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Superheld

von IcGatter
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Het
Dr. Nate Getz Eric Beal Nell Jones OC (Own Character)
13.10.2020
15.09.2021
10
15.180
2
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15.09.2021 1.392
 
„Und was hältst du davon, G.?“, fragte Sam, während er Callen das Fernglas reichte.
Callen lehnte ebenfalls am Challenger und warf einen prüfenden Blick auf Eric. Kurz zog er die Stirn kraus, dann ließ er das Fernglas sinken.
„Ich würde sagen, er schlägt sich erschreckend gut.“
Sam quittierte Callens Aussage mit einem kurzen Schmunzeln, ehe er sich erneut das Fernglas geben ließ.
„Los sag schon. Was beschäftigt dich, Großer?“, fragte Callen und warf Sam einen eindringlichen Seitenblick zu.
Sam ließ das Fernglas sinken, legte es auf die Motorhaube und stützte sich an ebendieser ab.
„Glaubst du es war die richtige Entscheidung Eric zu schicken?“
„Zweifelst du an seiner Qualifikation?“, entgegnete Callen fragend, während er ihn mit einem Blick über seine Schulter musterte.
„Nein das nicht. Also nicht direkt. Du weißt, warum er das tut, oder?“
Callen stieß sich vom Wagen ab und drehte sich in Sams Richtung. Ein kurzer Blick genügte und er wusste, worauf er hinauswollte.
„Wegen Nell.“
Sam nickte zustimmend.
„Es war seine Entscheidung.“, begann Callen ruhig, „Wir müssen das Akzeptieren und darauf achten, dass das Team darunter nicht leidet.“
Sam seufzte und erhob sich.
„Wo willst du hin?“, fragte Callen verständnislos.
„Was glaubst du wohl, Partner? Den ganzen Tag Babysitter spielen macht hungrig. Da hinten steht der Taco-Wagen.“, zwinkerte Sam grinsend und setzte sich in Bewegung.
Callen warf das Fernglas in den Wagen und folgte seinem Partner kopfschüttelnd.

Sie wusste nicht was sie zum Strand getrieben hatte, sie wusste nur dass ihre Beine sie wie automatisch hierherführten. Eigentlich gab es nur eine logische Erklärung und die lautete wegen ihm. Seufzend ließ sie sich auf der kleinen Mauer am Radweg nieder und ließ ihren Blick über das Meer schweifen.
Egal wie oft sie den Kopf drehte, immer wieder wanderten ihre Augen an einen bestimmten Punkt. Ein Pärchen was sich beim Surfen prächtig zu amüsieren schien. Sie konnte nicht hören, was sie sagten und genaue Mimik und Gestik blieben ihr ebenfalls verborgen, dafür war die Distanz einfach zu groß, aber sie erkannte die Freude, die von den beiden ausging, unbeschwerte Freude.
Hetty hatte ihr und Leon frei gegeben. Sie sollten sich ausschlafen und ausgeruht zum morgigen Tag erscheinen. Hetty war der Meinung gewesen, das es reichen würde, wenn Sam und Callen ein Auge auf ihn hatten und doch saß sie hier.
Tief in ihrem Inneren wusste sie das Nate recht hatte. Sie hätte von Anfang mit offenen Karten spielen müssen und Eric einbeziehen müssen. Doch sie hatte sich zurückgezogen aus Angst vor dem was einmal war und was einmal werden könnte.
Während sie in ihren Gedanken versunken war, bekam sie erst nach einigen Sekunden mit das sich jemand zu ihr setzte.
„Woher wusstest du das ich hier bin? Bist du mir gefolgt?“, ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern.
Sie bemerkte die Ruhe, die von ihrem Sitznachbar ausging und atmete tief ein.
„Nachdem Hetty mir mitgeteilt hatte, dass sie dich nach Hause geschickt hatte, wollte ich nach dir sehen, aber du warst nicht dort.“
„Wieso bin ich hier?“, fragte sie noch eine Spur leiser.
„Das müsstest du eigentlich am besten wissen.“
Sie zwang sich aufzusehen und blickte in zwei vertraute sorgenvolldreinblickende Augen.
„Ich weiß es nicht, Nate.“, gestand sie traurig.
Nate legte seinen Arm um ihre Schulter und zog sie sanft aber bestimmt zu sich heran. Nell ließ es erst nur widerwillig geschehen, ehe sie sich dem Gefühl der Sicherheit hingab.
Sie bettete ihren Kopf an seiner Halsbeuge und Nate gab ihr einen Kuss auf ihren Scheitel.
Gemeinsam saßen sie eine ganze Weile schweigend da.
Erst als Eric und Vanessa Anstalten machten den Strand zu verlassen, blickte Nell aufmerksam auf. Nate folgte stumm ihrem Blick.
Vanessa zog Eric in eine Abschiedsumarmung und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange.
Nells Eingeweide meldeten sich sofort und sie hatte keine Ahnung was sie gegen dieses beklemmende Gefühl der Hilflosigkeit machen könnte.
Nate spürte ihre innere Anspannung und fuhr ihr Sachte mir der Hand, die auf ihrer Schulter lag, den Arm entlang.
Erst als Vanessa sich von Eric gelöst hatte und er alleine seine Sachen zusammensuchte, um den Strand zu verlassen, entspannte sich Nell etwas.
Sie seufzte und Nate betrachtete sie nachdenklich.
„Na los, sag schon.“, murmelte Nell und brachte etwas Abstand zwischen sich und Nate.
„Willst du das wirklich hören?“, entgegnete er ihr ausweichend.
„Wahrscheinlich nicht.“, gestand sie leise, „Aber vielleicht wäre es besser.“
Über so viel Einsicht verwundert, holte Nate tief Luft und versuchte seinen Worten keinen anklagenden Ton zu geben.
„Ich denke du bist eifersüchtig.“
Nell hatte ja mit vielem gerechnet, aber mit dieser Aussage garantiert nicht. Sofort ergriff sie eine Welle des Zorns und sie sprang wie von der Tarantel gestochen auf.
Nate der mit ihrer Reaktion so nicht gerechnet hatte, schaute sie verwundert an.
„Wie… wie zur Hölle kann ich auf etwas eifersüchtig sein, an was ich mich nicht erinnere.“, zischte sie, ehe sie hinzufügte, „Eric und ich sind und waren nur Freunde.“
Nate kannte sie zu gut und er wusste, jetzt dürfte er nicht nachgeben.
„Nur weil du dir das ständig einredest, stimmt es nicht, Nell.“, belehrte er sie ruhig.
Sie funkelte ihren Freund aus Kindertagen streng an, doch Nate verzog keine Miene.
Nate wartete noch einen Moment ehe er sich ebenfalls erhob.
„Komm ich begleite dich nach Hause.“
Sie schaute ihn fassungslos an. Erst schmetterte er ihr so eine Aussage ins Gesicht und jetzt tat er so als wäre alles in bester Ordnung. Nicht mit ihr.
„Danke, ich verzichte. Wir sehen uns morgen.“, zischte sie und wandte sich ab und verschwand eiligen Schrittes in Richtung Parkplatz.
Nate seufzte ergeben auf. Er wusste es würde noch ein gutes Stück Arbeit sein alles aufzuarbeiten.

Sam und Callen hatten ihre Tacos bereits vor einer Weile verdrückt.
Callen war vom Taco-Wagen aus, eine junge Frau auf der Mauer aufgefallen, die ihm sehr bekannt vorkam. Als sich dann ein großer, hagerer Mann neben sie setzte, bestand kein Zweifel mehr.
Er hatte Sam direkt angetippt und Sam hatte nachdenklich die Stirn gerunzelt.
„Ob das ein gutes Zeichen ist?“, überlegte er vorsichtig.
„Das wird sich noch zeigen.“, entgegnete Callen, „Komm wir müssen Eric weiter im Auge behalten. Das hingegen hat noch etwas Zeit.“
Sam nickte zustimmend und folgte Callen wieder zum Challenger.
Eric hatte mittlerweile seine wenigen Habseligkeiten zusammengesucht und schlenderte langsam den Strand entlang.

Eric schulterte sein Surfboard und schlenderte entspannt den Strand entlang in Richtung seines Apartments. Er fühlte sich so entspannt wie lange nicht mehr. Das ungute Gefühl, welches ihn am Anfang des Nachmittags noch bedrückte, war mit der Zeit mit Vanessa komplett verschwunden.
Gemeinsam hatten sie einen schönen Nachmittag verbracht und auch wenn er nun eine Woche ihr Mittagessen bezahlen musste, so kam er nicht um ein siegessicheres Schmunzeln umher.
Er und sie hatten eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut. Gedanklich korrigierte er sich, seine Tarnidentität hatte eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut, oder etwa nicht?
Kopfschüttelnd schob er die schlechten Gedanken beiseite und dachte zurück an ihre Verabschiedung vor wenigen Minuten. Seine Wangen glühten noch immer und er meinte auch noch ihre sanften Lippen auf seiner Wange zu spüren.
Aber es war nicht dasselbe, sofort dachte er an Nell und seufzte.
Nach ein paar Metern blieb er stehen und blickte dem langsam beginnenden Sonnenuntergang entgegen.
„War es die richtige Entscheidung?“, murmelte er vor sich hin und genoss die letzten Sonnenstrahlen des Tages.
In seinem Kopf kreisten die verschiedensten Antworten, doch er fand nicht die einzig wahre.
Erst sein grummelnder Magen brachte ihn zum Weitergehen. Langsam meldeten sich auch seine Muskeln. Er musste dringend wieder mehr trainieren, vor allem wenn er mit Vanessa mithalten wollte.
,Wie oft sie wohl surfen geht?‘, fragte Eric sich, während er die letzten Schritte zur Garage zurücklegte.
,Ich sollte ihr schreiben, dann können wir gemeinsam surfen.‘, kam es ihm in den Sinn, das würde ihn von seiner Grübelei abhalten und er könnte ihre Beziehung vertiefen. Mit neuem Mut betrat er sein Apartment und schnappte sich sogleich sein Smartphone.
Lächelnd tippte er vor sich hin und sendete zufrieden seine Nachricht ab. Jetzt hieß es warten und sofort schlichen sich die ersten Zweifel an.
War es zu früh? Wirkte es komisch?
Ehe er seine Gedanken zu Ende denken konnte, vibrierte sein Smartphone.
Vanessa hatte sich umgehend gemeldet und sich für den schönen Abend bedankt. Selbst dem gemeinsamen Surfen schien sie angetan zu sein. Eric entspannte sich und schlenderte in die Küche, um sich endlich zu stärken.
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