Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

2020 10 20: Von Herzen [by - Leela -]

OneshotLiebesgeschichte / P12 / Het
OC (Own Character) Sergeant John Benton
20.10.2020
20.10.2020
1
1.898
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
20.10.2020 1.898
 
Tag der Veröffentlichung: 20.10.2020

Zitat: "Der Schlüssel zum Herzen einer Frau ist ein unerwartetes Geschenk zu einem unerwarteten Zeitpunkt." (Forrester - Gefunden!)

Titel der Geschichte: »Von Herzen«

Autor: - Leela -

Hauptcharaktere: Sergeant Benton, Leela Comstock (OC)

Nebencharaktere: -/-

Pairings: -/-

Kommentar des Autors: Dieses Zitat hatte ich mir aus einem besonderen Grund gezogen, denn daraus wollte ich gerne nicht nur ein kleines Tribute für meinen geliebten Sergeant Benton machen, sondern es auch dem Schauspieler dahinter widmen: John Levene. Ohne daß er es weiß, haben wir in diesem Jahr viel zusammen durchgemacht, und es ist einfach an der Zeit, einmal dafür DANKE zu sagen, daß er - nicht nur mir - den wohl süßesten Charakter geschenkt hat, den die TV-Geschichte je hervorgebracht hat. ♥






Von Herzen

John hätte frustrierter nicht sein können. Seit drei Tagen in Folge hatte er nun schon die Spätschicht in der Funkstation, und ein Ende war nicht abzusehen. Seit die seltsamen Signale aus dem Weltraum aufgefangen worden waren, war U.N.I.T. in Alarmbereitschaft, jeder verfügbare Soldat im Einsatz, und alle wichtigen Stationen auf dem Campus rund um die Uhr Tag und Nacht mit voller Aufmerksamkeit besetzt. Noch wußte man nicht, ob es sich tatsächlich um eine Bedrohung handelte. Noch ließ es sich aber auch nicht ausschließen. Und so wurde die Situation mit größter Vorsicht aufmerksam überwacht.
      Die Aufgabe war wichtig. Das sah John ein. Trotzdem hätte er alles dafür gegeben, wenn sein Dienstplan anders ausgesehen hätte. Und jetzt hing er hier fest, und versuchte, sich mit der Situation abzufinden.
      Alles wäre nicht so schlimm gewesen, hätte sich seit kurzem nicht etwas in seinem Leben geändert. Früher wäre er bei einer Sache wie dieser mit vollem Elan dabei gewesen, hätte die Spätschichten gerne übernommen, die Abwechslung und eine aufregende Arbeit versprachen. Das war allerdings zu der Zeit gewesen, als er noch Single gewesen war!
      Wenn es wenigstens nicht die Spätschichten gewesen wären! Es änderte ja nichts daran, daß die Arbeit hier gerade interessant, aufregend und wichtig war, und er sie gerne machte. Aber sein Dienst begann, wenn seine Freundin von der Arbeit kam, so daß das kleine Zeitfenster, das ihnen zusammen blieb, größtenteils fürs Schlafen draufging, wenn er fix und fertig vom Dienst kam, und sie sich schon auf den nächsten Arbeitstag vorbereitete. Es gab kaum etwas ätzenderes, was er sich gerade vorstellen konnte. Seine Bemühungen, die Schichten zu tauschen, waren jedoch ins Leere gegangen, da er von allen Einsatzkräften mit am ehesten die Möglichkeit hatte in die Abendstunden hineinzuarbeiten. Auf persönliche Befindlichkeiten wurde da nur selten Rücksicht genommen, und schon gar nicht in einem Ausnahmezustand wie diesem hier.
      Die ersten zwei Tage waren Hardcore gewesen. Und je länger der Zustand andauerte, desto zermürbender wurde es. Er wußte jetzt schon nicht, wie er die nächste Schicht durchstehen sollte. Vor allem, nachdem er schon den ganzen Vormittag damit zugebracht hatte, sie zu vermissen.
      Darüber hinaus, und das war fast noch schlimmer, wußte er, daß es ihr nicht besser ging. Mal konnte man sich gut auch einen Tag allein beschäftigen, und er wußte, daß Leela praktisch jederzeit die Zeit mit dem Schreiben einer guten Geschichte überbrücken konnte; das änderte nichts daran, daß sie ihn ebenso vermißte, und je länger dieser Ausnahmezustand andauern würde, um so unerträglicher würde es werden. Das merkte er schon in den Zeiten, die sie gerade zusammen hatten, wenn sie sich so an ihn schmiegte, als wolle sie ihre Batterien für die nächste lange Phase aufladen, in der sie sich nicht sahen. Hätte er nur die Chance gehabt, irgendetwas dagegen zu tun. Doch hier waren ihm von seinem Arbeitgeber die Hände gebunden. Und er hoffte nur, daß sie es mit trug, solange sein Dienst es erforderte.
      Mit ein bißchen Magenschmerzen dachte er daran, was er ihr antat, auch wenn er nichts dafür konnte. Es war schlimm genug, daß er vor Sehnsucht verging, sie hatte es aber erst recht nicht verdient, konnte sie ja noch viel weniger für die Situation. Für sie mußte es noch schwieriger sein, änderte sich für sie ja im Tagesablauf eigentlich nichts, außer daß sie auf ihn verzichten mußte. Und dabei war sie es, die mit weit mehr Verständnis als er selbst seine Moral am Laufen hielt und ihm die Kraft gab, die Zeit durchzustehen, einfach, weil sie für ihn da war, bedingungslos hinter ihm stand und den Weg mit ihm gemeinsam ging. Allein dieses Gefühl, so schön es war, machte es ihm fast noch schwieriger zu akzeptieren, ihr das antun zu müssen.
      Es lag Jahre zurück, da hatte er einmal eine Freundin gehabt, die ihm wegen Bereitschaftsdiensten eine Szene nach der anderen gemacht hatte. Sie hatte eine Aufmerksamkeit eingefordert, die er ihr nicht hatte geben können, sich vernachlässigt gefühlt, weil sein Dienstplan vorging, und ihm Vorwürfe der übelsten Sorte deswegen gemacht. Das hatte letzten Endes auch dazu geführt, daß er die Beziehung beendet hatte, weil er diese Doppelbestrafung nicht mehr ausgehalten hatte. Darum brauchte er sich bei Leela keine Gedanken zu machen. Im Gegenteil! Sie akzeptierte es nicht nur, sie unterstützte ihn, weil sie wußte, daß er genauso darunter litt wie sie, und weder er noch sie etwas dagegen tun konnten. Sie war in Zeiten wie diesen sein emotionaler Support, das Netz, das ihn auffing, der Engel, der alles daran setzte ihm die Zeit so einfach wie möglich zu machen. Alleine das machte sie so liebenswert; alleine das ließ ihn spüren, wie sehr sie ihn wirklich liebte. Es war ein Geben und Nehmen, das in beide Richtungen gleichermaßen funktionierte, indem sie einander die Kraft gaben, solche Phasen zu überstehen. Und das tat so unheimlich gut! Zusammen holten sie das beste raus, was die Situation hergab, um es einander so leicht und angenehm wie irgend möglich zu machen. Und dabei trug sie die Situation mit ihm zusammen. Allein dafür schon hatte sie es nicht verdient, daß er nicht für sie da sein konnte.
      Er wußte, daß es ihr nichts ausmachte, wenn sie sich aufgrund seines Dienstes nicht sehen konnten. Obwohl, nein, das war so nicht richtig – es war für sie okay, weil sie wußte, daß es in seinem Job als Soldat bei U.N.I.T. dazugehörte. Deswegen nahm sie es mit der nötigen Portion Gelassenheit und Verständnis, auch wenn sie ihn in den Zeiten gerne an ihrer Seite gehabt hätte. Er wußte, er brauchte sich nicht zu entschuldigen, zu rechtfertigen oder zu entschädigen, weil es für sie selbstverständlich war, daß sein Dienst es einfach nicht immer zuließ, daß sie gewisse Zeiten zusammen hatten. Und dennoch war es ihm nicht genug, ihr Verständnis einfach so hinzunehmen. Es mußte einen Weg geben, wie er ihr zeigen konnte, wie dankbar er dafür war, daß er sie hatte, und wie viel sie ihm bedeutete. Und gerade jetzt, wo sie sich knapp sehen konnten, gab es nur eine vernünftige Möglichkeit, die er spontan und ohne Komplikationen nutzen konnte.
      Dafür hatte er sich etwas ausgedacht. Wenn er schon nicht über den Tag bei ihr sein konnte, dann wollte er es wenigstens mit einer kleinen Aufmerksamkeit kompensieren, und das besser heute als morgen, damit sie auch etwas davon hatte, während er nicht da war. Er wußte, er brauchte es nicht, aber er wollte es; und genau deswegen, weil sie es nicht von ihm erwartete, vielleicht noch ein bißchen mehr. Einfach, weil sie es verdient hatte, einfach, weil er wollte, daß sie merkte, daß er an sie dachte, einfach, weil er alle Register zog, um sie glücklich zu machen. »Der Schlüssel zum Herzen einer Frau ist ein unerwartetes Geschenk zu einem unerwarteten Zeitpunkt.«, – das war der Ort, nach dem er sich sehnte, ein Platz in ihrem Herzen. Er wußte, er hatte ihr Herz bereits erobert, und dennoch ging ihm dieses Zitat nicht aus dem Sinn, als er seine kleine Aufmerksamkeit für sie hübsch verpackte, am Vormittag, als sie auf der Arbeit war. Er wußte und spürte eins, wenn er an diesem Ort in ihrem Herzen immer mit Stolz sein wollte, dann durfte er nie müde werden, diesen Schlüssel immer wieder zu benutzen. Und vielleicht, nein, ganz bestimmt, würde sein kleines Präsent heute dafür sorgen, daß sie ihn noch ein kleines bißchen mehr liebte, wenn das noch möglich war.
      Bevor er das Haus verließ, drapierte er das Geschenk gut sichtbar auf dem Couchtisch. Er atmete noch einmal tief durch. Dann machte er sich auf den Weg zu seinem Dienst – ein bißchen melancholisch, ein bißchen aufgeregt, und ein bißchen deprimiert, weil er ihre Reaktion nicht mitbekam…

Als Leela nach Hause kam, fand sie die Wohnung still und leer vor. Sie seufzte tief. Sie war darauf vorbereitet gewesen, sie wußte ja, wie Johns Dienst im Augenblick aussah, und trotzdem. Sie vermißte ihn jetzt schon. Und es würde noch einige Stunden dauern, bis sie sich wenigstens im Bett zusammenkuscheln konnten.
      Sie versuchte, sich zusammenzureißen und die Melancholie abzuschütteln. Jetzt würde sie sich erstmal einen Kaffee machen, und dann an einer neuen Geschichte schreiben. Das war die beste Variante, um die lange Wartezeit zu überstehen – es sich auf der Couch gemütlich zu machen und sich in eine Story zu vertiefen. So konnte sie der Sehnsucht wenigstens ein bißchen entgegen wirken. Und sie hatte gleich etwas neues, was sie ihm mitgeben konnte, damit er im nächsten Dienst die Wartezeit ein bißchen verkürzen konnte. Sie wußte, daß es ihm half, wenn er in den Pausen etwas von ihren Geschichten lesen konnte, also sorgte sie dafür, daß er immer etwas neues mitnehmen konnte.
      Den Entschluß gefaßt, nahm sie ihren Becher und ging ins Wohnzimmer herüber. Als sie es sich auf der Couch bequem machen wollte, stutzte sie. Als sie das Haus verlassen hatte, hatte noch nichts auf dem Couchtisch gestanden, da war sie sich sicher. Und so provokant, wie die bunte Schachtel zusammen mit der Karte auf dem Tisch stand, blieb kein Zweifel offen, daß es Johns Werk war.
      Sie spürte ihren Puls rasen, als sie sich setzte und den Umschlag nahm. Dieser war allerdings mit dem Hinweis versehen, daß sie erst die Schachtel öffnen sollte. Sie folgte der Anweisung, öffnete die Box neugierig und fand darin einen Kaffeebecher – doch nicht irgendeinen. Er hatte die Tasse personalisieren lassen, mit einem hübschen Foto von ihnen beiden zusammen, wo er sie gerade umfaßt hielt und sie sich an ihn schmiegte. Das Bild war in einen hübschen, romantischen Hintergrund eingebettet, in den auch der Schriftzug »I love you« integriert worden war, natürlich auf seiner Seite. Die Botschaft verstand sie ganz automatisch.
      Sie hielt den Becher in zitternden Händen und betrachtete ihn atemlos. Aufgedreht griff sie nun zu dem kleinen Umschlag und zog die Karte heraus. Noch einmal Herzchenmotiv. Wenn er etwas machte, dann richtig! Ihr eigenes Herz spürte sie einen Marathon schlagen, als sie die Karte aufgeregt aufklappte. In Johns sauberer Handschrift, die er benutzte, wenn ihm etwas wirklich wichtig war, stand darin:

„Im Herzen immer zusammen!
Damit du mich nicht ganz so sehr vermissen mußt.“

      Sie las die Zeilen, betrachtete die Tasse, und brach in Tränen aus. Jetzt vermißte sie ihn noch mehr als vorher!





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine echt süße Geschichte. Das Zitat passt hier sehr gut.

Eure lula-chan
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast