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Last Heda

von Kassalla
GeschichteDrama, Mystery / P18 / FemSlash
Clarke Griffin Finn Collins Jake Griffin Lexa Raven Reyes Titus
19.10.2020
01.01.2021
40
163.282
25
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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28.12.2020 5.483
 
Clarkes Perspektive:

Ich beobachte beeindruckend, wie stark und unnahbar Lexa hier vor den Gesandten steht und sie in eine unumgängliche Situation bringt. Sie lässt ihnen eigentlich keine Wahl, obwohl ihre Worte den Anschein erwecken. Schnell entscheiden sich die Gesandten ihr zu folgen. Die Versammlung wird für heute aufgelöst. Wir haben jetzt alle die Möglichkeit unsere Zirkel zu benachrichtigen und für die morgige Zeremonie einzuladen. Morgen würden alle den Schwur leisten und das Zeichen der Koalition tragen. Dieses Mal will Lexa eine offizielle Zeremonie ganz nach der Tradition durchführen, damit die Zirkel in Verbindung mit alten Traditionen einen neuen besseren Weg einschlagen können.  


Mit den Händen halte ich mich am Kopfende des Bettes fest, während sich mein Becken gegen Lexas Mund bewegt. Mein Kopf hängt leicht herunter und meine Augen sind geschlossen. Es fühlt sich an als stünde mein Körper förmlich in Flammen. Lexa umfasst energischer meinen Hintern und drückt mich fester an sich. Sie wird schneller und ein raues Stöhnen verlässt meine Kehle. Ich spüre, wie sich mein Unterleib immer wieder zusammen zieht. Als ich meine Augen öffne, sehe ich, dass mich Lexa aus hungrigen Augen beobachtet. Ihre Pupillen leuchten förmlich. Dieser Anblick gibt mir den Rest. Ich muss kurze schnelle Atemzüge nehmen, dann bricht der Orgasmus über mir zusammen. Mein Körper spannt sich heftig an, bevor ich auf Lexas Gesicht zusammen sacke.

Mit schnellen Atemzügen rutsche ich von ihr herunter und komme neben ihr zum Liegen. Ich schließe meine Augen. Meine Hand ruht auf meinem bebenden Brustkorb. Ich muss leise lachen, weil mein Körper mit Endorphinen überschwemmt wird. Ich drehe meinen Kopf zur Seite und grinse Lexa an. Sie liegt ebenfalls seitlich und hat ihren Kopf auf einer Hand aufgestützt. Erst jetzt bemerke ich, dass sie sanft meinen Bauch streichelt und immer wieder zwischenzeitig den blonden Streifen an meiner Mitte krault. Ich muss wieder grinsen, als ich daran denke, dass wir – seit wir in Polis sind – jeden Abend oder Morgen Sex hatten. Je schlimmer oder hektischer der Tag war, desto begieriger schien Lexa auf die Berührungen zu sein. Heute hatte wir es kaum in die Wohnung geschafft, da lag mein Blazer schon auf dem Flurboden und ich wurde auf ihre Hüfte gehoben.

„Woran denkst du?“, fragt sie sanft und krault mich weiter. Ihre Fingerspitzen fahren von dem Mittelstreifen immer wieder über die kleinen Stoppeln nach außen. Ich genieße die leichten massierenden und kraulenden Berührungen. Es ist ein unheimlich vertrautes und angenehmes Gefühl von ihr dort so berührt zu werden.

„Daran, dass ich es mag, wenn ein Tag für dich stressig war“, entgegne ich und ein strahlendes Grinsen breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie unterschiedlich die Lexa hier und die Heda Lexa unten in ihrem Büro ist. In den letzten Tagen hat sie es förmlich perfektioniert vor anderen keine Gefühle zu zeigen und war voll und ganz Heda. Aber sobald wir alleine waren, fielen alle Mauern um sie herum ein.

„Ich weiß nicht, wovon du redest“, lacht sie und beugt sich zu mir. Sie küsst mich und lässt den Kuss intensiver werden, aber nicht lustvoll oder begierig. Es ist als würde ich jedes ihrer Gefühle förmlich schmecken. Seit Tagen platzen die drei Wörter fast aus ihr heraus, aber nie schafft sie es sie auszusprechen. Ich löse den Kuss und streichele sanft ihre Wange.

Das muss sie auch gar nicht, ich weiß auch so, wie sehr sie mich liebt… Und ich liebe diese Frau auch so sehr…Ich gebe ihr alle Zeit der Welt…

Da bilden sich kleine Denkerfalten zwischen ihren Augenbrauen. Als sie meinen fragenden Blick sieht, fängt sie an: „Ich habe über die Zeremonie nachgedacht. Jede Gesandte bekommt ein Mal auf dem Unterarm. Früher wurde das mit einem glühenden Stück Metall eingebrannt. Ich habe dafür einen Zauber geschaffen, damit das Mal rückgängig gemacht werden kann, falls eine Gesandte oder ein Gesandter ausgetauscht werden soll, aber es wird trotzdem weh tun.“ Ihre Hand bleibt bewegungslos liegen. „Ich will dir nicht wehtun.“ Sie beobachtet mich genau.

„Das ist diese Trennung zwischen Arbeit und Privat. Den Schwur leistet Gesandte Clarke Griffin und nicht deine Freundin.“ Sie nickt und die Denkerfalten verschwinden. „Mach dir keine Sorgen.“

„Okay.“ Ihr Mund lächelt wieder. „Was ziehst du an?“, fragt sie und lässt ihren Blick über meinen Körper wandern. Mich haben schon einige Menschen nackt gesehen oder lagen nach dem Sex neben mir und haben ihre Blicke über meinen Körper gleiten lassen, aber bei keiner Person habe ich mich so geschätzt gefühlt. Ihr Blick ist weniger begierig und egoistisch. Es wirkt, als würde sie jeden Zentimeter wertschätzen und bewundern.

„Das verrate ich noch nicht.“ Ich drehe mich zu ihr. Ihre Hand rutscht auf meine Hüfte. „Da musst du dich überraschen lassen.“

Sie küsst mich. „Du wirst als letztes hereingerufen. Die Ehre das letzte Zeichen zu bekommen, gebührt stets dem Zirkel der Heda.“

„Muss ich mich dann auch vor dir hinknien?“, raune ich gegen ihre Lippen und sehe befriedigt, dass sich eine Gänsehaut an ihrem Hals ausbreitet.

„Ja“, haucht sie und ihr Blick wandert begieriger über mein Gesicht. Ihre Hand umfasst meine Hüfte etwas fester und sie presst sich an mich. Aber dieses Mal lasse ich sie nicht die Oberhand ergreifen. Mit einer schwungvollen Bewegung drücke ich sie auf den Rücken und setzte mich auf sie. Unsere Mitten berühren sich und ich spüre, dass ich immer noch feucht bin. Sie keucht auf. Ihr Oberkörper schießt hoch, weil sie mich küssen will. Ich lege meine Hand zwischen ihre Brüste und drücke sie wieder zurück aufs Bett. Ihr Blick verändert sich sofort.

„Morgen werde ich vor dir niederknien“, beginne ich und beuge mich zu ihr herunter. Meine Hand rutscht an ihrer Brust hoch zu ihrem Hals. Ich lasse sie sanft auf ihrer Kehle kurz liegen, bevor ich mit meinem Daumen ihren Kiefer nachziehe und ihren Nacken umfasse. Sie erschauert unter mir. Ich beuge mich ganz nah herunter und lecke ihr kurz über die Unterlippe, bevor ich sanft rein beiße. „Aber heute mache ich mit dir, was ich will.“ Sie stöhnt mir gegen den Mund und umfasst meine Hüfte. Ich lasse meine Lippen auf ihre treffen und empfange ihren begierigen Kuss. Ich gleite mit der Hand wieder herunter, fahre ihre Bauchmuskeln nach und verharre zwischen ihren Beinen. Als meine Finger auf ihr geschwollenes Organ treffen, stöhnt sie und spreizt ihre Beine soweit sie kann. Mit etwas Druck fahre ich zwischen ihren feuchten Lippen tiefer und dringe sofort in sie ein. Sie löst mit einem lauten Stöhnen ihren Mund von meinen und wirft ihren Kopf in den Nacken.


Als ich am nächsten Morgen aufwache, ist Lexa schon weg. Ich strecke mich und genieße den Muskelkater. Meine Finger berühren einen Zettel.

Guten Morgen meine Schöne, ich bin schon früher runter, weil ich noch Sachen vorbereiten muss. Ich wollte dich nicht wecken. Unten wartet Frühstück auf dich. Ich freue mich auf dich und bin gespannt auf dein Outfit. – Lexa

Ich muss grinsen und strecke mich wieder. Das ist das erste Mal, dass Lexa mir einen Kosenamen gibt und irgendwie macht mich das glücklich. Ich stehe auf und mache mich fertig. Ich packe das Kleid aus dem Wäschesack und freue mich jetzt schon auf Lexas Gesichtsausdruck. Ich trinke unten noch einen Kaffee und esse zwei Waffeln. Dann gehe ich runter und verdränge die Nervosität. Ich begrüße einige Leute und stelle fest, wie viele der anderen Zirkel gekommen sind. Es ist sehr voll.

„Clarke“, höre ich und drehe mich überrascht um. Meine Mutter steht vor mir und nimmt mich in den Arm.

„Hallo, Mom.“ Ich bringe ein Lächeln zustande.

„Du siehst wunderschön aus. Ich bin so stolz auf dich und dein Vater wäre es auch!“ Sie drückt meine Hände und nickt mir zu.

„Danke. Ich wünschte er wäre hier.“

„Ich weiß. Ich auch.“

Wir unterhalten uns noch kurz über die letzten Tage, ich erzähle ihr nicht davon, dass ich mit Lexa zusammen bin und dann schallt schon Titus dröhnender Bass durch den Raum.

„Meine Damen, meine Herren. Herzlich Willkommen. Es sind mehr Hexen und Hexer gekommen, als wir erwartet haben. Deswegen werden nur die engen Mitglieder der Zirkel und Familienmitglieder in den Konferenzraum gelassen. Ich würde die Gesandten bitten dort drüben in den Büroraum zu gehen, bis sich hier alles sortiert hat.“

„Na dann, bis nachher.“ Ich werde noch einmal von ihr umarmt, bevor ich zu den anderen Gesandten in den Raum gehe. Ich höre noch, wie Titus und Murphy die Menschen sortieren und auf dem Gang so ordnen, dass wir gleich in Ruhe in den Konferenzraum laufen können.

„Clarke“, begrüßt mich Roan und nimmt mich herzlich in den Arm.

„Hallo.“ Wir unterhalten uns eine Weile über die letzten Tage und andauernden Debatten, als es draußen still wird.

„Uh ich glaube es geht los“, brummt Roan und wackelt kurz mit seinen Augenbrauen, aber dann ist er wieder ernst und grimmig.

Nach und nach werden wir aufgerufen, bis nur noch Roan und ich hier stehen. Er lehnt entspannt am Türrahmen.

„Lexa wird auf jeden Fall Augen machen, wenn sie dich so sieht“; grinst er und deutet auf mich. „Das Kleid ist echt der Hammer.“ Er richtet seine Krawatte. „Bin etwas neidisch, dass ich nicht so etwas Ausgefallenes tragen kann.“ Ich trage ein dunkelgrünes Kleid mit einer etwas dunkleren Korsage, die alles, was ich zu bieten haben wunderschön einrahmt. Raven sind heute Morgen die Augen halb aus dem Kopf gefallen, als sie mich gesehen hat. Der untere Teil des Kleides ist unsymmetrisch und wird nach hinten länger, sodass vorne meine Beine bis über die Knie zu sehen sind. Ich habe mich für ein dunkleres Makeup entschieden und meine Haare offengelassen. Einige Strähnen habe ich in kunstvollen Zöpfen nach hinten geflochten und etwas das die Form von Lexas Zöpfen am Tage des Gonplei nachgeahmt.

„Der Anzug steht dir aber auch gut“, grinse ich breit.      

„Roan Azgeda“, ertönt Titus Stimme und er zwinkert mir zu.

Es dauert wieder einige Minuten, dann werde ich aufgerufen. Ich laufe mit selbstbewussten Schritten und erhobenen Hauptes an den Menschen vorbei. Die Tür zum Konferenzsaal ist heute offen. Als ich endlich in den Raum trete, sehe ich Lexa auf dem Podest stehen. Sie trägt ein bodenlanges schwarzes Kleid mit einem gefühlt unendlich langen Schlitz. Ihre Haare liegen in wunderschönen Wellen über ihrer Schulter. Ich kann erkennen, dass auch sie ihre Haare heute zu kleinen Zöpfen nach hinten geflochten hat. Sie hat ihr obligatorisches Rotes Tuch an, doch heute liegt es nur über einer Schulter, während die andere Schulter nackt ist. Mein Blick gleitet an dem perfekten Körper vor mir herunter. Ich sehe, wie sich auch ihr Blick verändert. Zwar ist ihre Mimik immer noch dieselbe, aber ihre Augen sprühen förmlich. Ich laufe mit starken Schritten zu ihr und halte ihren intensiven Augenkontakt stand. Das Getuschel wird leise und alle werden still. Ich spüre mich zu Lexa plötzlich verbunden und es fühlt sich fast selbstverständlich an hier vor Lexa als Heda zu stehen.

„Clarke.“ Lexa hebt leicht ihr Kinn an. Ihr Blick ist so durchdringend, dass ich Gänsehaut bekomme. Ich beuge meine Knie und knie vor Lexa nieder. Wir sehen uns immer noch an. Ich werde meinen Kopf nicht senken, das fühlt sich falsch an.

„Wei daun kom memen. Wor ge win au. Soncha kik thru, noda raz. So groun op kon’cho drein au (Haunted by the memory. the war is won. A light breaks through, another dawn. We grow from what we’ve bled)“, sage ich mit starker Stimme. Lexas Blick verändert sich leicht und ich sehe Bewunderung. „Yu laik ai heda (Du bist meine Heda). Ich schwöre der Koalition und dir, Lexa kom Trikru, Treue. Ich werde die Regeln des Vertrages einhalten, meine Pflichten als Gesandte erfüllen und die Interessen meines Zirkels nach bestem Wissen und Gewissen vertreten, bis ich abgewählt werde.“ Ich lasse einen Schnitt auf meiner Handfläche entstehen und lasse etwas von meinem Blut auf den Runenstein vor mir tropfen. Ich spüre ein intensives Brennen auf meinem Unterarm. Es tut weh, aber ich lasse mir nichts anmerken. Auf meinem Unterarm erscheint das Zeichen der Koalition rot glühend. Ich atme einmal tief durch.

Als ich wieder hochsehe, stelle ich fest, dass Lexa von ihrem Podest herunter gekommen ist. Sie streckt ihre Hand nach mir aus und sieht mich auffordernd an. Ich höre, dass ein leichtes Raunen durch die Reihen geht und bin mir nicht sicher, ob sie das bei allen gemacht hat. Da zweifele ich doch sehr dran. Ich lege meine Hand in ihre und sie zieht mich sanft hoch. Sie deutet rechts neben ihren Podest und zieht mich ein Stück mit sich. Wieder Getuschel. Als ich mich hinstelle sehe ich, dass alle anderen immer noch knien und uns ansehen.

Was hat sie vor?

„Nun haben alle Gesandten den Schwur geleistet und die mächtigste Koalition in der Geschichte besteht. Ich hoffe, dass in hunderten Jahren diese Koalition stärker und standhafter wird. Die Hexen und Hexer, die nach uns kommen sollen mit Stolz auf uns zurückschauen können. Wir haben jetzt die Chance eine stabile und friedliche Zukunft gemeinsam zu schaffen. Erhebt euch alle als Mitglieder der Koalition und Gesandte euerer Zirkel.“ Lexa sieht stolz und stark aus. Ich spüre, dass mich einige der hier Anwesenden neugierig ansehen. Ich beobachte Lexa, während sie weiter eine flammende und motivierende Rede hält. Ich habe fast schon Gänsehaut. „Jetzt seid ihr alle eingeladen an dem großen Fest ein Stockwerk tiefer teilzunehmen. Dort gibt es ein Buffett, Musik und die Gelegenheit mit allen Mitgliedern der Zirkel zu sprechen. Ich hoffe, dass einige von euch daran teilnehmen und ihre Beziehung zu den Zirkeln verbessern können. Es geht dabei um den Ausbau von Netzwerken.“

Die ersten verlassen den Konferenzraum. Lexa sieht noch eine Weile den Gesandten und ihren Angehörigen hinterher, dann dreht sie sich zu mir. Ein leichtes Lächeln bildet sich auf ihren Lippen und ihre Augen strahlen mich begeistert und verliebt an. Ich erwidere Lexas Lächeln und folge ihr dann durch die Menge nach draußen.

Die Mitglieder der Zirkel laufen durcheinander, stehen in Gruppen und reden oder beeilen sich, um ihren Anschlusstermin nicht zu verpassen oder nach unten zu kommen. Es ist aber im Großen und Ganzen, auch wenn die Diskussionen in den letzten Tagen hitzig waren, eine ruhige Atmosphäre und Gelächter schallt durch die Gänge.

Sie hat es wirklich geschafft…Hier reden wirklich Mitglieder der Drein mit Hexen und Hexer des Az-Zirkels in Ruhe miteinander…

Ich sehe stolz von hinten auf Lexa. Ich stehe schräg hinter ihr, während sie sich noch kurz mit Mikka unterhält. Noch im Gespräch spüre ich immer wieder ihre Fingerspitzen an meiner Hand und erwidere die sanften und unauffälligen Berührungen. Da wird es plötzlich unruhiger. Ich sehe, dass sich jemand fast schon gewaltsam von den Fahrstühlen in unsere Richtung drängt. Laute aufgebrachte Rufe überdecken die ruhigen Gespräche. Anya und Titus sehen sich etwas unruhig an und Anya fragt über Funk Raven, ob sie irgendetwas Merkwürdiges erkennen kann. Ich weiß mittlerweile, dass hier überall Überwachungskameras installiert sind. Da bricht die Person durch die letzten Menschen neben uns und bleibt schwer atmend stehen. Graue fettige Haare fallen ihr zwar strähnig ins Gesicht und ihre Haut ist fahl und zusammen gefallen, aber dennoch erkenne ich sie. Sie hat blutunterlaufene Augen. Mit Schrecken sehe ich, dass die Pupillen auch rot leuchten und ihre Augen wahnsinnig funkeln. Das alles passiert innerhalb einer Sekunde und dann passiert alles zu schnell und viel zu langsam gleichzeitig.

„Miss Withehead?“, entfährt mir.

Gleichzeitig macht Anya einen schnellen Satz noch vorne zu Lexa, während Titus seine Hand für einen Zauber hebt. Lexa dreht sich zu Miss Withehead. Doch wir sind alle zu langsam und zu überrascht und niemand ist vorbereitet.

„Nou Heda noumou!“, ruft Miss Withehead mit krächzender Stimme und springt nach vorne. Ich sehe wie in Zeitlupe ein Messer in ihrer Hand auftaucht, das bis zum Griff in Lexa verschwindet. Dann wird eine Druckwelle ausgelöst, die uns alle umwirft.

„Lexa!“, rufe ich und rappele mich wieder hoch. Anya und Murphy packen Miss Withehead und ringen sie zu Boden. „Nein!“ Ich starre auf meine Freundin, die keuchend auf dem Boden liegt, während eine immer größere Blutlache unter ihr entsteht. „Titus! Schnell. Wir müssen sie in ihr Büro bringen.“ Mir ist klar, dass das kein normales Messer war und wir Lexa nicht in ein Krankenhaus bringen können.

„Titus!“, fahre ich ihn an und er löst sich aus seiner Starre. Er hebt die stöhnende Lexa vorsichtig auf und bringt sie in ihr Büro. Er legt sie auf das Sofa. Lexa starrt kurz auf den Griff in ihrem Körper und holt Luft.

„Wir müssen diese Blutung stoppen“; rufe ich und reiße ihr Kleid auseinander. Ich packe mir die Tischdecke und lege sie vorsichtig um das Messer. Ich weiß, dass ich nur noch mehr Schaden anrichte, wenn ich es einfach rausziehe, bevor wir wissen, worum es sich handelt.

Wenn es überhaupt möglich ist, das Messer aus Lexa zu ziehen... Sie ist mächtig. Sie schafft das…

Ich lege meine Hände um den Griff und versuche zu spüren, um was für einen Fluch es sich handelt. Ich komme nicht durch. „Komm schon Lexa, sprich einen Heilzauber, dann geht’s dir gleich besser.“ Sie nickt schwach. „Kannst du uns sagen, was das für ein Fluch ist?“

„F…“, fängt sie an, doch da muss sie schmerzerfüllt schreien. Sie presst ihre Lippen zusammen. „Ich… ich kann keinen Zauber wirken“, bringt sie schwer atmend hervor. „Das…“ Sie verzieht das Gesicht. „Das ist ein Blutfluch…Es blockiert meine Kräfte…“ Sie stöhnt. „Wenn ich…versuche zu zaubern…breitet sich…das Messer aus und…der Fluch…“

Titus und ich sehen uns panisch an. Er fällt auf die Knie und legt seine Hände um das Messer. Er beginnt etliche Zauberformeln und verfällt in ein murmelndes Mantra, doch nichts passiert. Das Blut läuft weiter an ihrem Körper herunter. Ich schüttele meinen Kopf und rutsche neben Lexas Kopf. Ich versuche so ruhig zu bleiben wie möglich, aber ein Blick in Lexas Augen lässt Tränen in meine schießen.

„Clarke…“ Sie sieht mich an und ihr Blick gefällt mir gar nicht.

„Das wird wieder.“ Ich versuche verzweifelt zu verhindern, dass noch mehr Blut aus ihr herausquillt. „Fis op.“ Ich lege meine Hände auf ihre blutige Haut, während Titus leise weiter murmelt. Es wird warm, doch nichts passiert. „Fis op!“ Ich kanalisiere meine Macht, erschaffe in mir einen Sturm und versuche alles in meine Hände zu leiten. „Komm schon! FIS OP!“ Meine Stimme hallt von den Wänden wieder und mein Zauber lässt die Luft vibrieren, aber mehr auch nicht. Für einige Sekunde rührt sich niemand von uns. Dann steht Titus wortlos auf und geht zu ihrem Schreibtisch. Ich versuche es mit weiteren Formeln, die ich kenne, versuche etliche Kombinationen, aber nichts funktioniert. „Nein, nein, nein.“

„Ist okay, Clarke.“ Sie zuckt und keucht weiter. Ich sehe, dass sie sich zusammen reißt, aber ich kann die Angst in ihren Augen sehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals so eine Angst in den schönsten grünen Augen gesehen habe. Alles Vorherige war im Vergleich eine leichte Beunruhigung, aber das jetzt ist die pure Angst. Ich bin mir aber nicht sicher, wovor sie Angst hat.

„Nein, Lexa. Ich werde das nicht zulassen.“ Ich versuche weitere Zauber, da kommt Titus wieder und hat einen Runenstein in der Hand.

„Heda?“ Er kniet sich neben sie. Sie sehen sich kurz an, dann nickt sie langsam.  

„Was wird das?“, frage ich panisch, weil mir die Entschlossenheit in ihren Gesichtern nicht gefällt.

„Mach deine Arbeit, Titus Fleimkeeper.“ Lexa keucht auf und sieht ihn fest an. Titus verbeugt sich stumm und kniet sich dann neben mich. „Und lehre die nächsten Heda so gut, wie du mich gelehrt hast.“ Ich starre Lexa an. „Hab keine Angst, Clarke.“

Sie hat keine Angst um sich… Sie hat Angst um mich…

„Was wird das?“, widerhole ich lauter und presse meine Hände auf ihren Bauch. Das Blut hat die Tischdecke mittlerweile komplett rot gefärbt und es läuft an meinen Händen herunter.

Das ist viel zu viel Blut…

„Ich werde ihren Geist einfangen und zu den vergangenen Heda sperren, damit ihre Erinnerungen erhalten bleiben. Wir haben vor Jahren Vorbereitungen getroffen, dass ich dafür nicht meine Lebensenergie aufbrauche, sondern Lexas. Sie ist mächtig genug, um dennoch den Übergang zu schaffen. Ihr Geist muss…“

„Nein!“ Ich schaue Lexa an. „Ich lasse dich nicht sterben!“

„Es ist alles gut, Clarke.“ Sie nickt mir mit Tränen in den Augen zu.

„Nichts ist gut.“ Ich schaue auf das Blut an meinen Händen. Ihr Zucken wird etwas schwächer und sie keucht leidend.

„Ai gonplei ste odon“, haucht sie. Ich schüttele meinen Kopf und Tränen rollen meine Wangen herunter.

Sie fängt jetzt nicht an traditionelle Worte für einem Todesritus zu sprechen. Das wird nicht passieren!  

„Nein, lass das.“ Ich schüttele schnell meinen Kopf. Ein Teil in mir zerbricht in tausend Stücke und ein unerträglicher Schmerz breitet sich in mir aus. Wir haben uns gerade wieder… „Ich kann dich nicht verlieren“, schluchze ich. „Ich brauche dich!“ Ich zittere am ganzen Körper und versuche weiter ihre Blutungen zu stoppen oder den Fluch zu brechen, aber ich schaffe es nicht. „Scheiße!“, knurre ich als ein weiterer Zauber fehlschlägt und sich im Nichts auflöst.  

Sie sieht mich fast flehend an. „Du hattest Recht, Clarke“, keucht sie. Ich sehe sie überrascht an, wische meine Hände am Sofa ab und streichele ihr Gesicht. Sie lächelt mit Tränen in den Augen. „Das mit uns ist und war nie ein Fehler.“ Ich schluchze auf und beuge mich zu ihr herunter. Das habe ich damals auf dem Weg zurück vom Wasserfall zu ihr gesagt, weil ich damals noch naiv dachte, dass wir zusammenbleiben würden. Dass sie sich noch daran erinnert und ausgerechnet jetzt sagt, lässt alles an Gefühlen für sie hochkochen. Ich presse meine Lippen auf ihre und spüre ihren schwachen Gegendruck.

„Ich liebe dich“, flüstere ich gegen ihren Mund. Sie keucht auf und sieht mich intensiv an. Ihre Augen flackern und sie stöhnt wieder auf. Titus schiebt mich etwas zur Seite und fährt mit dem Finger durch Lexas Blut. Er zeichnet sich selbst damit einen Strich auf seine Stirn. Ich starre ihn fassungslos und fasziniert zu gleich an.

„Wir müssen doch etwas tun können!“ Ich laufe zu Lexas Bücherregal und reiße ein Buch nach dem nächsten heraus. Hier stehen einige gute Zauber-Bände, aber ich finde nichts. Ich werfe ein Buch frustriert weg, fahre mir durch die Haare und sehe zu dem Sofa. Ich lege mir die Hand auf den Mund, um ein Schluchzen zu unterdrücken.

„Clarke“, höre ich schwach und laufe zurück.

„Ich bin hier.“

Sie kämpft sich ein Lächeln aufs Gesicht. Ich streichele ihre Wange und versuche mich etwas zusammen zu reißen. Sie ist schon ganz bleich und das Leuchten in ihren Augen wird dunkler.

„Mebi oso na hit choda op nodotaim“ (Mögen wir uns wieder sehen), fängt Titus an und legt seine Hand auf Lexas Stirn. Er hockt hinter ihr auf den Boden und hat die Augen geschlossen. Sie versucht ihre Augen offen zu halten und sieht mich leicht panisch an.

„Ich bin hier“, flüstere ich unter Tränen. Ich versuche verzweifelt nach einer Lösung zu suchen, während ich ihre Hand fest umklammere. Sie hält sich an mir fest. „Ich lasse dich nicht allein.“ Sie nickt ganz schwach und eine Träne rollt ihre Wange herunter. Ich streichele sanft ihr Gesicht und versuche den Schmerz in mir zu verdrängen.

Das darf nicht passieren. Nicht so und nicht jetzt!

„Taim heda wan op, taim em…“ (Wenn Heda stirbt, wird ihre Seele…)

„Warte!“ Ich starre Titus an. „Die Geister und Erinnerungen werden an einen Ort gesperrt. Wird damit auch die Macht der Heda an diesen Ort gekoppelt?“
Titus sieht von Lexa zu mir. „Ja. Nur dieses Mal verläuft das anders, damit ich…“

„Also existiert ein Raum mit unendlicher Macht von allen vergangenen Heda?“, frage ich schneller.

„Clarke…“, stöhnt Lexa schwach.

„Ruhe. Ich rette dir vielleicht das Leben! Titus. Kannst du auf den Raum zugreifen?“ Er nickt langsam und irritiert.

„Clarke, ich muss das hier durchziehen, bevor…“

„Sie hat im Kampf Alexa beschworen und mir davon erzählt, dass sie Zugang zu den Heda hat und mit ihnen sprechen kann.“ Ich sehe Lexa an und dann Titus. „Bringe sie in den Raum, ich versuche dann in ihren Kopf zu kommen und habe einen Zugang zu den Heda. Ich kann Alexa beschwören und sie kann ihre Macht nutzen, um Lexa zu heilen. Sie war mächtig genug, um so einen Blutfluch zu lösen! Ich habe es gelesen!“

„So mächtig bist du nic…“

„Titus“, haucht Lexa und sieht ihn mit flackernden Augen an. „Lass sie.“ Sie schaut zu Titus. „Versprich mir, dass du auf Clarke hörst…wenn ich weg bin.“ Er schüttelt leicht den Kopf. „Versprich es!“, sagt sie mit mehr Nachdruck und stöhnt dann wieder auf.

„Ich schwöre es, Heda.“

Sie schluckt und sieht mich an. Sie nickt langsam. Titus legt seine Hände wieder um Lexas Kopf und schließt die Augen.

„Gouthru“, sagt er laut und deutlich. Lexa stöhnt auf, ihre Augen flackern zu und dann hört sie auf zu zucken. Ich unterdrücke die aufkommende Panik und Unsicherheit. Ich lege meine Hände auf ihre Stirn.

Es muss klappen!

Ich spreche den Zauber, schließe meine Augen und rutsche ohne die erwartete Gegenwehr in Lexas Gedankenwelt. Es fühlt sich an, als würde ich fallen. Ich versuche etwas Haltbares zu finden und tauche schließlich aus einer schwarzen Masse auf. Ich stehe in einem Steinkreis, umringt von vielen Hexen und Hexer, die mich entgeistert und panisch anstarren. Ich habe das Gefühl mich übergeben zu müssen und mein Körper kämpft dagegen an hier zu sein. Ich versuche tief zu atmen. Ich schaue mich um und entdecke Lexa auf dem Boden, zuckend und keuchend. Mir wird schwindelig. Es ist so viel anstrengender als ich erwartet habe. Dann flackert mein Bild und es bilden sich schwarze Punkt in meinem Sichtfeld. Ich spüre, dass Blut aus meiner Nase läuft. Dann verschwimmt alles und ein weiterer Schatten einer Hexe erscheint. Alexa… Ich straffe meine Schultern, versuche den Sturm in mir noch mächtiger werden zu lassen und richte mich auf.

„PRAMHEDA“, brülle ich, binde alle meine Kräfte an Alexa und ziehe mich aus Lexas Kopf zurück. Ich falle wieder und dieses Mal ist es noch schwieriger wieder durch die schwarze Masse zu tauchen. Doch da liege ich auf Lexas Büroboden und vor mir materialisiert sich eine Gestalt. Das Blut läuft weiter aus meiner Nase.

„Em laik Heda. Fis em op“, (Sie ist Heda. Heil sie) knurre ich zwischen zusammen gebissenen Zähnen. Ich zittere, schwitze und kämpfe damit meinen Mageninhalt bei mir zu halten. Titus ist zurückgetaumelt und starrt auf die Beschworene Heda Alexa. Mittlerweile ist sie kein Schatten mehr. Sie trägt ein langes schwarzes Kleid und ihre braunen Haare fallen in leichten Locken über ihre Schultern. Sie hat ein markantes Gesicht und strahlende grüne Augen. Ich sehe gewisse Ähnlichkeiten zwischen ihr und Lexa. „Beja!“, (bitte) füge ich verzweifelt hinzu und versuche sie an meinen Willen zu binden. Alexa sieht zu mir und legt dann ihre Hände auf Lexas Kopf und Bauch. Sie murmelt etwas in der alten Sprache, was ich nicht kenne. Es müssen uralte Zauber sein. Während sie spricht, wird mir immer schwindliger. Titus rutscht zu mir und setzt sich hinter mich. Er legt seine Hände auf meine Schultern und spricht einen Zauber. Der Schwindel lässt etwas nach und ich kann die Beschwörung besser halten, aber ich fühle ich immer noch als ob ich jeden Moment in Ohnmacht falle. Die Beschwörung zu halten, den Zauber auf Alexa anzuwenden und nicht das Bewusstsein zu verlieren lässt meinen Körper zittern. Es fühlt sich an als würden alle meine Organe verkrampfen und zu einem harten Stein werden.

Ich kann beobachten, wie der Griff in Lexas Bauch verschwindet und das Blut zurück in ihren Körper läuft. Ich bin zwar fasziniert, muss mich aber zu stark darauf konzentrieren, Alexa hier zu halten. Ich sehe fast nur noch schwarze Punkte. Ich glaube, dass mir mittlerweile auch Blut aus den Ohren läuft oder es fühlt sich nur so an.

„Sonraun“(Leben), spricht Alexa klar und da holt Lexa einmal laut Luft und ihr Oberkörper fährt hoch. Alexa dreht sich zu mir. „Clarke… Yu laik yuj.(Du bist stark)… You laik Haiplana…“ Alexa sieht mich wieder durchdringend und fast schon ängstlich mit nun schwarzen Augen an. Ihr Blick geht mir bis in meine Seele. Sie nickt, ihr Blick wird wieder hart und ich lasse mit einem lauten schmerzvollen Stöhnen die Beschwörung fallen. Ich sacke auf dem Boden zusammen und hole mehrfach keuchend Luft. Mein Körper fühlt sich an, als hätte ich für Minuten nicht geatmet. Mein Sichtfeld verkleinert sich und der ganze Raum dreht sich. Aber ich habe keine Zeit jetzt ohnmächtig zu werden. Ich bekämpfe hustend und immer noch nach Luft ringend den lähmenden Drang einfach auf dem Boden einzuschlafen und ziehe mich hoch. Ich krieche zu Lexa und hocke mich zitternd neben sie.

„Lexa“, keuche ich und packe ihr Gesicht. Ich sehe, dass sie atmet und wieder mehr Farbe im Gesicht hat. Mein Atem geht nur stoßweise und ich wische mir das Blut unter meiner Nase schnell weg. „Bitte, mach die Augen auf“, flehe ich und streichele ihr Gesicht. „Gyan op“, flüstere ich. Ihre Augen flackern. Ich halte in meinen Bewegungen inne.

Da öffnet sie die Augen und mein Herz bliebt für einen Moment stehen. Ihre Augen sind schwarz. Nicht nur die Pupillen, sondern auch das Weiße ist pechschwarz. Sie sieht mich kurz an.

„Clarke!“ Es klingt flehend und verletzlich, fast schon gebrochen.

Dann sackt sie wieder zusammen und schließt die Augen. Ich taumele geschockt zurück. Mein Blick geht zu Titus, der etwas gebeugt hinter mir steht und das beobachtet hat. Wir sehen uns kurz an.

„Alexas Macht ist dunkel“, sagt er langsam. „Wir müssen hoffen, dass das nicht bleibt.“ Seine Stimme ist ruhig, aber zittrig. „Es können Nebenwirkungen sein. Mit Alexas normaler Macht wurde auch ihre dunkle zerstörerische Macht damals in den Raum eingesperrt und konserviert. Inwieweit sich das in den Jahren verstärkt hat, kann ich nicht sagen.“ Er sieht mich an. „Aber dadurch, dass du sie heraufbeschworen, aus dem Raum hier hin gezogen und sie fast vollständig materialisiert hast, nehme ich an, dass sie auch ihre volle Macht zur Verfügung hatte.“

„Titus ich…“

„Nein, Clarke. Du hast getan, was notwendig war, um unsere Heda zu retten.“ Sein Gesicht wird ausdruckslos. „Was hat Alexa zu dir gesagt? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Wort richtig verstanden habe.“

„Haiplana“, widerhole ich und lehne mich am Sofa an. Ich bin todmüde.

„Mh.“ Er schweigt und eine Denkerfalter bildet sich zwischen seinen Augenbrauen. „Ich weiß nicht genau, was das ist.“

„Du weißt doch sonst alles“, entgegne ich und klinge etwas zu scharf. Ich fange mir dafür direkt einen missbilligenden Blick ein.

Lexas Leben gerettet zu haben wird uns wohl auch nicht zu besten Freunden machen…

„Wir müssen heraus finden, was das bedeutet. Ich werde versuchen in meinen Erinnerungsspeicher danach zu suchen. Das Wort bedeutet so etwas wie Königin oder Herrscherin.“ Er grübelt. „Ich…“ Er schaut von Lexa zu mir. „Ich glaube, dass Haiplana Heda unterstellt ist und sonst niemandem.“

Eine Augenbraue hebt sich. „Und weiter?“

„Ich weiß es nicht.“ Sein Gesicht verdunkelt sich. „Ich wünsche ich wüsste, was das bedeutet und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Was ich weiß ist, dass es Alexa nicht sonderlich gefallen hat, dass du Haiplana bist.“

„Und sie steckt jetzt noch mehr in Lexas Kopf.“ Ich schließe meine Augen für eine Sekunde, muss aber sofort dagegen ankämpfen nicht sofort einzuschlafen.

Titus nickt. „Wir können nur beten, dass Alexa nicht zu sehr in ihren Kopf gekommen ist und die schwarzen Augen eine Nebenwirkung waren.“

Alexa konnte schon vorher mit ihr sprechen und war so präsent… Ich hoffe, dass ich das nicht verschlimmert habe…Aber Lexa ist stark genug, sie kann dagegen ankämpfen!

Ich seufzte. „Aber sie lebt.“ Ich streichele mit meiner rechten Hand ihre Wange. Auch wenn ich mir Sorgen mache, bin ich erleichtert. Ich hätte niemals zugelassen, dass sie stirbt… „Wir sollten sie hoch in ihr Bett bringen, damit sie sich dort ausruhen kann.“

„Das stimmt.“        

Titus hilft mir hoch. Ich brauche einige Minuten, bis ich wieder alleine stehen kann. Ich bekomme nicht mit, dass Titus andere Menschen in das Büro winkt.

„Clarke?“ Ich schaue in Anyas Gesicht. „Was zur Hölle war das gerade?“ Sie hält mich an den Schultern fest. „Wir haben das von außen gesehen…War das Alexa?“ Ich nicke schwach. Sie erkennt, dass ich nicht mehr reden kann. „Okay, wir bringen dich auch hoch. Raven! Hilf mir mal.“ Ich spüre, wie ich von vier Armen gehalten und aus dem Büro geführt werde. Als ich durch die Tür trete, teilt sich die Masse, die sich hier versammelt hat. Ich schaue mich um. Lexa wird von einem anderen Hexer des Kreises hinter mir getragen. Dann fallen plötzlich alle auf die Knie und verbeugen sich. Ich laufe langsam weiter.

„Heda.“

Dieses Wort begleitet unseren Weg zum Fahrstuhl. Ich kann das alles nicht begreifen und lehne mich schwach gegen Anya. Ich schließe meine Augen für einen Moment, aber dann wird alles schwarz und ich sacke in Anyas und Ravens Armen zusammen.
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