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To the top (of your heart)

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kozume Kenma Nishinoya Yuu Oikawa Tooru Sawamura Daichi Sugawara Koushi Ushijima Wakatoshi
23.10.2020
24.12.2020
67
150.338
35
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Dieses Kapitel
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17.11.2020 1.796
 
Heute war der erste Tag des Oberschule Vorentscheids. Ich machte mir wohl fast mehr in die Hosen, als ich mich aus dem Bett quälte, als irgendwer anders. Dabei würde ich nur mitfiebern und nicht einmal selbst den Ball schlagen – zum Glück. Trotzdem, mir schlackerten die Beine, wie ich mich aus meinem Bett erhob, um mich für das heutige Turnier fertig zu machen. Ich schmiss mich wankend in ein weißes Shirt und eine dunkle Skinny Jeans und versuchte mit meinen zittrigen Händen irgendwie einen anständigen Zopf zu binden und meinen Eyeliner annähernd gerade an meinem Auge entlang zu Zeichen. Letzten Endes endete beides mehr schlecht als recht, aber mir lief die Zeit davon. Ich konnte Daichi von unten hier hoch mit den Füßen wippen und trampeln hören, weshalb ich schnell nach meiner kleinen Tasche griff und zu ihm nach unten stieß.

Mein Bruder war bereits startklar und er ließ es nicht lange zappeln, bevor es losging. Dass er mir jedoch eine Thermosflasche mit einem Heißgetränk oder Suppe darin reicht, ohne nur ein Wort zu sagen, das war schon komisch. Hatte er wohl etwas über meine gestrigen Worte nachgedacht? Ich hoffte es – zumindest musste er etwas reflektiert haben, warum sollte ich sonst mit solch einer Überraschung begnadet worden sein? Ich lächelte etwas.

Dieses Mal waren wir nicht die beiden letzten, die dazu stießen. Sugawara war jedoch schon vor uns da und Noya – ja, Noya leider auch. Ich schluckte bei beiden Anblicken kurz und griff nach dem Saum von Daichis Trainingsjacke: „Daichi … darf ich … darf ich neben dir sitzen, bitte?“

Ich fragte nie. Wir saßen eigentlich immer zusammen, deshalb hoffte ich, dass Daichi mich verstehen würde und ohne Anstalten zu schieben, einfach zustimmte. Und er nickte. Sofort fiel mir ein Stein vom Herzen und ich lächelte ihn kurz an, bevor wir beiden ein Guten Morgen in die Runde wünschten und fast als erste einstiegen. Ich verkrümelte mich direkt wieder ans Fenster und versuchte Yuus und Sugawaras Blicken auszuweichen. Aber es war schwierig. Nishinoya blieb beinahe ganz stehen und starrte fast durch mich hindurch, wie ich in meinem Sitz hockte. Mein Herz zog rasant das Tempo an und für eine Millisekunde, da verankerten wir unsere Blicke miteinander. Ich konnte die Enttäuschung in seinen Augen sehen, weshalb ich meine Reue tief hinunter zu schlucken versuchte.

Die Fahrt dauerte ein wenig und die meisten hier versuchten, noch einmal ein bisschen die Augen zuzumachen. Das war zu Beginn auch meine Mission gewesen. So konnte ich mich wenigstens ablenken, um nicht an Yuu oder Suga zu denken, aber die Traumwelt wollte mich nicht. Egal, wie fest ich meine Augen zudrückte oder wie entspannt ich mich in meinen Sitz presste – es half alles nichts. Das vermerkte auch Daichi, aber sagen tat er nichts. Er verwies mich lediglich auf meine Thermosflasche, welche ich folgend meine Aufmerksamkeit schenkte. Es war tatsächlich Suppe darin, sie schnupperte gut. Ich nahm ein paar Schlucke und kaute auf den kleinen Nudeln herum.

Schlussendlich konnte ich mir also nur mit dem hören von Musik etwas Ablenkung verschaffen, zumindest so lange bis der Bus auf den Parkplatz auffuhr. Meine gierigen Augen schlossen sofort die Tunierhalle und die ganzen Leute in mein Blickfeld ein. So viele Schüler und sie alle liebten den Sport. Vor allem jedoch wollte jeder von ihnen hier weit kommen. Wir alle verfolgten das gleiche Ziel. Es war fast gruselig.

Jetzt hieß es also aussteigen und jeder griff nach seinen kleinen Sporttaschen. Die Jungs gingen vor uns, vor dem Trainer, vor Herr Takeda und Shimizu und ich bildeten den Schluss. Schon auf dem Weg zum Gebäude starrten uns eine Menge fremde Schulen an. Dass wir uns gut gegen die Aoba Johsai geschlagen hatten, hatte sich eventuell rumgesprochen. Aber wohl eher waren wir für die meisten noch immer die Krähen, die nicht mehr fliegen können. Hoffentlich würde sich das heute ändern – diese Ansichtsweise.

Im Gebäude und auf dem weg zur Halle war das ganze Spektakel jedoch noch schlimmer. Die Blicke gingen auch an mir und Kiyoko nicht vorbei, aber vor allem Asumane litt. Es schienen sich eine Menge Mythen um ihn zu bilden aufgrund seines wilden Aussehens. Vielleicht sollte er mit dem Gedanken spielen, seine Haare zu kürzen. Dennoch war ich froh, bereits den Eingang in die Halle sehen zu können – unser erstes Spiel stand nämlich auch bald auf dem Plan. Es würde nicht mehr allzu lange dauern.

Die Vorsteher der Turnhalle nahmen unsere Namen auf und ließen die Spieler und Ukai nach und nach herein, bis Shimizu und ich dann an der Reihe waren, unsere Namen zu nennen und in die große Sporthalle zu gehen.

„Dein Name ist nicht auf der Liste und Zuschauer dürfen nicht hier unten sein. Begib dich bitte auf die Tribünenplätze“, sprach der ältere Herr zu mir und es trieb mir den Schweiß ins Gesicht. Ich war es nicht gewohnt, nicht hier unten zu sein. Und so waren es auch die anderen nicht. Noch nie war ich bei einem offiziellen Spiel dabei – ich wusste es schlichtweg nicht.

Daichi blickte mich an, mit leicht offenem Mund, nicht wissend, was zu tun war. Ich hingegen suchte nach Hilfe, die mich schnell ereilen sollte.

„Sie ist unsere zweite Managerin. Mir ist bewusst, dass immer nur eine Managerin pro Mannschaft auf dem Feld zugelassen ist. Es wäre jedoch schön, wenn sie etwas für die Zukunft lernen kann“, Ukai bequasselte den älteren Typen mit seinem Klemmbrett in der Hand ein Weilchen. Ich war ihm unendlich dankbar, als er mich auf die Liste mit den Namen setzte.

„Hier“, Ukai reichte mir klammheimlich den Schlüssel für den Mannschaftsbus, „im Kofferraum befindet sich noch eine Trainingsjacke. Du wirst eine brauchen, ansonsten darfst du nicht auf das Feld.“

Mit einem eifrigen Nicken griff ich nach dem kleinen Schlüsselbund und nahm meine Beine in die Hand. Ich konnte nicht aufhören über mein ganzes Gesicht hinweg zu grinsen. Das Keishin es geschafft hatte mich doch noch unten aufs Feld zu kriegen, das ließ mich beinahe Luftsprünge vollziehen. So sehr, dass ich es gerade tun wollte, als ich in eine große Statur donnerte, die mich direkt zurück prallte. Ich blieb jedoch glücklicherweise auf meinen beiden Puddingbeinen stehen.

Als ich jedoch in das Gesicht des Riesen schaute und er mir einen eiskalten Blick durch den Körper jagte, bibberte ich fast. Date Tech. Er gehörte dazu. Genauso, wie die vereinzelten Spieler hinter ihm. Dabei schaute er mit seinen kurzen weißen Haaren und diesem erwachsenen Gesicht nicht einmal annähern aus, wie ein Schüler. Aber es war bei Wakatoshi ja das gleiche. Auch ihm würde man nicht ansehen, wie alt er sei.

Ich zog schnell eine Verbeugung vor ihm, um mich zu entschuldigen, bevor ich an ihm und seiner Truppe vorbei ziehen wollte. Er hielt mich jedoch auf, indem er schweigend auf mich deutete und sein Zeigefinger stach mir fast durchs Herz.

„Entschuldige, aber Aone erkennt ein Ass, wenn es vor ihm steht“, grinste einer seiner Spielkameraden in meine Richtung und ich schüttelte perplex meinen Kopf. Ob ich wohl eines wäre, würde ich selbst spielen? Es wunderte mich.

„Tut mir leid. Ich bin nur eine Managerin. Falsch geraten“, murmelte ich neutral und drückte mich unter dem Arm des großen Reisen hindurch, „tut mir leid fürs anrempeln. Ich muss los.“

Ich dachte noch den ganzen Weg zum Bus darüber nach, ob ich wohl ein Ass wäre. Ich konnte es beim besten Willen nicht genau sagen. Volleyball war eigentlich nie was für mich gewesen, aber als ich mich daran erinnerte, wie ich mit den Jungs das Spielfeld teilte, da war eine Energie vorherrschend, nach der ich ein wenig süchtig war.

Angekommen, öffnete ich schnell den Bus und durchsuchte den großen Kofferraum nach besagter Jacke. Da war sie ja! Endlich … ich hatte meine eigene Trainingsjacke. Naja, zumindest für die nächsten Stunden, aber sie stand mir ganz gut und vor allem hatte ich mich schon etwas schockverliebt. Ich wollte sie nicht mehr aus der Hand geben. Aber die Zeit eilte. Ich musste los. Somit schloss ich wieder ab, steckte den Schlüssel tief in meine Hosentasche und machte mich wieder über den gleichen Weg zurück, als mich eine unvertraute Stimme aus dem Bann dieses Turniers riss.

„Miss-Ich-Soll-Die-Finger-Von-Dir-Lassen!“, ich drehte mich in alle Richtungen, als ich einen Oikawa auf mich zu Hechten sah. Er ließ eine Runde an Mädchen dafür stehen, welche nicht sonderlich erfreut darüber erschienen. Mir wurde direkt ganz unwohl.

„D-Du kennst doch meinen Namen, also lass‘ diesen blöden Quatsch“, murmelte ich angespannt und wollte weiterhin die Mädchen im Blick behalten, doch Oikawa nahm mir jede Chance. Er blieb nur unmittelbar vor mir stehen, verfrachtete seinen Rücken in einen leichten Buckel um einfacher zu mir hinunter zu schauen. Ich war nervös.

„Bist du etwas dem Club beigetreten, als Managerin? Die Jacke steht dir ziemlich gut“, Oikawa Schlich einmal um mich herum, bevor er exakt an dem Punkt stoppte, welchen er zuvor verlassen hatte, „auch wenn ich der Meinung bin, dass die Farben der Seijoh dir deutlich besser stehen würde. Mal über einen Schulwechsel nachgedacht?“

Das schelmische Grinsen auf Oikawas Gesicht, es jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. Dieser Kerl war echt maßlos von sich selbst überzeugt. Nicht nur auf Volleyball bezogen sondern auch auf sein eigenes Bild. Und diese Mengen an Mädchen würden dieses Verhalten sicherlich nur fördern.

„Hat’s dir etwa die Sprache verschlagen?“, ich schüttelte meinen Kopf frei und wollte ihm gerade etwas entgegnen, als Oikawa auf einmal mit einem Volleyball am Hinterkopf beworfen wurde. Ich erschreckte mich selbst, wie Oikawa kurz etwas bleich im Gesicht wurde. Nicht, dass er mir noch vor den Füßen wegbrechen würde – aber nein.

„Belästigst du dieses Mädchen etwa? Hast du nichts besseres zu tun, du Idiot?“, grummelt ein etwas kleinerer Typ neben ihm auf und hob den Ball vom Boden, dem er seinem Teamkollegen gerade unfreundlich an den Kopf gepfeffert hatte.

„Man, Iwa-Lein! Meine Frisur!“, weinte Oikawa gespielt auf und ich wusste nicht, wieso ich plötzlich Teil dieses Kindergartens sein musste, als der Unbekannte sich erst einmal an mich wendete.

„Hat der Kerl dir etwas getan? Er ist ziemlich von sich überzeugt, aber tief im inneren noch ein Kleinkind, als sei ihm bitte nicht böse“, es war wirklich freundlich, dass sich dieser Fremde vor mir verbeugte und sich für Oikawa entschuldigte. Ich nickte sofort ab und verbeugte mich selbst.

„N-nein, keine Sorge“, grinste ich irgendwie und tat dann die ersten Schritte zurück, denn die Uhr tickte, „tut mir auch leid, dass ich deinen Teamkollegen aufgehalten habe. Bitte, verzeih. Hals und Beinbruch euch!“

Ich machte einen Abflug, schneller als ich gekommen war. Dennoch konnte ich Oikawa noch so etwas sagen hören, wie ,Siehst du, sie hat mir Glück gewünscht!‘ und es blieb mir nichts anderes übrig, als zu lachen. Dennoch, ich musste zu den Jungs zurück. Zu meinen Jungs. Ich wollte nichts verpassen, besonders nach dieser gegeben Chance.
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