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Unbowed, Unbent, Unbroken

von swimmer10
GeschichteLiebesgeschichte / P16
Gellert Grindelwald OC (Own Character) Porpentina "Tina" Goldstein Queenie Goldstein Seraphina Picquery
12.10.2020
20.11.2020
12
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12.10.2020 1.349
 
Ich war müde.

Auch nach all den Jahren in Hogwarts hatte ich mich nicht ans Frühe aufstehen gewöhnt und die unberechenbaren Trainingszeiten an der Aurorenakademie, denen ich mich seit zwei Jahren aussetzte, trugen nicht dazu bei meinen Schlafrythmus zu normalisieren. Das Training war hart, doch der Job war es auch und die Ansprüche die die Ausbilder stellten waren nicht umsonst so hoch. Nur die Besten Auroren überlebten lange genug um in ihrem Beruf alt zu werden.

Ich schlüpfte in ein altes Hemd meines Bruders und kuschelte mich unter die braune Steppdecke die zur Standartausstattung der Wohnheimzimmer gehörte. Fünf Stunden Schlaf –  ich würde die Zeit voll ausnutzen. Wenn Schlafentzug mit zur Ausbildung gehörte gewöhnte man sich daran überall so schnell wie möglich einzuschlafen, erst recht wenn man den Luxus seines eigenen Betts genießen konnte. Nichts desto trotz kam es mir so vor als hätte  ich meine Augen kaum geschlossen als der Wecker mich mit schnarrender Stimme anfuhr „Aurorin in Ausbildung Welsh, finden sie sich augenblicklich im Trainingssaal ein.“ Es war drei Uhr in der Früh. Ich fluchte, währen zwei Stunden mehr Schlaf wirklich zu viel verlangt gewesen? Ich schlüpfte in eine der schwarzen Trainingshosen mit den ledernen Einsätzen an Knie und Schienenbein, schlang mir das Halfter für meinen Zauberstab um den Unterarm und taumelte, noch mehr schlafend als wach, auf den Gang hinaus. Während ich aus dem Wohnheim joggte, das ich mir akut mit drei anderen Hexen teilte, band ich mir meine schulterlangen, braunen Haare zu einem Zopf und dachte darüber nach was mich wohl erwartete.

„Welsh“, Timothy Price und drei seiner Kameraden aus dem vierten Jahr standen bereits an der Bühne die den Großteil des Trainingssaals einnahm und auf dem die Meisten der Übungsduelle stattfanden. „Price, Jungs“, ich erwiderte den Gruß“, was ist hier los?“ Ehe der Junge Ire etwas auf die Frage erwidern konnte öffnete sich die Tür des Saals erneut und Professor Albright trat ein. Professor war auf dieser Akademie zwar nur ein Ehrentitel, bei den Lehrern handelte es sich allesamt um ehemalige Auroren und nicht um Akademiker, doch sie waren nichtsdestotrotz äußerst Respekt einflößend. „Nachdem wir jetzt komplett sind“, Albright verschränkte die Arme vor der Brust und nickte zur Bühne hin,“ Andrews, Rushfield, rauf da mit ihnen. Ordentliches Duell, bis einer kampfunfähig ist aber ich will keine Schwerverletzten heute Abend!“ Duelle um drei Uhr? An dieser Akademie gab es zwar nichts was es nicht gab, aber das hier hatte einen seltsamen Beigeschmack. Ich trat, mit verschränkten Armen neben den Professor und räusperte mich. „Was wollen sie Welsh?“ „Eine Erklärung wäre ein Anfang, Herr Professor.“ „Ich bin ihnen keinerlei Erklärung schuldig Welsh, wenn ihnen etwas nicht passt, gehen sie.“ „Um das hier zu verpassen?“, ich nickte zur Bühne hin wo die beiden Jungen Männer ihr Duell begonnen hatten,“ sicher nicht!“

Das Duell der Beiden dauerte nicht lange, Andrews hatte von Anfang an die Oberhand, doch Rushfield kämpfte tapfer bis ihn ein Schockzauber mitten vor die Brust traf und ihn von der Bühne fegte. Professor Albrights Blick huschte kurz zu der, dunkel verglasten, Galerie hinauf die den gesamten Raum umlief. Das erklärte mir schon einmal eins, sie lieferten hier für irgendjemanden eine Schau ab und nach der Auswahl der Auroren in Ausbildung, die Männer befanden sich alle samt im letzten Jahr und waren die Besten ihres Jahrgangs, war die Schau für jemanden sehr, sehr wichtigen. Price und sein bester Freund Richard Masters waren die Nächsten, doch der Ausgang diesen Duells war schon vor dem Beginn klar. Timothy Price war seit meinem ersten Tag an der Akademie der Beste. In einfach allem. Es schien keinen Zauber zu geben der ihm nicht sofort gelang, er kam einfach mit jedem der Professoren klar, war Mitglied einer reichen und mächtigen Familie und sah recht gut aus. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis MACUSA ihn anwerben würde. Masters war ohne Zweifel sehr gut, aber einem Timothy Price hatte er nichts entgegen zu setzen und es war nur Prices Zurückhaltung zu verdanken dass, das Duell nicht ebenso schnell beendet war wie das vorangegangene. „Gut gemacht Price“, Albrights nickte dem Iren zu ehe er auf die Bühne trat. „Na kommen sie schon Welsh“, der ehemalige Auror ließ seinen Zauberstab zwischen den Fingern kreisen,“ das wollen sie doch schon eine Ewigkeit tun.“ „Ein Duell?“ich  hob eine Augenbraue,“ mit ihnen?!“ „Nein, ich will mit ihnen Kaffee trinken und Kuchen essen“, der grauhaarige Mann verdrehte die Augen,“ jetzt kommen sie schon hier rauf Mädchen!“

Das war eine schlechte Idee, eine ganz üble Idee…

Albright hasste mich.

Doch ich trat mit schnellen Schritten auf die Bühne um sich dem zu stellen was mich erwartete.

Die traditionelle Verbeugung viel sowohl bei Albright als auch bei mir kurz aus und kaum standen wir einander mit erhobenen Zauberstäben gegenüber peitschte Albrights Stab nach vorn. Der Confundus prallte wirkungslos an meinem Schutzzauber ab. Doch der Verwirrungszauber war nur dazu gedacht gewesen die Stärke meines Protegos zu testen. Der Schockzauber der folgte erschütterte den Schild bereits und bestätigte mich nur in dem was mir seit der ersten Sekunde des Duells klar war. Ich musste schnell und kreativ handeln, ansonsten würde ich in die Defensive geraten und dann hatte ich keine Chance gegen den erfahrenen Auror. Die stärke meiner Zauber würde mir nichts gegen Albright bringen, den seine waren stärker. Ebenso würde ich ihn nicht mit meiner kleinen Trickkiste an unbekannten Flüchen überraschen können, wie ich es sonst so mit meinen Mitschülern zu tun pflegte, dafür war der Mann zu lange Auror gewesen und hatte zu viele Einsätze hinter sich, seine Trickkiste war vermutlich noch erheblich größer als die Meinige. Ich jagte einen Schockzauber hinter meinem Schild hervor um die Tatsache zu verschleiern das ich an einem Plan arbeitete. Albright machte sich nicht die Mühe auszuweichen sondern ließ den Zauber frontal auf seinen Schildzauber aufprallen. Der Protego zeigte kaum eine Reaktion.

Ich bemühtes mich meinen Blickfeld offen zu halten und gleichzeitig meinen Lehrer im Auge zu behalten. Links von der Bühne hatten die vier Schüler der Abschlussklasse Aufstellung genommen und beobachteten gespannt wie ich mich immer weiter in Richtung des Endes der Bühne drängen ließ.

Der Plan war spontan und vermutlich vollkommen verrückt, aber es war der einzige den ich hatte. Kaum das ich einen weiteren Schritt nach hinten getaumelt war riss ich meinen Zauberstab nach oben und schoss einen Defodio nach oben. Gegen die Decke. Gegen den Kronleuchter der dort hing.

Der Sprengfluch ließ, egal wie wohl er dosiert war, die Decke erbeben und den Kronleuchter augenblicklich nach unten, auf die Bühne stürzen. Genau dorthin wohin Albright mir nach gerückt war. Der Zauberer wirkte sofort einen Wingardium Leviosa, doch er musste seinen Protego fallen lassen um sich vollkommen auf den Schwebezauber zu konzentrieren. Der Kronleuchter schwebte einen knappen Meter über unseren Köpfen und ich nutzte den winzigen Moment den mir das Ablenkungsmanöver gebracht hatte augenblicklich aus.

„Stupor!“

Albright wurde gegen die Rückwärtige Wand der Bühne geschleudert und sackte daran zu Boden während der Kronleuchter auf die Bühne krachte. Mein Atem wurde ruhiger, ich hatte es tatsächlich…

„Expelliarmus!“

Mein Zauberstab wirbelte durch die Luft und viel klappernd am Rand der Bühne zu Boden. Meine Augen hafteten daran und eine Sekunde lang wog ich die Chancen die ich hatte ab. Ich könnte springen und versuchen den Stab zu erreichen oder ich könnte es mit zauberstabloser Magie versuchen, doch am anderen Ende der Bühne rappelte sich Albright mit gezücktem Zauberstab auf. „Denken sie nicht einmal daran Welsh, das hier endet jetzt oder sie machen Bekanntschaft mit dem Cruciatus!“ Das würde er nicht wagen, da war ich mir sicher. Mein Körper spannte sich an und ich sprang in einer einzigen, fließenden Bewegung von der Bühne. Mit der linken Schulter voran knallte ich auf den hölzernen Saalboden, schlitterte noch einen halben Meter voran und meine ausgestreckten Finger wollten sich gerade um den Ahornstab schließen als der Fluch mich traf.

Er hatte es doch getan.  

Das war der letzte Gedanke den ich zustande brachte ehe der Schmerz alles ausradierte.




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Zwischen meinem Oneshot Jealousy und der Geschichte Unbowed, Unbent, Unbroken besteht kein Zusammenhang, außer das ich ziemlich besessen von Percival Graves bin.
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