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Dämonen sind nicht die Monster

von Reesa
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
19.10.2020
09.04.2021
8
7.984
3
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19.10.2020 965
 
In den letzten Stunden ist es ziemlich kalt geworden und dunkel. Hätte ich mich nur nicht von Joe überreden lassen für sie einkaufen zu gehen, aber ihr kann ich einfach nichts abschlagen. Außerdem hört sie nicht auf zu reden, wenn sie etwas will. Natürlich hätte ich auch eine Jacke anziehen können. Wäre wohl einfacher gewesen. Es sind auch gar keine Menschen hier draußen. Denen ist wohl genau so kalt. Oh, da ist ja doch jemand, außer mir vor der Tür. Klettert der grade über das Brückengeländer? Ich bezweifle das man in dem Fluss schwimmen kann. Erst recht nicht bei dem Wetter, das kann nicht gesund sein. Der springt wirklich. Na, er wird schon seine Gründe haben, da mische ich mich besser nicht ein. Also gehe ich einfach weiter. Die Probleme andere gehen mich nun wirklich nichts an. Ich will ja schließlich auch nicht, dass man sich in meine einmischt. Aber irgendwie stört es mich. Was kann einem Menschen nur passieren, dass man sich selbst so etwas antut? Eventuell sollte ich ihm doch helfen, so verloren wie er wirkt. So wie er da alleine auf der Brücke steht. Ich werde das Gefühl nicht los ihm helfen zu müssen. Ach, was soll‘s. Mir macht die Kälte ja nicht viel aus, auch wenn sie stört. Aber ich ziehe erst meine Klamotten aus, die müssen ja nicht nass werden.  

Langsam ziehe ich seinen bewusstlosen Körper aus dem Wasser. Er ist ganz kalt, das ist doch nicht gesund für Menschen. Ganz und gar nicht. Und dennoch sieht er irgendwie niedlich aus, wie ihm die nassen, dunklen Haare ins Gesicht fallen. Was mach ich jetzt nur mit ihm? Ich weiß nichts über ihn, erst recht nicht wo er wohnt. Also nehme ich ihn am besten mit zu mir nach Hause. Dann kann er sich aufwärmen und ausruhen. Erst einmal ziehe ich mich wieder an. Ich frag mich ob es ihm gut geht, er wirkt etwas mager. Und er ist sehr leicht. Das ist genauso ungesund wie die Kälte. Vielleicht sollte ich ihm auch was zu essen geben, dahinten ist, Gott sei Dank, auch schon unser Haus. Verdammt, ich habe Joe’s Sachen auf der Brücke vergessen. Na, dafür bring ich ja was anderes mit. Ich öffne die Haustüre und schon stürmt mir meine Zwillingsschwester entgegen. Wir sind zweieiige Zwillinge, aber wir haben dieselben blauen Augen und dieselben rotblonden Haare. Zumindest wenn ich meine nicht Platin blond gefärbt hätte. „Und Dylan? Hast du alles. Was hast du da im Arm?“ „Einen Jungen.“ Ich sollte ihn aus diesen nassen Klamotten rausholen. „Das sehe ich auch. Aber warum hast du einen Jungen auf dem Arm? Wo hast du ihn her? Und wo sind meine Sachen? Dylan, du bist doch nur deswegen los.“ Ich weiß selbst weswegen ich los bin, ist halt etwas dazwischengekommen. „Ich bring in hoch ins Bett.“ Ich gehe mit ihm hoch, aber vielleicht sollte ich erst einmal mit ihm ins Bad. Und ich glaube meine Klamotten passen ihm nicht. Immerhin bin ein wenig größer als er. Joe ruft mir noch etwas hinterher, aber das ist vermutlich nicht wichtig.

So, jetzt ist er gebadet und wieder trocken. Die nassen Klamotten sind im Wäschekorb und er hat Kleidung von Alec an. Die passt ihm halbwegs und ich konnte ihn mir beim Umziehen und Baden etwas genauer ansehen. Jetzt liegt er blass und zitternd in meinem Bett. Eventuell sollte ich ihm noch eine Decke holen? Oder aber einfach abwarten ob es von alleine besser wird?
Muss er vielleicht sogar zum Arzt? Menschen sind da so empfindlich und ich will nicht, dass er stirbt. Ich gehe jetzt einfach noch eine Decke holen und mach den Kamin an. Ich denke nicht, dass Wärme schaden kann, so kalt wie der Fluss war. Oh, und ich gehe in die Küche und mache ihm was zu essen. Menschen müssen schließlich essen. Ich sollte Joe fragen, was da am besten ist. Ich bin nicht so viel unter Menschen, die meisten sind langweilig und nicht wirklich meiner Aufmerksamkeit Wert. Sie hingegen hat da viel mehr Ahnung von und sie kann besser kochen.

„Joe, kochst du was?“ Joe sitzt an der Kochinsel der großen Küche und schaut mich an. „Ich soll kochen für jemanden den ich nicht kenne? Wie wäre es, wenn du mir erstmal sagst wer er ist? Und wo meine Sachen sind? Und überhaupt einfach alles. Und dann koche ich vielleicht auch für ihn.“ Sie steht mittlerweile vor mir und mustert mich aus ihren blauen Augen. Aber ihm geht es nicht gut. Ich kann seinen zu schwachen Herzschlag hören und reden kann man auch wann anders. „Es geht ihm nicht gut. Er braucht was zu essen.“ Ich drehe mich um, da liegt ihre Hand an meiner Wange. „Ist wirklich alles gut? Sonst hast du doch auch kein Interesse an… an irgendwas. Also was ist so anders an dem Jungen?“ Ich nehme ihre Hand von meinem Gesicht und wende mich der Treppe zum Gehen zu. „Später.“ Jetzt will ich sehen, wie es ihm geht. Er ist dort oben ganz allein, sollte er jetzt aufwachen. Und das möchte ich nicht. Es soll ihm gut gehen und er soll wieder gesund werden, der Rest ist erst einmal nicht wichtig. In der Küche höre ich Joe mit den Töpfen hantieren. Wusste ich doch, dass sie das für mich tut. Dennoch werde ich ihre Fragen beantworten müssen. Auch wenn ich noch nicht weiß wie. Alles was ich weiß ist, dass ich nicht will, dass ihm irgendwas passiert. Und dafür werde ich sorgen.

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Hey ihr lieben. Habe es endlich geschafft mal weiter zu schreiben. Die ersten 6  Kapitel liegen schon seit einem Jahr auf meinen Laptop.  Aber jetzt bin ich wieder fleißig dabei. Das Nächste Kapitel lade ich am 4.11 hoch. Hoffe  es gefällt euch und ihr lest weiter.
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