Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

You. ᵗᵃᵉᵏᵒᵒᵏ

von Luumara
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Jimin Jungkook V
20.10.2020
15.01.2021
15
26.351
4
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.01.2021 2.699
 
"Ich bin so froh, dass Jimin mir gesagt hat, wo deine Mutter wohnt.." sagt Tae mit seiner ruhigen Stimme, während ich auf dem Sofa in seiner Wohnung sitze und er erneut meine Wunden desinfiziert. "Das tut mir so leid.. Ich hätte einfach von Anfang an mit kommen sollen.." seufzte er und seine Augen strahlten mich mit so viel Liebe an, dass ich lächeln musste. "Nein, ich musste das alleine machen.. Aber ich hab nicht alle Unterlagen gefunden, dann muss ich das wohl neu beantragen.." sprach ich mehr zu mir als zu ihm. "Das schaffen wir schon, Hauptsache dir geht es gut.." sprach er, nachdem er mir ein großes Pflaster auf die Augenbraue geklebt hatte. "Dass sie dich mit ihren scheiß Nägeln noch so gekratzt hat.." murmelte Taehyung, und da musste ich ihm recht geben. Die künstlichen Nägel meiner Mutter hatten mein Gesicht ordentlich zerkratzt. Ich sah aus, als hätte ich mit einer Raubkatze um das letzte Stück Fleisch gekämpft, und leider verloren.

"So, komm. Der Tag war heute lang genug für dich." zog Taehyung mich auf die Beine und ich nickte ihm nur zu. Ich war so müde, nicht nur körperlich. "Willst du noch was Essen? Oder einfach schlafen gehen?" fragte Tae, und ich überlegte kurz. "Schlafen." entschied ich mich und mein Gegenüber lächelte mich nur an, ehe er mich einfach mit sich ins Schlafzimmer zog. Es war normal geworden, wie vieles anderes, dass er einfach seine Hose auszog und sein Shirt folgte. Nur in Boxershorts mit einem sehr guten Freund im Bett schlafen, für den man mehr als nur Freundschaft fühlte? Der einem das gleiche gestanden hatte? Ja, das war absolut normal. Auch ich entledigte mich meiner Klamotten, legte mich neben Tae, der mich direkt an sich zog. Ich wusste, dass ich auf Dauer nicht so weiter machen konnte, und da der Tag ja so oder so schon im Arsch war... "Taehyung?" sprach ich ihn an, und er schaute zu mir hinab. "Ohje, der komplette Name. Ich bekomme Ärger." kniff er lachen die Augen zusammen und hielt sich sein Herz, woraufhin ich ebenfalls anfing zu lachen. "Hey, das ist jetzt ernst hier.." haute ich ihn auf den Oberkörper, und er nickte kurz. "Entschuldige, Bunny." lächelte er mich nur an und wartete ab, was ich zu sagen hatte.

"Du weißt, dass ich noch nicht bereit für eine Beziehung bin.. Aber um Ehrlich zu dir zu sein, ich weiß nicht ob ich überhaupt noch mal bereit für eine Beziehung sein werde." versuchte ich, und Tae hörte mir aufmerksam zu. "Ich möchte nicht, dass du Ewigkeiten auf mich wartest, nur um dann enttäuscht zu sein, und am Ende von mir abgewiesen wirst.. Du solltest deine Zeit nicht mit mir verschwenden, denke ich. Ich werde mir morgen eine eigene Wohnung suchen, ich bin mir sicher dass ich am Campus eine..." fing ich direkt an, da ich wusste, ich würde ihn nicht verletzen wollen. "Jeongguk." stoppte er mich dann aber in meinem Redeschwall, was mich natürlich sofort zum Schweigen brachte. "Ich hab dir schon einmal gesagt, dass ich weiß, dass du noch keine Beziehung möchtest. Aber glaub mir, wenn ich dir sage, dass ich meine Zeit auf keinen Fall mit dir 'Verschwenden' werde. Denn jede Sekunde, die ich bei dir sein kann, die ich dich zum Lachen bringen kann, ist alles, aber auf keinen fall verschwendet. Es reicht mir, einfach in deiner Nähe zu sein. Und bitte, du musst nicht ausziehen. Ich wollte seit so langer Zeit nichts anderes, als dich glücklich zu machen.. Wie du das alles nennen möchtest, sei es eine Freundschaft, eine enge Freundschaft oder eine Beziehung, ist dir überlassen. Lass mich aber bitte bei dir bleiben, dich Glücklich machen, das ist alles, was ich mir wünsche." strich er mir über mein Gesicht, über welches immer mehr Tränen liefen, bei den liebevollen Worten, die er für mich hatte.

Konnte ich wirklich so egoistisch sein, und ihn einfach 'ausnutzen'? Tae schien meine Gedanken lesen zu können und schüttelte leicht den Kopf. "Denk nicht so, du kannst dir gerne einen Job suchen, wenn es mit deiner Uni passt. Aber du musst nicht, es reicht mir, wenn du einfach auf mich wartest, wenn ich von der Arbeit komme.. Außerdem ist dein Essen wirklich unfassbar gut, Baby. Ich liebe es, wenn du für mich kochst und deine Augen strahlen, wenn ich es lobe, wie lecker du kochen kannst.." lächelte er nur und lehnte sich zu mir vor, gab mir einen Kuss auf die Stirn. "Egal wie lange es ist, und auch wenn es umsonst ist, ich werde auf dich warten, Jeongguk. Du bist schon so lange der Mensch, dem mein Herz gehört, da kommt es auf eine weitere Zeit zu warten nicht an, denn nun hab ich dich ganz nah bei mir." küsste er erneut meine Stirn und ich fühlte, wie mein Herz geradezu aussetzte. "Ich bin hier, egal was passiert." lächelte er und wartete auf ein Nicken von mir, ehe er mich wieder in seine Arme zog. Es fühlte sich alles so richtig an, so unglaublich warm.

~~~

"Denkst du echt, wir sollen heute einfach Pizza essen? Ich kann uns auch was normales kochen.." schmollte ich, während Tae den Einkaufswagen durch den Laden schob und gerade am Tiefkühlregal ankam. "Also ich finde ja, dass Pizza durchaus etwas normales zu Essen ist.." lachte er auf und packte ein paar Pizzen ein. "Feiern wir heut ne Party oder warum so viele Pizzen?" hob ich meine Augenbraue, doch Tae wank nur ab. "Nein, aber Pizza muss man immer im Haus haben.. Oder findest du nicht?" fragte er nach, doch er hatte ja irgendwo recht. Auch wenn ich durch mein schlechtes Gewissen immer irgendein aufwendiges Gericht auf den Tisch zaubern wollte, hatte ich absolut nichts gegen eine Pizza, die man mal schnell in den Ofen schmeißen konnte. "Okay, dann haben wir das ja geklärt.. Außerdem hab ich heut Lust auf einen gemütlichen Abend auf dem Sofa, kein Kochen, kein Abwaschen." nickte Tae zufrieden, und ich stimmte einfach zu. Wo er recht hatte.. Außerdem bedeutete das für mich, dass ich so viel mit Taehyung kuscheln konnte, wie ich wollte.

Wir waren gerade durch die Kasse und besprachen, ob wir noch zu dem kleinen Getränkemarkt in unserer Straße gehen sollten, da wurde ich von der Seite angesprochen. "Jeongguk." hörte ich eine Stimme, die ich schon lange nicht mehr gehört hatte. Min. "Hey, ähm.. Können wir kurz reden?" fragte er mich und ich schaute instinktiv zu Tae, der gerade den Einkauf ins Auto packte. "Was willst du?" fragte ich, doch Min schien noch nicht ganz zufrieden sein. "Ich.. können wir unter vier Augen reden?" wieder schnellte mein Blick zu meinem Engel, der nur mit seinen Schultern zuckte, doch deutlich angespannt wirkte. "Meinetwegen." war meine Antwort, und ich wusste nicht mal, warum ich überhaupt noch mit ihm sprach. Wir entfernten uns einige Schritte, Min schaute noch immer zu Tae, der inzwischen aber ins Auto gestiegen war, und auf mich wartete. "Was willst du nun?" fragte ich ihn, und er fand erst jetzt den Blickkontakt wieder, da er zuvor noch bei Taehyung war. "Jae und ich haben Schluss gemacht." sagte er und kurz setzte mein Herz aus. Wow, das war ja mal eine Neuigkeit. "Aha." war alles, was ich an Reaktionen für ihn zeigte.

Innerlich wusste ich allerdings nicht, wie ich mich fühlen sollte. Es freute mich irgendwie, dass was auch immer die beiden da hatten, kaputt gegangen war. Dass er hoffentlich zumindest einen Bruchteil des Schmerzes fühlen würde, den ich so lange gefühlt hatte. "Jeongguk..." fing Min wieder an, spielte nun nervös mit seinem Mantel, den er trug. Es war mehr als nur kalt geworden, und hätte Taehyung mit mir nicht vor zwei Wochen eine kleine Shoppingtour veranstaltet, würde ich wohl immer noch in der viel zu dünnen Jacke stehen und frieren. Stattdessen stand ich in einem dicken Parka mit einem warmen Schaal, der allerdings Tae gehörte. Er roch aber viel zu gut nach ihm, weshalb ich ihm diesen immer wieder klaute. "Hm?" kam von mir und Min schaute mich aus seinen Puppy Eyes an. Wow, dass ich früher mal auf diesen dummen Blick reingefallen war. "Ich... Wollte dich eigentlich fragen, ob wir es nicht noch einmal versuchen wollen? Also.. Als Paar? Ich vermisse dich." sprach er, und ich hätte am liebsten direkt laut losgelacht, wenn die Situation nicht so absurd wäre. "Du willst wieder mit mir zusammen sein?" fragte ich sicherheitshalber nochmal nach, vielleicht hatte ich ja einen kompletten Hörsturz und alles falsch verstanden.

"Ja.. Ich liebe dich doch immer noch, wir waren so lange zusammen.." sagte er etwas leiser, Tränen sammelten sich in seinen Augen. Unsicher schaute er zu Boden und wieder zu mir, während ich meine Hände in meinem Parka versteckt hatte, und mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte. "Googie.." sagte Min und kam zu mir, legte seine Hände an mein Gesicht und zog mich in einen Kuss, den ich allerdings sofort beendete, indem ich ihn von mir stieß. "Bist du behindert?! Was willst du eigentlich von mir?! Erst verarschst du mich, beleidigst mich und greifst meinen Freund an? Kannst du mich endlich mal in Ruhe lassen? Ich bin glücklich verdammt also verpiss dich und komm auf dein scheiß Leben klar, du Vollidiot!" war alles, was ich ihm noch an den Kopf schmiss, ehe ich mich umdrehte und auf den Beifahrersitz einstieg. Ohne ein Wort zu sagen startete Tae den Motor und fuhr nach Hause. Innerlich war ich auf 180, da ich aber meine Wut über die Frechheit, die bodenlose Frechheit, die mein Ex besaß, mich einfach zu küssen, nicht an Tae auslassen wollte, schwieg ich.

Ich war so sauer, dass ich die ganze Zeit über meine Augen wischte, ich war kurz davor irgendwas zu zerschlagen. Was der sich einbildete, erst brach er mir mein Herz, trat drauf herum und machte ich vor allen über mich lustig, beleidigte mich permanent und kam dann, wenn es mir endlich besser ging, als ich wieder glücklich war, endlich, zu mir und labbert mich mit so einem Müll zu? Der hat doch zu oft eine aufs Maul bekommen, der Idiot! Ich war so sehr in meine Hasstirade vertieft, dass ich nicht mitbekam, wie Taehyung sich fast schon krampfhaft an seinem Lenkrad festhielt. Erst, als wir in der Garage parkten und gemeinsam die Einkäufe aus dem Kofferraum holten, trafen sich unsere Blicke. "Was wollte Min?" fragte Tae, fast schon beiläufig. "Er hat mich gefragt, ob ich wieder mit ihm zusammen sein will." sagte ich und biss mir danach auf die Lippen, spürte die Wut wieder in mir hochkommen und ging einfach schon vor, da ich meine Wut noch immer nicht an Tae auslassen wollte.

In der Wohnung angekommen packte ich die Einkäufe weg, murmelte für mich einige Beleidigungen, während Tae fast direkt ins Schlafzimmer gegangen war. Da ich davon ausging, dass er sich nur eben umziehen wollte, hatte ich alles schnell verräumt, doch auch nach gut 10 Minuten kam Taehyung nicht aus dem Zimmer raus. Unsicher, ob ich ihn stören sollte, klopfte ich leise an der Tür, doch bekam keine Antwort. "Tae?" sagte ich leise, als ich einfach ins Schlafzimmer ging. Und dort lag er, auf dem Bett und schien zu schlafen. Lächelnd kletterte ich zu ihm, nachdem ich die doofe Jeans gegen eine Jogginghose getauscht hatte. "Hi Eng.." fing ich an, doch sah dann die Tränen, welche sich über die Wangen dieses wundervollen Menschen ihren Weg gesucht hatten. "Was ist passiert..?" fragte ich und rutschte direkt zu ihm, um ihn in meine Arme zu nehmen. "Alle gut, wirklich." versuchte Tae hingegen mit einem Lächeln, doch die Tränen hörten nicht auf, sie verrieten ihn. "Was ist los, Engel?" fragte ich erneut, versuchte aus seinem Verhalten schlau zu werden.

"Guk, alles ist gut.. ich.. Ich brauch nur ein wenig Zeit.. Ich komm drauf klar, sicher.. Aber.. Bitte verlass mich nicht.." schniefte er und klammerte sich an mich, als wäre ich der Anker, der ihn vorm Ertrinken retten würde. Was war hier los? "Engel, was ist denn passiert.. Warum sollte ich dich verlassen?" strich ich ihm durch seine weichen Haare, ehe er sich leicht von mir entfernte. "Ich dachte.. Du und Min.." sprach er und seine Augen glitzerten, während ich langsam zu verstehen begann. "Ich hab den Kuss gesehen.." sagte er wieder, und ich klatschte mir innerlich auf die Stirn. Klar hatte er uns beobachtet, und natürlich hatte er mein Verhalten danach falsch interpretiert. "Tae.." sagte ich nur und als er mich mit seinen verweinten Augen ansah, wusste ich dass ich sowieso die ganze Zeit nur hinausgezögert hatte, was absolut klar war für mich.

"Ich will nichts mehr mit Min zu tun haben, ich bin mehr als glücklich.. Naja, es gibt da eine Sache." strich ich über seine Wangen, um die Tränenspur zu verwischen. "Eine Sache, die mich zum glücklichsten Menschen der Welt machen würde." setzte ich fort, hörte wie Tae schniefte, und zu warten schien, was ich sagen würde. "Würdest du ganz offiziell mein Freund sein? Ich meine, mein Herz gehört dir sowieso schon so lange, und ich kann mir mein Leben ohne dich nicht vorstellen. Du sollst nur meins sein, und ich nur deins." küsste ich seine Stirn, als er jedoch seine Hand in meinen Nacken gleiten ließ und mich zu unserem ersten Kuss zu sich hinab zog. Unsere Lippen berührten sich leicht, doch wurde der Kuss immer fordernder. Jede meiner Fasern begann zu kribbeln und ich lächelte automatisch, griff in sein Shirt und zog ihn näher an mich, wollte ihn so nah an mir wie nur möglich. "Natürlich.. Du weißt, dass ich dich liebe, von ganzem Herzen.." lächelte Tae dann, als er sich ein wenig gelöst hatte. "Und ich liebe dich auch." küsste ich ihn erneut, nur um von ihm auf seinen Schoß gezogen zu werden.

"Ich liebe dich so unglaublich." küsste ich sein Gesicht, welches ich zwischen meine Hände genommen hatte. "Ich dich auch." lächelte Tae, und auch wenn die Tränen noch immer zu sehen waren, so strahlten seine Augen pure Liebe aus, etwas, was ich so noch nie gesehen hatte. "Danke, dass es dich gibt." sagte Tae, während er behutsam über meinen Rücken strich. "Danke, dass ich dich in meinem Leben haben darf." lächelte ich nur und strich ihm über den Nacken, ehe wir uns zu einem weiteren Kuss vereinten. Die gesamte Nacht verbrachten wir im Bett, tauschten Küsse und Streicheleinheiten aus, und es war noch mal ein ganz anderes Level als zuvor, da ich nun endlich wusste, zu wem mein Herz gehörte. Ich war bereit, mich neu zu verlieben und allem eine Chance zu geben, da ich wusste, dass Taehyung mich auf Händen tragen würde.

Er war nicht mein Exfreund, das hatte er mir mehrmals bewiesen. Und er würde es mir jeden Tag aufs neue zeigen, wie wertvoll ich für ihn war. Kleinigkeiten, die die meisten vielleicht als Alltägliche Dinge sehen würde. Eine einfache Nachricht, ob ich gut in der Uni angekommen war, der gute Nacht Kuss, den ich jeden Abend bekam. Die verliebten Blicke, die ich auch nach so langer Zeit noch von ihm bekam. Der Fakt, dass er immerzu meine Nähe suchte, egal ob wir alleine waren oder mit unseren Freunden unterwegs. Taehyung ließ keine Möglichkeit aus, mir zu beweisen wie sehr er mich liebte. Und ich tat es ihm gleich, denn er hat das für mich unmögliche geschafft. Taehyung hatte mir gezeigt, was wahre Liebe war, dass Liebe nicht nur aus Begierde bestand, sondern auch daraus, auf den anderen zu achten, ihm Zeit zu lassen und notfalls auch sich selbst hinten anzustellen, damit die Person, die man liebte glücklich war.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast