Die Löwin

GeschichteAllgemein / P18
Achilles OC (Own Character)
11.10.2020
26.10.2020
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17.10.2020 1.048
 
Guten Abend ihr Lieben,
hier das zweite Kapitel um sich während den  regnerischen Tagen die Zeit zu vertreiben :)


✿❀✿
In dieser Nacht erschien mir Aphrodite zum ersten Mal im Traum.
Die Szenerie spielte sich am Strand vor Troja ab. Der Tag neigte sich bereits dem Ende und die drückende Hitze des Tages wich der angenehmen Kühle der bevorstehenden Nacht.

Die honigblonden Haare der Göttin der Schönheit und Liebe stand vor mir. Ich trug ein weißes Kleid mit silberfarbenen Verzierungen an Dekolleté und Rock. Auf meinem Kopf fand sich eine hübsche Blumenkrone geflochten aus den heimischen Blumen Trojas. Mein Haar fiel darunter offen über die Schultern.

"Hab keine Angst.", flüsterte sie mir zu. Vorsichtig nahm sie meine Hand wohin gegen ihre weiß wie der Stoff meines Gewands war und legte sie in die Hand eines mir unbekannten Mannes. Sein goldenes Haar war schulterlang und mithilfe von Lederbändern aus seinem Gesicht gebunden. Trotz seiner harten Gesichtszüge und seinen eisblauen Augen strahlte er mir gegenüber Geborgenheit und Zuneigung aus. Er war in einer schwarzen Rüstung gekleidet und überragte mich leicht um mindestens einen Kopf.

Sanft umfasste er meine Hand und gab mir ein Gefühl der Sicherheit. Ich empfand ein Gefühl der Zuneigung und Zugehörigkeit gegenüber dem Fremden.
Plötzlich bewegten sich seine Lippen als ob er etwas sagen wolle, ich verstand ihn aber nicht. Als etwas scharfes in meine Hand schnitt und ich spürte, wie das warme Blut sich langsam seinen Weg über meine Handfläche bahnte, wollte ich meine Hand aus Schreck zurück ziehen doch der blonde Hüne hielt sie fest und umschloss sie fest, sodass sich unser Blut vermischte.

Verwirrt schaute ich zu Aphrodite, doch diese war verschwunden.

✿❀✿
Stillschweigend saß ich am Tisch und aß ein Stück Brot mit etwas Ziegenkäse. Ständig drifteten meine Gedanken zurück zu meinem Traum von letzter Nacht.
Das Gesicht des Mannes hatte sich in mein Gehirn gebrannt. Doch gleich war ich mir unsicher, ob ich jemandem von dem Traum erzählen sollte.

Seufzend stand ich auf und machte mich für den heutigen Tag fertig, da ich mit meiner Mutter im Palast von Andromache erwartet wurde.
"Mutter? Wir können los.", rief ich durch das Haus.
Keine Minute später stand sie an der Türschwelle und wir machten uns auf den Weg.

✿❀✿
Andromache lag auf dem Bett, nur mit einer Decke bedeckt. Meine Mutter war gerade ihren Bauch am Abtasten während ich ihr ein Gemisch aus Kräutern herstellte, welches zu der Gesundheit ihres Babys und ihrer selbst beitragen sollte als meine Freundin Briseïs hineinplatzte.

"Meine Liebste, hier steckst du also.", kicherte sie und wir umarmten uns. Sie war wie ich 18 Sommer alt und wir hatten als Kinder oft in der Stadt oder im Palastgarten gespielt.

"Briseïs.", zischte Andromache genervt. Briseïs warf ihr einen entschuldigenden Blick zu bevor sie ihre Aufmerksamkeit auf mich zurück lenkte. Wir waren uns nicht nur äußerlich sehr ähnlich. Ihr Haar war ein wenig dunkler als meins und ihre Augen glichen denen eines Rehes. Ihr Haut war ein wenig heller von den Tagen, die sie im Palast verbrachte, aber die hatte denselben Verstand und Gedankenfluss wie ich. Sie war wie eine Schwester für mich.

"Hast du heute Mittag ein bisschen Zeit für einen Spaziergang?", fragte sie mich mit einem Grinsen auf den rosigen Lippen. Ich lächelte zurück und schüttelte traurig den Kopf.

"Leider nicht.", erwiderte ich und verdrehte die Augen während ich auf meine Mutter deutete.

"Ophelie, gib Leahna heute Mittag doch ein wenig Freizeit.", bettelte meine Freundin. Meine Mutter seufzte und stimmte zu in dem Wissen, dass Briseïs nicht locker lassen würde. Zufrieden lächelte meine Freundin und ich bedankte mich bei meiner Mutter.
Ein wenig Auszeit nach meinem Traum letzte Nacht würde mir gut tun.

Wir kümmerten uns gemeinsam noch um Andromache bevor ich entlassen würde und mich mit meiner liebsten Freundin treffen würde.
Auf dem Weg zum Garten des Palastes liefen mir Paris und Helena über den Weg.

"Leahna.", hauchte Paris. Ich suchte hektisch nach Worten. Ein paar wirre Locken seines dunkelbraunen Hasres fielen ihm ins Gesicht, ließen es noch makelloser wirken.

"Paris. Wie ich sehe hast du eine Frau gefunden.", sagte ich leise und lächelte kurz. Helena wirkte so, als ob sie sich unwohl fühlte und sah immer wieder zwischen uns hin und her.

"Ja. Das ist Helena von Sparta. Jetzt Helena von Troja", stellte er seine Geliebte vor. Ich deutete eine Verbeugung an. Sie lächelte schüchtern bevor Paris sich am sie wand.

"Liebste, das ist Leahna. Eine alte Freundin.", stellte er mich ihr vor. Aua.
Sie lächelte erneut und ich deutete an, dass Briseïs auf mich wartete.

"Grüß meine Cousine von mir.", lachte Paris und ließ mich damit allein in dem langen kühlen Gang stehen.
Schnell machte ich mich auf den Weg in Richtung Garten.

Briseïs erwartete mich schon und wir gingen ein Stück in Richtung Abgeschiedenheit, wo wir ungestört waren.
Wir saßen auf einem umgefallenen Holzstamm und lachten über alte Zeiten. Der Geruch von verschiedenen Gräsern und Laub lag in der Luft.

"Etwas bedrückt dich.", merkte sie plötzlich an. Mist.

Ich druckste ein wenig herum bevor es aus mir heraussprudelte. Ich erzählte ihr von meinem Traum und dem Mann, der darin vor kam.
Während sie mir gebannt lauschte, fielen ihr die lange Haare durch den lauen Wind ins Gesicht und die Ähnlichkeit zu ihren Cousins ließ sich unweigerlich nicht verstecken.

"Aphrodite wird ihre Gründe haben, wieso sie dir im Traum erschienen ist.", zwinkerte sie. Ich rollte mit den Augen.

"Natürlich wird sie ihre Gründe haben. Aber wieso ausgerechnet ich und dieser Mann?", fragte ich sie verzweifelt. Sie nahm mich in ihre Arme.

"Weil du es verdienst von einem anständigen Mann geliebt zu werden.", flüsterte sie und strich mir beruhigend über mein Haar.
Früher hatten wir uns gegenseitig unsere Traumhochzeit ausgemalt. Damals wussten wir nicht, dass diese nicht unbedingt aus Liebe oder Zuneigung zustande kommen könnte geschweige denn mit dem Mann unserer Träume.
Aufgrund ihres hohen Standes hatte sich Briseïs schon früh dazu entschieden eine Priesterin zu werden und sich so gegen eine politische Hochzeit entschieden.

Meine Gedanken drifteten wieder zurück zu diesem Mann. Ich würde ihn wohl schneller kennen lernen als mir lieb war.