Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Nacht der ewigen Liebe

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16
19.10.2020
19.10.2020
4
10.764
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
19.10.2020 2.650
 
Das ist eine Geschichte zu dem Film „Let Me In“. Sie spielt nach dem Ende des Filmes, bzw. zu Anfang während des Ende des Filmes. Ich habe versucht, sie möglichst einsteigerfreundlich zu schreiben, aber es wäre besser, wenn man den Film kennt. Vor allem, weil dieser Film zugleich ein brutaler und düsterer Horrorfilm, aber auch eine süße und innige Liebesgeschichte ist.

Abby saß auf dem Dach und beobachtete das Schwimmbecken unter ihr. Oder eher den Jungen, der dort seine Runden schwamm. Den Jungen, den sie über alles liebte. Owen.
Sie waren beide Außenseiter, beide unglücklich. Bis sie einander hatten. Es waren nur wenige Tage gewesen, doch es waren kostbare, wundervolle Tage, die sie miteinander verbracht hatten. Oder vielmehr Nächte. Doch nichts davon spielte noch eine Rolle. Sie hatte ihn verlassen, weil sie fortziehen musste. Schon seit Jahrhunderten konnte Abby nie lange an einem Ort bleiben, aber das war eines der wenigen male, dass sie es wirklich bereute.
Es war schwer für sie, ihn zu sehen. Doch wenn Owen sie auch sehen würde, würde es bloß noch schwerer werden. Für ihn.
Owen schwamm seine Bahnen. Abby lächelte. Sie hätte ihm stundenlang zusehen können. Doch sie musste nun los. Je länger sie blieb, umso schwerer würde es ihr fallen, wieder zu gehen. Das Mädchen wischte sich eine Träne fort, die über ihre Wange rollte und wandte sich ab. Mit langsamen Schritten ging sie zum Dach des Gebäudes. Sie würde einfach hinunterspringen. Ein Mensch würde sich dabei ziemlich verletzen, aber für einen Vampir war das bloß eine Kleinigkeit. Sie hatte gerade den Rand des Daches erreicht, als ein Tumult ausbrach. Feuer.
Abby zögerte. Unter ihr wurde es plötzlich laut, und die Kinder die soeben noch in der Schwimmhalle ruhig geschwommen waren, liefen wild und panisch umher. Das Mädchen ging zu der Seite des Daches, an welchem der Eingang lag. Geduldig wartete sie. In Abby tobte der Konflikt, Owen noch einmal zu sehen, oder sofort zu gehen. Sie beschloss, einfach solange zu warten, bis sie sah, dass Owen in Sicherheit war.
Immer mehr Kinder strömten aus dem Gebäude, doch Owen war nicht unter ihnen. Wo war er denn bloß? War Owen vielleicht verletzt, und deshalb nicht in der Lage, aus dem Gebäude zu entkommen? Abby setzte sich hin, während ein Windstoß durch ihre blonden Haare wirbelte. Sie lauschte. Ein Mensch hätte nichts gehört, doch die Sinnes eines Vampirs waren viel schärfer. Tatsächlich, Owen war immer noch in der Schwimmhalle, und er schrie, dass man ihn loslassen solle. Plötzlich überkam Abby ein schlechtes Gefühl. Owen war in Schwierigkeiten und brauchte ihre Hilfe!
Das Mädchen lief schnell zurück zum Fenster. Da sah sie ihn, ihren sanften, zerbrechlichen Owen. Und sie sah auch, was ihm angetan wurde. Ohne einen Moment zu zögern, brach Abby durch das Fenster und stieß dabei einen Urschrei voller Wut und Empörung aus. Wie konnten sie es nur wagen, ihrem Owen etwas anzutun? Abby war ein Geschöpf der Nacht, und wenn jemand das bedrohte, was ihr gehörte, würde sie ihm die reine Zerstörung bringen!
Abby landete auf dem Wasser und lief über dieses. Sollte dieser Abschaum ruhig sehen, dass sie kein Mensch war. Vier Gesichter wandelten sich von triumphierenden Mienen zu purer Angst und blankem Entsetzen. Gut so, denn von Abby würden sie nun endlich bekommen, was sie verdient hatten!

Owen schwamm im Wasser und sah hinauf. Er lächelte. Abby war da. Sie war zurückgekommen. Sie hatte ihn nicht verlassen.
„Ist alles in Ordnung mit dir?“ fragte sie.
Owen nickte zaghaft, doch er zitterte. Er hatte nicht die Kraft, um aus dem Wasser zu steigen. Aber das brauchte er auch nicht. Abby packte ihn unter den Armen und hob ihn so mühelos aus dem Wasser, als bestünde er bloß aus Pappmaschee.
Owen sah auf die Leichen seiner Peiniger. Andere würden erwarten, dass der Anblick der Leichen ihn erschrecken würde. Doch er lächelte. Bevor Abby gekommen war, hatte er es sich immer wieder in seinen Phantasien ausgemalt, sie zu töten. Er hatte jedoch nie den Mut und die Kraft gefunden, Gerechtigkeit walten zu lassen. Er war zu schwach gewesen, und heute Abend hätten sie ihn entweder getötet oder verstümmelt.
Doch Abby war gekommen. Sie hatte ihn gerettet, auf mehr als eine Weise. Er sah in ihr Gesicht. Sie war so schön wie ein Engel. Nun, mit Blut beschmiert, wirkte sie eher wie ein Racheengel. Wäre Owen ihr nicht schon voll und ganz verfallen, hätte er sich in diesem Moment noch einmal in sie verliebt.
Abby wurde es warm ums Herz, als sie sah, dass es dem Jungen gutging. Mit einem verächtlichen Blick sah sie auf die Leichen. Nach allem was sie ihrem geliebten Owen angetan hatten, war einer von ihnen sogar so unverfroren gewesen, sie um Gnade anzuflehen. Nun hatte sie Owen befreit. Er musste keine Angst mehr vor ihnen haben.
„Du hast mich gerettet.“ sagte er.
„Ich habe doch versprochen, dass ich dich beschützen werde, wenn du dich nicht wehren kannst.“ erwiderte sie.
Beide sahen sich nur an. Abby streckte eine Hand aus und streichelte über Owens Wange. Sie beugte sich vor und küsste ihn erneut. Diesmal war kein Blut an ihren Lippen. Beide schlossen die Augen und genossen diesen tiefen, innigen Kuss.
„Ich muss nun fort.“ sagte Abby und lächelte traurig, „Ich wollte dich noch ein letztes mal sehen, bevor ich die Stadt endgültig verlasse.“
„Fort?“ fragte Owen traurig. Einen Moment lang hatte er gehofft, dass sie zurückgekehrt war, und bei ihm bleiben würde.
„Ich werde dich niemals vergessen, egal wie viele Jahrhunderte mir noch bleiben.“ sagte Abby, „Aber du hast ein Leben und eine Familie. Sei einfach glücklich. Eines Tages wirst du an mich denken, und nicht mehr wissen, ob ich echt oder bloß ein Traum war.“
Während Abby das sagte, rannen ihr Tränen die Wangen hinab. Sie wollte sich nicht von Owen trennen. Doch für ihn war es besser.
„Bitte nicht.“ schluchzte der Junge auf und klammerte sich an sie.
Owen weinte hemmungslos und Abby spürte seine heißen Tränen an ihrem Hals. Sie streichelte ihm über den Rücken. Owen drückte sich noch immer an sie, als würde sie verschwinden, wenn er sie losließe. Abby erwiderte die Umarmung und drückte den zitternden und schluchzenden Jungen an sich.
„Bitte, verlass mich nicht schon wieder.“ weinte er, „Ich kann dich nicht noch einmal verlieren.“
Sie sanken auf die Knie und umklammerten sich dabei weiter. Abby streichelte ihren Liebsten.
„Owen, ich muss fortgehen. Ich möchte auch bei dir bleiben.“ sagte sie, ebenfalls weinend, „Ich liebe dich sosehr, dass es fast schon wehtat, dich zu vermissen. So habe ich noch nie zuvor für jemanden empfunden. Aber wenn ich hierbleibe, wird mich zwangsläufig jemand finden, der weiß was Vampire sind, und mich töten.“
„Und wenn ich mit dir komme?“ fragte Owen hoffnungsvoll.
„Ich habe keine andere Wahl, als das Leben einer untoten Mörderin zu führen. Ich habe aber die Wahl, wenn es darum geht, es dir anzutun, mit mir zusammen zu sein. Es wäre egoistisch, in deiner Nähe zu bleiben und dich mit hineinzuziehen.“ erwiderte Abby und lächelte Owen wieder traurig an.
„Aber du musst nicht wählen!“ sagte Owen, „Ich wähle! Ich möchte bei dir bleiben! Mein Leben ist einfach furchtbar. Es ist erst dann besser geworden, als du gekommen bist. Und wenn du jetzt wieder gehst... dann... dann...“
Owen weinte wieder los.
„Wir müssten ein Nomadenleben führen. Wir könnten nie länger als einige Tage oder vielleicht auch Wochen an einem Ort bleiben. Sobald die Leichen sich stapeln, müssten wir wieder weiterziehen.“ erzählte Abby, „Du würdest niemand anderen als mich an deiner Seite haben. Mich. Ein Ungeheuer das du fürchtest.“
„Ich fürchte dich nicht mehr. Und ich sehe dich auch nicht als Ungeheuer an!“ bekräftigte Owen, „Ich liebe dich Abby, ich liebe dich über alles. Ich will dich nicht im Stich lassen, denn du bist einfach alles für mich!“
„Mein Owen.“ erwiderte Abby und küsste ihn erneut.
Einen Moment lang sagte keiner von ihnen etwas. Beide lächelten sich an. Nicht mehr traurig, sondern fröhlich, geradezu glücklich.
„Wenn du mich begleiten möchtest, müssen wir fliehen, und zwar auf der Stelle!“ sagte Abby, „Schnell, zieh deine Kleidung an. Und ich brauche auch neue Kleidung. Diese blutverschmierten Sachen sind zu auffällig.“
Sie eilten schnell in die Umkleideräume. Mit ihren scharfen Vampirohren hörte Abby bereits die sich nähernden Polizeisirenen. Owen rannte zu seinem Schrank und zog ein Handtuch und seine Alltagskleidung heraus. Er zeigte auf zwei weitere Schränke.
„Diese Mädchen sind ungefähr so groß wie du.“ sagte er, „Ihre Kleidung müsste dir passen.“
Abby brach die Schränke auf, und nahm aus jedem ein Kleidungsstück. Owen zog die Badehose aus und trocknete sich eilig ab. Er hoffte, dass Abby nicht in seine Richtung sah, während er nackig war. Dann wieder, wäre es eigentlich bloß gerecht. Er hatte auch einen heimlichen Blick riskiert, als sie sich in seiner Wohnung umgezogen hatte. War das wirklich erst zwei Tage her?
Nachdem Owen sich angezogen hatte, wandte er sich wieder zu Abby um. Sie hatte ebenfalls die neue Kleidung angezogen.
„Wir müssen los.“ drängte sie, „Die Polizeiwagen halten schon vor der Turnhalle. Bislang glauben sie, dass sie dich retten müssen, vor... diesem Abschaum, um den ich mich gekümmert habe. Das ändert sich aber schnell, sobald sie mich sehen. Oder die Leichen.“
„Wie kommen wir weg?“ fragte der Junge.
„So wie ich hereingekommen bin.“ antwortete die Vampirin.
Sie rannten Hand in Hand zurück in die Schwimmhalle.
„Gibt es etwas bei dir Zuhause, was du unbedingt mitnehmen möchtest?“ fragte Abby.
„Nein, ich habe fast keinen Besitz.“ erwiderte der Junge.
„Gut, dann fliegen wir sofort zu meinem Versteck.“ entschied sie.
„Fliegen?“ fragte Owen.
„Halt mich einfach fest.“ sagte sie, „Richtig fest.“
Owen umklammerte seine Liebste. Und tatsächlich, Abby stieß sich vom Boden ab, und beide flogen durch die Luft, durch das offene Fenster, hinaus in die Nacht.
Durch das zerbrochene Fenster schneite es Schneeflocken auf den Swimmingpool.

Abby und Owen waren am Bahnhof. Abby gehörte ein großer Koffer, in welchem sie hineinpassen würde. So war sie vor dem Tageslicht geschützt. Aber noch war es Nacht. Die beiden saßen im Passagierraum des Bahnhofs und kicherten und kuschelten miteinander. Bis der Zug kam, den sie nehmen mussten, würde es noch ein wenig dauern. Doch Owen fiel ein, dass es noch etwas gab, was er tun musste.
„Ich möchte mich von meiner Mutter verabschieden.“ sagte er deshalb zu Abby und stand auf.
„Das geht nicht!“ erwiderte sie und schüttelte den Kopf, „Von hier aus ist es zu weit bis zu deiner Wohnung, wir bekämen den Zug nicht mehr. Und es ist auch zu gefährlich! Vielleicht wartet die Polizei dort schon auf uns.“
„Ich wollte nicht zurückgehen. Ich rufe sie bloß an.“ erwiderte Owen und kramte in seinen Taschen nach Münzen, „Die Telefonzelle steht bloß ein Stück des Weges entlang.“
Abby nickte ihm lächelnd zu und Owen ging los.
Er hatte die Telefonzelle erreicht, warf eine Münze ein und nahm den Hörer ab. Einen Moment lang zögerte er. Was sollte er seiner Mutter sagen? Wie sollte er ihr erklären, dass er niemals mehr Nachhause zurückkehren würde? Seine Mutter hatte so ihre Fehler. Sie trank zu viel, deutlich zu viel. Sie war auch streng religiös, und sie hatte sich nie wirklich um ihn kümmern können. Doch sie liebte ihn. Er liebte sie auch, und er würde sie vermissen. Aber Abby würde er noch viel, viel mehr vermissen. Er musste es jetzt tun!
Owen wählte die Nummer und wartete ab. Niemand ging ans Telefon... bis sich der Anrufbeantworter einschaltete. Seine Mutter schlief wohl noch. Als Owen gegangen war, lag sie auf dem Sofa, während neben dem Sofa eine leere Weinflasche lag. Der Junge lächelte traurig. Das würde es für ihn leichter machen.
Als der Anrufbeantworter seine Nachricht abgespielt hatte, sprach Owen auf das Band: „Mum, ich... ich muss fortgehen. Ich komme nicht mehr... nicht mehr zurück Nachhause. Bitte, mach dir keine Sorgen um mich. Es wird mir gutgehen, das... das verspreche ich dir. Abby ist einfach wundervoll zu mir. Sag Dad, dass ich ihn liebe. Und... und lebe wohl.“
Owen hängte den Hörer wieder ein. Tränen liefen ihm über das Gesicht.
„Alles in Ordnung?“ fragte Abby.
Sie hatte gespürt, dass das ein schwerer Moment für Owen sein würde.
„Es ist schon okay. Es ist nur... ich werde meine Eltern niemals wiedersehen, und ich...“ Owen brach ab und weinte.
Abby zog ihn an sich und umarmte ihn. Sie streichelte ihm tröstend über den Rücken. Eine Weile standen sie so da.
„Wenn du doch zurück möchtest, noch kannst du...“ begann die Vampirin, doch Owen unterbrach sie.
„Nein! Ich will bei dir sein!“ sagte er, „Ich liebe meine Eltern, aber du bedeutest mir deutlich mehr. Die Liebe meinen Eltern gegenüber ist wie zwei Glühwürmchen. Meine Liebe zu dir ist wie ein Scheinwerfer.“
Als Antwort küsste Abby ihn nur. Sie küsste ihn lange und innig auf den Mund.
Hand in Hand gingen die beiden Kinder wieder zurück zum Passagierraum. In diesem Raum waren sie die einzigen Personen. Abby kletterte in den Koffer und schloss ihn von innen bis zur Hälfte.
„Es wird doch noch gar nicht hell.“ wunderte sich Owen.
„Ich möchte auch bloß wissen, ob du den Koffer tragen kannst, wenn ich drinnen bin.“ erwiderte Abby, „Thomas war in deinem Alter deutlich kräftiger. Wenn du den Koffer nicht alleine in den Zug tragen kannst, müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen.“
Owen hob den Koffer an. Er war schwer, doch er konnte ihn tragen. Zumindest kurz. Als er das sagte, lächelte Abby und kam wieder heraus. Sie setzte sich neben ihn, und beide kuschelten wieder miteinander. Doch etwas an dem was sie gesagt hatte, störte Owen. Er konnte zuerst nicht den Finger darauf legen. Doch als ihm klarwurde, was ihn störte, verdüsterte sich seine Miene ein wenig. Abby schien es zu merken, und ein fragender Ausdruck trat in ihr Gesicht. Doch bevor sie etwas sagen konnte, bemerkte Owen etwas.
„Der Himmel wird ja langsam heller.“ sagte er und zeigte in die Richtung des Sonnenaufgangs.
Bis es wirklich hell wurde, würde es noch eine ganze Weile dauern, dennoch wollte Abby schon in den Koffer.
„Hast du dir die Nummer unseres Zugs gemerkt?“ fragte sie, und der Junge nickte.
Abby lächelte und streichelte ihm über die Wange.
„Dann sehen wir uns heute Abend wieder.“ sagte sie und kletterte in den Koffer.
„Wirst du die ganze Zeit über schlafen?“ fragte Owen vorsichtig.
Irgendwie war ihm nicht wohl bei der Vorstellung, dass Abbys Sicherheit sosehr von ihm abhing, und sie, seine Beschützerin, hilflos sein würde.
„Vielleicht bis zum frühen Nachmittag.“ beruhigte sie ihn, „Aber natürlich kann ich keine Minute vor Sonnenuntergang herauskommen! Es wird schon alles gutgehen.“
Das Mädchen küsste ihn auf die Wange, lächelte ihn an und schloss schließlich den Koffer von innen. Owen setzte sich wieder hin und wartete.

Während der Zugfahrt vergingen die Stunden wie im Flug. Owen hatte dreimal gegen den Koffer geklopft, jedoch keine Antwort bekommen. Abby schlief wohl noch. Dann, kurz nachdem der Schaffner seinen Fahrschein überprüft hatte, und wissen wollte, ob dieser Koffer ihm gehörte, hatte es aus dem Koffer geklopft. Abby hatte im Morsecode `Kuss´ geklopft, und von Owen die Antwort `Liebe´ bekommen. Erfreut darüber, dass sie nun wach war, hatte Owen eines seiner Bonbons gegessen und dabei eines seiner liebsten Lieder gesummt.
Viele Menschen würden sagen, dass Abby böse war. Dass sie eine Mörderin war. Und wer konnte es ihnen verübeln? Tatsache war jedoch, dass die selbsternannten guten Menschen nie für Owen dagewesen waren. Sie hatten ihn im Stich gelassen. In der Schule hatte er keine Freunde gehabt. Keiner der Lehrer schien bemerkt zu haben, wie sehr seine Mitschüler ihn quälten. Sogar seine Eltern hatten sich nicht wirklich um ihn gekümmert.
Erst durch Abby hatte sich alles geändert. Nur durch sie hatte er erfahren, wie es war, wenn man geliebt und beschützt wurde, wenn um einen gesorgt wurde.
Es war die richtige Entscheidung, sein Zuhause zu verlassen, um bei ihr zu sein. Er war ihres und sie war seines. Owen lächelte und lehnte sich zurück. Doch einige düstere Gedanken blieben.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast