Rückkehr mit Hiobsbotschaften

von Skipzgy
KurzgeschichteFamilie / P12
Erin Lindsay Henry "Hank" Voight Jay Halstead OC (Own Character)
10.10.2020
18.10.2020
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17.10.2020 1.148
 
Auch wenn sie ziemlich stolz darauf war, dass er sie als seine Tochter bezeichnete, so war es ihr auch ein wenig peinlich. Sie konnte sich schließlich selbst verteidigen – Sie ging auf Hank zu: „Danke, aber ich bekomme das schon alleine hin“ Sofort schaltete er zwei Gänge zurück – Dann nickte er und ging. So auch Erin – Sie nahm ihre Tochter, verabschiede sich von allen, außer Jay natürlich und ging dann. Er blieb weiter an Ort und Stelle stehen – Er konnte sich nicht bewegen. Zu tief saß noch der Schock – Der Schock über ihre Rückkehr, über die Tatsache und auch den Anschiss seines Chefs. Was ihn aber noch mehr traf, war die Tatsache, dass Haily einfach tot war – Niemand schien das so wirklich realisieren zu wollen. Er warf ein paar Blicke in die Runde hinein - Niemand machte ein trauriges Gesicht.

„Wie könnt ihr das?“ - Sofort hatte er die ganze Aufmerksamkeit des Teams. „Wie könnt ihr einfach so weitermachen?“ Ruzek, Burgess und Atwater warfen sich unsichere Blicke zu - „Ich meine.. Sie ist tot! Haily ist tot verdammt nochmal! Und was macht ihr? Ihr arbeitet einfach weiter, als wäre nichts passiert!“ - Immer lauter war er geworden. Schließlich so laut, dass auch Hank aus seinem Büro kam - „Was geht denn hier bitteschön ab?“ Abrupt drehte sich Jay herum - „Das fragen Sie noch?“ Halstead war nicht mehr zu bremsen - „Sie, alle wir ihr steht, ihr..“ Er brach seinen Satz ab – Er wusste nicht was er sagen sollte. Seine Wut hatte mittlerweile die Oberhand gewonnen – Bei all den wirren Gedanken in seinem Kopf, wurde es ihm klar: „Ihr wusstet es schon!“ Wieder unsichere Blicke seiner Kollegen – Jay erinnerte sich zurück:

„Das ist nicht wahr, oder?? Sagen Sie mir, dass das nicht wahr ist!?“ - Diese Stimme gehörte Burgess – Doch.. Sie hat es bestätigt. Es ist ein Unfall gewesen“ - Jetzt sprach der Sergeant - „Wie ist es passiert?“ - Die Frage kam von Ruzek - „Bei einer Verfolgungsjagd.. Sie haben..“ - Jetzt betrat Jay den Raum. Burgess und Ruzek, die sich umarmt hatten, sprangen sofort auf – Auch Atwater ging zu seinem Platz. Alle hatten sie Tränen in den Augen gehabt - „Was ist denn hier los?“, wollte da Jay natürlich wissen. Niemand gab ihm eine Antwort – Jetzt wusste er auch warum. „Ihr habt es mir die ganze Zeit verschwiegen?!“ - Schon wieder gab ihm keiner eine Antwort. Wutentbrannt stürmte er aus dem Raum – Ruzek wollte ihm nach, doch er wurde von Voight aufgehalten: „Lassen Sie ihn. Er braucht Zeit jetzt für sich, um das zu verarbeiten. Wir hatten diese Zeit schon.“ Alle Anwesenden nickten – Ihr Chef hatte recht. Wenn Jay so drauf war, man niemand an ihn heran – Alle außer sie natürlich…

Durch leere Straßen fuhr er – Unbemerkt war er in ihren Heimatstadtteil gefahren. Vor ihrem Haus blieb er stehen – Er stieg aus seinem Auto aus. Langsam näherte er sich der Haustüre – Mit den versteckten Ersatzschlüssel öffnete er die Tür – Er wurde erschlagen. Erschlagen von ihrem unvergesslichen Duft – Er betrat das Haus. Sofort kamen in ihm all die Erinnerungen hoch – Oft hatten sie hier einfach nur zusammen gesessen und fern geschaut. Nie hatte der Alkohol gefehlt – Es waren schönere Erinnerungen. Die besten Erinnerungen – Haily hatte ihm durch die schwere Zeit geholfen. Sie hatte ihn von Erin abgelenkt – Jene Frau, die jetzt in sein Leben zurückkehrt, war und ihm die Nachricht von Hailys Tod überbrachte.

Wütend war er ein Glas gegen den Fernseher – Sofort konnte man einen riesigen Sprung im Display sehen. Ihm war es egal – Einen Fernseher konnte m"an ersetzten. Eine gute Freundin nicht – Er musste so schnell, wie nur ging hier wieder hinaus. So schnell wie es nur ging, verließ er das Haus wieder – Die Tür knallte er hinter sich zu. Er würde niemals in dieses Haus gehen – Das war sicher.
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Mehrere Tage waren seither vergangen – In der Zwischenzeit war Haily beerdigt worden. Viele Menschen da – Darunter auch Kollegen aus New York. Nahe bei Erin standen sie alle – Hank ging auf seine Tochter zu. „Wie geht's dir?“, wollte er wissen – Nur mit der Schulter konnte sie zucken. „Ganz ehrlich.. Ich weiß es nicht.. Es fühlt sich einfach noch so unwirklich an“ - Hank nickte. „Es ist aber nicht deine Schuld, weißt Du?“ - Zwischen den Zeilen konnte man diese Botschaft quasi herausschreien hören. „Das sagt mir mein Chef auch immer“ - Sie musste leicht lächeln. ‚Bestimmt hat der das jetzt gehört‘ ging es ihr durch den Kopf - „Ich habe gehört du sprichst über mich“ ‚War ja klar‘ musste Erin schmunzeln - „Nicht direkt, aber ja“, erwiderte sie. Sie wandte sich an Voight - „Darf ich dir vorstellen, das ist Fabian. Leiter der sogenannten COT“ Als sie das so sprach, musste sie sich ein Lachen verkneifen – Sie scheiterte total. Sie lachte laut, somit waren alle Blicke auf sie gerichtet – Auch den von Jay hatte sie sich eingefangen. Ihr war es aber ziemlich egal – Nachdem sie sich wieder beruhigt hatte, sprach Felix: „Ja, ja ich weiß.. Sehr lustig..“ - Nun mischte sich auf Hank mit ein: „COT? Was ist das?“ - Wieder musste Erin lachen. Dieses Mal schaffte sie es aber tatsächlich leiser zulachen – Sie beruhigte sich erneut: „Criminal-Organisations-Taskforce steht für COT“ Fabian warf ihr kritische Blicke zu - „Und was soll daran jetzt lustig sein?“, wollte Voight wissen. Fabian zuckte mit den Schultern: „Wenn ich das nur wüsste“ - Erin fing wieder anzulachen.
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Die Beerdigung wurde durch den Regen beendet – Mittlerweile waren die Meisten der Gäste schon wieder gegangen. Fabian hatte Erin befohlen vorerst in Chicago zubleiben – Nicht das sie was gegen diesen Befehl aussetzen konnte. Sie könnte endlich Mal ihrer Tochter ihre Herkunft zeigen – Herkunft.. Dieses Wort ging ihr ziemlich oft durch den Kopf in letzter Zeit. Sie machte sie jetzt auf den Rückweg zum zu ihrem Auto – Dort wartete jemand auf sie. Sie ging davon aus, dass es Hank sei, aber sie lag falsch – Es war Jay. „Was willst du hier?“ - Mit einer festen Stimme sprach sie zu ihm. Ihn überraschte das nicht – Er war ja auch nicht besser gewesen. „Ich will mich bei dir entschuldigen. Ich habe überreagiert.. Ich habe..“ - Er brach ab, nicht mehr weitersprechen konnte er. All die Wut, die sich in ihr aufgestaut hatte, verstand spurlos – Ihn so zusehen.. Einfach fertig machte sie das - „Ich habe auch falsch reagiert.. Es tut mir auch leid..“ Sie ging auf ihn zu und umarmte ihn fest – Er, der gar nicht damit gerechnet hatte, benötigte einige Sekunden bis er realisieren konnte was gerade hier vor sich ging. Aber als er es dann tat, erwiderte er natürlich ihre Geste – Fest aneinander drückten sie sich beide.

Beide genossen sie die Anwesenheit des jeweils Anderen – Zulange waren sie voneinander getrennt gewesen. Am liebsten hätte der Eine den Anderen für immer festgehalten, wenn das gehen würde – Aber das ging nicht. Beide wusste sie, dass sie sich wieder trennen mussten. Auch wenn sie es nicht wollten – So war es aber das Beste für sie Beide. Nur verletzen würden sie sich gegenseitig.
Das Klingeln eines Telefons beendete die Zweisamkeit.