Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Samt und Sterne

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Albus Dumbledore Bill Weasley Jacobs Schwester / Bruder Merula Snyde Patricia Rakepick Severus Snape
11.10.2020
21.11.2020
8
21.968
2
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.10.2020 2.821
 
Hallo zusammen!

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und möchte mich an dieser Stelle bei euch, die ihr meine Geschichte bisher gelesen habt, bedanken! Ich hoffe sehr, dass euch diese Geschichte gefällt und möchte euch nochmal zu Reviews und vor allem konstruktiver Kritik ermutigen. Das würde mir sehr viel bedeuten und mir die Chance geben, dazu zu lernen;)

Nun zur Geschichte: So wie es aussieht, schaffe ich es im Moment, jeden Sonntag ein neues Kapitel hochzuladen, da ich schon Einiges vorgeschrieben habe. Insgesamt habe ich 7 Kapitel geplant, die Halbzeit ist also erreicht. Dieses neue Kapitel liegt mir ganz besonders am Herzen. Ich habe mich intensiv mit der Vergangenheit von Rakepick beschäftigt, was für mich ein sehr spannendes und tiefgründiges Thema ist. Aber keine Sorge, der Sternenball wird nicht zu kurz kommen.

Ach ja, und es wurde Zeit, dass Sickleworth, Rakepicks Niffler, einen Auftritt bekommt!

Ich wünsche euch viel Freude an diesem Kapitel!

Liebe Grüße
Potterhead15

Disclaimer: Der Text entspringt mit Ausnahme der Idee und des Konzepts des Sternenballs , die den Machern von Hogwarts Mystery gehören, meiner eigenen Fantasie. Charaktere und Handlungsorte gehören jedoch nicht mir und ich verdiene kein Geld damit.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Erinnerungen

Nach einer eiskalten Novembernacht dämmerte der Morgen über Hogwarts. Langsam erwachte die Schule wieder zum Leben. Patricia Rakepick hatte jedoch die ganze Nacht kein Auge zugetan. Das Streitgespräch und ihre unfreiwillige Entscheidung, doch am Sternenball teilzunehmen, hatten sie am Vorabend noch derartig in Rage gebracht, dass sie erst gar nicht an Schlaf gedacht hatte. Daher hatte sie versucht, sich mit weiterer Recherche über die Verwunschenen Verliese zu beschäftigen, was sie für gewöhnlich bis in die frühen Morgenstunden tat. Doch es war ihr nicht gelungen, den Fokus auf ihre Arbeit zu lenken, denn sie war ständig abgeschweift und musste an die bevorstehende Festlichkeit denken. Dazu mischten sich Ideen, wie sie Severus Snape für seine Dreistigkeit bezahlen lassen könnte, denn schließlich war er es gewesen, der sie in diese Lage gebracht hatte. Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie ihm am liebsten direkt einen Fluch auf den Hals gejagt, doch ein Duell vor dem Büro des Schulleiters wäre taktisch unklug gewesen; unter anderen Umständen wäre sie selbstverständlich nicht davor zurückgeschreckt. Doch so sehr es ihr missfiel, sich unterzuordnen, so konnte sie es nicht riskieren ihre Position innerhalb der Schule und damit den Kontakt zu ihren Fluchbrecher-Assistenten zu gefährden, die, vor allem Anna Simon, von immenser Bedeutung für sie waren. Immerhin würde ihre Teilnahme am Sternenball Dumbledore besänftigen. Wenn sie so darüber nachdachte, wäre ihre Anwesenheit gar nicht so unpraktisch, denn so konnte sie auch Miss Simon im Auge behalten. Es fiel ihr deutlich leichter, den Ball als eine Art Mission zu betrachten, die sie zu bewältigen hatte.

Patricia sah aus dem Fenster ihres Büros, wie es draußen allmählich hell wurde. Ihre Taschenuhr verriet ihr, dass es beinahe sieben Uhr war. Sie seufzte und musste ein Gähnen unterdrücken, woraufhin sie sich selbst schalt. Eine durchgearbeitete Nacht war ja schließlich keine Ausnahme in ihrer Karriere. Und dennoch spürte sie einen Hauch von Müdigkeit. Grimmig stellte sie fest, dass ihre 34 Jahre und ihre Arbeit als Lehrerin schleichend ihren Tribut forderten. Neben ihren magischen Fähigkeiten war ihre körperliche Leistungsfähigkeit ihr Kapital und sie scheute auch in Duellen nie davor zurück, Gebrauch von einem gut positionierten Tritt oder Schlag zu machen, wenn sie ihrem Gegner dafür nahe genug kam. Entschlossen stand sie von ihrem Schreibtisch auf und legte ihren Umhang über den Stuhl, bevor sie sich auf dem Holzboden niederließ und begann, Liegestützen zu machen, um die Müdigkeit zu vertreiben.  Es tat gut, zu spüren, wie sich die Muskeln in ihrem Körper anspannten. Nach gut 25 Wiederholungen begab sie sich in ihre persönlichen Räume und überprüfte ihr Aussehen im Spiegel. In gut einer halben Stunde würden sich alle zum Frühstück in der Großen Halle versammeln. Doch das hatte die rothaarige Fluchbrecherin keineswegs vor. Da sie ja nun unfreiwillig doch zum Ball erscheinen würde und es schon Freitagmorgen war, sah sie sich gezwungen, ihr Vorhaben, was die Kleidung betraf, nicht länger hinauszuzögern. Der Gedanke, der ihr gestern Abend gekommen war, musste nun in die Tat umgesetzt werden. Und dafür musste sie sich unbemerkt in Dumbledores Büro begeben, um den einzigen ihr bekannten Kamin im ganzen Schloss, der Zugang zum Flohnetzwerk hatte, zu benutzen. Es würde nicht sonderlich schwer werden; sie hatte schon öfter hinter seinem Rücken den Kamin benutzt, da über dem gesamten Schlossgelände eine Appariersperre lag. Und da auch Dumbledore zum Frühstück gehen würde, hatte sie freie Fahrt. Da war nur noch eine Sache…Sickleworth. Der Niffler lag schnarchend auf einem Sessel in ihrem Schlafzimmer, würde aber sicher bald wach werden. Schnell griff sie nach dem magisch verstärkten Käfig, in den sie das Geschöpf immer sperrte, wenn sie unterwegs war und es nicht mitnehmen konnte. Dies schien der kleine Kerl jedoch zu ahnen, denn als er die Käfigtür quietschen hörte, sprang er auf und war schon auf halbem Weg aus dem Zimmer, doch Rakepick hatte blitzschnell ihren Zauberstab gezogen und rief: „Impedimenta“, woraufhin Sickleworth nur noch in Zeitlupe versuchte, wegzurennen.  Schnell beförderte sie  ihn mit „Accio“ in ihre Hand, um ihn dann in den Käfig zu setzen. Er schnarchte wütend, doch als sie ihm etwas Futter gab und sein Köpfchen streichelte, wurde er friedlicher. Sie lächelte. Nun wurde es Zeit. Im Hinausgehen griff sie nach ihrem Umhang und eilte zu Dumbledores Büro. Glücklicherweise begegnete sie niemandem und als sie an der Tür klopfte, bekam sie keine Antwort. Wie sie vermutet hatte, war Dumbeldore bereits beim Frühstück. Rasch ging sie zum Kamin, holte eine Handvoll Flohpulver aus einem Beutel an ihrem Gürtel hervor und warf es in die Flammen, bis diese grün aufleuchteten. Sie zögerte kurz, schloss die Augen, trat in das Feuer und nannte mit deutlicher Stimme ihr Ziel.

Staub wirbelte auf und Patricia trat aus dem Kamin, in dem sie soeben angekommen war. Sie blickte auf. Sie befand sich in einem Wohnzimmer, in dem sich nur ein altes, verstaubtes Sofa mit Schottenmuster und ein kleiner Beistelltisch, auf dem eine benutzte Teetasse stand, befanden. Die schweren Vorhänge waren teilweise zugezogen. Es roch nach abgestandener Luft und wirkte alles in allem nicht sehr einladend. Doch Patricia Rakepick kannte jeden Winkel des kleinen Cottage nahe einem Muggeldorf an der schottischen Grenze zu England. Hier war sie aufgewachsen und das Haus war nach dem Tod ihrer Eltern in ihren Besitz gefallen. Es bedeutete ihr nichts. Mittlerweile war es baufällig geworden, doch einst war es ein hübsches Cottage gewesen, mit einem kleinen Kräutergarten und dem Anbau, in dem sich die Werkstatt ihres Vaters befunden hatte.  Doch nun war es heruntergekommen. Lediglich das große Schild aus Messing, dass von außen an der Hauswand angebracht war und auf dem in großen, abgeblätterten Buchstaben der Schriftzug „ Iain Rakepick – Locksmith and Lockpicking“ geschrieben stand, zeugte von dem Mann und seiner Familie, die hier einmal gewohnt hatten. Doch das war lange her und seit Patricias Vater vor 12 Jahren gestorben war, kümmerte sich niemand mehr um die Instandhaltung. Sie selbst war in den letzten Jahren höchstens zwei oder dreimal im Jahr dort gewesen, jedoch immer nur für eine Nacht. Nach ihrem Schulabschluss hatte sie ihre wichtigsten Dinge abgeholt und war in die weite Welt aufgebrochen, um im Dienste der einzigen Zaubererbank Großbritanniens nach verborgenen und verfluchten Schätzen zu suchen. Zwischen ihren Missionen hatte sie entweder für kurze Zeit im Tropfenden Kessel gewohnt, in ihrem Büro in Gringotts  geschlafen oder private Aufträge angenommen, die ihr ebenfalls ein Dach über dem Kopf gewährleisteten. Ihr Elternhaus war kein Ort, an den sie gerne zurückkehrte. Erinnerungen begannen, sich ihr aufzudrängen, doch sie schob sie energisch zur Seite und trat durch die Wohnzimmertür in den Flur. Sie hatte nicht viel Zeit und war mit einem Vorhaben hierhergekommen; sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen, führte zu nichts. Nach einem kurzen Blick in die Küche und das Badezimmer stellte Patricia fest, dass sich seit ihrem letzten Besuch nichts verändert hatte. Wo früher das Handwerk ihres Vaters, eines Muggels, viele Bewohner des naheliegenden Dorfes  zum Haus getrieben hatte, kam heute niemand mehr vorbei. Sie stieg die knarzende Treppe in das obere Stockwerk hinauf, ging vorbei an ihrem alten Zimmer, dessen Tür offen stand und den Blick auf ein Metallbett mit zerwühlten Laken und ein vergilbtes Poster, dass das Wappen des Hauses Gryffindor zeigte, freigab. Sie steuerte auf das ehemalige Schlafzimmer ihrer Eltern am Ende des Flures zu, blieb jedoch zögernd vor der verschlossenen Tür stehen. Alles in ihr sträubte sich, das Zimmer zu betreten. Sie gab sich einen Ruck und trat ein. Um das große Doppelbett, auf dem sich nur noch die Matratze befand, lagen unzählige Bier-und Spirituosenflaschen, einige davon zerbrochen, sodass der Inhalt den Teppichboden verfärbt hatte. Neben dem Bett gab es als einziges Möbelstück eine schwere Holztruhe, die in einem Erker an der Seite des Zimmers stand. Patricia kniete sich davor nieder, öffnete den Deckel und begann im Inneren nach dem zu suchen, wofür sie hergekommen war. Sie wusste, dass es sich hier befand. Nach dem Tod ihrer Mutter hatte nichts im Leben ihres Vaters mehr eine Bedeutung gehabt, außer Alkohol, doch hatte er es nicht übers Herz gebracht, die Lieblingsstücke seiner Frau wegzugeben. Als Patricias Finger über Samt strichen und  sie das tiefrote Abendkleid aus der Truhe zog, welches ihr so viel bedeutete und sie zuletzt mit  17 Jahren auf dem Weihnachtsball in Hogwarts getragen hatte, kamen die Erinnerungen wieder und dieses Mal gelang es ihr nicht, sie zurückzuhalten.

Sie sah ihre Mutter, Glenda Rakepick, vor sich, wie sie spät am Abend zusammen mit ihrem Vater nach Hause gekommen war. Unter ihrem Cape hatte sie das lange, rote Samtkleid getragen. Sie war eine große, schlanke Hexe  mit langen roten Locken und klaren, blauen Augen gewesen, die eine wohlige Wärme und ehrliche Freundlichkeit ausgestrahlt hatte. Ihre rot geschminkten Lippen hatten sich zu einem Lächeln geformt, als sie ihre sechsjährige Tochter Patricia , die auf ihre Eltern gewartet hatte, im Türrahmen erblickt hatte. Doch das Lächeln hatte sich in einen mahnenden Gesichtsausdruck mit hochgezogener Augenbraue verwandelt, als sie die Vase, die in Scherben vor dem Mädchen auf dem Boden lag, entdeckt hatte. Etwas schuldbewusst, doch gleichzeitig wahnsinnig stolz, hatte die Tochter ihrer Mutter erklärt: „Ich habe sie fliegen lassen, Mommy, doch dann ist sie gegen die Decke gestoßen und heruntergefallen!“ Glenda hatte mit dem Kopf geschüttelt, doch dann war sie zu der Vase gegangen, hatte ihren Zauberstab gezogen und sie mit „Reparo“ wieder repariert. Patricias Augen hatten geleuchtet und freudige Erregung hatte sie erfasst. „Das möchte ich auch können, Mommy. Jetzt sofort!“ „Das wirst du auch, mein Schatz. Doch bis dahin möchte ich, dass du etwas weniger Unfug machst. Und um diese Uhrzeit gehörst du eigentlich schon längst ins Bett. Komm, ich bringe dich.“ hatte ihre Mutter erwidert. Trotzig hatte das Mädchen mit den strubbligen roten Haaren noch eine Gute-Nacht-Geschichte gefordert und so hatte Glenda Rakepick begonnen, ihrer einzigen Tochter von Drachen und gefährlichen Abenteuern zu erzählen, denn das waren deren Lieblingsgeschichten.  Patricia hatte sich eng an den Stoff des roten Samtkleides ihrer Mutter geschmiegt und sich nie in ihrem Leben  glücklicher und geborgener  gefühlt. Im nächsten Jahr war ihre Mutter an einer schwer verlaufenden Infektion mit Drachenpocken gestorben.

Danach hatte sich Patricia Rakepicks Leben für immer verändert. Die Trauer um ihre geliebte Mutter hatte sie schier erdrückt gehabt, doch als sie den Brief aus Hogwarts an ihrem elften Geburtstag in den Händen gehalten hatte, war sie so aufgeregt und froh gewesen und auch ihr Vater  war stolz gewesen, dass seine Tochter neben dem roten Haar und den blauen Augen auch die magischen Fähigkeiten seiner verstorbenen Frau geerbt hatte. Doch in den  folgenden Monaten hatten die Einsamkeit und die Trauer an Iain Rakepick gezehrt und er war dem Alkohol verfallen. Er hatte sich weder um seine Arbeit, noch um das Haus, noch um seine Tochter gekümmert, die bald nur noch in den Sommerferien nach Hause gekommen war, wo sie den Launen ihres Vaters ausgesetzt war. Da sie außerhalb von Hogwarts keine Magie hatte einsetzen dürfen, war ihr nichts anderes übrig geblieben als sich in ihrem Zimmer zu verstecken und zu lesen, oder draußen herumzustreunen, um den Schlägen ihres Vaters zu entgehen. Es hatte auch sie selbst verändert. Es hatte sie kalt gemacht und ihr eine Maske aufs Gesicht gesetzt, die ihre Gefühle verbarg. Sie hatte gelernt, nichts und niemandem zu trauen.

Schwer atmend öffnete Patricia Rakepick die Augen. Die Erinnerungen hatten sie überwältigt. Hastig wischte sie die Tränen, die bei dem Gedanken an ihre Vergangenheit gekommen waren, aus den Augen. Es ärgerte sie, dass sie Schwäche gezeigt hatte. Das alles war lange vorbei und nichts würde ihr ihr altes Leben zurückgeben. Doch wollte sie das überhaupt? Ihr jetziges Leben war doch so viel besser. Sie war geachtet und gefürchtet zugleich, brauchte sich vor niemandem rechtfertigen und es gab nichts, wovor sie zurückschrecken würde. Nein, ihre Erfahrungen hatten sie hart wie Stahl gemacht und das war gut so. Sie griff nach dem Kleid und verbarg es unter ihrem Umhang, schloss die Truhe und verließ das Zimmer. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihre Zeitplanung stimmte, flohte sie sich zurück nach Hogwarts. Wieder in ihren persönlichen Räumen angekommen, ließ  sie das Kleid achtlos auf ihr Bett fallen und befreite Sickleworth aus seinem Käfig. Den roten Samt würdigte sie keines Blickes mehr. Sie würde sich dessen am Abend annehmen.

Sie hörte, wie sich die Tür zu ihrem Klassenzimmer öffnete und die ersten Schüler laut redend zum Unterricht kamen. Sie verzog das Gesicht aufgrund der Tatsache, dass der Freitag einer der wenigen Tage war, an dem sie auch am Morgen unterrichten musste. Sie kramte in ihrem Schrank nach einem Stärkungstrank und leerte die Phiole in einem Zug, bevor sie die Treppe zu ihrem Büro hinabstieg, ihren Niffler dicht auf den Fersen. Dieser rannte sofort auf das Pult zu, an dem Barnaby Lee soeben Platz genommen hatte, doch der muskulöse Slytherin schien sich ganz angeregt mit den anderen Schülern der Klasse zu unterhalten, die weder den Niffler, noch ihre Lehrerin zu bemerken schienen. Wie Patricia dem Gemurmel entnehmen konnte, ging es um den morgigen  Sternenball. Um was auch sonst? Sie versuchte, nicht hinzuhören und ordnete stattdessen ein paar Sachen auf ihrem Pult, doch die Worte der Schüler drangen trotzdem an ihr Ohr.  „Penny, erzähl uns doch etwas über die Dekoration! Schließlich bist du die Leiterin des Komitees. Und wer wird mit dir den Eröffnungswalzer tanzen? Ich bin ja schon so gespannt, wo ich doch für euch alle die Outfits entworfen habe!“ drängte Andre Egwu die blonde Hufflepuff, die lachend antwortete: „Haha, das ist doch alles eine große Überraschung. Um das Anbringen der Dekoration werde ich mich heute Abend zusammen mit den anderen und Flitwick kümmern. Ein bisschen müsst ihr euch schon noch gedulden.“ „Ob die Dekoration etwas mit Drachen zu tun haben wird?“ fragte Charlie Weasley aufgeregt, doch Jae Kim rollte mit den Augen und warf ihm ein „Du Idiot, es heißt Sternenball, weil das Thema Sterne sind!“ zu. Soeben schlurfte Ismelda zur Tür herein und grummelte in die Richtung von Anna Simon: „ Deine Beerdigung wäre ein noch größerer Anlass zum Feiern, Simon.“ Merula Snyde lachte dreckig und fügte hinzu: „Wen interessiert schon, mit wem du zum Ball gehst, Simon?“ Doch Patricias Schützling und Fluchbrecher-Assistentin entgegnete schlagfertig: „ Erstens geht es dich gar nichts an, Merula, und zweitens…“, wurde jedoch von Rowan Khanna unterbrochen, die mit verträumten Gesichtsausdruck sagte: „Meinst du, er fragt mich noch, Anna? Du hast doch immer zusammen mit ihm diese Sonderstunden mit Rakepick. Hat er etwas gesagt?“
Allmählich wurde es Rakepick zu viel, daher klatschte sie in die Hände und rief laut: „Willkommen in Verteidigung gegen die dunklen Künste! Nehmen Sie bitte Platz!“ „Aber Professor, der Sternenball steht doch vor der Tür!“ protestierte Barnaby. „Vielen Dank für die Erinnerung, Mr. Lee, das ist mir nicht entgangen.“ erwiderte sie voller Sarkasmus und rollte mit den Augen. „ Werden sie Ihren Niffler mitbringen? Er tanzt doch so gerne.“ schlug Barnaby mit vollem Ernst vor, was jedoch die ganze Klasse zum Lachen brachte.  Ungehalten blaffte die Professorin für Verteidigung gegen die dunklen Künste in seine Richtung: „ Mr. Lee, wie oft soll ich Ihnen noch sagen, dass Niffler keine Haustiere sind und auf einem Ball ganz sicher nichts zu suchen haben, wo sie lauter glitzernde Dinge stehlen können.“ „Sie werden doch teilnehmen, Professor, oder?“ fragte plötzlich Anna  Simon und sah ihre Professorin fragend, fast herausfordernd an. Das Mädchen war in letzter Zeit ziemlich aufmüpfig geworden. Und sie hatte Patricia mit ihrer direkten Frage sehr überrascht. Doch um sich nichts anmerken zu lassen, erwiderte sie lediglich: „ Ja, ich werde am Sternenball teilnehmen. Aber nun bitte ich Sie alle, die Gespräche einzustellen und sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Bevor wir mit dem Thema Wichtel beginnen, möchte ich gerne die Inhalte der letzten Stunde  wiederholen…“ Die Klasse stöhnte, doch Patricia war froh, sich bis zum Abend nicht weiter mit dem Sternenball auseinandersetzen zu müssen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast