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OneshotDrama, Liebesgeschichte / P12
Bibi Blocksberg Holger Martin
18.10.2020
18.10.2020
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Bibi stellt ihre Einkaufstasche auf dem Boden ab und kramt ihr klingendes Handy aus der Hosentasche hervor. Kurz wirft sie einen Blick auf das Display. "Susanne? Ich wollte mich gerade auf den Rückweg zum Hof machen. Weshalb rufst du mich denn an?" fragt Bibi ins Telefon. Am anderen Ende der Leitung hat sie Susanne Martin. "Bibi, komm bitte so schnell es geht zurück. Es gab hier einen Unfall. Pascal ist gestürzt, als Holger mit ihm zurück auf den Hof geritten ist. Robert ist schon auf dem Weg hier her. Aber Holger ist mit den Nerven föllig fertig." sagt Susanne Martin eilig. "Klar, ich komme sofort. Ist Holger was passiert?" fragt Bibi besorgt. "Er sagt nein, aber sicher bin ich mir da nicht, er hat nur noch sein Pferd im Kopf. Ich muss jetzt auch zu ihm zurück." sagt sie noch und legt auf. Bibi muss schlucken. Das klingt ja gar nicht gut. Holgers Mutter ist sonst immer die Ruhe selbst, aber jetzt klang sie ziemlich aufgeregt. Sofort hext Bibi die Einkäufe kein, greift sich ihren Besen Kartoffelbrei und fliegt mit ihm zum Martinshof.

Als sie dort ankommt sieht sie bereits den Jeep von Robert vor dem Stall stehen. Sie ist erleichtert. Dann wird Pascal also schon geholfen. Doch sie sieht noch jemanden auf dem Hof. Holger sitzt zusammengesunken mit dem Rücken zu ihr auf der Bank am Teich. Bibi geht auf ihn zu. "Holger!" spricht Bibi ihn liebevoll an, als sie direkt hinter ihm steht. "Was?" blafft dieser sie unfreundlich an. Doch dann dreht er sich zu ihr um und realisiert, dass Bibi hinter ihm steht. "Entschuldige." murmelt er, steht auf und umrundet die Bank, so das er nun genau vor Bibi steht. Plötzlich macht er einen Schritt nach vorne und  zieht Bibi fest an sich. Er presst seine Lippen hart, fast schon grob auf ihren Mund. Bibi lässt Holger kurz gewähren, unterbricht dann aber den Kuss. Sie weiß, dass er gerade ihre Nähe gebracht hat, aber sie kennt ihn gut genug um zu wissen, dass dieser grobe Kuss so gar nicht seiner Art entspricht und es ihm später unangenehm sein wird. Außerdem hat Bibi ein paar Fragen an ihn, sie muss wissen was passiert ist. Also schiebt sie ihn eine Armlänge von sich und sieht ihn an. "Pascal ist beim reiten in ein Schlammloch getreten, umgeknickt und gestürzt." sagt Holger auf Bibis fragenden Blick hin mit belegter Stimme. "Ist dir etwas passiert?" fragt Bibi sanft und streichelt ihm über die Wange. Holger schüttelt den Kopf. "Ich glaube nicht, aber das ist auch gar nicht wichtig." sagt er ernst. Dann wird sein Blick noch trauriger. "Pascal ist danach nicht wieder auf die Beine gekommen. Er scheint starke schmerzen im linken Vorderbein zu haben." erzählt er. "Und warum bist du nicht bei ihm?" fragt Bibi überrascht. Holger würde sein Pferd in einer Notsituation nie alleine lassen, warum also, sitzt er hier alleine am Teich? "Robert hat mich weg geschickt. Er sagt, meine Unruhe macht Pascal nervös. Mutter ist aber bei ihm geblieben" erklärt Holger niedergeschlagen. Er zieht Bibi wieder ein Stück an sich heran, dieses Mal aber sehr sanft. Seine Stirn legt er an die ihre. Bibi merkt wie Holger sich verkrampft. Seine Hände haben sich in ihrem T-Shirt verkrallt. "Bibi, es ist meine Schuld, ich hätte die Löcher auf dem Hof schon längst schließen sollen, ich hätte besser aufpassen müssen wo wir lang reiten." sagt Holger mit brüchiger Stimme. Nun füllen sich seine Augen mit Tränen. "Was, wenn er sich das Bein gebrochen hat? Du weißt, dass so etwas gefährlich ist. Wenn es nicht behandelbar ist, muss Pascal eingeschläfert werden." Nun kann er die Tränen gar nicht mehr zurück halten. Bibi wischt sie ihm sanft von den Wagen. "Robert wird alles tun um Pascal zu helfen. Und im Notfall darf ich bestimmt hexen." sagt sie beruhigend und küsst Holger zart. Holger erwiedert den Kuss eben so liebevoll.

Eine Weile stehen die beiden einfach nur so da. Er hält sich an ihr fest und sie versucht ihm halt zu geben. Dann lässt Holger sich irgendwann ins Gras fallen. Zusammengesunken sitzt er da. Bibi setzt sich sofort neben ihn und greift nach seiner Hand. "Weißt du, Pascal bedeutet mir sehr viel. Ich habe ihn schon unglaublich lange, da hat Vater noch gelebt, er hat ihn mit mir zusammen eingeritten. Ich weiß, dass Pascal nicht mehr der jüngste ist und ich mich irgendwann von ihm verabschieden muss, aber doch nicht so." sagt Holger niedergeschlagen. Bibi nickt verstehend und streichelt beruhigend über seine Hand "Du wirkst jetzt viel ruhiger als noch vor ein paar Minuten. Willst du mit mir zusammen zu Pascal zurück gehen?" schlägt Bibi vor. Holger überlegt kurz. Er will seinem Pferd keinesfalls mit seiner Anwesenheit schaden, aber er hält diese Ungewissheit und dieses nichts tun nicht mehr aus. Er schaut Bibi an. "Wie ein kleiner Schuljunge habe ich mich wegschicken lassen." sagt Holger und ein kleines Lächeln umspielt seinen Mund. Man könnte fast meinen, dass er nun wieder fröhlicher ist. Aber Bibi erkennt sofort, dass dieses kleine Lächeln nur aufgesetzt ist und seine Augen gar nicht erreicht. Dann steht Holger auf und zieht auch Bibi auf die Beine. Danach lässt er Bibis Hand aber nicht los. Bibi spürt, dass Holger sie jetzt ab seiner Seite braucht. Sie umrunden gemeinsam den Stall. Dann sehen sie Susanne Martin, Robert und Pascal.

Holger huscht ein ehrliches Lächeln über das Gesicht, als er sieht, dass sein Pferd wieder auf den Beinen ist. Robert entdeckt die Neuankömmlinge. "Guten Tag Bibi. Holger, ich wollte gerade zu dir kommen und dich her holen." sagt der junge Tierarzt. Holger lässt Bibis Hand los und geht auf Pascal zu um ihn am Hals zu streicheln. "Der Fuß ist zum Glück nicht gebrochen, nur verstaucht." erklärt Robert. "Warum ist Pascal denn nicht von alleine wieder aufgestanden?" fragt Bibi. "Auch eine Verstauchung verursacht schmerzen, da wollte er es nicht belasten. Vielleicht war er auch einfach noch sehr erschreckt und hat sich nicht getraut. So zu sagen unter Schock. Aber jetzt habe ich ihm das Bein bandagiert und Susanne hat schon die nötigen Medikamente von mir bekommen. In ein paar Wochen ist er wieder fit." eröffnet der Tierarzt. Holger drückt glücklich sein Gesicht an den Pferdehals. Dann geht er auf den Arzt zu und schüttelt ihm dankbar die Hand, bevor er zu Pascal zurück geht. Er streicht ihm liebevoll über die Nüstern und führt ihn langsam in seine Box, wo er ihn mit Futter und Wasser versorgt.

Am Abend steht Bibi in kurzer Hose und Top mit Spaghetti Trägern im Schlafzimmer vor dem Spiegel und bürstet sich die Haare. Holger tritt hinter sie und streicht ihr sanft über die Schulter, bevor er einen Kuss darauf haucht. Mit hilfe des Spiegels kann er ihr in die Augen sehen, obwohl er hinter ihr steht. "Danke, dass du mich heute davor bewahrt hast, völlig durch zu drehen." sagt Holger und blickt sie dabei dankbar lächelnd an. Bibi dreht sich zu ihm herum, legt ihre Arme um ihn und lehnt ihren Kopf an seine Brust. "Das ist doch selbstverständlich." sagt Bibi sanft. Holger ist glücklich. Sein Pferd ist wieder auf den Weg der Besserung und er hat eine unglaubliche, einfühlsame Frau zur Freundin, die er über alles liebt und die mit ihm durch dick und dünn geht.

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