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Ein Leben wie dieses ...

von Diamant0
GeschichteDrama / P12 / Het
Anne / Natsumi Ginga Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion Seiya Kou / Sailor Star Fighter Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
09.10.2020
15.09.2021
26
49.595
17
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Dieses Kapitel
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15.09.2021 2.242
 
***Usagi***

Durch den unruhigen Schlaf von Mamoru wurde ich wach. Außerdem kam es mir so vor, als würde sein Traum auf mich übergehen. Von dem Gespräch mit seinem Vater hatte er mir nie etwas gesagt, wahrscheinlich wollte er mich nicht beunruhigen. Schließlich war es so geplant, dass wir unsere Ehe beim Treffen des Universums bekannt geben wollten. Was Beryl so früh bei ihm wollte war mir nicht klar. Okay, es war mir doch klar, was sie wollte: seine Aufmerksamkeit und sie wollte ihn für sich gewinnen. Was ich noch wusste, war das mit diesem Besuch das Chaos ausbrach.

Endymion musste sich nicht nur mit Beryl auseinandersetzen, nein sein Frust-Stelldichein war auch anwesend. Was noch schlimmer war, war die Tatsache das Hina eine über zwanzig Ecken verwandte Cousine von Beryl war.

Ich versuchte meinen Mann zu wecken, doch es brachte nichts. Er schlief tief und fest. Ich konnte das verstehen, bei mir war es genauso, wenn ich Träume aus dem Silberjahrtausend habe.

Plötzlich nahm ich einen Schatten in unseren Garten wahr. Dem ersten Impuls folgend zog ich mir die Decke über den Kopf. Doch dann wurde mir bewusst, wie dämlich das war. Daher schlug ich meine Decke zurück und wollte nachsehen, was da los ist.

Das leise Schnarchen von Mamoru zeigte mir, dass er immer noch seinen Komaschlaf hatte.

Klasse!

Das Elysion ein friedfertiger Ort war, beruhigte mich, daher konnten weder Seiya noch Anne hier auftauchen. Trotzdem hatte ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Sollte ich doch lieber im Bett bleiben? Doch ich war einfach zu neugierig.

Ich zog mir meinen Rollstuhl ran und setzte mich rüber. Als ich im Garten ankam schrie ich vor Schreck auf, als ich einen Mann bei den Rosensträuchern sah. Doch der Schreck war schnell vergessen, als ich ihn erkannte.

So viel zu unserer Theorie.

Durch meinen Schrei zuckte der Mann zusammen und drehte sich um.
Seine Augen weiteten sich vor Schreck, als er mich erblickte. Sofort kam er auf mich zugelaufen und ging vor mir in die Hocke.

„Was ist passiert, Usa? Wie geht es dir? Sag mir jetzt nicht, dass er es war, das würde ich mir nie verzeihen.“

So aufgeschreckt kannte ich ihn gar nicht.

„Ich bin durch einen Angriff im Park gegen einen Baum geschleudert worden. Mamoru hat mir geholfen.“

Er zuckte zusammen, als ich den Namen meines Mannes erwähnte.

„Können wir uns am Strand unterhalten, Usa?“
„Jake, Jadeite, ach wie auch immer.“
„Jadeite ist mir lieber. Jake hat nie zu mir gepasst.“

Ich musste schmunzeln. Meistens hat er mit den Augen gerollt, wenn er so genannt wurde.

„Daher habe ich dich auch immer ‚J‘ genannt.“
Er lächelte, „Stimmt. Wollen wir zum Strand?“
„Wie stellst du dir das vor? Der Strand ist so weit weg, ich schaffe den Weg in meinen Rollstuhl noch nicht. Durch das Koma hat meine gesamte Kondition gelitten. Meine Arme sind Wackelpudding.“
„Dann werde ich dich tragen. Außerdem können wir ein leichtes Training machen, wenn du es möchtest.“
Als ich nickend mein Einverständnis gab hob er mich aus meinem Rollstuhl heraus und trug mich zum Strand.

„Du bist immer noch so leicht wie eine Feder, Usa.“
„Oder du hast noch mehr trainiert, als sonst. Wo warst du?“
„Als du deine neue Wohnung bezogen hattest, hatte ich gedacht, dass du in Sicherheit bist und bin einen inneren Drang nachgegangen.“
„Komisch, alle sagen das Gleiche. Wie meinst du das?“
„Ich weiß, dass ich immer vier sehr gute Freunde hatte. Drei meiner Freunde und ich haben immer jemanden beschützt. Doch mein ganzes Leben lang dachte ich immer, dass ich dich beschützt habe, aber seit kurzem weiß ich, dass dies nur zum Teil stimmt.“

Wir hatten den Strand erreicht und Jadeite setzte mich in den Stuhl, der dort stand und machte es sich mir gegenüber im Zweiten bequem.

„Ich habe mich auf die Suche nach meinen Freunden gemacht. Als ich im Krankenhaus einen Arzt gesehen hatte, der eine besondere Ausstrahlung gehabt hatte und er sich sehr majestätisch bewegt hat ist mir klar geworden, dass ich Endymion gefunden hatte. Als ich mitbekommen hatte, dass sein Kollege immer an seiner Seite war und wie sie sich unterhielten und er seinen Kollegen Zoisite nannte war ich mir sicher, dass der Prinz in guter Obhut ist. Daher machte ich mich auf die Suche nach meinen zwei anderen Freunden, doch leider habe ich nur einen finden können. Ich habe Nephrite in Chofu gefunden. Er arbeitet für die JAXA*. Er wollte noch etwas erledigen, bevor er nach Elysion kommt. So jetzt ist genug von mir erzählt. Erzähl mir alles ganz genau, was dir widerfahren ist.“

Tief holte ich Luft und begann mit meiner Erzählung. Jadeite hörte mir gespannt zu.

Plötzlich kam mir etwas in den Sinn. „Sag mal, möchtest du deine Frau nicht begrüßen?“
Sein herzhaftes Lachen erklang. „Ich dachte du fragst nie. Ich werde sie begrüßen, keine Angst, aber sie hat gerade meditiert, als ich bei ihr war. Du weißt, dass man sie dann nicht stören darf.“
Genervt stöhnte ich auf, „Die Kunst der Meditation versucht sie mir immer noch beizubringen.“
Jadeite knuffte mir in die Seite und sah mich belustigt an, „Dafür wird sie wohl drei Leben brauchen, bevor du diese Kunst beherrscht.“
Ich kniff ihm auch in die Seite, „Hey, lass das“, beschwerte ich mich.

Elegant stand er auf, „Wie ihr wünscht, Prinzessin.“

Und schneller als ich denken konnte hatte er mich angegriffen. Hatten alle Männer einen an der Klatsche? Erst griff mich mein eigener Mann an und jetzt mein bester Freund.

„J! Du hast einen Knall“, protestierte ich, bevor ich seine rechte Hand abwehrte.
„Du hast selbst gesagt, dass deine Arme Wackelpudding sind, also höre auf zu meckern, Usa.“
Meine Linke schoss nach vorne…
„Ich lag schließlich im Koma…“
…und wurde von Jadeite locker abgewehrt.
„Das nennt man faule Ausrede, meine Liebe. Anstatt zu jammern solltest du dich lieber konzentrieren.“

Kaum hatte er seinen Satz beendet stand er hinter mir und hielt mich im Schwitzkasten gefangen.

„Game Over, Prinzessin“, flüsterte er mir ins Ohr.
„Bist du dir sicher, Jadeite?“ Ich holte mit meinem Arm aus und platzierte meinen Ellenbogen in seiner Magengrube.
Ich hörte ein entsetztes Schnaufen hinter mir und der Griff um meinen Hals wurde gelockert. Ich nahm seine Hand in meine. „Wenn ich jetzt stehen würde, würde ich dich über meine Schulter werfen.“

„Woher…“

„Ich habe auch mit Endymion trainiert, Jadeite. Hast du echt gedacht, er zeigt mir keinen Weg aus dieser verzwickten Lage?“
„Wow… “

„J?“
„Ja?“
„Game Over, Jadeite. Und wehe du schonst mich noch einmal, dann lernst du mich richtig kennen. Verstanden!“
„Ja, Prinzessin.“
„Sehr gut.“

„Usa?“
„J?“
„Kannst du mich jetzt bitte loslassen?“
„0h, ähm… Sorry J. Natürlich.“

Jadeite umrundetet mich, als er vor mir stand zog er mich an meinen Händen hoch.

„Was machst du da, J?“, schrie ich erschrocken auf.
„Du hast selbst gesagt, dass ich dich nicht schonen soll. Das ich dies in Erwähnung gezogen habe, tut mir leid. Daher wirst du ab jetzt den Trainer vor dir haben, der ich immer war. Hör jetzt auf rum zu jammern und konzentriere dich. Verstanden?“

Tief atmete ich durch. Da ich es so wollte musste ich jetzt auch durch dieses Trainingsprogramm durch.

„Du konzentrierst dich nicht, Usa.“
„Doch das tue ich.“
„Nein.“
„Doch.“
„Da du mit mir diskutierest kannst du dich nicht konzentrieren. Was habe ich dir über die Konzentration gesagt?“

Ruppig zog er mich in seine Arme und hielt mich an meinen Hüften fest.

„Konzentration heißt übersetzt zusammen zum Mittelpunkt. Die Aufmerksamkeit wird willentlich auf einen bestimmten Punkt, Ziel oder Tätigkeit gelenkt.“
„Sehr gut. Wie kannst du mit mir diskutieren, wenn du dich auf  deinen Körper konzentrieren sollst?“
„Gar nicht.“
„Aha.“
„Grmpf. Du bist ein Sklaventreiber.“
„Du wolltest nicht geschont werden. Konzentriere dich.“

Jetzt erst bemerkte ich, was er vorhatte. „Nein“, presste ich zwischen meine Zähne hervor. Verdammt war das anstrengend.

Als ich merkte, dass Jadeite einige Schritte rückwärts ging und mein Oberkörper ihn folgte, doch meine Beine wie in Zement gemeißelt stehen blieben schüttelte ich meinen Kopf. Er kam wieder auf mich zu und setzte mich auf den Stuhl. Jadeite ging vor mir in die Hocke.

„Der Wille versetzt Berge, Usa. Du kannst das. Du bist eine starke Frau, stärker als die meistens und das ohne Waffen. Also konzentriere dich auf deinen Körper und setze deine Willenskraft ein. Ich möchte dich nicht überfordern. Ich möchte nur, dass du das abrufst, was du kannst. Du kannst dich konzentrieren. Du kannst deine Willenskraft einsetzten. Und weißt du warum ich das weiß, dass du es kannst?“

Ich schüttelte meinen Kopf.

„Genau das haben wir dir alle beigebracht. Im Silberjahrtausend waren das Mars, Jupiter, Venus und Merkur. Später kam noch der Prinz dazu und in diesem Leben habe ich dich trainiert. Wirf deine Selbstzweifel über Bord. Du bist eine starke Frau, dass warst du schon immer. Du musst das Gelernte nur anwenden. Also nächster Versuch:
Konzentriere dich, habe Vertrauen in dich und deine Fähigkeiten und setzte deine Willenskraft ein.“

Ich ließ die Standpauke über mich ergehen und kam zu dem Schluss, dass er recht hatte. Ich schloss meine Augen. Als ich diese wieder geöffnet hatte sah ich nur in die Augen von Jadeite und versuchte das Kribbeln unter meiner Haut zu ignorieren. Erst als ich ein kleines Lächeln in dem Gesicht meines besten Freundes sah, sah ich mich erstaunt um und stellte fest, dass ich ein paar Schritte gegangen war.

Jadeite bewahrte mich vor dem sicheren Sturz, als er merkte, wie meine Beine unter mir nachgaben.
„Sehr gut, Prinzessin. Was hat deine Konzentration gestört?“

Ich sah ihm in die Augen. Hoffentlich lässt er mich jetzt nicht fallen, wenn ich ihm sage, warum meine Konzentration nachgelassen hat.
„Du hast mich zu Tode erschreckt, als du im Garten aufgetaucht bist, dann hast du mit mir ein Training begonnen. Zugegebener Massen das wollte ich auch. Doch du bist lebensmüde, wenn du nichts zu essen dabeihast. Ich habe nämlich Hunger. Außerdem schaut mein Mann uns zu. Also; meine Konzentration hat nachgelassen, weil ich Hunger habe und ich von meinem Mann beobachtet werde, wie mich jemand aus seiner Leibwache in den Armen hält, ich diese Umarmung erwidere und er seine Hände an meinen Hüften hat. Was denkst du, geht wohl gerade in meinem Mann vor? Oder in mir, denn ich habe immer noch Hunger, du Trottel. Also setze mich jetzt in den Stuhl und gebe mir deine Kekse, die du immer in der Tasche hast, um mich zu besänftigen, wenn ich HUNGER habe.“

Ich merkte, wie sein Griff um meine Hüften lockerer wurde. Wusste ich es doch, er denkt, das Mamoru Kleinholz aus ihm machen würde.
„Lass mich jetzt nur nicht los, du Trottel. Ich kann mich nicht alleine auf meinen Beinen halten. Außerdem bist du nicht der erste von euch vieren, der meine Hüften berührt, Kunzite hatte mir damals auch an meine Brust gefasst. Das war bei weitem komischer, als dein Griff um meine Taille", schrie ich den armen Jadeite an.

Der mit jedem Wort das ich sprach blasser und der Griff in meiner Taille immer lockerer wurde.
„J, du Hornochse halt mich fest verdammt nochmal. Du bist keine Statue, sondern ein Kerl.“

Doch alles Jammern half nichts, da ich Bekanntschaft mit dem Boden schloss.
Hat er nicht mehr alle Latten am Zaun? Das hat wehgetan. Na warte. Ich beobachtete seinen Stand und sah, dass er offen und ohne Deckung stand.
Rache ist süß mein Lieber. Ich holte mit meinem Arm aus und zielte mit einem geübten Schlag in seine Kniekehlen. Als Jadeite bauchwärts auf den Boden aufkam griff ich nach seinem Arm und drehte ihn diesen auf den Rücken.
Danach beugte ich mich seinem Gesicht entgegen: „Game Over zum Zweiten, Jadeite. Und jetzt rück die Kekse raus, sonst vergesse ich mich.“


Das Lachen, das ich hinter mir hörte ließ mich in meinem Tun innehalten. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und sah Mamoru, der sich seinen Bauch vor Lachen hielt. Mit hochrotem Kopf rollte ich von Jadeite runter.

„Sehr gut mein Herz, du hast wirklich nicht viel verlernt“, lobte er mich und half mir auf, damit ich im Stuhl platz nehmen konnte.
„Hier, esse das.“ Mamoru reichte mir einen Schokoladen-Muffin. „Ich bin mir sicher, dass wir Jadeite noch brauchen werden.“

Danach reichte er Jadeite seine Hand und half ihm auf. „Du hast auch schon mal besser gekämpft mein Lieber.“
„Hey, ich war erschrocken dich zu sehen. Ich meine, die Pose in der die Prinzessin und ich waren hätte man auch falsch auffassen können.“
„Hätte man, richtig. Du vergisst aber, dass ich meiner Frau und meiner Leibwache vollkommen vertraue. Auch wenn ich mit Kunzite noch ein Hühnchen rupfen muss.“

Mamorus Blick ging zu mir, „Wann hat er deine Oberweite angefasst?“

Ich konnte einen Feuermelder Konkurrenz machen, „Ähm, als ich aus dem Fenster fiel um zu dir in den Rosengarten zu kommen. Er hat mich nur aufgefangen, mehr war nicht.“ Entschlossen blickte ich ihm in die Augen. Sein Blick wechselte von eifersüchtig zu überrascht bis hin zu grenzenloser Liebe.

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Hallo ihr Lieben :)

Ich hoffe ihr hattet alle einen schönen Start in diesen Tag.
Mal wieder gehe ich euch auf die 'Nerven' mit dem neusten Kapitel von "Ein Leben wie dieses ..."
In diesem Kapitel stand die Freundschaft von Jadeite und Usagi im Vordergrund und wie die arme Usa langsam aber sicher ein neues Körpergefühl bekommt.

*JAXA Japan Aerospace Exploration Agency = japanische Raumfahrtbehörde

Wie immer hoffe ich, dass ihr Spaß an diesem Kapitel hattet und dankte meinen lieben Kommis-Schreibern und neuen Herzchenverteilern.

seid alle ganz lieb gegrüßt
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