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To the top (of your heart)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kozume Kenma Nishinoya Yuu Oikawa Tooru Sawamura Daichi Sugawara Koushi Ushijima Wakatoshi
23.10.2020
24.12.2020
67
150.338
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24.11.2020 2.447
 
Die Jungs und Ukai packten zusammen, als ich wieder durch die Tür der Halle schneite. Ich brauchte kurz Ruhe, frische Luft, etwas Wasser aus dem Waschbecken ins Gesicht. Angelehnt an der Tür, drückte ich die Papierverpackung in meinen Händen kurz zusammen, während die ersten Jungs sich schon einmal bereit für die Abfahrt machten. Ich jedoch konnte nicht in ihre Gesichter sehen, ließ sie neben mir passieren und wartete, bis auch der letzte gegangen war, ehe ich mich in Bewegung setzten konnte.

Mir war bewusst, ich durfte das nicht. Und wie ich mir den Trikotwechsel vom einem Oikawa ansah, der einen definierten Oberkörper besaß – mit Bauchmuskeln und einem hübschen Rücken, da musste ich schlucken. Und dennoch, ich versuchte, so unsichtbar wie ich für die meisten nun mal war, mich zwischen den Gegner hindurch zu schleichen. Und dennoch, die Blicke klebten an mir, aber noch verwies mich keiner dieses Feld.

Ich stoppte also, vor Oikawa und diesem Kerl, der ihm letztens den Ball gegen den Kopf gepfeffert hatte. Ich glaube, Tōru hatte ihn Iwa-lein genannt, aber ich würde mich das nicht trauen. Deshalb hielt ich meinen Blick steif auf Oikawa, der sich sachte sein Shirt zurecht zupfte und mich ebenso von oben bis unten musterte, wie ich dort stand.

„Ich darf eigentlich nicht hier sein“, murmelte ich und sammelte mich erneut, denn ehrlich gesagt war es doch ziemlich dumm hier zu stehen, „und ich bin außerdem nicht unbedingt gekommen, um euch für dieses gute Spiel zu gratulieren.“

Langsam holte ich die knisternde Verpackung in meinen Händen hinter meinem Rücken vor und reichte sie Oikawa entgegen: „Ich wollte mich bedanken, für die Hilfe heute. Du musst es nicht annehmen, wenn du glaubst, ich würde dich vergiften … es ist nur … Dankeschön.“

Er nahm es an, ohne einen Kommentar und schaute sich das Milchbrot durch die durchsichtige Verpackung lange Zeit an, bevor er mir noch entgegnete: „Sie führen hier keins. Wo hast du das her?“

Ich kratzte mich verlegen am Kopf, schaute zur Seite, wollte jedoch nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehen: „Innerhalb der großen Anlage hier gibt es insgesamt drei Automaten, die Süßkram verkaufen. Ich hab’s woanders geholt.“

Oikawa öffnete eine der Ecken der Tüte, schnupperte daran und grinste. Es kam ein leises Danke zu mir geflogen, was mich kurz grinsen ließ. Es war mir jedoch unangenehm ständig von diesem Iwa-Lein und den Trainern beobachtet zu werden, weshalb ich mich entschied, schnell meine Beine in die Hand zu nehmen: „Also, dann, viel Glück für das nächste Spiel. Und danke … nochmal.“

Schnell machte ich Kehrt, versuchte mich in meiner Jacke zu verstecken, um nicht noch eine Verwarnung zu kriegen oder schlimmeres, als plötzlich jemand an meine Seite gejoggt kam. Ich erschrak kurz, schaute jedoch auf, direkt in ein grinsendes Gesicht von einem Tōru Oikawa.

„Hier. Ruf‘ mal an“, er reichte mir eine abgerissene Zettelecke, darauf war feinsäuberlich seine Telefonnummer gekrakelt. Mir war nicht bewusst, ob ich direkt skeptisch sein sein wollte. Diese schöne Schrift und seine Nummer wusste er auch noch auswendig – auf der anderen Seite, Tōru war nett. Ich wollte ihm eine Chance geben. Immerhin hatte ich ihn schon einmal abblitzen lassen.

Ich nickte, nahm den Zettel an und unsere Wege trennten sich, aber nicht ohne nochmal gemeinsam einander nachzuschauen, als hätten wir uns abgesprochen. Es war lustig und erneut gab mir diese kurze Interaktion mit Oikawa das Gefühl, ich könnte alles vergessen, was mich in diesem Moment runter machte.

Kaum war ich aus der Halle getreten, versuchte ich zu meinen Jungs aufzuschließen. Es war schwer, bis zum Ausgang des Hauses hatte ich sie komplett verloren. Erst dann konnte ich Kageyama und Hinata weit entfernt von der Gruppe entdecken und zog mein Tempo noch etwas mehr an, um endlich zu ihnen aufzuschließen. Bevor ich sie erreichte, versuchte ich noch mir ein falsches Grinsen aufzusetzen, um besonders die beiden irgendwie aufzuheitern. Doch als Ich stoppte oder wohl mehr in ein angenehmeres Tempo fiel, erdrückte mir ihre schwere Aura direkt unter sich. Ich schluckte tief.

„Wie geht’s euch, Jungs?“, versuchte ich zu lächeln, doch so, wie sie ihre Stirnen runzelten, schien die Luft hier zu dampfen. Niemand von beiden schenkte mir eine Antwort, noch sah mich überhaupt einer von ihnen mit dem Arsch an. Verdammt, wo hatte ich mich hier reingeritten?

„Hey“, ich versuchte die Anspannung etwas zu lockern, „ihr habt das gut gemacht. Eure Mühen haben euch immerhin einen Satz eingebracht. Und ihr habt gelernt. Geht nicht so hart mit euch ins Gericht – das, was ihr geleistet habt, war eben das höchste aller Gefühle am heutigen Tag.“

Es tat sich nur eine minimale Stille auf, als ich fertig war mit meiner Ansprache, als Shōyō plötzlich vor meiner Nase und unter meinen Augen nah Kageyamas Schlafittchen griff. Es ging so schnell, dass ich kaum reagieren konnte, stattdessen weiteten sich meine Augen ins Unermessliche, während Hinata nach Tobio griff und ihn unweigerlich durchschüttelte. Die beiden drehten sich im Kreis, rüttelten sich gegenseitig durch, griffen sich gegenseitig in die teuren Trikots und ich stand daneben, für einen kurzen Augenblick nicht wissend, was zu tun war.

Schnell rüttelte ich mich jedoch wach und drängelte mich zwischen die beiden, die sich folglich mit mir auf den Boden schmissen. Die beiden quetschten mich ein, griffen immer wieder über mich hinweg oder um mich herum, um sich gegenseitig zu boxen oder an den Haaren zu ziehen.

„Du hättest dich mehr anstrengen sollen, Bakageyama! Stattdessen musst du dich mit diesem Oikawa messen und verlierst auch noch!“, schrie Hinata hinter mir los, direkt in mein Ohr, obwohl seine Worte an Kags gerichtet waren. Ich schaffte es, Shōyō hinter mir zu behalten, während ich auf Tobios Hüfte saß und ihn somit am Boden halten konnte.

„Was sagst du da?! Vielleicht hättest du deine ganze Kraft nicht mit einem Mal aufbrauchen sollen, Winzling!“, brüllte Kageyama mit tieferer Stimme zurück und ich versuchte immer wieder nach beider Jungs Handgelenke zu greifen. Schaffte ich es aber mal sie zu halten, rissen sie sich schnell wieder los, denn ihre Stärke war leicht zu unterschätzen.

„Hört auf jetzt, ihr Arschgeigen! Verdammt noch eins, es reicht jetzt! Wir sind hier nicht im Kindergarten!“, es wunderte mich, dass noch niemand zurück gekommen war und mir mit den beiden Rabauken behilflich war. Nein, stattdessen musste ich mich damit herumschlagen – wortwörtlich. Besonders, wie Shōyō fast über meine Schultern kam und Kageyama sich ebenso unter mir erhob. Scheisse, die beiden waren ein Jahr jünger als ich und trotzdem überragten sie mich mit ihrer körperlichen Stärke um ein Vielfaches. Aber so, wie Tobio sich unter mir hochdrückte und Hinata mich in Kageyamas Richtung drückte, dauerte es nicht lange, da verpasste Tobio mir nicht nur einen Kinnhaken, sondern direkt, wie er sich mit seinen starken Beinen aufstemmte, auch noch mit dem Knie direkt in den Bauch trat. Ich sackte zusammen, hielt mir sofort Kopf, als auch die Magengrube und hustete direkt gen Boden. Im Hintergrund, die beiden noch immer am prügeln, aber von weiter weg war es noch möglich jemand anderen kommen zu hören.

Ich wusste nicht wer, eventuell war es Daichi, aber ich vernahm schnell eine ruhige Stimme und eine warme Hand auf meinem Rücken, die mich streichelte, damit ich mich beruhigte. In einer zusammengekauerten Position hockte ich dort und hustete unkontrolliert. Kags hatte direkt getroffen – genauso zielsicher, wie im Volleyball.

„Kazuko, ist alles okay? Brauchst du einen Notarzt?“, ich deute die Stimme. Es war Suga. Ich schüttelte jedoch nur ab, denn ich konnte nicht direkt antworten, auch wenn der Reiz zu husten langsam nach ließ. Dennoch griff ich nach seiner Hand, welche er zum Glück nicht entzog und verschränkte meine Finger mit seinen. Ich konnte mich nicht erinnern, das jemals getan zu haben, aber dass er jetzt für mich da war, in einem Moment wo ich glaubte an Atemnot zu verrecken, freute mich.

Der Schmerz ließ nicht nach, dafür konnte ich jedoch schnell wieder atmen und das husten hielt nicht mehr Einzug. Dennoch es fiel mir schwer aufzuschauen, denn ich fühlte mich kaputt. Als ich jedoch in Sugawaras Gesicht blickte, wurde er direkt ganz blass: „Du blutest aus dem Mund. Lass‘ uns zum Notarzt gehen, die müssen sich das angucken.“

Noch ehe ich verneinen konnte, denn meine Stimme zu finden, war noch etwas wackelig, versuchte Koshi mich schon irgendwie vom Boden zu pflücken. Schnell wandte er meinen Arm um seine Schulterpartie und zog mich nah an sich heran, was mich direkt rot im Gesicht werden ließ. Es fühlte sich an, als wäre mir eine Hitzewelle über das Gesicht gerollt.

„W-wir müssen … wir müssen nicht zum Arzt, mir geht’s gut“, stammelte ich, noch um Luft ringend, aber Sugawara ließ nicht von mir ab. Er nahm mich mit, Trug mein ganzes Gewicht fast auf sich und zog mich direkt zum nächsten Notarztwagen, der in unsere Sichtweite kam. Ich schämte mich, in diesem Moment so schwach gewesen zu sein, doch was sollte ich tun? Ich konnte die beiden Jungs sich nicht einfach streiten lassen.

Sugawara setzte mich ab, direkt auf den Krankenwagen und berichtete dem einen der Arzthelfer, mehr oder weniger was passiert war. Währenddessen misste ein anderer meinen Puls, hörte mich besonders an der Lunge ab und schaute mir noch einmal in den Mund, bevor er eine wage Diagnose aufstellen konnte: „Im Körper scheint alles fix zu sein. Du hast dir wohl bei dem Schlag ins Gesicht auf die Zunge gebissen. Wenn’s weh tut, ein wenig kühlen und nicht zu scharfe oder heiße Speisen essen. Deine Bauchpartie wird etwas weh tun, aber mit den Tagen verschwinden. Solltest du keine Verbesserung spüren, fahr bitte noch einmal ins Krankenhaus.“

„Vielen Dank“, murmelte ich nur und sah schon, wie die beiden Arzthelfer direkt zu dem nächsten Patienten eilten. Ich jedoch blieb noch einige Sekunden sitzen und starrte auf den Steinfußboden, bis Sugawara direkt in meinem Sichtfeld stehen blieb. Mein Blick hob sich kurz an und ich schaute in Sugas mich mehr ganz so besorgtes Gesicht.

„Geht’s dir gut?“, kam es zu mir nach unten und ich versuchte so überzeugend es mir möglich war zu nicken und zu Lächeln. Doch Suga konnte nur eine Augenbraue in die Luft ziehen, er kannte mich manchmal doch einfach zu gut für sowas.

„Kageyama hat gut getroffen. Ich fühl‘ mich schlapp. Magst du mir aufhelfen?“, Sugawara ließ sich nicht zwei mal fragen, sondern reichte mir seine Hand und legte meinen Arm erneut um seine Schulter. Verdammt, wieso raste mein Herz so? Wieso schaute ich aus, wie eine hochreife Tomate? Es war mir peinlich und dennoch, so äußerte es sich wohl, wenn man in jemanden verliebt war.

Koshi geleitete mich in Richtung des Busses. Die anderen würden warten – ich ließ sie warten und es tat mir direkt leid. Doch es blieb nicht still zwischen uns beiden, was mich überraschte: „Wieso hast du mich angelogen?“

Ich stolperte beinahe über den nächsten Stein und meine Atemnot kehrte spontan zurück. Warum denn das nun? Gäbe es dafür nicht deutlich passendere Momente? Warum hier? Und vor allem, wieso jetzt? Und dennoch konnte ich mich nicht verStecken, sondern antwortete ihm mit einem leisen Flüstern: „An dem Tag, in diesem Moment, wo du mir sagtest, du würdest rein gar nichts für mich empfinden, da wollte ich dir meine Liebe gestehen. Du konntest es nicht wissen, vielleicht erahnen. Du hast mir gar keine andere Wahl gelassen, als zu diesem Zeitpunkt direkt in dein Gesicht zu schwindeln.“

Suga zog mich etwas näher und am liebsten wollte ich Abstand gewinnen. Mein Herz drohte zu explodieren bei dieser Nähe, die wir uns teilten. Ich konnte die Tage nicht mehr zählen, seitdem ich mich in Koshi verliebt hatte. Und ihm das nun zu Beichten, das war noch viel schlimmer, als alles andere. Trotzdem konnte ich nicht anders.

„Es ist nun mal besser so. Wir kennen uns schon ewig und du bist mir wichtig. Aber zwischen uns könnte nie mehr werden, als das, was da nun ist“, ich wollte das nicht hören. Wieso sagte er sowas nur? Ich wusste, dass es gelogen war und solange ich keine überzeugende Begründung hören würde, die mir etwas anderes bewies, hielt ich an meiner Ansicht fest.

„Hör‘ endlich auf. Du lügst nicht nur mich an, sondern vor allem dich selbst. Ich weiß nicht, wieso du das machst, denn es gibt nichts, was uns zurück halten würde“, ich riss mich zusammen und zog meinen Arm von Sugas Schulter. Nur angespannt stand ich da, schaute zu ihm hinauf und biss mir auf die Zunge. Es war etwas schwer sich zu halten, aber es ging. Mein Herz schlug weiter schnell, jedoch nicht mehr wegen meiner Verliebtheit, sondern wegen Nervosität.

„Ich weiß nicht, ob du mich nur als die Schwester deines besten Freundes siehst. Ich weiß nicht, ob du nicht verstehen kannst, dass ich dich lieben möchte, dass ich dich beführen und küssen möchte. Aber all das scheint egal zu sein, weil du die Frechheit besitzt, in dieser Situation egoistisch zu sein, aus einem Grund, den ich nicht kenne.“

Suga hörte mir zu, sprach jedoch erst einmal nicht. Und als er es dann tat, da wollte ich ihm ans Schlafittchen springen, denn er hatte mal wieder überhaupt nichts von dem verstanden, was ich gesagt hatte – ich wurde sauer: „Und Noya? Ich dachte, ihr seid ein paar.“

Ich winkte ab, drehte mich weg und wackelte alleine in Richtung des Busses: „Da ist keine Beziehung mehr. Aber das ist egal, denn alles, was ich für dich bin, ist das blöde kleine Anhängsel von deinem besten Freund. Also, wenn du es bis jetzt noch nicht begriffen hast, dann sage ich es dir noch ein Mal. Klar und deutlich.“

Noch einmal drehte ich mich um, blieb stehen und schaute Koshi direkt in die Augen: „Ich bin in dich verliebt, Koshi Sugawara. Das bin ich schon eine ganze Weile. Und ich weiß, dass du mich nicht einfach so stehen lassen wirst, deshalb gebe ich dir die Chance, mir zu sagen, weshalb das nichts zwischen uns wird. Ich will es wissen, ich habe das Recht es zu wissen. Es muss nicht jetzt sein, aber ich will auch nicht bis zu meinem Tod warten. Wenn ich dir also wirklich etwas bedeute, wie du sagst, dann lass mich nicht warten. Denn irgendwann wird es zu spät sein.“

Ich ließ ihn stehen. Dass Sugawara immer und immer wieder davon redete, es würde nichts zwischen uns entstehen können, das ließ mich die Zähne fletschen. Es war deprimierend, denn es kam nie eine vernünftige Antwort. Er vertagte mich, bei jedem Gespräch, dabei war er nicht einmal der Typ dafür. Und es machte mich fertig, denn obwohl er mir so viel bedeutete, so langsam war ich sauer und vor allem ziemlich traurig. Ich hoffte innigst, dass Suga mich nicht einfach im Regen stehen lassen würde und wir doch noch auf einen gemeinsamen Nenner kommen würde.
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