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What if...

GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
18.10.2020
13.01.2021
8
9.674
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
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13.01.2021 995
 
Guten Abend und frohen fünften Advent!

Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten und konntet mal ein bisschen abschalten. Nun habe ich für euch den zweiten OS Teil und für den nächsten OS gibt es auch schon eine Idee. Freut euch also drauf!
Viel Spaß beim Lesen!



Kapitelname: Diagnose Teil 2

Wörterzahl: 966

Vorkommende Personen: Jan Zimmermann, Tina Lehmann, Tim Lehmann

Sicht; Jan


/=/






POV Jan










Tina hat mich besorgt angerufen, dass Tim verschwunden sei. Nach dem Arztgespräch wäre er nicht nach Hause gekommen. Ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet, es ist typisch für ihn, dass er sich bei Problemen verkriecht und lieber für sich sein möchte, also beruhige ich sie bloß und belasse es dabei. Ich brauche mir da gar keine großartigen Gedanken drüber machen. Zumindest gehe ich davon aus, da es nicht das erste Mal ist und Tim so oftmals besser mit seinen Problemen und Gedanken klarkommt.

So bin ich am darauffolgenden Tag auf dem Weg zu Tim, um noch einmal mit ihm zu reden. Jetzt dürfte er sich beruhigt haben, mit Absicht habe ich ihn gestern nicht mehr angeschrieben oder ähnliches. Vielleicht freut er sich ja auch mich zu sehen. Seine bösen Worte von gestern habe ich mir auch nicht zu Herzen genommen, ich weiß, dass er das nicht so gemeint hat und es aus der Situation heraus gesagt wurde.

Doch als ich an der Tür des Hauses Lehmann klingle, erzählt mir Tina mit besorgtem Blick, dass Tim gestern nicht mehr nach Hause gekommen sei. Das ist nun nicht mehr so typisch.
„Hast du eine Ahnung, wo er sein könnte? Ich bin wirklich verzweifelt, aber zur Polizei kann ich auch noch nicht, Frank sagt, dass wäre zu viel“, sagt sie.
„Wir finden ihn schon, ich habe da so eine Ahnung er ist tot“, beruhige ich sie, obwohl ich gar keinen Plan habe.
        Ich wollte Tina nur beruhigen, aber jetzt wird mir klar, dass das nicht besonders schlau war.
„Kannst du ihn bitte suchen. Ich möchte hierbleiben, falls wir einen Anruf kriegen. Frank ist zur Arbeit“, bittet sie mich und ich nicke selbstverständlich.
„Könnte ich Henry mitnehmen? Hundefleisch! Auf ihn reagiert Tim ja noch positiver.“
„Natürlich! Er kann dir bestimmt auch bei der Suche helfen. Warte, ich hole ihn und seine Leine“, sie holt den Labrador und die Leine, überreicht diese mir.
        Henry freut sich, mich zu sehen und ich streichle ihm den Kopf. Von Tina verabschiede ich mich, dann mache ich mich mit dem Hund auf den Weg.
„Kannst du mir sagen, wo dein Herrchen steckt?“, frage ich den Hund, in der Hoffnung, dass er mir eine Antwort gibt.
         Aber er ist nun mal ein Hund, der kann nicht sprechen. Trotzdem geht er mit mir wie selbstverständlich in Richtung Wald und da dämmert es mir. Tim liebt den Wald, weil er hier seine Ruhe hat und nachdenken kann, das hat er mir mal erzählt und nun erinnere ich mich wieder daran. Ich lasse mich von Henry leiten, vielleicht weiß der ja tatsächlich ganz genau, wo Tim sich versteckt hat.

So laufen wir quer durch den Park, irgendwann sogar abseits des Pfades. Ich weiß nicht wo wir sind und vertraue auf Henrys Orientierungssinn. Der Hund hat seine Nase permanent auf dem Boden und schnuppert, als hätte er Tims Geruch aufgenommen. Ich weiß nicht einmal wie viel Zeit vergangen ist, aber letztendlich gelangen wir zu einer kleinen Lichtung mit einem Holzhäuschen. Henry bellt und zieht an der Leine, läuft auf das Häuschen zu.
„Hallo? Tim?“, rufe ich und öffne vorsichtig die Holztür, „Hm. Hier ist der Osterhase! Hallo!
          Langsam trete ich ein, nicht besonders viel Licht fällt in die kleine Hütte. Doch auf einer Bank entdecke ich eine liegende Gestalt. Ich gehe darauf zu, erkenne Tim dort liegen. Ich weiß nur nicht, ob er schläft oder ob er bewusstlos ist. Vorsichtig rüttle ich an seiner Schulter.
„Tim? Tim? Hier ist Jan. Wach auf“, versuche ich ihn zu wecken.
          Henry jault und leckt seinem Herrchen über die Wange, aber nichts passiert. Ich fasse an Tims Hand, welche viel zu kühl zu sein scheint. Scheiße! Ich fingere mein Handy aus meiner Hosentasche, wähle den Notruf. Aber wie soll ich denn jetzt erklären, wo ich bin? Oder wie soll ich hier wieder herfinden? Aber da fällt mir Henry wieder ein, der wird den Rettungsdienst und mich mit Sicherheit wieder herbringen. Trotzdem versuche ich ungefähr zu erklären, wo ich mich befinde. Zu meinem Glück scheint jedoch die Einsatzleitstelle Bonn diese Hütte zu kennen, ich solle bloß auf mich aufmerksam machen.

Zwanzig Minuten später behandeln drei Rettungssanitäter und ein Notarzt meinen besten Freund mit Wärmeinfusionen und einer Wärmedecke. Tina habe ich unseren Standort geschickt, die sogar den RTW einweisen konnte. Auch wenn der Notarzt sagt, dass alles wieder gut werden würde, Tim nur zur Kontrolle ins Krankenhaus müsse, mache ich mir Vorwürfe. Ich hätte gestern schon reagieren und ihn suchen müssen. Ich hätte ihn gar nicht alleine nach Hause laufen lassen dürfen. Dann wäre das hier nicht passiert.

„Jan, es ist nicht deine Schuld“, kriege ich letztendlich auch von Tim zu hören, als dieser in seinem Krankenzimmer wieder erwacht ist, „Ich wollte nur allein sein und bin wohl eingeschlafen. Es tut mir alles so leid, ich habe mich richtig kindisch aufgeführt.“
        Er sieht auf die Bettdecke und knackt mit den Fingerknöcheln, ehe er die Nase hochzieht. Seine Tics sind kaum merkbar, umso merkwürdiger, dass er sich so anstellt. Dass es noch schlimmer wird, so schlimm wie bei mir, ist doch sowieso recht unwahrscheinlich und mit dem Rest lässt es sich doch leben. Aber das sage ich ihm nicht, zumindest jetzt noch nicht. Jetzt braucht mein bester Freund erst einmal Ruhe und die werde ich ihm auch geben. Ob Gisela das auch tun wird, ist aber eine andere Geschichten. Und im Stillen überlege ich mir schon einmal einen Namen für sein Tourette.
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