What if I lose it all?

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger OC (Own Character) Ronald "Ron" Weasley
17.10.2020
21.10.2020
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What if I lose it all?


Prolog




"Glück und Zuversicht vermag man selbst in Zeiten der Dunkelheit zu finden. Man darf bloß nicht vergessen ein Licht leuchten zu lassen."




Albus Dumbledore in "Harry Potter und der Gefangene von Askaban"




Das Schreien ihres Babys war das erste, was du junge Frau am Morgen des verheißungsvollen Tages wahrnahm. Müde öffnete sie ihre Augen und blickte in die kleine Wiege neben sich, in der sich ihr kleines Mädchen wütend bemerkbar machte. Ihr Gesicht war schon ganz rot vor Zorn und ihre kleinen Händchen waren zu Fäustchen gezogen wurden.

„Pst“ versuchte die junge Mutter ihr Kind zu beruhigen und fing an die kleine Wiege zu bewegen.

„Mommy ist da“ wisperte sie weiter und warf einen Blick neben sich. Dort schlummerte ihr Mann, welcher wieder einmal wie ein Stein schlief. Eine Eigenschaft, welche sie in jüngeren Jahren bewundert hatte.

Das Schreien ihres Kindes nahm nicht ab und plötzlich riss eine starke Windböe an den Gardinen des Fensters, welches aufschwang und gegen die Wand knallte. Erschrocken hörte das Baby kurz auf zu weinen, nur um dann noch lauter weiter zu schreien.

Fröstelnd stand die junge Frau auf und verschloss das Fenster fest, dabei warf sie einen Blick nach draußen. Der Himmel hing wolkenschwer und grau und verursachte bei ihre eine Gänsehaut, obwohl der Wind nicht mehr ins Zimmer strömen konnte.

Irgendetwas lag in der Luft, dass spürte sie, jedoch konnte sie es nicht festmachen.

Verwirrt wand sie sich wieder ihrem Kind zu, welches sich immer noch lautstark bemerkbar machte.

„Was hast du denn nur?“ fragte die junge Mutter und hob ihr Mädchen aus der Wiege. Beschützend barg sie es in ihren Armen und wiegte es sanft hin und her. Dabei summte sie eine leise Melodie, welche sie noch aus ihrer eigenen Kindheit kannte.

Langsam beruhigte sich das Baby und öffnete langsam ihre blau-grauen Augen, mit welchen es seine Mutter aufmerksam betrachtete. Die feinen Haare auf dem Kopf des Kindes schimmerten bräunlich und ließen die großen Augen noch ausdrucksstärker wirken.

„Alles gut, dir passiert nichts. Hier bist du sicher“ murmelte die Mutter weiter und schloss ihre Hand um die weiche Wange ihres Kindes.

Beide schauten sich nun in die Augen und lauschten den Geräuschen, welche im und um ihr Haus zu hören waren.

„Hat sie wieder geweint?“ wurde die junge Frau aus dem Moment gerissen und blickte zurück auf ihr Bett. Ihr Mann war wach geworden und schaute sie verschlafen an. Die Bettdecke war nach unten gerutscht und entblößte seinen Oberkörper. Ein warmer Schauer der Liebe und Zuneigung durchzog die Frau und kleines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Sie war immer noch glücklich und konnte es manchmal kaum fassen, dass sich dieser Mann für sie entschieden hatte. Zwei Jahre waren die beiden nun schon verheiratet, obwohl sie sich jeden Tag neu verliebt fühlte.

„Draußen braut sich wohl etwas zusammen, dass muss unser kleiner Schatz gemerkt haben“ antwortete sie ihrem Mann leise und reichte das kleine Bündel Glück an ihn weiter. Vorsichtig nahm er seine Tochter an sich und betrachtete sie aufmerksam.

„Es wird wohl nur ein erneuter Herbststurm sein“ versuchte er ihre Bedenken beiseite zu schieben und schenkte ihr ein warmes Lächeln.

„Vermutlich hast du recht. Ich meine nur, in der letzten Zeit ist so viel passiert seit Du-weißt-schon-wer aktiv nach den Potters sucht“ wand sie ein und zog ihren Morgenmantel enger um ihre Schultern. Ihre langen braunen Haare fielen ihr sachte um die Schultern und sie warf ihrem schwarzhaarigen Mann im Bett einen bedeutenden Blick zu. Dessen grauen Augen setzten einen weichen Blick auf als er antwortete: „Du weißt, dass Lily und James stark sind. Ihnen wird nichts passieren. Wir halten zusammen. Egal was kommt.“

Mit diesen Worten wiederholte er ihr Motto aus alten Schultagen, als ihre Freundschaft begonnen hatte.

„Ich habe einfach Angst“ gab die Frau schlicht zu und setzte sich an das Fußende des Bettes und strich langsam über den Kopf ihres Kindes. Das kleine Mädchen hatte sich mittlerweile wieder beruhigt und begann in den schützenden Armen ihres Vaters zu schlummern.

„Das musst du nicht. Ich werde dich immer beschützen“ flüsterte ihr Mann und nahm ihre Hand in seine. Diese war im Gegensatz zu ihrer warm und sofort begann sie sich zu entspannen.

„Okay“ hauchte sie zurück und gemeinsam betrachteten sie ihrer schlafenden Tochter.



Der restliche Morgen verging wie im Flug. Ihr Mann musste zur Arbeit im Ministerium und sie hatte sich um ihr Kind und den Haushalt zu kümmern.

Es schlug gerade elf Uhr als ihr Mann durch die Haustür gestürmt kam und sie mitten in der Küche aufgriff. Dort hatte sie begonnen den Abwasch zu machen und ließ mit ihrem Zauberstab Teller und Tassen reinigen.

„David…“ brachte sie erstaunt hervor, bevor sie sein aufgewühltes Gesicht sah und in ihrer Bewegung innehielt.

„Lisbeth…es…die Potters“ stammelte David und stützte sich erschöpft an der Küchenwand ab.

Tränen schossen in ihre Augen und mit einem Klirren fielen sämtliche Teller und Tassen zu Boden, um an eben jenen in viele kleine Stücke zu zerspringen.

„Du-weißt-schon-wer war bei ihnen“ erklang die brüchige Stimme ihres Ehemannes und er versuchte ihren Blick zu erhaschen.

„Sind sie tot?“ fragte sie tonlos und wusste die Antwort, bevor David es aussprechen musste. Langsam nickte dieser und sank neben ihr an den Küchentisch. Im Nebenraum begann ihre kleine Tochter zu schreien, doch keiner von den beiden hatte die Kraft sich zu erheben.

„Wie…ich meine sie waren doch…“ brach es schluchzend aus ihr heraus, bevor sie sich die Hände vor dem Mund zusammenschlug. Der Schmerz des Verlustes drang tief in ihr Herz ein. Lily war eine gute Freundin in der Zeit in Hogwarts geworden. Sie hatten neben der Schule auch die Ausbildung, gemeinsame Erlebnisse und eine Schwangerschaft geteilt.

„James…er hat alles versucht, aber sie konnten nichts machen. Er ist einfach zu ihnen gekommen und man konnte sie nur noch tot auffinden“ murmelte ihr Mann und nahm gedankenverloren ihre Hand. Auch er hatte einen guten Freund verloren.

„Harry…was ist mit Harry? Ist er ebenfalls?“ fragte Lisbeth erstickt und immer mehr Tränen fanden ihren Weg über ihr Gesicht.

„Er hat überlebt“ gab David wieder und ein kleiner Stein fiel vom Herz der jungen Mutter. Immerhin hatte das Kind der Potters überlebt. Das Kind ihrer besten Freunde, die nun nicht mehr Bestandteil ihrer Welt waren.

Ihr Schluchzen füllte den Raum und beide sanken kurze Zeit später einander in die Arme und versuchten ihre Trauer zu teilen, dem anderen eine Stütze zu sein. Das Schreien im Nachbarraum hatte nachgelassen und so verharrten sie eine ganze Weile in einer Welt der Trauer und des Schmerzes.



Am Abend klopfte es an der Tür.

Müde und traurig ging Lisbeth zu ihrer Haustür und öffnete diese langsam. Verblüfft starrte sie den Mann vor ihrer Tür an, mit dem sie zu dieser Zeit und an diesem Tag nicht mehr gerechnet hatte. Der Mann trug einen langen purpurroten Umhang und sein langer weißer Bart wurde mit einem silbernen Ring zusammengehalten. Die Augen des alten Mannes schauten die junge Frau aufmerksam an und beobachteten jede Regung.

„Professor“ murmelte diese und öffnete die Tür weiter. Stumm bat sie den Mann herein, was dieser auch sogleich tat.

„Meine liebe Elisabeth, ich nehme an David hat dir heute die schwere Nachricht überbracht?“ fragte der Mann mitfühlend und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Wieder sammelten sich Tränen in ihren Augen, als sie im antwortete: „Ich kann es immer noch nicht wirklich begreifen.“

„Das können wir alle nicht, aber gerade jetzt ist es wichtig zusammenzuhalten. Deswegen bin ich heute hier.“

„Dumbledore?“ ertönte die Stimme von David, welcher mit dem kleinen Mädchen im Arm die Trepper heruntergekommen war.

„Wie schön zu sehen, dass es eurem kleinen Mädchen gut geht“ gab Dumbledore zurück und kam mit einigen Schritten neben David zum Stehen. Mit einem kleinen Lächeln bewunderte Dumbledore das Baby und hielt ihr vorsichtig seinen Zeigefinger hin. Mit großen blau-grauen Augen verfolgte das Mädchen seine Bewegungen und griff dann fest nach seinem Finger.

„Oh du bist wohl ein ganz starkes Mädchen“ gluckste Dumbledore und schmunzelte die Eltern an.

„Weswegen bist du hier?“ wollte David wissen, nachdem der Moment verstrichen war. Auch Lisbeth war sich sicher, dass Dumbledore nicht nur zum kleinen Plausch vorbeigekommen war.

„Wie immer entgeht dir nichts“ gab Dumbledore zurück und sprach dann: „Wie ihr bereits wisst hat Voldemort heute ebenfalls unsere Welt verlassen und den kleinen Harry zurückgelassen. Wir können jedoch nicht davon ausgehen, dass Voldemort wirklich für immer verschwunden ist. Deswegen habe ich euch aufgesucht.

„Ich verstehe nicht ganz“ meinte Lisbeth und stellte sich neben ihren Mann. Dieser ahnte bereits was Dumbledore von ihnen wollte und schloss sein kleines Mädchen fester in die Arme.

„Wir brauchen euch im Orden. Aber vor allem brauchen wir Cathleen“ sagte Dumbledore und sofort richteten sich alle Blicke auf das kleine Mädchen, welche mit wachen Augen zurückblickte.

„Aber…“ setzte Lisbeth an, wurde jedoch von ihrem Mann unterbrochen.

„Die Prophezeiung“ nickte dieser wissend und seufzte leise.

„Genau. Ich denke, es ist besser, wenn wir nun alles weitere im Wohnzimmer besprechen“ meinte Dumbledore leise.



An diesem nebeligen Abend, der zu einem der bedeutungsvollsten Tage der Zaubergeschichte gehörte, wurde ein Plan geschmiedet, welcher das Leben der kleinen Cathleen auf einen bedeutungsvollen Weg brachte.

Einen Weg, welcher Leid und Entbehrungen bereithielt.

Ein Weg, von dem sie nicht mehr abweichen konnte und der ihr Wesen und ihren Charakter entscheidend prägen würde.

Es war der Weg der Cathleen Rose Wyler.
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