen ruhigen Nachmittag oder Abend zu haben. Eine nette Idee, denn nach der Aufregung auf dem Fest der Seijoh war eine ruhige Variante des Schulfestes auch mal eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit, die mir gefiel.

„Und du bist also auf den Kapitän der Aoba Johsai gekommen, was? Was ist mit dem Libero passiert? Und vor allem, mit Sugawara“, dass Kenma sich mit mir über solche Dinge unterhielt ohne auf seinen Gameboy zu schauen, das war mal etwas anderes. Er sah mich von der Seite an, etwas zu mir hoch, denn er war kleiner, als ich. Schnell schluckte ich, denn seine scharfen Katzenaugen schienen bereits zu analysieren – seine Menschenkenntnis war riesig.

Ich seufzte kurz aus: „Nun ja, ich hatte dir schon einiges geschrieben, aber um es kurz zu fassen: Die Fake Beziehung mit Yuu ist bitterlich den Bach hinunter gegangen, Suga geht mir ständig aus dem Weg, sagt es würde eh nichts zwischen uns werden. Und Tōru Oikawa hat mir irgendwie aus dem Schlamassel geholfen. Ich genieße die Zeit mit ihm. Er ist anders – irgendwie.“

Kenma zog eine Augenbraue hoch und schaute mich kurze Zeit an, bis er seinen Blick wieder auf den Weg vor seiner Nase richtete: „Du weißt aber schon, was man über ihn sagt, oder? Ich denke, dass dir auch klar ist, was ich meine.“

Ja, es war mir wohl bewusst. Die ganzen Mädchen, die ständig um ihn herum tanzten und denen er sicherlich auch nie absagen würde, weil er ihre Aufmerksamkeit genoss. Wenn wir diese Beziehung führen würden, dann wären diese Frauen immer ein Teil davon und ich wusste noch nicht genau, ob ich das auf Dauer ertragen konnte.

„Das weiß ich. Aber … er lenkt mich ab. Es ist irgendwie anders mit ihm. Natürlich ist er nicht perfekt, aber das ist doch keiner von uns, warum sollte ich es also von ihm erwarten?“, murmelte ich leise vor mich hin und guckte Kenma immer wieder an. Ich wollte gerne seine Zustimmung. Er würde sie nie verweigern, aber seine Meinung war mir wichtig. Denn er wusste meist, wo alles enden würde. Er war derjenige in der Freundesgruppe, der grundsätzlich im Recht lag ohne überhaupt irgendwas zu wissen.

„Es geht nicht darum, dass er perfekt ist oder nicht. Sondern dass er dich so behandelt, als wärst du es. Und ich weiß nicht, wohin das führen soll, wenn er die Aufmerksamkeit von anderen Mädchen braucht, um in seiner Welt zu überleben“, wieso musste dieser kleine Junge neben mir, der noch nie eine Freundin aufzuweisen hatte, besonders in Sachen Liebe immer so viel Recht haben? Es war frustrierend. Aber ich wollte es ja wissen, auch wenn mir seine Antwort wohl nicht gefallen würde.

Ich blieb still, konnte dazu nichts sagen. Ich wollte so gerne, dass es klappte. Ich wollte gerne eine funktionierende Beziehung haben. Am liebsten mit Koshi, über diesen Gedanken kam ich nicht hinweg, aber im Moment war es eben nicht so. Und ich wollte nicht versauern, während ich meiner Liebe nach weinte, die nicht einmal ein Gespräch unter vier Augen mit mir führen konnte – ein ordentliches.

Kenma griff nach meiner Hand. Dieses Mal jedoch nicht, um sich Komfort zu geben, sondern mir: „Ich will dir nur helfen. Du sollst dich deshalb nicht schlecht fühlen, ich möchte nur, dass du’s vorher schon gehört hast und vorbereitet bist. Immerhin bin ich derjenige, der dir eine Schulter zum ausweinen geben muss.“

Der kleine Kater zwinkerte und brachte mich gleichzeitig zum Lachen. Eine Bemerkung dazu konnte ich mir jedoch auch nicht verkneifen: „Das ist dein Job als bester Freund! Du könntest dieses Feature auch nutzen, wenn du dich in die Dating Welt stürzen würdest.“

Er tat es mit einem Schmunzeln ab. Kenma zeigte nie wirklich Interesse an einer Beziehung. Das war auch okay. Solange er glücklich war und ihm nichts fehlte, wollte ich mich dahingehend auch nicht einmischen. Und er schien glücklich. Einen kleinen Spaß musste ich manchmal allerdings doch bringen. So, wie er sich nun auch über mein Beziehungsleben ausließ.

Wir kamen an einem etwas ablegenden Örtchen an. Eine kleine Wiese, mit ein paar Bäumen, direkt neben einem der Schulgebäude. Es war schön hier und man konnte die Musik der Hauptbühne auch noch bis hier hören. Und auch bereits von etwas weiter weg, war ein Kuroo zu erkennen, der auf dem grünen Rasen bereits eine Decke ausgebreitet hatte. Er saß da, Augen geschlossen, die Nase in den Himmel gesteckt. Mein Blick ging zu Kenma und ohne etwas zu sagen, legte ich meinen Kopf schief. Er würde verstehen und er tat. Ein kleines Grinsen formte sich auf seinen Lippen und Kenma nickte – meine Bestätigung.

Mein Mund wandelte sich zu einem schelmischen Lächeln und ich zog mein Tempo an, während Kenma vorsichtig hinter mir her kam. Meine Füße trugen mich derweil fix in Kuroos Richtung, welcher mit verringerndem Abstand zu ihm, die Vibrationen meiner Schritte deutlicher spüren konnte. Zu spät jedoch öffnete er seine Augenlider, schaute zu mir, da setzt ich schon zum Sprung an: „Kuroooooooo!“

Der nächste, der unter meinem Kampfgewicht zu leiden hatte. Aber Tetsuro schwang seine Arme auf und umgriff mich fest, wie ich in seinen Schoß fiel. Er griff mir um die Taille, zog mich mit sich, wie er sich auf die Decke fallen ließ und ich lag lachend auf dem großen Jungen. Auch er lachte, ging dabei immer sicher, dass ich nicht einfach von ihm rutschen würde.

„Womit habe ich das denn verdient? In zweierlei Hinsicht“, grinste er breit und ich konnte nicht anders, als sein hübsches Gesicht zu Mustern. Eines seiner Augen kniff er zu, denn die Sonne strahlte ihm direkt entgegen. Das andere hingegen funkelte in dem schönen Licht. Und seine Atmung wirkte ein wenig schwach.

„Du hast mir eben auch gefehlt!“, schmunzelte ich breit und blieb noch eine Weile auf ihm liegen. Immer, wenn ich Kuroo näher kam, hatte ich das Gefühl, er war noch größer und breiter, als vorher. Es war überhaupt kein Problem, dass ich mich so fett und breit auf ihm niederließ – Tetsuro atmete seelenruhig weiter, hielt mich dabei und zwinkerte mir auf meine Antwort hin zu.

Kenma stieß zu uns, ich bemerkte kurz und flüchtig, wie er mir vorsichtig an dem Saum meines Rockes zog, um diesen wieder in die richtige Position zu verfrachten. Der schwarze Stoff war mir sicherlich beim Sprung etwas hoch gerutscht und auch, wenn ich darunter immer eine enganliegende kurze dunkle Hose trug, ging das Katerchen dennoch sicher, niemand riskierte einen falschen Blick oder sogar schlimmeres. Auch ein Tetsuro Kuroo nicht.

Ich entschied mich schweren Herzens von Kuroo herunter zu krabbeln, denn ich wollte ihm nicht noch die Atemwege abklemmen. So ließ ich mich zwischen den beiden im Schneidersitz nieder und die Sonne schien mir ebenso auf den Kopf. Es war angenehm und ich bereute es keine Sekunde, so spät noch gekommen zu sein – auch, wenn die warmen Strahlen bald verschwinden würden.

„Hast du heute schon was gegessen? Die Stände haben nur noch eine Stunde auf, also – wollt ihr beide noch etwas essen?“, Kuroo schaute zuerst in mein Gesicht, dann wandte er seinen Blick Kenma zu. Essen klang gut. Die Mittagspause war heute nur kurz gewesen und ich konnte quasi nur on the Go was in mich stopfen, also nickte ich Kuroo zu.

„Ich hätte gerne was herzhaftes. Am besten etwas mit viel Käse – aber schlussendlich ist mir alles recht. Du wirst besser als ich wissen, was es hier so gibt“, grinste mich mit etwas roten Wangen, denn meine Information, die ich an Kuroo weiter reichte, war nicht wirklich das gelbe vom Ei. Ich hoffte dennoch, er würde damit etwas anfangen können.

„Ich nehme, was sie nimmt“, kam es von Kenma, der sich auf der Decke einrollte, wie eine Katze. Sein Kopf fand schnell Platz auf meinem Schoß und ich ließ meine Finger durch seine dünnen Haarsträhnen gleiten. Es war friedlich, ihn anzusehen.

„Man, ihr seid ja einfach zufrieden zu stellen“, grinste Tetsuro noch, bevor er sich von der Decke und somit auch vom Boden aufdrückte, und in die Richtung der Stände verschwand. Es dauerte seine Zeit, bis ich Kuroo aus meinem Blickfeld verloren hatte, aber Kenma war ja noch hier.

Ich lehnte mich etwas zurück, stützte mich mit einem Arm auf der weichen Decke ab, während meine andere Hand immer wieder über Kenmas Kopf streichelte. Erst jetzt fiel mir auf, wie anstrengend das Fest der Seijoh doch war. So viele Menschen, die so viel Unruhe mitbrachten. Diese ganzen Fans von Tōru, die ihn nie auch nur einen Schritt alleine gehen ließen. Dazwischen Tōru selbst, der nicht zwingend leise sein konnte und aus jeder Ecke kamen die verschiedensten Geräusche, schreie und Lacher. Für einige Leute war das schön, herrlich, fröhlich. Und das war es ja auch – irgendwie. Aber so, wie ich gerade hier saß, mit Kenma, der leise vor sich hin atmete und Kuroo, der sich uns voll und ganz anpasste – da wusste ich, was mein Paradies war.

Ich sah Kuroo wiederkommen, wollte am liebsten aufstehen, ihm die drei Plastikschüsseln abnehmen, damit er nicht noch eine davon fallen ließ – aber Kenma hielt mich auf meinem Platz. Aber Tetsuro schaffte es schon ganz gut zu uns. Ohne auch nur eine der komischen Teller zu verlieren, setzte er sich wieder neben mich – im gleichen Moment schaute die Katze auf meinem Schoß auf und schnupperte schon nach dem Essen, welches Kuroo in den Händen hielt.

„Hier. Das Käsigste, was es zu finden gab“, Kuroo reichte uns beiden jeweils eine Schüssel mit Pasta. Sie schnupperte drei Meilen weit gegen Wind, nach den verschiedensten Sorten an Käse. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Ich wollte direkt drauf los mampfen, aber vorher riskierte ich einen Blick zu Kuroo hinüber. Im Gegensatz zu uns war er in eine komplett andere Richtung gewandet und hatte sich ganz klassisch Reis mit Curry besorgt. Auch dies duftete wirklich herrlich. Ich nahm einen Zug mit meiner Nase und nahm das Aroma kurz in mich auf.

Gemeinsam aßen wir unsere Schüsseln leer, manchmal entfachten Gespräche, meistens blieb es jedoch still um uns, aber das gefiel mir. Es war so eine entspannte Umgebung, mit entspannten Menschen, die mich einfach entspannen ließen.

Das Essen war lecker und kaum waren wir alle fertig – natürlich war ich die letzte, die noch aufaß – ließen wir uns noch einmal in das Gras fallen, schauten in den tieforangenen Himmel und ließen die Seele baumeln. Die Luft hier wirkte viel reiner und in der Ferne war bereits zu hören, wie die Menschen ihre Stände abbauten.

„Sagt mal“, begann ich leise, hielt meine Augen geschlossen und achtete auf die Atmung der anderen, „wir haben unser Schulfest in drei Tagen. Ich weiß nicht, ob ich’s schon erwähnt habe, aber ich vertrete den Chor auf der Hauptbühne mit einer Performance. Falls ihr noch nichts vor habt und den Weg auf euch nehmen wollt, dann würde ich mich freuen, wenn-“

Aber Kenma ließ mich nicht einmal ganz ausreden, da fiel er mir schon ins Wort: „Warum fragst du überhaupt? Natürlich kommen wir.“

Auch, wenn das Katerchen schon für beide gesprochen hatte, drehte ich meinen Kopf noch einmal in Kuroos Richtung. Er würde es wohl merken, denn mein Kinn streifte vorsichtig seine Schulter. Auch Kuroo kam mir entgegen und zwischen unseren Nasen war gefühlt nur eine Haaresbreite Platz, mein Atem stockte.

„Klar, wie kommen. Auch, wenn ich Oikawa dann wohl aus dem Weg schubsen muss“, ich zog meine Augenbrauen spielerisch zusammen, während Kuroo folglich an mir rauf und runter schaute, „hat man dir schon gesagt, dass Türkis und weiß überhaupt nicht deine Farben sind? Du brauchst eine Nekoma-Jacke.“

Mit einem Schmollmund drehte ich mich zurück und verschränkte im Liegen meine Arme: „Ihr seid so anti! Echt! Die steht mir gut, die Jacke!“

„Oder du hast einfach einen unglaublich schlechten Riecher für Klamotten“, kam es direkt von Kenma hinterher – er kippte knallhart Salz in die Wunde. Sowas nannte sich bester Freund, echt mal!

Dennoch, wir brachen gemeinsam in ein lautes Lachen aus, denn schlussendlich liebte ich sie beide. Kuroo war mir genauso ans Herz gewachsen, wie Kenma und ich wollte keinen von beiden mehr gehen lassen. Ich wusste nicht, ob es ihnen genauso ging, aber das war nicht wichtig. Nicht allzu wichtig. Denn sie waren hier – sie lächelten, so wie auch ich es tat. Und diese Ausdrücke in ihren Gesichtern war das, was mich in einigen Momenten schweben ließ.
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