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I Won't Give Up On You

von Valkyr
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Baelfire / Neal Cassidy Böse Königin / Regina Mills Daniel Emma Swan Henry Mills jr. Maleficent
17.10.2020
20.10.2020
4
9.679
5
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
17.10.2020 2.128
 
Guten Morgen!

Ich weiß, ich habe meine bisherigen Projekte noch nicht alle beendet und arbeite auch definitiv noch daran, doch diese Geschichte hier hat für mich eine tiefere Bedeutung und ich möchte sie mit euch teilen. Ich kann noch nicht sagen, wie regelmäßig ich ein Kapitel hochlade und wie lang diese ausfallen, aber ich gebe mein bestes, euch nicht zu lang warten zu lassen!
Der Titel kann sich im übrigen auch noch ändern, sobald mir etwas Zutreffenderes einfällt.

Warnung:
Im Laufe der Fanfiktion werden unter anderem schwache bis starke psychische Probleme (Traumata, Depressionen usw.) behandelt. Da ich selbst noch nicht genau weiß, inwieweit ich das alles ausschreiben werde, kann sich dementsprechend auch die Altersempfehlung noch ändern.
Ich werde bei den entsprechenden Kapiteln eine zusätzliche Triggerwarnung einfügen. Bitte überschätzt euch nicht, wenn ihr merkt, dass euch diese Themen zu sehr belasten! Wenn ihr Fragen dazu habt, könnt ihr euch jederzeit an mich wenden.


Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und noch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße
Eure Valkyr

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 « I Won't Give Up On You »  

Prolog


Wie so oft in letzter Zeit, saß Regina des nachts wach in ihrem Wohnzimmer und dachte über ihr Leben nach. Nicht, weil sie gern über irgendetwas philosophierte, sondern viel eher, weil zur Zeit alles, was um sie herum war, was sie sich aufgebaut oder woran sie geglaubt hatte, zusammenzufallen schien.
Bis vor kurzem noch war sie mit Daniel zusammen gewesen. Sie hatte ihn kennengelernt, als die Beziehung mit ihrer ersten großen Liebe immer schwieriger geworden war. Schließlich hatten sie sich verliebt und bald schon eine Beziehung begonnen. Eine Beziehung, die schöner nicht hätte sein können. Sie verstanden sich auf so vielen Ebenen und Regina glaubte, in Daniel die Wahre Liebe gefunden zu haben. Es passte einfach alles. Nun, bis auf die ein oder andere Meinungsverschiedenheit vielleicht, aber in den Grundfesten schienen sie doch gar... Seelenverwandte zu sein.

Es gab manchmal Probleme, die ihre Beziehung auf die Probe stellten, und doch hielten sie aneinander fest und gaben sich stetig gegenseitig Kraft. Regina fand rein gar nichts, das ihr einen Grund liefern würde, diese Beziehung zu beenden. Sie konnte sich schlichtweg nicht vorstellen, das irgendetwas je das zerstören könnte, was zwischen ihr und Daniel war. Eine Bindung, wie man sie aus Filmen und Büchern kannte. Das wahrliche „Happy End“. Nun waren sie zwar noch nicht allzu lang zusammen, und doch gab Daniel ihr alles, was sie sich doch eigentlich in einer Beziehung wünschte. Schnell kam ihr ein Gefühl, ja ein Gedanke, der sich in jede Faser ihres Körpers einzuprägen schien: Wenn Daniel nicht ihre Wahre Liebe wäre, dann wäre es niemand. Denn trotz mancher Differenzen, die allein im Alltag schon entstehen konnten, sah sie ihn als den idealen Partner.

Doch das Schicksal hielt oft anderes bereit, als man es sich erhoffte. So perfekt ihr Leben mit Daniel doch zunächst erschienen war, kam doch bald die ernüchternde Erkenntnis, dass es durchaus Dinge gab, die selbst eine solch innige Bindung zum Reißen bringen konnte. Es lag nicht einfach an den Kämpfen, die sie gemeinsam auszufechten versuchten, sondern viel eher an den Schlachten, die jeder für sich schlagen musste.
Beide waren in gewisser Weise gezeichnet, hatten eine schwere Vergangenheit, Traumata und innere Dämonen, die sie nur schwer zu bändigen vermochten. Und irgendwann wurden diese Dämonen lauter. Regina und Daniel stritten immer öfter, Unverständnis kam auf, man begegnete sich gereizt und die schönen Momente, die einst so unzählig waren, wurden nun immer seltener. Für Regina begann eine schwere Zeit und zu ihrem Bedauern konnte sie sich auf Daniel nicht länger stützen. Sie entfernten sich immer mehr voneinander, stetig kamen neue Schicksalsschläge und schlussendlich trennten sie sich voneinander.

Es brach beiden das Herz. Und diesmal glaubte Regina wahrlich daran, denn das, was sie empfand, hatte sie so noch nie empfunden. Dabei lebte sie seit Jahren schon mit den Auswirkungen einer düsteren Vergangenheit. Doch einen Schmerz wie diesen hatte sie nie zuvor erfahren.

Und so kam es, dass sie kaum noch schlief und sich die Nächte damit um die Ohren schlug, in Gedanken zu versinken. So wie an diesem Abend.
Die Tränen, die ihre Wange herabrollten, spürte sie schon gar nicht mehr. Sie saß einfach nur da und sah ins nichts. In Momenten wie jetzt war es fast am schlimmsten, denn war sie allein mit sich und ihren inneren Dämonen, hier, in ihrem zu Hause, das sie vor allem anderen schützte, doch nur vor ihr selbst nicht. Sie fühlte sich merkwürdig. Entweder war ihr alles zu viel oder sie fühlte sich wie betäubt. Doch selbst im Zustand der innerlichen Leere konnte sie nicht wirklich lachen oder die Kraft aufbringen, sich aufzuraffen. Viel mehr kamen ihr dann die Gedanken, was sie nun mit sich anfangen sollte.

Allmählich war sie es leid, aber was sollte sie schon dagegen tun? Sie hatte es sich nicht ausgesucht, so emotional darauf zu reagieren. Sie hatte sich nicht dafür entschieden, ein durch und durch vom Schicksal gezeichneter Mensch zu sein. Wie sollte sie sich nun also dazu durchringen, sich wie das Gegenteil zu verhalten? Das lag nicht in ihrem Naturell, auch wenn sie es sich wünschte. Sie wusste, dass sie sich nicht aufgeben durfte, dass sie weitermachen und etwas finden musste, woran sie festhalten konnte. Doch so sehr sie auch nachdachte, kam ihr einfach kaum bis gar nichts in den Sinn, was ihr gerade den nötigen Schub gab, voran zu kommen. Sie konnte nur hoffen, dass sich das ändern würde...


1. Kapitel


Ein weiterer Tag begann.
Regina schlug die Augen auf und sah etwas verwirrt neben sich. Noch immer war es befremdlich, dass die andere Bettseite leer und kalt war. Ein paar Sekunden blieb ihr Blick an dem unberührten Kopfkissen hängen, bis sie traurig seufzte und schließlich aufstand.
Nachdem sie sich im Bad etwas frisch gemacht hatte, ging sie in die Küche und setzte Kaffee auf. Derweil sie wartete, holte sie ihr Smartphone hervor und schaute darauf. Keine Nachrichten. Kein Anruf. Nichts.
Egal. Dann habe ich wenigstens meine Ruhe, dachte sie sich, auch wenn sie insgeheim gehofft hatte, dass jemand sich bei ihr melden würde und wenn es nur die guten Freunde wären, die sie vielleicht vermissten oder durch magische Weise ihren gestrigen Gefühlsausbruch gespürt hätten. Aber wie immer erwartete sie da einfach zu viel des Unmöglichen. Sie würde sich selbst an die Leute wenden müssen, wenn sie deren Aufmerksamkeit wollte.
Allerdings entschied sie sich so schnell dagegen, wie der Gedanke erst gekommen war. Natürlich wollte sie nicht allein sein, doch auf der anderen Seite hatte sie auch einfach keine Kraft dafür, sich wieder einmal zu erklären und am Ende doch nur die üblichen, hohlen Phrasen darüber zu hören, dass das Leben nun einmal so war und es doch irgendwann wieder gut werden würde. Nicht, dass dem nicht eine gewisse Wahrheit zu entnehmen war, doch irgendwann konnte man es einfach nicht mehr ertragen, diese Weisheiten zu hören.

Um nicht wieder den Tag mit Grübeln zu verbringen, verabredete sie sich kurzerhand mit Maleficent. Diese war nicht nur eine ihrer besten Freunde, sondern auch noch die Frau, mit der sie vor Daniel mehrere Jahre zusammen gewesen war. Auch wenn es gedauert hatte, doch nachdem der Trennungsschmerz überwunden war, hatte sich zwischen ihnen eine wunderschöne Freundschaft entwickelt, die sie beide nicht mehr missen wollten. Sie trafen sich regelmäßig, tranken zusammen etwas Wein und versuchten sich gegenseitig Kraft zu geben, und sei es nur, indem sie völlig belanglose Gespräche führten, bei denen sie dann doch immer wieder mal lachen mussten.
Vor allem aber schätzte Regina an ihr, dass Maleficent direkt war. Sie sagte ihr offen die Meinung und gab ihr oftmals einen kleinen Schubs zurück in Richtung Realität, wenn sie in ihrem Wunschdenken mal wieder festgefahren war.
„Er hat dir wehgetan“, meinte Maleficent nur trocken, „wie kannst du da immer noch so scheiß-freundlich zu ihm sein?“
Regina verdrehte die Augen. „Das ist doch gar nicht der Punkt, Maleficent. Wir haben uns getrennt, weil es einfach nicht mehr funktioniert hat.“
„Bullshit!“, gab Maleficent energisch von sich und stieß dabei eine gewaltige Menge Zigarettenrauch durch den Mund aus, „er hat dir vorher schon weh getan. Du warst die ganze Zeit schon am Boden. Er wusste genau, dass er nicht so mit dir umgehen kann und hat es trotzdem gemacht.“
„Mag sein“, erwiderte Regina ruhig, „aber ich habe genauso Fehler gemacht. Aber die waren nicht ausschlaggebend. Wir wollen uns beide nur erst mal auf uns selbst konzentrieren und wenn sich etwas ändert, es vielleicht noch einmal versuchen. Es ist ja nicht der Liebe wegen gescheitert!“
Maleficent stöhnte genervt. „Meine Güte, Regina. Ich kenne dich... Als ob du dich von jemandem einfach temporär trennst, nur weil es für eine Weile schwierig ist. Hast du vergessen, wie fertig du in den letzten Monaten warst? Er hat dich einfach links liegen lassen, als du ihn brauchtest. Wieso verteidigst du das auch noch? Du hast es doch nicht nötig, so etwas mit dir machen zu lassen.“
Allmählich fühlte Regina sich etwas in die Ecke getrieben. Ihre Atmung wurde etwas schneller, so wie auch ihr Puls. „Wieso willst du nicht verstehen, dass er so eigentlich nicht ist? Es war die Situation... Vielleicht ändert er sich ja wieder.“
„Ja. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sind wir morgen alle tot. Vielleicht nicht. Willst du dich die ganze Zeit an einem 'Vielleicht' festbeißen?“
Regina hätte gern noch mehr erwidert, doch sie merkte immer mehr, dass es kaum etwas brachte, Maleficent zu widersprechen. Nicht nur, weil sie ohnehin stur war, sondern auch, weil Regina dem kaum etwas entgegnen konnte. Sie hatte recht: Daniel hatte ihr wehgetan. In Zeiten der Not hatte er ihre Hilferufe nicht für voll genommen und somit ihren psychischen Zustand nur noch verschlimmert.

Dennoch wollte sie ihn nicht als Bösewicht darstellen. Er hatte eben genauso seine Bürde zu tragen und keinen Kopf gehabt, sich auf Regina zu konzentrieren. Im Kern war er ein anständiger, liebevoller Mensch, von dem sie immer noch überzeugt war, dass er ihr perfektes Gegenstück wäre. Und vielleicht war das ja wirklich noch nicht das Ende. Immerhin liebten sie sich noch immer.
„Du hast so viel besseres verdient, als das, Regina“, meinte Maleficent und drückte ihre Zigarette aus, „du musst nur mal wieder selbst daran glauben.“
„Weil das auch so einfach ist“, entgegnete sie gereizt und nippte an ihrem Wein.
„Ist es. Er ist ein Arsch und du zu gut für ihn.“
„Können wir jetzt bitte das Thema wechseln?“, bat Regina entnervt und ignorierte den vielsagenden Blick seitens Maleficent.
„Meinetwegen.“
„Was macht denn die Arbeit?“
„Es läuft gut“, Maleficent schenkte beiden noch etwas Wein nach, ehe sie zu erzählen begann: „Wir sind fast jeden Tag ausgebucht. Die Gäste sind zufrieden, ich verdiene genug Geld und habe nun endlich nicht mehr das Gefühl, nur sinnlose Zeit zu verschwenden. Allerdings mangelt es an einer weiteren Kraft. Ich habe so viel zu tun, dass ich zwischen Arbeit und Schlafen teilweise gar nicht anderes mehr schaffe.“
Leicht schmunzelte Regina. „Es freut mich, dass es bei dir bergauf geht. Und ein wenig beneide ich dich auch darum.“
Überrascht sah Maleficent sie an. „Wie darf ich das verstehen?“
„Nun ja“, sie gönnte sich noch einen Schluck und räusperte sich dann, „du hast wenigstens etwas zu um dich herum, das dich auf Trab hält. Ehrlich gesagt fällt mir zu Hause so langsam die Decke auf den Kopf. Die Arbeit ist nur wenig hilfreich und viel anderes, das mich zur Zeit ablenken könnte, habe ich auch nicht.“
Gedehnt seufzte Maleficent. „Nun... wenn du willst, kannst du ja mal bei uns vorbei kommen. Ich kann mir vorstellen, dass dir der Job gefällt. Und du kommst mal etwas unter Menschen.“
Missmutig verzog Regina das Gesicht. „Das allein finde ich schon eher abschreckend. Du weißt genau, dass ich fremde Menschen lieber meide. Außerdem glaube ich nicht, dass dem Stress momentan gewachsen wäre, den der Beruf mit sich bringt. Immerhin zählt das Gastronomiewesen mit zu den stressigen Branchen.“

„Ich wette, du kriegst das hin“, sagte Maleficent mit einem aufmunternden Lächeln, „du hast das Selbstbewusstsein dafür und auch wenn du denkst, du kannst das nicht, bin ich doch überzeugt, dass du das sehr wohl kannst. Glaub mal mehr an dich selbst.“
„Seit wann bist du denn nun mein Motivations-Coach?“
Leise lachte Maleficent. „Also?“, umging sie die Frage einfach, „probierst du's aus?“
Regina überlegte. Auf der einen Seite hatte sie etwas Angst vor der Erfahrung, andererseits... Was hatte sie schon zu verlieren? Die Arbeit im Büro war wirklich nicht sonderlich anspruchsvoll zur Zeit und vielleicht täte ihr ein Schubs ins Unbekannte ja doch ganz gut.
„Na schön. Meinetwegen komme ich mal vorbei. Aber wenn ich dann merke, dass ich es nicht machen will, lässt du mich damit in Ruhe, verstanden?“
Maleficent grinste. „Ich denke nicht, dass es so kommen wird. Aber ja, ich nerve dich dann nicht weiter.“



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