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17 ain't so sweet

von Houslock
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Jane Rizzoli Maura Isles
20.10.2020
12.07.2021
24
59.632
17
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Dieses Kapitel
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20.10.2020 1.514
 
♠️


Das Aufschlagen des Hart-Gummis gegen
das abgenutzte Linoleum schallte in der ganzen Halle wider, ehe der dunkle Lockenkopf den Ball in einem sauberen Pass an seinen Mitspieler abgab. Mit seinem vorteilhaften Körperbau brauchte es den jungen Mann nicht viel Kraftaufwand, in die Knie zu gehen und dann aufzuspringen. Das Gestänge ächzte unter seinem Gewicht, als er sich an den Korb hängte und den Ball hindurchfeuerte. Getose drang durch die Halle sowie die allzu unverkennbaren Klänge der Pfeife.

„Alles klar. Das war’s für heute. Geht euch umziehen“, verkündete der hochgewachsene, schlanke Mann und wandte sich dann an die beiden Freunde, die einander in die Seiten boxend zu den geschlechtergetrennten Umkleidekabinen gingen.

„Jane, warte doch bitte einen Moment“, sagte er. Janes Lächeln verschwand und sie tauschte einen Blick mit ihrem besten Freund. Er gab ihr unmerklich zu verstehen, dass er warten würde, wenn sie es denn wollte. Sie winkte ab und so ließ er sie mit dem Trainer alleine.

„Was ist los, Coach?“ Die Schülerin versuchte es beiläufig klingen zu lassen, aber ihre Gefasstheit verschwand und sie verschränkte symbolisch die Arme vor der Brust.

„Jane, ich schätze deine Leistung im Spiel wirklich und bin auch heilfroh, dich wieder dabei zu haben. Aber Sport bedeutet im Team zu spielen, das solltest du über die Wochen nicht vergessen haben.“

Sie verlagerte ihr Gewicht von einem auf das andere Bein, war drauf und dran, ihm zu widersprechen. „Haben Sie denn nicht gesehen, dass-“

Er unterbrach sie: „Jane, Barold ist nicht dein einziger Teamspieler. Ihr seid Freunde, das weiß ich. Und deiner Auffassung nach sicher die besten im Team. Auch wenn du gewinnen willst, geht es gerade im Basketball nicht darum, sondern-“

„Sondern um Teamfähigkeit, ich weiß, Coach“, sagte sie resigniert. Er streckte die Hand aus und berührte ihren Arm, ließ Jane sich unter der Berührung winden.

„Dann arbeite daran. Das ist wichtig.“ Sein Griff verengte sich etwas, als wolle er seinen Worten symbolisch Nachdruck verleihen.

Sie nickte, hatte dem nichts weiter hinzuzufügen und ging, nachdem er sie endlich losgelassen hatte, Richtung Umkleide.

„Und Jane, du kannst ruhig ein bisschen lächeln, das macht dich weniger einschüchternd. Und schadet auch nicht deinem hübschen Gesicht.“ Er zeigte ihr eine Reihe perlweißer Zähne, ehe er sich abwandte.

„Okay“, murmelte Jane mehr verstört unter einem Atemzug und zog die schweren Türen auf.

Die Gerüche, die ihr sogleich entgegenschlugen, ließen den dringenden Wunsch aufkeimen, sich direkt umzudrehen und wieder hinauszugehen. Sie beschloss, dass das, was sie da erwartete, in keiner Weise besser war, und so riss sie sich zusammen, als sie zu den Umkleidebänken ging.

„Mark sieht wirklich unglaublich aus in seiner Hose“, gab eine von Jane wenig gemochte Teamspielerin zum Besten und wandte sich dann an den dunklen Lockenkopf. „Findest du nicht auch, Jane?“ Als sie sich zu ihr drehte, klebten Janes Augen praktisch auf der nackten Brust des Mädchens, als diese sich ihren BH anzog.

„Hmm? Weiß nicht. Hab nicht drauf geachtet“, gab sie zurück, als sie sich das T-Shirt über den Kopf zog und ein anderes in Windeseile überwarf. Den anderen keine Chance auf ihren Körper lassen oder den Teil, für den sie sich schämte.

„Und worauf hast du geachtet?“ Das andere Mädchen war sich durchaus im Klaren, wohin Jane gestiert hatte, als sie unbekleidet war und es machte ihr nicht aus, sie damit aufzuziehen. Es war kein Geheimnis, dass Jane Rizzoli Mädchen als ihre Liebhaber bevorzugte, was sie zu einer gerne genutzten Zielscheibe für Gehässigkeiten machte.

„Auf den Ball. Anders als du“, gab Jane stumpf zurück, als sie den Zopf öffnete und die langen rabenschwarzen Locken auf ihre Schultern fallen ließ.

„Du lässt ja nie auch nur jemandem die Chance dazu, das Ding in die Hand zu bekommen“, sagte Wendy McKey, ein Mädchen, das Jane genauso wenig leiden konnte, wie umgedreht. Dabei waren sie bis zur siebten Klasse einst gut befreundet gewesen.

„Werd mir Mühe geben“, brachte sie unter zusammengebissenen Zähnen hervor. Jane hatte kein Interesse, ihre Zeit hier zu vergeuden, und so beeilte sie sich, die ausgetretenen Converse überzustreifen, ehe sie den Rucksackt mit den achtlos hineingestopften Sportklamotten packte und ging.
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„Seit wann brauchst du denn so lange?“, fragte Frost, als er sie draußen vor der Tür abfing.

„Wurde aufgehalten.“

„Von den lieben Mädchen oder dem Coach?“ Er warf ihr ein wissendes Grinsen zu und bekam zur Erwiderung ihre Faust gegen seine Schulter geschlagen.

Sie schnaubte, als sie darauf den Rucksack erneut schulterte. „Schätze von beiden Seiten.“

„Was wollte der jetzt eigentlich von dir?“

„Soll ein bisschen mehr lächeln, das macht mich noch unwiderstehlicher.“ Sie betonte das letzte Wort extra, ließ es durch ihre ohnehin schon tiefe Stimme noch lasziver klingen.

„Oh als wäre das möglich“, sagte Frost und spielte das Spiel mit, als er sich näher an ihre Seite drängte.

„Vergiss es, Frostie. Ich hab schon ‘nen Würgereiz bekommen, als der Typ mich nur angefasst hat.“

„Du meinst, der ist spitz auf dich?“ Es klang zwar beiläufig, aber nun horchte Frost auf. Ihm war bereits aufgefallen, dass der Coach, schon bevor Janes Ausfallen, ein Auge auf die schöne Halbitalienerin geworfen hatte. Und das gefiel ihm gar nicht.

Sie versuchte ihn abzulenken: „Ob was in seiner Hose spitz war? Hab nicht drauf geachtet. Wäre aber wohl ein bisschen zu bedauern für ihn, nicht wahr? Ist der nicht gerade zum zweiten Mal Vater geworden? Sollte der sich da nicht auf andere Dinge konzentrieren?“

Frost spürte, dass sie das Thema zu vermeiden versuchte und so bohrte er nicht weiter. „Hast dich aber gut mit Informationen versorgt, während du weg warst.“

„Ich hab eben meine Quellen. Und ich war ja nicht wirklich weg. Die sechs Wochen ohne Basketball bedeuteten ja nicht, dass ich ihm nicht im Gebäude über den Weg gelaufen bin.“

„Wo wir gerade davon sprechen. Tat’s weh heute? Ich meine, dich nach einem Sprung zusammenzucken gesehen zu haben.“

„Ich hab doch so sauber gespielt wie immer.“ Sie waren mittlerweile an den Fahrradständern angekommen und Jane bückte sich, um das Schloss ihres Rads aufzuschließen. Er hatte recht mit seiner Bemerkung; es tat ihr verdammt weh. Aber sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen.

„Jane, ich mein’s ernst, das bringt doch nichts. Geh zum Arzt, wenn’s wehtut oder am Ende verschlimmert sich noch was.“

„Frost nicht.“ Seine Hand war plötzlich über ihrer rechten Leiste und ihre Eingeweide zogen sich zusammen, als er ins Narbengewebe drückte.

„Sieh doch, wie-“

„Ich hab gesagt, es reicht!“ Sofort war seine Hand weg und er trat beschämt einen Schritt zurück.

„Entschuldige.“ Er kratzte sich am Kopf, nicht wissend, wie er die Situation wieder geradebiegen konnte. „Kommst du denn noch mit auf eine Runde Zocken? Oder zwei?“

„Ich würde ja wirklich gerne, echt. Aber Ma macht mir die Hölle heiß, wenn ich nicht zusehe, dass ich meinen Arsch zur Nachhilfe schwinge. Dann haben die Weißkittelträger mehr zu flicken als letztes Mal.“

„Weswegen das?“

„Sie hat ganz zufällig in meinem Zimmer einen Putzanfall bekommen und meinen ganzen Schreibtisch auf den Kopf gestellt. Und dabei ganz zufällig auch noch was gefunden. Als ich also nach Hause gekommen bin, hab ich zwar gestaunt, als mein Zimmer blitz blank war, versteh mich nicht falsch, damit hab ich nicht gerechnet. Aber gleichzeitig wedelte sie mir dann mit meiner fünf minus vom letzten Mathetest entgegen.“

„Der, in dem ich nicht viel besser war?“ Der Lockenkopf nickte vernehmlich, vermied es allerdings, ihn anzuschauen. „Aber Jane, das ist doch Schrott. Wie kann sie denn erwarten, dass du dich nach so kurzer Zeit wieder völlig im Stoff einfindest? Und dann auch bei Mathe. Herr Gott, du hast ja die Hälfte verpasst und wenn dann nur das mitbekommen, was ich dir gebracht habe. Es war von vornherein klar, dass du da einbrichst.“

„Jedenfalls nicht für sie. Wie dem auch sei. Meine Eltern stecken da ne Menge Asche rein, also sollte ich zusehen, bevor ich das heute verpasse.“

„Warte mal. Wie könnt ihr das finanzieren?“

Jane seufzte und hielt inne, ihr Rad aus dem Ständer zu ziehen. Frost wusste um ihre Lage und in welchen Verhältnissen sie lebten, wodurch es keine Geheimnisse benötigte. Sie legte die Karten offen auf den Tisch: „Seit wir die zweite Hypothek auf das Haus haben, können wir uns eben nicht nur Frankies Zahnspange leisten. Bis dann, Frost.“ Es wurde von Sekunde zu Sekunde unangenehmer, mit ihm darüber zu reden und so schwang das Mädchen sich auf den Sattel und trat endlich die Pedale durch. Sie kurvte in einer enormen Geschwindigkeit um das Gebäude die Straße entlang.

Es blieb ihr jetzt keine Zeit mehr, sich richtig frisch zu machen oder einen Abstecher Nachhause und auf das dort auf sie wartende Essen zu machen. Jane hastete so schnell, dass ihr die Oberschenkel zu brennen begannen. Sie sah nicht, ob die Straße, die sie gerade überquerte grün oder rot war. Noch bekam sie mit, dass überhaupt eine Ampel am Pfahl angebracht war, ehe sie ein lautes Hupen und quietschende Reifen neben sich hörte.
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Das erste Kapitel dieser doch mehr holprigen Fanfiktion. Ich weiß noch nicht, in welcher Regelmäßigkeit ich uploaden werde, aber ich geb mein Bestes.
Ich würde mich hierzu besonders um Feedback freuen^^
Man liest sich
Houslock-Vani :)
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