Unbowed, Unbent, Unbroken

von swimmer10
GeschichteRomanze / P16
Gellert Grindelwald OC (Own Character) Porpentina "Tina" Goldstein Queenie Goldstein Seraphina Picquery
12.10.2020
21.10.2020
6
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17.10.2020 1.791
 
Ich hielt es für das Schlimmste. Für den größten Fehler in meinem Leben. Das ich in meinen Boss verknallt war. Zwei Jahre lang war es mein größtes Problem das ich meine Augen nicht von Percival Graves lassen konnte sobald er den Raum betrat. Dann verloren wir Chris und alles änderte sich.

Ich hatte Elanor Dwain Parker als Partner zugeteilt. Dwain war schon alt, grummelig und laut gewesen als Chris und ich Frischlinge gewesen waren, doch auf seine Art war er einer der besten Auroren die ich kannte. Dwain hatte schon unzählige Frischlinge verschlissen. Letztes Jahr hatte er es in Rekordzeit von zwei Stunden geschafft seinen neuen Partner zu vergraulen. Doch Elanor erwies sich, genau so wie ich es von ihr erwartet hatte, als viel zu stur dafür um sich einfach davon ekeln zu lassen und mit ihrer Hartnäckigkeit schien sie auch Dwain zu beeindrucken. Bereits nach zwei Wochen begannen Parker und Elanor mit regelmäßigen Trainingsstunden und nach einem halben Jahr teilte der Senior-Auror mir und Chris mit das er die junge Hexe mit zu einem Einsatz nehmen wollte. Christopher wollte dies erst nicht zu lassen, doch da er in diesem Fall nicht objektiv war, nahm ich ihm die Entscheidung aus der Hand und unterschrieb Parkers Antrag.

Der Außeneinsatz endete sowohl für Chris Schwester als auch für Parker auf der Krankenstation. Doch als ich meinem besten Freund auf die Krankenstation folgte schallte mir bereits Elanors Lachen entgegen. Die Rothaarige war von einem abgelenkten Brandzauber am Arm getroffen worden. Parker war unverletzt, wollte seine junge Partnerin aber nicht aus den Augen lassen bis sichergestellt war das ihr nichts weiter fehlte. Ich sprach mit dem diensthabenden Heiler der mir versicherte das Miss Welsh wieder in Ordnung kommen würde und sah mir Parkers Erinnerungen an. Die Bilder zeigten mir das Elanor zwar keinen Fehler gemacht hatte, doch sie war definitiv unvorsichtig gewesen. Eine junge Aurorin auf ihrem ersten Außeneinsatz. Wir hatten schon schlimmere Verletzungen nach ersten Einsätzen gesehen. Aber sie war Familie. Und deswegen blieb Chris die ganze Nacht über an der Seite seiner Schwester und auch ich blieb an diesem Tag länger als notwendig im Büro.

Bei den auf diesen Auftrag folgenden Einsätzen kristallisierte sich ein klares Bild heraus. Elanor war gut in dem was sie tat, aber sie war gleichsam wie ihr Bruder, höchst Risiko bereit. Sie landete in regelmäßigen Abständen auf der Krankenstation, doch sie brachte, gemeinsam mit Parker jeden der ihnen erteilten Aufträge zu ende.

Nach zwei Jahren waren die beiden ein eingespieltes Team und sie schrieben gerade an ihren Einsatzberichten vom vergangenen Tag als Madame Picquery und ich das Großraum Büro der Auroren betraten. Die Präsidentin und ich waren gerade in einer Besprechung gewesen als die Nachricht mich erreicht hatte. Die Botschaft flammte auf dem Pergament vor mir auf. Vier Worte. Zwei Sätze die meine Welt schwanken ließen. Chris war tot. Mein bester Freund war tot. Mein Bruder war tot.

Elanor
Hestia
Olivia
die Kinder

„Wir müssen es ihnen sagen.“, es war Madame Picquery die es aussprach. „Ja“, sie hatte recht. Ich musste es ihnen sagen. Ich und kein Anderer. Das war ich Chris schuldig. Die Präsidentin folgte mir als ich wortlos aufstand und mit dem Aufzug in das drei Stockwerke tiefer liegende Auroren Büro fuhr. Als wir eintraten saß Elanor wie immer auf dem Boden vor ihrem Schreibtisch. Sie saß ständig auf dem Boden. Diesen Tick hatte sie bereits in ihrer Jugend gehabt und lebte ihn auch hier regelmäßig aus. Ihre Feder und das Pergament schwebten vor ihr in der Luft und schrieb einen im Vorhinein diktierten Text nieder. Während die Feder ihre Arbeit tat unterhielt sie sich mit ihrem Partner, der am Tisch neben ihr saß. Bei unserem Eintreten blickte sie auf.. „Mr.Graves“, sie lächelte mich an,“ Madame Präsident!“ Die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben während sie ebenso wie die Anderen Auroren aufstand. Picquery hob die Hand „Bitte, setzen sie alle sich.“ Kollektives Stühlerücken war hörbar während die anderen anwesenden Auroren sich setzten. Nur Elanor blieb stehen und sah uns weiter entgegen. „Was ist passiert?“ Ich wusste nicht was sie gesehen hatte, doch die Feder und das Pergament vielen zu Boden während ihre Hände sich zu Fäusten ballten. „Mr. Graves?!“, ihre Stimme bebte. „Miss Welsh“, Picquery war vor getreten,“ kommen sie doch mit uns in Mr.Graves Büro...“ „Nein“, sie schüttelte den Kopf,“ sagen sie mir was passiert ist!“„Elanor“, es war unangebracht und unangemessen ihren Vornamen zu benutzen, sie war eine meiner Auroren, sie war mir unterstellt und sie war die kleine Schwester meines besten Freundes. Meines toten besten Freundes. „Was ist mit Chris?“ „Miss Welsh,“ es war Picquery die es aussprach,“ ihr Bruder ist tot.“


Stille legte sich über meine Ohren wie Watte. Einen Moment lang war es im Aurorenbüro so still wie noch niemals zuvor. Dann brach die Hölle los. Sämtliche anwesenden Auroren sprangen auf und riefen durcheinander, doch nichts davon kam bei mir an. Ich stand im Auge dieses Sturms und starrte Percival und die Präsidentin an und dann spürte ich wie mein Herz für einen Moment aufhörte zu schlagen. Chris war tot. Mein Bruder war tot. Der Mensch der mein Leben lang an meiner Seite gewesen war war tot. Er war fort. Und dann schlug mein Herz wieder. Ich fühlte diesen kleinen, verräterischen Muskel gegen meine Brust schlagen. Ich spürte wie Dwain mir eine Hand auf die Schulter legte. Hörte wie er auf mich einredete. Ich fühlte wie Tina an meine andere Seite trat und nach meiner Hand griff. Doch ich konnte den Blick nicht von Percival und Madame Pinquery nehmen.

Ich sah den Schock und ich sah den Moment in dem sie es begriff. Parker und Goldstein standen direkt an ihrer Seite als sie langsam die Augen schloss. Ich erwartete Tränen oder Schreie. Doch Elanor stand einfach nur da während die anderen Auroren aufsprangen und mich und die Präsidentin mit Fragen bestürmten. Doch diese Fragen waren nicht wichtig. Jetzt, in diesem Moment war nur Elanor wichtig. Ein zittern lief durch ihren Körper und dann öffnete sie die Augen.

Als ich meine Augen wieder öffnete sah ich direkt in Percivals braune Augen und einen Moment lang glaubte ich das er mich so anblickte wie er sonst nur Theodora ansah. Doch dann vielen mir Olivia, die Kinder und Grandma ein und der Moment zerriss. „Liv, die Kinder...“ „Wir schicken jemanden...“, begann Madame Pincquery, doch ich schüttelte den Kopf: „Nein“ Das durften sie nicht von jemand fremden erfahren. Kein gesichtsloser MACUSA Beamter würde meiner Schwägerin und ihren Kindern sagen das ihr Ehemann und Vater tot war. „Nein“, ich musste das tun. Das war meine Aufgabe. Mit einem Schritt nach vorn streifte ich Parkers und Tinas Hände ab und mit dem nächsten Schritt trat ich auf Percival und die Präsidentin zu. „Nein“, ich schüttelte erneut den Kopf,“ ich mache das. Ich muss das tun.“

„Nein“, ich griff nach ihrem Arm und hielt sie fest. „Ich muss das tun“, sie sah mich nicht an während sie die Worte wiederholte,“ Ich muss...“ „Ich komme mit.“ Langsam hob sich ihr Blick und als wir uns in die Augen sahen erkannte ich für einen Moment unglaublichen Schmerz und Verzweiflung darin. Ich hatte zuvor schon Männer verloren, aber das war anders. Es ging um Chris. Es ging um die einzige Familie die ich je gehabt hatte. „Sie müssen es erfahren.“ „Ja“, ich nickte. „Sie müssen...“ Sie zitterte und stand ganz klar unter Schock. „Ja“, ich nickte,“ wir gehen zu ihnen.“

Ich hielt mich aufrecht während Percival mit mir durch die Gänge von MACUSA schritt. Ich spürte die Blicke auf mir, doch ich hielt mich aufrecht. Ich stand aufrecht nachdem wir aus dem Atrium heraus vor das Wohnhaus von Chris Familie apparierten. Ich hielt mich aufrecht als Olivia uns die Tür öffnete. Ich hielt mich aufrecht als meine Schwägerin wimmernd zusammenbrach. Ich kümmerte mich um die Kinder während Percival bei Liv blieb. Ich öffnete die Tür als Grandma eintraf und ich schrieb die ersten Briefe um die Dinge für die Beerdigung zu regeln. Als es dunkel wurde brachte ich Theodora und Anthony zu Bett um dann ins Wohnzimmer zurück zu kehren. Dort stand Percival auf dem Balkon und rauchte eine Zigarette. „Ich wusste nicht das sie rauchen?“ „Nur in Ausnahmesituationen.“ Er drehte sich zu mir um und blickte mich an. Ein müdes Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht als er sah wie ich die Zigarette ansah. „Hier“, er reichte mir das Päckchen das in der Tasche seiner aufgeknöpften Weste gesteckt hatte. „Grandma würde mich umbringen“, murmelte ich während ich mir eine der Zigaretten ansteckte und einen tiefen Zug von dem edlen Tabak nahm. „Danke Mr.Graves, für alles was sie heute getan haben!“ Er war da gewesen, die ganze Zeit über, hatte Liv in den Arm genommen und mit Grandma gesprochen als sie eingetroffen war. Seine ruhige Präsenz hatte mir in den Momenten Kraft gegeben als ich geglaubt hatte nicht mehr zu können. Ohne ihn hätte ich das nicht durchgestanden. „Die Kinder schlafen und Grandma ist bei Liv im Schlafzimmer.“ Ich war erschöpft und in meinem Inneren wütete immer noch diese schreckliche Leere die ich fühlte seit die Präsidentin mir die Botschaft überbracht hatte. „Hoffentlich können sie wenigstens schlafen.“, murmelte ich seufzend während ich mir das Haar aus der Stirn strich. „Sie sollten sich auch hin legen Miss Welsh.“ „Nein“, ich würde ohnehin nicht schlafen können,“ ich bleibe wach falls eines der Kleinen aufwacht.“ „Ich bleibe und sehe nach den Beiden. Legen sie sich hin!“ „Sie haben schon genug getan Mr.Graves, sie müssen nicht...“ „Elanor“, die Verwendung meines Vornamens lies mich aufblicken,“ legen sie sich hin. Das ist ein Befehl!“ Ich drückte die Zigarette auf dem Balkongeländer aus und sah zu ihm auf. „Sie sollten sich auch ausruhen Sir. Sie haben heute… Sie haben heute...“, meine Stimme brach und ich musste meinen Blick abwenden, ich konnte es nicht aussprechen, es würde die Lücke, den Schmerz zu real machen,“ er war ihr bester Freund!“ „Ja“, Percival nickte während sein Blick über die Lichter der Stadt vor uns wanderten,“ und er war ihr Bruder. Jetzt legen sie sich hin!“ „Aber nur ein paar Minuten! Und sie wecken mich wenn etwas sein sollte!“ „Hinlegen Aurorin Welsh!“

Ich würde mich nur ein Paar Minuten aufs Sofa legen damit Percival zufrieden war. Meine Schuhe waren schnell aufgeschnürt und ich streckte mich auf dem Sofa aus. Die Couch war so ausgerichtet das mein Blick zum Balkon hin ging und ich unter halb geschlossenen Liedern hindurch beobachten konnte wie der beste Freund meines Bruders sich auf die Balkonbrüstung stützte. Das weiße Hemd spannte über seinen Schultern und die Muskeln an seinen Oberarmen traten hervor. Früher hätte mein Herz bei diesem Anblick angefangen zu flattern, doch heute ließ er mich kalt. Alles was ich fühlte war eine dumpfe Taubheit die sich durch meinen Körper fraß.
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