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Vaterkomplexe~ Hilfe, ich liebe deinen Dad!

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Charlie Bradbury Dean Winchester Sam Winchester
21.10.2020
16.05.2021
26
105.212
18
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
21.10.2020 2.910
 
Hey meine Lieben, (wer auch immer hier gerade liest)

nur ein paar wenige Worte zum Anfang
Diese Story ist noch sehr frisch und daher in Arbeit ♡
Inspiriert wurde ich vom Corona Jensen Lock Down Daddy Look
Ich denke ihr wisst, welchen ich meine
Also, Jensen ist schuld, das dies in meinem Kopf entstanden ist (Danke Jensen ♡♡♡)

So das wars
Wünsche euch viel Spaß beim Auftackt
Liebe Grüße, eure Pemi

**********************************************
~☆~


Charlie Winchester wartete vor dem Collegegebäude auf ihren besten Freund. Sam ließ sich an diesem Tag verdammt viel Zeit, dabei war heute Freitag und Charlie wollte dringend nach Hause, denn sie hatte in wenigen Stunden eine wichtige Verabredung mit ihrer Freundin Jo Harvelle und für die musste sie sich noch herausputzen.
Ein wenig genervt, weil sie sich sehr gut vorstellen konnte, bei wem sich ihr Sandkastenfreund gerade aufhalten ließ, scharte sie ungeduldig mit den Füßen und sah zum gefühlt hundertsten Mal auf ihre Armbanduhr. Wenn dieser lange Lulatsch nicht bald aufkreuzte, würde sie einfach ohne ihn loslaufen. Das hätte er dann davon, so unhöflich zu sein und sie warten zu lassen. Dabei sprang dabei ja auch etwas für ihn heraus.
Charlie grinste vor sich her und erinnerte sich noch gut an den Tag zurück, an dem Sam ihr sein dunkles Geheimnis verraten hatte und zwar nachdem sie ihn inflagranti dabei erwischte, wie er in dem großen Badezimmer im oberen Stockwerk an den benutzten Unterhosen ihres Dads schnupperte.
Laut musste sie plötzlich darüber lachen, als sie sich sehr genau an den geschockten und knallroten Gesichtsausdruck des Campbells erinnerte. Dieses Ereignis war mittlerweile einen ganzen Monat her und da sie nun über die heimliche Schwärmerei von Sam für ihren Vater Bescheid wusste, überlegten sie sich beide einen geeigneten Plan, wie ihr bester Freund sich an den alten Winchester heranmachen konnte.
Als Tochter wusste sie davon, dass ihr Vater schon sehr lange nicht mehr auf Frauen stand. Er und Charlies Mum waren nie sonderlich gut miteinander ausgekommen. Auf die junge Studentin hatte es schon immer eher den Anschein gehabt, dass ihre Eltern nur beste Freunde gewesen waren, die sich geheiratet hatten, nachdem Charlie am Tag des letzten Schulballs als Ergebnis entstanden war. Als ihre Mum dann an Krebs vor mehr als zehn Jahren verstorben war und ihr Dad sie allein hatte großziehen müssen, da waren öfter fremde Männer in ihrem Haus ein und ausgegangen.
Charlie hatte das nie gestört und nicht einer dieser Typen war je unfreundlich oder aufdringlich zu ihr gewesen. Allerdings schienen sie Charlies Dad nach einer Weile nicht mehr glücklich zu machen, sodass die Besuche aufhörten, als sie gerade anfing zu begreifen, weshalb ihr Vater Männerbesuch bekam.
Diese Phase von ihm, wie die rothaarige Studentin es heimlich nannte, war nun schon so lange her, das sie sich um ihren Dad sorgte.
Manchmal, wenn sie zu zeitig nach Hause kam und der ältere Winchester sie noch nicht erwartete, dann erwischte sie ihn dabei wie er leise weinte. Dabei saß er am Küchentisch oder in seinem Büro und sah jedes mal schrecklich einsam aus.
Sie wusste, das er sich einen Partner wünschte und wollte ihm so gerne helfen. Sie liebte ihren Vater über alles und ertrug es nur bedingt, wenn sie ihn so einsam sah.
Wie sie deshalb aber darauf kam ihren besten Freund mit ihrem Dad verkuppeln zu wollen? Ganz einfach. Auch der Winchester hatte mehr als einmal einen besonders langen und intensiven Blick für Sam übrig, wenn der bei ihnen zu Besuch war, was zu ihrer beider Glück nicht unbedingt selten vorkam. Sicher glaubte der Winchester das es niemandem bisher aufgefallen sei, doch seine Tochter hatte eine verdammt gute Auffassungsgabe, wenn es um die Wünsche ihrer Mitmenschen ging. Besonders bei denen die sie über alles liebte.
“Tut mir leid, das du warten musstest, Charlie, aber … Mr. Collins hat mir von seinem Urlaub erzählt und es war so faszinierend, das ich unsere Verabredung beinahe vergessen habe”, kam Sam außer Atem bei ihr am Tor angerannt und hielt sich mit schmerzerfülltem Gesicht die stechende Seite.
Charlie schob schmollend die Unterlippe vor, ließ ihrend besten Freund stehen und lief ihm voraus. Allerdings nicht ohne ihm ein schlechtes Gewissen zu bereiten, “Ich versteh schon, Mr. Collins ist dir offensichtlich doch wichtiger als mein Dad”. Sie wusste verdammt gut, das dem nicht so war und doch konnte sie sich diesen Kommentar einfach nicht verkneifen.
Wie erwartet japste Sam hinter ihr geschockt auf, eilte rasch an ihre Seite und suchte ihren Blick, “Das ist nicht wahr. Du weißt … du weißt verdammt gut, wie sehr ich in deinen Dad verknallt bin. Das war nicht fair, Charlie!”.
Die Rothaarige fing sofort wieder an zu lachen, denn wenn Sam diesen getretenen Hundeblick aufsetzte konnte sie sich damit nicht mehr zurückhalten, “Schon gut, ich wollte dich nur ein wenig ärgern. Immerhin stehe ich bereits seit einer Viertelstunde hier, Samuel Campbell und du weißt genau, wie sehr ich es hasse warten zu müssen”.
“Ja, entschuldige, es tut mir echt wahnsinnig leid. Was glaubst du, weshalb ich den ganzen Weg hierher gerannt bin? ...”, gab ihr bester Freund geknickt zu und ließ den Kopf schuldbewusst hängen. Ein wenig eingeschüchtert setzte er ein genuscheltes, "... kein Grund mich gleich Samuel zu nennen", hinterher. Sie wusste eigentlich, wie sehr er es hasste so genannt zu werden, denn nur seine Eltern riefen ihn stets beim vollen Namen, was sehr lieblos und anklagend rüberkam.
Charlie winkte ab, “Schon gut, lass uns endlich gehen”, schmunzelte sie leise und rieb sich innerlich vorfreudig die Hände. Sie hatte so eine innere Ahnung, das ihr Vorhaben positiv verlaufen würde. Was dieser große devot veranlagte Kerl mit seinem Daddykomplex jedoch nicht wusste war, dass sie heute Nacht nicht vorhatte zu Hause zu bleiben. Mit ein wenig Glück waren Sam und ihr Vater also am Wochenende ungestört. Hoffentlich vermasselte dieser Dummkopf nicht seine einzige Chance.

Nach einer ganzen Stunde Fußmarsch, bei dem sie gemeinsam über ihren Plan sprachen und eventuelle Hindernisse durchgingen, die womöglich auftreten konnten, kamen sie dann leicht verspätet endlich vor dem Haus der Winchesters an.
Obwohl ihr Sandkastenfreund bei ihnen kein seltener Gast war, wurde er heute auffallend nervöser.
“Wird schon gut gehen ...”, meinte Charlie aufmunternd, schob den großen Kerl vor sich her, der vor ihrem Grundstück abrupt stehen geblieben war und kramte in ihrer Jackentasche nach den Hausschlüsseln, "... ich hoffe du hast alles mitgebracht, was wir vereinbart haben?".
Sam wollte eben zu einer Antwort ansetzen, da wurde die Tür vor ihnen von innen geöffnet. Charlies Vater stand im Rahmen und grinste sie beide an, “Da seid ihr ja endlich! Ich habe das Essen bereits seit ein paar Minuten fertig. Dachte schon ihr lasst mich mit dem ganzen Auflauf alleine sitzen”.
“Hi, Dad”, lachte Charlie über seine nicht wirklich lustige Bemerkung, umarmte ihn zur Begrüßung und schüttelte verneinend den Kopf.
“Guten Tag, Mr. Winchester”, nuschelte Sam errötend und bekam nicht wirklich mit, wie ihr Dad diesen jungen Kerl anstarrte und ein besonderes Lächeln schenkte, da dieser Dummkopf auf seine Füße starrte, anstatt ihn dabei anzusehen. Gott Sam war einfach viel zu schüchtern. Es wurde wirklich Zeit, dass ihn mal jemand flachlegte. Vorzugsweise ihr Dad. Gott, wer war denn mit dreiundzwanzig immer noch Jungfrau? Selbst andere Homosexuelle in seinem Alter hatten längst unmengen Erfahrungen sammeln können. Selbst Charlie hatte ihre Unschuld recht früh verloren. Ebenfalls an eine viel ältere Frau.
Das es jedoch genau diese unschuldige und unberührte Art an ihrem Freund war, die ihr Dad anziehend fand, davon wussten die beiden jungen Menschen natürlich nichts. Wie auch, der ältere Winchester gab ihnen gegenüber ja nicht seine Vorlieben preis.
Gemeinsam betraten sie das riesige Haus, schlüpften in warme Pantoffeln und schälten sich aus ihren Wintermänteln.
"Ich hoffe ihr habt großen Hunger mitgebracht?", grinste Charlies Vater, lief in die offene Küche und holte den Auflauf aus dem Ofen, nachdem er sich vorsorglich passende Handschuhe aufgesetzt hatte, damit er sich am heißen Porzellan nicht die Hände verbrühte.
"I-ich schon", nuschelte Sam mit rosigen Wangen und folgte seiner Sandkastenfreundin, die sich an den gedeckten Esstisch setzte. Vater und Tochter tauschten einen mitleidigen Blick, denn sie beide kannten die Eltern des Campbells viel zu gut, um die traurige Wahrheit hinter diesen Worten zu verstehen. Es gab einen triftigen Grund, weshalb Sam die meiste Zeit seines Lebens bei den Winchesters verbracht hatte, denn seine eigenen Eltern waren nicht wirklich die Familie, die sich warmherzig gegenüber ihrem eigenen Kind gab. Mehr als einmal kam der junge Sammy in der Vergangenheit weinend zu ihnen gelaufen, weil er unrechtmäßig ausgeschimpft wurde oder unglaublich einsam war.
Viel zu gut erinnerten sich die beiden Anwesenden daran, wie sie diesen schüchternen ruhigen Jungen trösten mussten, was manchmal nicht sehr leicht war.
Genau aus diesem Grund war er in ihrem Haus zu jeder Tages- und Nachtzeit ein sehr willkommener Gast. Wenn man es genau betrachtete und so taten sie es alle drei, dann gehörte er viel mehr in diese Familie als in die eigene. Deshalb musste Charlie ihren Dad heute auch gar nicht lange bezirzen, damit ihr Sandkastenfreund über Nacht bleiben durfte. Das war er ohnehin beinahe jedes Wochenende.
Während der Winchester ihnen allen von dem selbstgemachten Auflauf servierte, beugte Sam sich zu ihr herüber und flüsterte ihr leise endlich die Antwort auf ihre längst vergessen Frage von vorhin zu, "Ich hab alles eingepackt, was du gesagt hast … aber …", er vergewisserte sich mit einem kurzen Blick hinüber in die offene weitläufige Küche, das ihr Gespräch noch nicht bemerkt wurde und sprach beinahe unverständlich weiter, "... aber langsam denke ich nicht, das ich den Mut dazu habe, um-". Natürlich brach er sofort ab, als Charlies Dad mit ihren Tellern an den Tisch kam, die er alle drei gleichzeitig zu tragen wusste.
Die Rothaarige ignorierte kurz ihren Dad und schenkte ihrem besten Freund einen bedrohlichen 'Ich-bring-dich-um-wenn-du-es-nicht-tust' Blick, bei dem der Campbell schuldbewusst die Schultern einzog und auf sein etwas größeres Stück Auflauf starrte.
Der Winchester hatte von ihrem kurzen Austausch glücklicherweise nichts mitbekommen und schien sofort besorgt, da er die bedrückte Stimmung ihres Gastes bemerkt hatte. Natürlich. Ihrem Dad entging nicht das geringste Detail, wenn es sich um Sam handelte.
Manchmal glaubte Charlie, das ihr Vater ihn mehr liebte, als sie, doch da sie selbst sehr viel für diesen jungen, schüchternen Kerl übrig hatte, war sie deswegen nie eifersüchtig. Sam bekam einfach viel zu wenig Zuneigung, weshalb Vater und Tochter ihm davon mehr gaben, als er manchmal zu ertragen schien.
"Was ist denn los, Sammy? Ich dachte du hast Hunger, hab dir deshalb extra eine größere Portion draufgetan", sprach der Winchester den Jungen sanft an und sah besorgt zu ihm herüber.
Der Angesprochene, der um einiges größer war, als sie beide, saß auf dem Stuhl in sich zusammengesunken da und erinnerte Vater und Tochter bildlich an ein Häufchen Elend.
"Ich …", schniefte Sam plötzlich, stand abrupt auf und verabschiedete sich kurz auf die Toilette, "... bin gleich wieder da".
Ihr Dad runzelte die Stirn, sah dem Jungen kurz hinterher und blickte dann überfragt zu seiner Tochter, "Hab ich was falsches gesagt?".
Charlie blinzelte mehrmals, denn ja sie wusste, dass ihr bester Freund manchmal nah am Wasser gebaut war, aber das eben war schon sehr merkwürdig. Mag sein das sie mit ihrem Blick ein klein wenig zu weit gegangen war, aber wenn sie dem Campbell keinen Tritt gab, dann würde das heute Abend in einem Desaster enden.
"Ich geh mal nachsehen", ließ sie ihn wissen, stand ebenfalls vom Tisch auf und folgte Sam zum Badezimmer.

Selbst aus einiger Entfernung konnte sie Sam schniefen hören. Vor der Tür des Gästebadezimmers klopfte sie an und schmunzelte leise, als es plötzlich still dahinter wurde, "Lässt du mich kurz rein? Oder sitzt du auf'm Topf?".
Ohne ihr eine Antwort auf diesen geschmacklosen Scherz zu geben, schloss Sam die Tür auf und linste verheult nickend durch den kleinen Spalt den er freigab, ehe sie gerade so hindurch schlüpfen konnte.
Hektisch lehnte dieser große Kerl sich dann sofort mit Tränennassem Gesicht gegen die nun wieder geschlossene Badezimmertür und schien die erneuten Fontänen aus seinen Augen zu ignorieren, "Ich glaub … ich … denke nicht das ich …", besiegt rutschte er zu Boden und vergrub das Gesicht in den Händen, "... ich kann das nicht. W-wieso … wieso sollte … dein heißer Dad … je etwas mit einem Loser wie mir anfangen?".
Charlie schnalzte mit der Zunge, rollte ungesehen von ihrem Freund genervt mit den Augen und kniete sich zu ihm auf den gefliesten Badezimmerboden, "An diesem Punkt waren wir doch schon mal, erinnerst du dich? Verdammt, Sam, du bist kein Loser und ich weiß, das mein Vater etwas für dich empfindet".
Wie ein kleiner Junge strich dieser Dummkopf sich mit dem Ärmel über das Gesicht und die vom Rotz laufende Nase, "Wieso? Weil du glaubst irgendwelche heimlichen Blicke bei ihm gesehen zu haben? Tz … das ist sicher nur Einbildung, Charlie".
Die Rothaarige plusterte die Wangen auf und knuffte ihren Sandkastenfreund in die Seite, "Na hör mal, nur weil du die rosarote Brille auf hast und vor lauter Liebe kaum was mit bekommst, heißt das nicht, das ich genauso blind bin".
“Ich weiß ja nicht ...”, seufzte Sam ungläubig, schniefte nur noch gelegentlich und lehnte den Kopf an die Tür in seinem Rücken, “... und selbst wenn, wie kommst du darauf, das er auf junge Männer in Reizwäsche steht?”.
Also so langsam machte dieser Lulatsch sie ernsthaft wütend, “Das habe ich dir doch längst erzählt ...”.
Vor einiger Zeit, es war noch gar nicht so lange her, genau genommen nur wenige Tage nachdem sie von der heimlichen Liebe Sams zu ihrem Dad erfahren hatte, fand sie beim Saubermachen des Hauses in dessen Büro, jede Menge Pornos die sich um Daddy-Boy-Szenarien drehten und in denen der Boy sehr häufig Damenreizwäsche trug. Dass diese Beweismittel ganz klar darauf hinwiesen worauf ihr Vater so stand, war ja wohl mehr als eindeutig. Immerhin wohnten nur sie beide in diesem Haus und Charlie stand nicht auf Männer. Sie hatte ihre eigenen Vorlieben und die bestanden ganz eindeutig nicht aus jungen Burschen mit Strümpfen und Strapse.
“... aber hey, wenn du den Schwanz einziehen willst, dann mach das doch. Komm nachher aber nicht flennend bei mir angerannt, wenn Dad einen anderen Kerl gefunden hat, nur weil du zu feige warst zu deiner Liebe zu ihm zu stehen”. Mag sein das ihre Worte ein wenig zu hart waren, aber wie bereits erwähnt, musste sie Sam diesen Tritt verpassen, wenn sie wollte das die Dinge zwischen den beiden Männern ins Rollen kamen. Und da ihr Vater schlecht den Anfang machen konnte, immerhin war Sam der beste Freund seiner Tochter und noch dazu an die zwanzig Jahre jünger als er, da musste eben der Campbell den ersten Schritt machen und endlich über seinen Schatten springen.
Wie beabsichtigt sah Sam sie aus angsterfüllten und verletzten Augen an. Natürlich wollte er nicht, das sich ihre Warnung bewahrheitete, “Kein Grund gleich gemein zu werden”, schmollte er, biss sich auf die Unterlippe und fing an in ihrem Beisein zu flennen wie ein kleiner Bengel.
“Schon klar …”, winkte Charlie schnaufend ab, rutschte neben ihn an die Tür und griff sich eine dieser großen Hände ihres Sandkastenfreundes, um ihn auf ihre Art zu trösten, “... du weißt, ich meine es nur gut mit dir. Du und mein Dad, ihr seid alles was ich habe … ich sehe doch jeden Tag, wie es euch geht und wieso sollten sich zwei Seelen nicht zusammen tun, die einsam sind und ganz offensichtlich zusammen gehören?”.
Sam kicherte leise und vergass wie beabsichtigt weiterhin zu heulen, “Sehr tiefsinnig, Miss Winchester”.
“Weißt du was, leck mich doch!”, fauchte sie beleidigt und wollte schon aufstehen, da zog Sam sie in eine feste liebevolle Umarmung und schmierte ihren schwarzen Pullover sicher mit seinen Tränen und vor allem mit seinem Rotz aus der noch immer laufenden Nase voll, “Danke für deine Hilfe, Charlie”.
“Jaja ...”, grummelte diese nur, denn im Gegensatz zu dem Campbell stand sie nicht wirklich auf diesen ganzen kitschigen Quatsch über Liebe, Zuneigung und rosaroten Herzchen. Mag sein das sie gewisse Gefühle für Joana Harvelle hatte, doch sie konnte sich nicht vorstellen, das dies schon die Liebe war, von der jeder so schwärmte.
Seufzend endlich diese unangenehme Situation hinter sich gebracht zu haben, stand sie von dem kalten Fußboden auf und überprüfte ihr Erscheinungsbild im Spiegel. Also sehen konnte sie jedenfalls keine verräterischen Flecken auf ihrer Schulter.
“... ich geh mal besser wieder zurück zu Dad, bevor der noch auf falsche Gedanken kommt”. Mit diesen Worten war sie auch schon zur Tür hinaus und ließ den Campbell allein zurück. Hoffentlich dachte der daran sich zuerst das Gesicht zu waschen, bevor er sich zurück an den Esstisch setzte, denn auf die Schnelle wusste Charlie keinen plausiblen Grund für dessen Gefühlsausbruch, auch wenn die Erfindung einer Ausrede ja nicht ihre Aufgabe war.
‘Oh man, das war noch ein ganzes Stück Arbeit bis heute Abend’, dachte sich die Rothaarige im Stillen und grinste unschuldige zu ihrem Vater hinüber, als sie sich wieder auf ihren Platz setzte.
“Ist alles in Ordnung? ...”, wollte der Winchester natürlich besorgt von ihr wissen.
Charlie winkte ab, stopfte sich den Mund mit Auflauf voll und nickte mehrmals mit dem Kopf.
“... kommt Sammy gleich wieder?”, wollte ihr Vater weiter wissen und blickte prüfend über die Schulter.
Die Rothaarige antwortete nicht darauf, sondern tat so als hätte sie die Frage nicht mitbekommen. Sie war gespannt, wie ihr Dad wohl darauf reagierte?
 
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