Die Schüler von Xanrea - Die Schatzhöhlen

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P6
OC (Own Character)
12.10.2020
20.10.2020
5
8.699
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17.10.2020 1.904
 
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Es war nicht lange her, dass drei Gestalten durch die Straßen von Xanrea huschten. Sich immer im Schatten haltend und darauf achtend, ja niemanden aufzufallen. Sie hatten ihre Halstücher nicht um, mit welchen man sie als Schüler der Akademie erkannt hätte. Aber trotzdem würde es den ein oder anderen Verdacht wecken, wenn drei junge Pokémon spät Abends und noch dazu ganz alleine durch die Gassen des Dorfes schliechen. Feli übernahm dabei die Führung, schließlich konnte sie von den dreien am besten im Dunkeln sehen. Plötzlich blieb Feli stehen und auch Leo hielt an, Charlie welcher von allen am schlechtesten im Dunkeln sehen konnte, stolperte äußerst ungraziel in Leo hinein und konnte nur mit Mühe sein Gleichgewicht halten. „Sei vorsichtig.“, mahnte Leo seinen Freund. Feli hatte sich auf ihre Hinterbeine aufgerichtet und reckte ihren Kopf so weit es ging in die Höhe: „Okay, der schnellste Weg zu den Höhlen führt über dem Marktplatz.“ „Aber ist dass denn wirklich so eine gute Idee? Der Platz ist voller Pokémon.“, äußerte Charlie seine Zweifel.

Und er hatte recht. Obwohl es Abend war und sämtliche Stände und Geschäfte zu hatten, war der Platz voller Pokémon. Zwar nicht gerade viele wie es tagsüber der Fall war, aber dennoch konnte man ihn jetzt nicht als ausgestorben bezeichnen. Feli warf ihren Freunden über ihre Schulter einen Blick zu: „Entspannt euch. Die meisten Erwachsenen hier sind entweder mit Jemanden verabredet und deshalb abgelenkt, oder bereits zu sehr vom Wikibeeren-Sake betrunken. Manche von denen wissen nicht mal wo oben und unten ist.“ Wie aufs Stichwort hörten sie seltsames Gelalle. Dort über dem Platz ging gerade ein Girafarig. Wobei es eher stolperte. Immer wieder wankte erst ihr Kopf zu einer Seite, nur damit dann ihr restlicher Körper folgte. Es war ein Weibchen, dass konnte man am Fell erkennen und so wie sie sich ihren blauen Seidenschal um ihre Schultern gelegt hatte, hatte sie sich wohl für eine Verabredung hübsch gemacht. Allerdings war ihr Schal verrückt und obwohl die drei nicht verstehen konnten, über was sie da die ganze Zeit schimpfte, waren sie sich sicher dass ihre Verabredung wohl nicht so gut gelaufen ist. Gerade als das Girafarig aus ihrem Blickfeld verschwand, tauchte auch schon ein Glibunkel auf, welches wohl ebenfalls bereits zu tief ins Glas geschaut hatte. „Seht ihr was ich meine?“, fragte Feli ihre Begleiter. Die konnten dem nur zustimmen. Erwachsene. Behaupten immer sie wüssten es besser und führen sich dann am Ende selbst wie kleine Kinder auf.

Doch auch wenn es eher unwahrscheinlich war, dass sie erwischt wurden, war oberste Vorsicht geboten. Deshalb beschlossen sie nicht quer über den Marktplatz zu laufen. Sondern am Platzrand an den Häusern entlang zu wandern. Bis sie die Gasse erreicht hatte, die sie als nächstes nehmen mussten. Allerdings bedeutete dass auch, dass sie an einigen Kneipen und Restaurants vorbei mussten, in denen gerade voller Betrieb herrschte. Egal um welche Art von Lokal es sich handelte, man konnte laut und deutlich Stimmengewirr hören, Lachen und manchmal auch lauten Gesang. Eng drückten sie sich an die Hauswände und verharrten im Schatten. Bis sie sich sicher waren, dass niemand in ihre Richtung sah, dann rannten sie hastig los. An dem Lokal vorbei und schnell wieder zurück in den Schatten. Eines davon war das Café von Frau Kangama. Ein äußerst beliebter Treffpunkt, nicht nur für die Erwachsenen. Auch bei den Schülern der Akademie war das Café bekannt und beliebt. Bei Leo, Charlie und Feli war dies auch nicht viel anders.

Aber im Moment dachte keiner der drei an die leckeren Fruchtgetränke des Cafés, sondern wie sie unbemerkt daran vorbei kamen. Die Kellner wussten nämlich dass das Café für die Schüler ein gern gewählter Treffpunkt war, deshalb konnten sie auch einige Gesichter locker zuordnen. Die Gefahr erkannt und erwischt zu werden, war hier besonders groß. Allerdings war dies nicht das einzige Problem: „Äh, Leute. Ist dass da nicht Herr Kukmarda?“ Auf Leo und Felis verwirrte Blicke, zeigte Charlie auf einen der Tische, welcher außerhalb des Cafés stand. Tatsächlich saß dort niemand anderes als ihr Lehrer Herr Kukmarda. Er schien sich heute besonders rausgeputzt zu haben. Dass sonst wirre Fell seiner weißen Rutenspitze war glatt gekämmt und seine beiden, aus seinem Maus rausschauenden Schneidezähne wirkten, als hätte er sie penibel poliert. Gekrönt wurde das ganze durch die schwarze Fliege, welche er um seinen Hals trug. Und der Grund für all dass saß ihm direkt gegenüber am Tisch und trug eine Kette aus weiß schimmernden Perlen um ihren Hals. Es war Matrifol. Sie war eine talentierte Schneiderin und die Besitzerin eines eigenen Ladens hier in Xanrea. Obwohl sie wirklich gute Arbeit verrichtete, hatte auch sie ihre Schwächen. So neigte die Dame dazu schnell voreilige Schlüsse zu ziehen und andere Pokémon, wegen ihrer Herkunft oder ihres Types zu verurteilen oder gar grundlos zu beschuldigen. Diese Erfahrung musste auch schon Feli machen, Leo erinnerte sich. Es war damals als sie sich durch Zufall kennengelernt hatten und er ihr aus der Patsche gehofen hatte. Sie konnten nicht hören, über was sich die zwei Erwachsenen unterhielten. Allerdings schien es Fräullein Matrifol wohl lustig zu finden, da sie anfing zu lachen, während sich Herr Kukmarda verlegen mit seiner Vorderpfoten über den Nacken rieb.

Neben Leo blinzelte Charlie, als wäre er gerade aus einem schrägen Traum erwacht: „Wow! Herr Kukmarda hat also wirklich ein Date? Dass ich das mal miterlebe.“ „Aber dass er sich, von allen Pokémon in Xanrea, ausgerechnet sie aussuchen musste.“, stöhnte Leo. „So ein Mist. Diese Zicke hatte mit ihrer Vermutung doch tatsächlich recht!“, zischte Feli, während sie wütend mit ihren Zähnen knirschte. Leo sah seine Freundin irritiert an: „Wer hatte womit recht?“ „Ah, nichts. Nichts. Konzentrieren wir uns darauf, wie wir am Café vorbei kommen, ohne von Herrn Kukmarda gesehen zu werden.“, antwortete Feli schnell.

Charlie und Leo begannen angestrengt zu überlegen, dadurch bemerkten sie nicht wie Feli sich unauffällig zu ihrem Schatten runterbeugte. „Du könntest uns auch ein wenig helfen, weißt du?“, wisperte sie leise. Eine Antwort bekam sie zwar nicht, allerdings wurde sie für einen kurzen Moment von zwei glühenden Augen angefunkelt. Schließlich wurde Felis Schatten länger und begann über die Hauswand, in Richtung der Tische zu wandern. Feli drehte der Hauswand dem Rücken zu und tat so, als würde sie sich an der Unterhaltung von Charlie und Leo mitbeteiligen. Während sie inständig hoffte, dass die Nachtsicht der Jungs mies genug war, so dass sie nicht ihren, aus irgendeinem Grund von selbst wandernden Schatten, bemerkten. „Hey, Jungs. Wartet mal.“, stoppte Feli die beiden, als sie einfach schon auf gut Glück loslaufen wollten. Alle drei blickten zu den Tischen, wo gerade ein Flunkiefer, eine Kellnerin des Cafés durchging. Dabei trug sie ein Tablet mit zwei vollen Gläsern Beerensmothies in den Händen. Plötzlich glühten Katrischas Augen auf und die Gläser fingen an wie von geisterhand zu wackeln. Das Flunkiefer riss ihre Augen weit auf und versuchte noch mit ihrem Tablet den Bewegungen entgegenzuwirken. Aber es war schon zu spät. Die Gläser kippten um und sowohl sie als auch die Tablett fielen vor Flunkiefers Füßen auf dem Boden. Die Smothies ergossen sich auf dem Boden. Was für eine Sauerei! Und wie es der Zufall so wollte, geschah dass ganze direkt neben dem Tisch, am welchem Herr Kukmarda und seine Verabredung saßen. „Los jetzt! Solange sie abgelenkt sind.“, befahl Feli und noch bevor Leo und Charlie genau wussten was vor sich ging, liefen sie auch schon hinter ihrer Freundin her. Während Herr Kukmarda aufstand, und fragte ob alles bei der jungen Kellnerin in Ordnung sei, waren Feli, Leo und Charlie auch schon an ihnen vorbei geeillt und in einer Gasse verschwunden. Felis Schatten hatte währenddessen wieder seinen alten Platz eingenommen.

„Ich glaube uns hat tatsächlich niemand gesehen.“, freute sich Charlie, als sie ein Stück vom Marktplatz entfernt eine kurze Pause einlegten. Leo wandte sich an seine Freundin: „Sag mal, woher wusstest du, dass so etwas passieren würde?“ Feli grinste: „Weibliche Intuition.“ Leo antwortete darauf nicht und auch Charlie wirkte ziemlich irritiert. Feli lachte, ehe sie sich wieder auf ihre vier Pfoten fallen ließ und in eine bestimmte Richtung mit dem Kopf nickte: „Kommt schon. Wir sind fast aus dem Dorf raus. Es ist nicht mehr als zu weit.“ Sofort wich die Verwirrung von den Gesichtern der beiden Jungen und neuer Tatendrang kam zum Vorschein und sogleich liefen die drei Freunde wieder los.

Je weiter sie durch die dunklen Gassen und zwischen den Häusern des Dorfes liefen, desto leiser wurden die Geräusche des Marktplatzes. Als sie schließlich den Dorfrand erreichten und den angrenzenden Wald betraten, waren sie komplett verstummt. Sie liefen langsamer, aber waren weiterhin wachsam. Dies hier war das Gebiet der wilden Pokémon und auch wenn der Wald von Xanrea jetzt nicht unbedingt als gefährlich eingestuft wurde, war es dennoch ratsam auf der Hut zu sein. Vorallem jetzt wenn es dunkel war. Sie befanden sich auf einem Waldweg, welcher die dichten Baumkronen über ihnen teilte und die Sicht auf den Mond freigab. Alle drei erstarrten, als sie ein Rascheln hörten. Im nächsten Moment schoss ein Noctuh aus einem Baum hervor und flog kreischend über sie hinweg. Gleichzeitig atmeten die drei erleichtert aus, nachdem das Noctuh davon geflogen war. „Oh, man.“, seufte Charlie und wischte sich den Schweis von seiner Stirn. „Wir sollten besser vom Weg runter gehen. Auf die Weise werden wir nicht so schnell gesehen.“, schlug Feli vor. Leo und Charlie stimmten zu, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Wenn man durch einen Wald ging war eine der Grundregeln, niemals den Weg verlassen. Im Dunkeln galt diese wohl noch mehr als alleine schon am Tag. Aber Feli hatte damit wohl keine Probleme. Sie ging an den Wegrand, schob kurz ihren Oberkörper in ein Gebüsch, ehe sie ihre Freunde wieder ansah und sie zu sich winkte.

Kurze Zeit später wanderten die drei durch den dunklen Wald, sehr leise und vor allem sehr vorsichtig. Von ihnen fühlte sich Feli am sichersten, da war es kein Wunder, dass Leo und Charlie ihr großzügig die Führung überlassen hatten. Immer mal wieder hörten sie irgendwelche Geräusche aus den Tiefen des Waldes. Pausenlos drehte Leo seine Ohren in alle Richtungen. Sehen konnte er vielleicht nicht besonders gut, aber zumindest konnte er sich auf seine Ohren und Nase verlassen. Apropos Geruchssinn. Leo zog tief die Luft ein, als ihm ein Geruch in seine Nase stieg, den er bisher noch nicht gewittert hatte. Was war das? Es roch irgendwie nach...

...Rauch?

„Psst!“, wisperte Feli plötzlich, als sie vor ihnen plötzlich zum stehen kam, sodass die anderen auch anhielten. Sie legte ihren Itembeutel ab und legte sich flach auf dem Waldboden, bevor sie begann unter den Busch vor ihr zu kriechen. Leo und Charlie wirkten im ersten Moment überrascht, machten es dann jedoch ihrer Freundin nach und folgten ihr kriechend ins Gebüsch. Schließlich hatten sie das andere Ende des Busches erreicht. Mit Feli zwischen den Jungs, konnten sie unter den Blättern durchsehen und jetzt sah Leo auch, woher der Geruch nach Rauch herkam.

Vor ihnen öffnete sich der Wald zu einer großen Lichtung und auf der anderen Seite dieser Lichtung befand sich eine große Felswand. Auf der Lichtung, entlang des Weges auf welchem sie noch vor kurzem gewandert waren, standen mehrere Fackeln und wiesen den Weg zu einer großen, in die Felswand eingelassenen Eisentür, auf der das Wappen von Xanrea eingraviert war. Das Licht der Fackeln tanzten auf seltsame Weise hin und her. Feli, Charlie und Leo blickten mit großen Augen auf die Lichtung.

Leo schluckte angespannt: „Wir sind da. Dass sind die Schatzhöhlen.“

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