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What if...

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael
09.10.2020
09.11.2020
8
15.917
7
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.11.2020 1.980
 
Teil 7

„Mein Liebster, wie stehst du zu einem opulenten Frühstück? Ich bin, gelinde gesagt, ein wenig hungrig. Was ein wenig körperliche Ertüchtigung doch für eine Auswirkung auf einen menschlichen Körper hat.“, durchschnitt die begeisterte Stimme Arziraphales irgendwann die einvernehmliche Stille im Schlafzimmer. „Hm, was immer du willst, Engel. Ich könnte Crêpes anbieten. Es müsste alles in der Küche vorhanden sein.“, kam es noch etwas träge von Crowley und er begann sich aus der Umarmung des Engels und der Wärme des Bettes zu schälen.

Wie Go… Sat… wer auch immer ihn geschaffen hatte, schlenderte er durch das Schlafzimmer auf der Suche nach einer Hose, sich der Blicke des Engels mehr als bewusst. Kleidung herbei zu wundern wäre natürlich eine einfache Möglichkeit gewesen, um diese Tätigkeit abzukürzen, aber sie hätte wesentlich weniger Spaß bereitet. Sein innerer Dämon beglückwünschte ihn frenetisch dazu, dass er offensichtlich wieder ein wenig zu sich selbst gefunden hatte. „Was ist denn los, Engel?“, fragte Crowley betont lässig und wiegte die schmalen Hüften noch ein wenig mehr, als er langsam den großen Raum durchschritt. „Du erscheinst mir ein wenig abgelenkt.“, sprach er weiter. Vor Arziraphale angekommen, beugte er sich verwegen lächelnd nach vorn, hob eine Hand an, strich über das Gesicht es Engels und klappte schließlich dessen leicht derangiert offenstehenden Kiefer wieder zusammen.  Plötzlich wieder zu sich gekommen, antwortete dieser gespielt erbost. „Verführe mich nicht, Schlange. Crêpes und dieser Körper! Du kämpfst mit harten Bandagen.“ „Ich habe noch gar nicht angefangen, Engel. Mache dich auf Einiges gefasst!“, erwiderte Crowley lächelnd und verließ das Schlafzimmer.

Arziraphale ließ es sich nicht nehmen Crowley in die Küche zu folgen, dies versprach wahrlich interessant zu werden, also schwang auch er sich aus dem Bett und wunderte sich einen gemütlichen Pyjama an. Er bahnte sich seinen Weg in die Richtung, in der er meinte, sich an die Küche zu erinnern, und so sah er sich kurz darauf mit einem, bis auf eine einfache Pyjamahose, weiterhin nackten Dämon konfrontiert, der mit dem Rücken zu ihm in der offenen Küche stand und Crêpes für ihn zubereitete. Das Licht, welches aus den großen Fenstern in den Raum fiel, ließ die roten Haare noch mehr leuchten. Die feinen Muskeln des schmalen Körpers bewegten sich unter der ebenen Haut geradezu hypnotisierend. Ein harsches Einatmen entkam den Lippen des Engels, was wiederrum dafür sorgte, dass Crowley sich umwand und ihn mit einem Lächeln empfing, welches seines Gleichen suchte. Arziraphale war völlig verzaubert von der Schönheit dieses Wesens, welches er nun (hoffentlich, ergänzte die Stimme in seinem Inneren) endlich und unwiederbringlich seines nennen durfte. „Setz dich, Engel, ich bin gleich fertig. Der Tee steht schon auf dem Tisch.“, sagte Crowley und wandte sich erneut zum Herd, um in nahezu vollendeter Perfektion, wie der Engel erstaunt feststellen musste, den Crêpe in der Pfanne zu wenden. Arziraphale tat, wie ihm geheißen und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Er genoss den Duft und die Wärme des Tees, als dieser seine Kehle hinabfloss und beobachtete über den Rand der Tasse in seinen Händen, wie Crowley mittlerweile die Crêpes stapelte und sie anschließend mit Obst und Sahne garnierte. Er war wahrlich ein Glückspilz, entschied der Engel. In diesem kurzen Moment der Ruhe gestand er sich ein, dass dies alles doch weit besser gelaufen war, als er es sich hatte vorstellen können. Im Nachhinein betrachtet, war sein Plan doch mehr als verwegen gewesen. Und so langsam sickerte das, was er da gestern Abend getan hatte, in sein Bewusstsein. Alles war so schnell gegangen, dass er selbst gar nicht so recht wusste, wie es dazu gekommen war. Klar war nur gewesen, dass er das drängende Bedürfnis gehabt hatte, dem Dämon näher zu kommen. Dieser Wunsch war, weiß Gott nicht neu gewesen, aber als er Crowley am Bahnsteig hatte stehen sehen, wie er einfach nicht ging, sondern dem Zug länger und länger nachschaute, hatte sich etwas in seinem Denken verändert. Ein Großteil der Fahrt war davon bestimmt gewesen herauszufinden, was das alles zu bedeuten hatte und wie er nun damit umgehen wollte. Das Gefühl in seiner Brust war ein altes und spätestens seit der ehrenhaften Rettung seiner selbst und der wertvollen Bücher, war Arziraphale mehr als klar geworden, dass es wohl unumstößlich um ihn geschehen war. Aber zu ihrer beidem Schutz hatte er sich immer jeden Gedanken daran verboten. Doch alles, was sie bedroht hatte, war nicht länger relevant. Und dann hatte er, ähnlich wie damals bei dem ‚Verlust‘ seines flammenden Schwertes aufgehört zu fragen, was man wohl von ihm als himmlischem Wesen erwarten würde. Stattdessen hatte er das getan, was sein Bauchgefühl oder in diesem Fall vielmehr sein Herz vorgeschlagen hatte.

„Ich hoffe, die Crêpes sind zu deiner Zufriedenheit. Ich meine, es sind natürlich keine aus diesem kleinen Café in Paris, in dem wir damals nach dem Zwischenfall in der Bastille waren, aber ich glaube, sie brauchen sich nicht zu verstecken.“, erklärte Crowley, während er den Teller schließlich auf den Tisch stellte, damit die Gedanken im Kopf des Engels vertrieb und sich mit einem starken, schwarzen Kaffee dem Engel gegenüber setzte. Sie müssen schmecken, immerhin tust zu seit Jahren nichts anderes als heimlich die Zubereitung dieser labbrigen Dinger zu perfektionieren, ergänzte der innere Dämon.

„Sie sind ganz vorzüglich, mein Liebester.“, entkam es Arziraphale zwischen zwei genießenden „Hmms“, „Nicht, dass ich etwas anderes von dir erwartet hätte.“ Crowley sah Arziraphale zu, wie er genüsslich Stück für Stück der Crêpes verspeiste, jedes Mal peinlich genau darauf achtend, dass die perfekte Menge an Sahne und Obst ihren Weg auf die Gabel und in seinen Mund fand. Ohne die Sonnenbrille, befand Crowley, war es noch viel interessanter den Engel zu beobachten, denn so war das himmlische Leuchten nicht durch die dunklen Gläser geschwächt. Er würde sich wohl nie daran satt sehen können, mit wieviel Hingabe der Engel die kulinarischen Genüsse der Menschen betraute. ‚Und nun kennst du eine weitere Sache, die ihn derart begeistert‘, ergänzte der innere Dämon und lachte ein wenig schmutzig.

„Was machen wir heute, mein Liebster? Das Wetter verspricht, zumindest für Londoner Verhältnisse ganz passabel zu werden. Wir könnten vielleicht die Enten füttern gehen. Ich bin so gern im Park. Außerdem täte mir ein wenig Bewegung nach diesem köstlichen Frühstück ganz gut.“, riss Arziraphale, während er seinen Mund mit einer Serviette abtupfte, Crowley plötzlich aus seinen Gedanken. „Klar, Park klingt gut. Aber vorher habe ich Pläne. Komm mit.“, und schon zog Crowley den Engel auf die Beine und hinter sich her ins Badezimmer, welches an das Schlafzimmer angrenzte.

Dort angekommen fing Crowley an den Engel aus seinem Pyjamaoberteil zu befreien. Knopf für Knopf arbeitete er sich konzentriert vor und legte so nach und nach mehr von der hellen Brust frei. Er merkte, wie sich die Atmung des Engels beschleunigte. „Was hast du vor, Crowley?“, fragte dieser recht atemlos. „Ich möchte duschen. Das tut man im Allgemeinen, wenn man die Nacht so verbracht hat, wie wir.“, erklärte Crowley, als wäre gemeinsames Duschen seit Jahrhunderten eine Tradition, die sie teilten. „Oh, nun denn, wenn man das so macht, will ich natürlich nicht so sein und füge mich in mein Schicksal.“, kam es theatralisch von Arziraphale, was ihm ein Augenrollen Crowleys entgegenbrachte. „Du kannst ein ziemlicher Bastard sein, das weißt du, oder?“ „Hm, ein, zwei Mal habe ich das bereits gehört.“, lachte Arziraphale, „aber man munkelt, dass dies ein Qualitätsmerkmal für Wesen ist, mit denen du deine Zeit zu verbringen gedenkst.“ „Tatsächlich fällt mir nur ein Bastard ein, mit dem ich gern meine Zeit verbringe.“, antwortete Crowley und zog den Engel in einen langen Kuss. Schließlich beendete er seinen Plan, Arziraphale die, seiner Meinung nach, völlig unnütze Kleidung vom Körper zu nehmen und führte ihn anschließend an der Hand unter die große Dusche.

Das Rauschen des heißen Wassers, der Dampf, der in Schwaden durch das moderne Bad waberte wurde nur durchbrochen von den genießenden Lauten der beiden übernatürlichen Wesen, die eng aneinandergedrückt in der Dusche standen und sich ausgiebig küssten. Crowley merkte, wie der Engel im immer wieder durch das nasse Haar strich.

„Crowley, mein Liebster?“, unterbrach der Engel schließlich den Kuss. „Hm?“ „Darf ich?“, Arziraphale beendete die Frage, in dem er auf eine edel aussehende Flasche deutete. „Hm? Ach so, wenn du das möchtest… klar.“

Und damit begann Arziraphale zuerst damit, das rote Haar des Dämons zu schamponieren und den Schaum vorsichtig einzumassieren. „Gerade verhältst du dich eher einer Katze gleich, denn einer Schlange, mein Liebster.“, lachte der Engel, als er feststellte, dass sich Crowley in jede seiner Berührungen schmiegte. Dann glitten seine Hände langsam weiter über den Körper des Anderen und bedeckten jeden Zentimeter der Haut ebenfalls mit Schaum. Federleichte Berührungen wechselten sich ab mit festeren, die die Muskeln des Dämons angenehm lockerten. „Weißt du, woran mich das gerade erinnert, Engel?“ „Nein, mein Liebester, woran?“, erwiderte Arziraphale. „Erinnerst du dich an die Nacht in der Arche, als du dich das erste Mal meiner Flügel angenommen hast?“, fing Crowley an zu erzählen. „Natürlich, erinnere ich mich. Du warst so furchtbar aufgewühlt und ich wusste mir nicht anders zu helfen. Ich wollte etwas tun, damit du dich ein wenig beruhigen konntest.“ Crowley sah Arziraphale in die Augen und sprach weiter. „Oh ja, das hast du damals wirklich hervorragend geschafft. Es war das erste Mal seit, ich weiß gar nicht, wie lange es schon her war, dass jemand so etwas für mich getan hat. Die Hölle ist nicht gerade bekannt dafür, dass sie ihre Mitglieder verwöhnt. Und dann warst du einfach da und hast etwas getan, nur damit ich mich besser fühle. Weißt du, dass das der erste Zeitpunkt war, zu dem ich mir vorgestellt habe, was sonst alles noch sein könnte? Was passiert wäre, wenn du nicht gegangen wärest, nachdem du mit der Pflege meine Flügel fertig warst?“, Crowley vergaß sich in seinen Gedanken. „Was hast du dir gewünscht, dass es passiert, Liebster?“ unterbrach Arziraphale den Strudel der Gedanken, in denen der Dämon gerade abdriftete, der seine Berührungen nicht eingestellt hatte. Als Crowley wieder anfing zu sprechen, war seine Stimme leise und belegt. „Schwer zu sagen. Hättest du mich in dieser Nacht gefragt, hätte ich vermutlich überhaupt keine Antwort gehabt. Ich war, um ehrlich zu sein, ziemlich irritiert über dein Verhalten. Also, es war natürlich sehr angenehm, aber ich habe nicht verstanden, warum du dich so verhalten hast, war aber nicht in der Lage wirklich darüber nachzudenken. Ich glaube, ich hätte es genossen, wenn du einfach dageblieben wärst. Auch wenn ich verstehe, dass du nicht bleiben konntest. Erzfeinde und so weiter... Aber trotzdem war es der Moment, der dafür gesorgt hat, dass ich darüber nachdachte, wie sich deine Hände auf meinem Körper anfühlen würden, wenn sie nicht nur meine Flügel pflegen würden.“ „Hm, ich verstehe absolut, was du meinst, mein Liebster. Es war eine ziemlich surreale Situation, dich so aufgelöst dort zu sehen. Und auch, wenn alles, was der Himmel mir eingebläut hat, aufschrie, kam ich nicht umher, dein Leiden zumindest ein wenig zu lindern. Das war alles sehr mysteriös, wenn wir ehrlich sind. Als Vertreter meiner Spezies sollte ich dieses Gefühl eigentlich gar nicht haben, aber es war ziemlich ausgeprägt, und da ich nicht sicher war, was einem Dämon in einer solchen Situation helfen würde, habe ich das getan, von dem ich wusste, dass es mir guttun würde. Immerhin warst du vor langer Zeit ebenso ein Engel und ich dachte, dass sie dieses Bedürfnis vielleicht nicht verändert hat.“ „Es hat wirklich gut funktioniert. So gut, dass ich seitdem darüber nachgedacht habe, wie ich dich in meine Dusche kriege. Und Schwupps, nicht mal 5000 Jahre später, du stehst unter meiner Dusche und küsst mich. Das würde ich mal als vollen Erfolg verbuchen.“, löste Crowley die ernste Situation auf. „Du bist wirklich unverbesserlich, mein Liebster. Und was genau, wolltest du nun hier mit mir?“, lachte Arziraphale und nahm die Erkundung des Körpers vor ihm wieder auf. „Wie ich dir sagte, habe ich bisher noch gar nicht angefangen, dich zu verführen und genau das gedenke ich nun zu ändern.“



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