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To the top (of your heart)

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Kozume Kenma Nishinoya Yuu Oikawa Tooru Sawamura Daichi Sugawara Koushi Ushijima Wakatoshi
23.10.2020
24.12.2020
67
150.338
42
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Dieses Kapitel
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05.11.2020 1.179
 
Alles aus dem Bus raus und die Klappen des Kofferraums wieder geschlossen, musste ich nun noch jedes Gepäckstück einzeln zur Unterkunft schleppen. Es war eine Farce. Und vor allem zog so nach und nach die Zeit ins Land. Als ich dann nach bestimmt eineinhalb Stunden den letzten Koffer in den Vorraum der Unterkunft gerollt und feinsäuberlich aufgestellt hatte, konnte ich endlich erleichtert aufatmen. Ich zapfte mir kurz etwas Wasser aus dem Spender zum verschnaufen und lief dann eilig in die Richtung der Sporthalle, um dem Spiel beizuwohnen. Einige der Blicke der Anwesenden landeten kurz auf mir, so wie der des Trainers der Nekoma oder der von Kenma und auch Daichi. Vor dem fremden Trainer zog ich schnell eine höfliche Verbeugung und setzte mich dann zu Shimizu auf die Ersatzplatzbänke.

„Hast du alles alleine geschleppt?“, murmelte sie und ich konnte nicht anders, als nur zu nicken, denn meine Luft in den Lungen schien ziemlich begrenzt zu sein.

Meine Augen beobachteten den Spielvorgang. Daichi schien unglaublich motiviert zu sein, aber auch Kuroo freute sich über das Testspiel. Aber auch hier stand wieder Kageyama auf dem Feld und nicht Sugawara. Ich konnte ihn immer wieder dabei erwischen, wie er sich etwas nach vorne lehnte, um mich mit seinen Augen zu erhaschen. Jedoch versuchte ich es zu ignorieren und mich voll und ganz auf den zweiten Satz zu konzentrieren.

Das erste mal sah ich auch Kuroo und Kenma spielen. Besonders der kleine Kater beeindruckte mich – er konnte alles in Echtzeit analysieren und direkt darauf reagieren, was auch das Team der Karasuno schnell mitbekam. Ich war begeistert von meinem besten Freund und wollte ihn am liebsten mit anfeuern. Mir wurde jedoch schon genug Verachtung entgegen gebracht, weshalb ich mich dagegen entschied.

Neben unserem klasse Aufsteiger von Hinata und Kageyama, war auch Kuroos Angriff nicht schlecht. Er verließ sich schon gut auf Kenma, aber seine Schläge waren hart und er schien immer genau zu wissen, wo eine Schwachstelle in unserer Aufstellung war. Beeindruckend, alle beide. Aber nicht nur die zwei stachen heraus – die ganze Mannschaft der Nekoma war ein Gegner, den man nicht unterschätzen durfte. Sie alle waren gut und die Parallelen zu unseren Spielern waren wirklich groß. Ich war begeistert.

Sugawara hingegen schien sich immer wieder angespannt auf die Zunge zu beißen, denn Kageyama schaffte es immer auf alles eine Antwort zu finden. Auch, wenn dies schlussendlich nicht ausreichte, denn auch der zweite Satz war verloren. Trotzdem, Tobio konnte ebenso schnell Lösungen finden und dass das ankotzen konnte, war definitiv nachvollziehbar.

Der zweite Satz war gescheitert, egal, wie sehr Tsukki versucht hatte Kenma zu besiegen und Hinata sich mit den gegnerischen Angreifern battelte. Wir hatten verloren, aber Shōyō nahm die Niederlage nicht direkt einfach hin: „Ich will nochmal!“

Ich konnte nicht anders, als zu grinsen, denn das war typisch Shōyō. Kageyama gesellte sich direkt dazu – das unschlagbare Duo, welches nie genug bekam und immer mit einem einzigen Ziel vor Augen: Gewinnen. Herr Nekomata, der Trainer von Nekoma stimmte zu, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, so, wie auch Shōyō und Tobio es trugen und auch Trainer Ukai gab sein Go, genauso, wie Herr Takeda. Und doch folgte zuerst eine Pause, in welcher ich mir dringend Nishinoya zur Seite schnappen musste.

Angespannt lehnte ich an der Wand neben dem Eingang und reichte ihm seine Flasche und eines meiner Traubenzuckerbonons: „Ich habe das Gefühl, weder Daichi, noch Sugawara kaufen uns den Kram ab. Abgesehen davon, du hast es nicht nötig, dich beschimpfen zu lassen. Vielleicht wäre es besser, das ganze doch abzublasen. Wird zwar peinlich, aber machbar ist es.“

Noya nahm mehrere Schlucke seines eiskalten Wassers und fuhr sich angespannt durch die Haare. Sie klebten dank dem Schweiß etwas zusammen und waren komplett verwuschelt, aber er schaute niedlich aus. Ich wuschelte ihm seine Frisur etwas zurecht und wartete auf eine Antwort seinerseits.

„Ich habe mir nicht zwei Wochen alles freigeschaufelt, um den Scheiss jetzt abzubrechen. Es war doch klar, dass das passiert. Daichi will seine Schwester beschützen und Suga scheint, egal was er von sich gibt, etwas für dich übrig zu haben. Alle beide nehmen ihre Schutzstellung ein – das ist normal“, Noyas Blick Ging zurück zu seiner Truppe, während er das so sagte und ich bewunderte ihn für seine Auffassungsgabe. Yuu schien mehr mitzubekommen, als ich vorerst vermutete.

„Dennoch, es klappt nicht und ich weiß nicht genau, wie ich den Plan mehr voran bringen soll“, ich biss mir auf die Zunge, denn ich hatte den Plan nicht so gut ausgearbeitet, wie es wohl hätte sein sollen. Und das machte mich wuschig, denn nun rotierten wir auf einer Stelle. Oder zumindest ich.

Noyas Blick wandte sich von seinen Leuten ab und er nahm sofort Kontakt mit meinen Augen auf, bevor er leise flüsterte: „Du vertraust mir doch sicherlich, oder?“

Mein verwirrtes Ich wusste nicht, wie genau darauf zu reagieren war. Natürlich vertraute ich Noya, ansonsten würde ich mich nicht mit ihm in dieser Position befinden. Deshalb nickte ich ihm zu, als Bestätigung. Ein leichtes Grinsen zog über seine Lippen, bevor er sich mit dem linken Unterarm direkt neben meinem Kopf an die Wand fallen ließ. Ich wurde etwas rot, denn so nah, wie jetzt waren wir uns fast noch nie gewesen. Aber das sollte nicht einmal alles sein, denn neben seiner Hand, welche vorsichtig in meinen Nacken glitt, wo sich mir direkt vor Gänsehaut die Haare aufstellten, legte er seine Stirn auch vorsichtig gegen die meinige.

„Keine Scheu und nicht zurück Zucken“, flüsterte er noch einmal so leise, dass nur ich ihn hören konnte und nicht viel später drückte er seine zarten Lippen vorsichtig gegen meine. Mein Herz rutschte mir direkt in die Hose, aber ich tat, was Noya verlangte. Ich ging mit ihm mit, ließ meine Hand ebenso in seinem Nacken fahren, um ihn näher zu ziehen und mein Rücken formte ein leichtes Hohlkreuz. Ich wollte schlucken vor Nervosität, aber stattdessen schlug mein Herz nur unkontrolliert aus. Ich wusste nicht, wie ich fühlen sollte. Mich freuen, weil ich endlich meinen ersten Kuss erleben durfte? Oder Trauer, weil er nicht mit Koshi war?

Noya ließ nach einem Mal nicht direkt von mir ab, er stahl sich noch einen und noch einen weiteren Kuss. Das Geräusch, welches wir hinterließen, wenn sich unsere Lippen voneinander trennten, machte mich süchtig. Aber es würde mich mehr in den Bann ziehen, wenn es von jemand anderem kommen würde. Und wüsste ich es nicht besser, hätte ich dieses Gefühl fast in Nishinoyas Blick gesehen.

„Ein meisterhaftes Schauspiel“, flüsterte ich leise in seine Richtung und setzte mir ein Grinsen ins Gesicht, welches Noya leicht erwiderte.

„Das war es“, kam es nur zurück und ich sah Yuu noch ein Weilchen so an, um herauszufinden, was er dachte. Er war noch immer so, wie im Einkaufszentrum und mich interessierte brennend, wieso.

„Nishinoya, komm‘ endlich!“, Daichi rief ihn für das zweite Spiel und ich ließ ihn gehen. Und die Blicke von Daichi und Suga und auch von dem Rest des Teams – sie hatten all das nicht erwartet. Sie hatten wohl nie erwartet, dass so etwas wie Liebe zwischen dem ganzen Sport überhaupt eine Bedeutung finden würde.
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