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Was ich dir sagen will

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
14.10.2020
12.01.2021
3
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14.10.2020 608
 
Ich versteh dich nicht.
Ich versteh nicht, wieso du so bist wie du bist.
Und ich versteh nicht, wieso das mit uns so ist wie es ist.
Wir haben uns zum ersten Mal gesehen als ich niemanden hatte um Abends fort zu gehen und ich einem Freund von mir geschrieben hab. Er sagte er wäre mit dir und noch ein paar Jungs was trinken, ich soll doch auch kommen, wird sicher lustig.
Die erste halbe Stunde am Tisch wusste ich nicht mal wie du heißt, weil du zu schüchtern warst dich vorzustellen.
Als wir später in den Club gingen bist du hinters DJ Pult, du legtest ja auf. Und ich saß am Tisch davor und hab immer wieder zu dir gesehen und dich angelächelt. Und du hast zurückgelächelt und mir zugezwinkert. Dass du nur spontane Zuckungen am Auge hast und das nicht absichtlich war wusste ich damals nicht.
Irgendwann bin ich aufgestanden und zu dir gegangen um dich nach einer Zigarette zu fragen, und wir haben zusammen geraucht und geredet, hinter dem DJ Pult.
Und ich bin die nächsten Stunden nicht mehr weg, bis Sperrstunde war, wir zusammen raus gingen, du in ein Taxi gestiegen bist und ich nach Hause lief.
Von da an gingen wir immer zusammen fort, hatten viele lange Nächte, und als ich einmal nicht mehr zu mir nach Hause kam nahmst du mich mit zu dir.
Und wir haben die ganze Nacht geredet, und gelacht, und ich lag auf deiner Brust und die Welt war in Ordnung.
Von da an nahmst du mich jedes Wochenende mit zu dir, oder ich dich zu mir. Und es war schön, weil es so leicht war mit dir zu reden und so einfach, zu schweigen und zu genießen.
Bis ich dir eines Samstagabends schrieb, wo du denn bleibst, du hattest doch gesagt du kommst. Und du kamst nicht.
Und am nächsten Samstagabend kamst du, aber du hast kein Wort mit mir gewechselt.
Und ich hatte keine Ahnung wieso, denn das mit uns war sonst immer so leicht und auf einmal war alles so schwer. Und du wolltest nicht mit mir reden, und ich hätte alles dafür gegeben, dass es so wird wie es war, aber es war vorbei. An diesem Abend war alles vorbei, und ich wusste nicht wieso.
Und inzwischen weiß ich es immer noch nicht. Du sagtest, du wolltest keine Freundin, aber die wollte ich nicht sein. Ich wollte deine Nähe, und ich wollte dein Lächeln am Sonntagmorgen, und in deinen T-Shirts aufzuwachen, und dass du mich dann auf deinem Motorrad nach Hause fährst, und deine Hand in meiner, einen Schluck von deinem Bier wenn ich Wein trinke, eine Zigarette vor dem Club mit dir zu rauchen, deine Finger in meinen Haaren, und das am besten jedes Wochenende, doch ich bin nicht die, die von Montag bis Freitag fragt, wie es bei der Arbeit läuft. Und du dachtest, ich wollte mehr als wir hatten, doch mir war es genug. Ich wollte nie mehr, doch das verstehst du nicht.
Du willst eine Freundin, nicht jetzt, aber vielleicht in ein paar Monaten. Und die triffst du nicht, wenn am Wochenende meine Zahnbürste in deinem Badezimmer steht und ich neben dir im Bett liege.
Und ich verstehe, dass du später irgendwann gerne mehr hättest, und das nicht mit mir. Aber mir war das, was wir hatten, genug.
Weil du du bist, und ich versteh dich. Auch wenn ich dich nicht verstehe.
Aber wie soll ich dich verstehen, wenn ich mich selbst nicht verstehe? Aber was ich verstehe ist, dass mir diesen einen Sommer, den wir hatten, niemand nehmen kann.
Auch wenn ich wünschte ich wär dir genug.
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