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What if...

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael
09.10.2020
09.11.2020
8
15.917
7
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
01.11.2020 1.519
 
Hallo ihr Lieben,
heute gehts also weiter, nachdem ich die beiden Herren im letzten Kapitel so rüde unterbrochen habe und die Handlung auf zwei Kapitel aufgeteilt habe. Asche auf mein Haupt.
Ganz viel Spaß und lasst mich wissen, was ihr davon haltet. Ich bin, wie immer, sehr gespannt.
Ganz liebe Grüße
Kitty

Teil 6



Der Verlust der Kleidung am dämonischen Körper hatte schließlich auch die letzte Zurückhaltung, die vielleicht noch in der Luft gelegen hatte, mit sich genommen. Und nach einer kleinen Ewigkeit, die nur noch aus dem Fühlen von Berührungen, Küssen und kleinen Liebesbekundungen bestanden hatte, erschien dies nicht länger genug.

„Engel, ich will dich.“, die Stimme des Dämons was nur noch ein raues Keuchen. Arziraphale spürte den Beweis für diese Aussage hart an seinem Oberschenkel und er musste Lächeln. „Aber natürlich, mein Liebster. Sag mir, was du möchtest. Du hältst dich schon so lange zurück. Ignorierst, was du selbst wünschst, um es mir einfach zu machen. Es ist nur fair, wenn du heute entscheidest. Sage mir, was du dir wünschst und ich sorge dafür, dass es geschieht.“, der Dämon kam nicht umhin sich zu fragen, wie der Engel so ruhig sein konnte, während seine eigenen Nerven wie ein Schwarm Kolibris umherflatterten. Trotz allem ließ die Aufrichtigkeit der Worte seines Engels ihn soweit ruhig werden, um eine ehrliche Bitte zu äußern. Und auch, wenn es nicht einfach war, für einen Dämon, der er nun mal war, zweifelte er keine Sekunde an der Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit des Engels. „Ich will, dass du mich liebst, Engel.“ „Ach, mein Liebster, das tue ich. Mehr als ich es auszudrücken vermag. Aber ich denke es ist Zeit, es dir zu zeigen.“, und damit fing er an den Körper Crowleys einmal mehr mit zarten Küssen zu bedecken. Er arbeitete sich systematisch von einer Stelle der irdischen Hülle zur nächsten vor, sorgsam darauf achtend keine Stelle auszulassen. Und jedem Kuss folgte eine kleine Botschaft voller Liebe. „Ich liebe dich, weil du so gut auf mich Acht gibst.“ – Kuss – „Ich liebe es, dass du mein Befinden immer über das deine stellst. – Kuss – „Ich liebe es, mit dir zusammen zu sein und mich hemmungslos mit dir zu betrinken.“ – Kuss – „Ich liebe es, dass du immer weißt, was zu tun ist.“ – Kuss – „Ich liebe diese Sommersprossen auf deinen Schlüsselbeinen – Kuss – gefolgt von einem Lachen des Dämons. „Du bist kitzelig?“, eine helle Augenbraue erhob sich belustigt. „Ich liebe es, dass du mich nach 6000 Jahren noch überraschen kannst.“ – Kuss –

„Engel, es ist mein Ernst, ich will, dass du mich liebst.“ „Oh“, der Laut der Erkenntnis entkam den Lippen des Engels, die sich zu einem feinen Lächeln zogen, „nun dann, sei mir dein Wunsch Befehl.“ Und mit diesem Worten legte er sich zwischen die Beine des Dämons unter ihm. „Ich liebe dich, Crowley. Du ahnst gar nicht, wie sehr und wie lange schon.“ Dann konnte Arziraphale keinen weiteren klaren Gedanken mehr fassen, geschweige denn zusammenhängende Sätze bilden, denn er war beschäftig damit, vorsichtig und langsam seinen Worten Taten folgen zu lassen. Die Augen fest auf die Augen des Dämons gerichtet, um jede Regung sogleich aufnehmen zu können, brachte er sich Stück für Stück in den Körper, den er so sehr liebte.

Crowley hatte seit geraumer Zeit bereits das Gefühl gehabt, dass es sich nur noch um Sekunden handeln könnte, bis er entkörpert wurde. Sämtliche Nervenenden dieses irdischen Körpers standen durch die Liebkosungen des Engels derart in Flammen, dass er es kaum auszuhalten vermochte. Aber das, was er empfand, als er merkte, dass Arziraphale ihn Stück für Stück ausfüllte, ließ alles bisher Dagewesene völlig verblassen. Er schaute Arziraphale an, der sehr konzentriert schien, wie er da über ihm aufragte und er konnte nicht anders, als ihn zu sich hinunter zu ziehen und ihn ein Mal mehr zu küssen. Sollte er in diesem Moment entkörpert werden, wäre es im Moment des puren Glücks geschehen.

Arziraphale ließ ihm etwas Zeit, sich an das neue Gefühl zu gewöhnen, ehe er anfing sich sehr langsam zu bewegen und ein weiteres Feuerwerk der Empfindungen jagte durch den dämonischen Körper. Das war so viel besser, als alles, was Crowley sich in seinen schillerndsten Träumen jemals erdacht hatte.

„Oh Gott, Engel, was tust du da? Du wirst mich noch entkörpern.“, presste Crowley hervor. „Na na, sollte deine dämonische Zunge den Namen des Herren derart verunglimpfen?“, stichelte Arziraphale und veränderte den Winkel seiner Bewegungen, sodass Crowley nur noch überrascht aufstöhnen konnte. Die Luft war nur noch gefüllt von unzusammenhängenden Lauten, mit denen die beiden übernatürlichen Wesen ausdrücken zu versuchten, was ihre irdischen Körper ihnen ermöglichten.

Und plötzlich veränderte sich der eigentlich recht konzentrierte Ausdruck im Gesicht des Engels. „Engel, was ist los?“, schaffte es Crowley reichlich atemlos einen vollständigen Satz zu artikulieren. „Oh Gott, mein Liebster, ich glaube nicht, dass ich das noch lange durchhalte.“ Crowley konnte nicht anders als zu lachen. „Mein Engel, du sagst das so, als wäre das etwas Schlimmes. Es mag dich wundern, aber das ist es, worauf wir hier gerade hinarbeiten. Also fühle dich frei und komm für mich.“ Dies wollte der Engel sich wohl nicht zweimal sagen lassen und intensivierte ein letztes Mal seine Bewegungen. Und als er kam, wollte auch seine engelhafte Natur an die Oberfläche. Weiße Flügel fächerten sich hinter dem Körper des Engels auf und dieser Anblick, den er Crowley damit bescherte, schickten auch ihn über die letzte Klippe. „Ich liebe dich, Engel.“

*****


Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sich beide wieder rühren konnten. Der Engel zog sich zurück und wollte gerade die himmlischen Zeichen seines emotionalen Ausnahmezustandes wieder verstauen, als ihn die Stimme des Dämons abhielt. „Lass deine Flügel draußen, Engel. Ich mag es, wenn du sie nicht versteckst.“ Also legte sich der Engel vorsichtig auf die Laken, zog Crowley gleich darauf nah an sich und fing an seine Flügel vorsichtig so zu richten, dass sie ihn beim Liegen nicht behinderten. Crowley kam auf der gleichsam starken wie weichen Brust zum Liegen und spielte gedankenverloren mit geschlossenen Augen an den hellen Locken. Die Atmung wurde bereits flacher und es war wohl nur noch eine Frage von Minuten bis er in den Schlaf gleiten würde.  

Ein etwas lauteres Rascheln ließen ihn noch einmal kurz an die Oberfläche seines Bewusstseins kommen, er fühlte die Arme Arziraphales, die ihn schützend hielten, und er sah, dass er sich mittlerweile in einem Kokon aus weißen Federn befand. Der Duft des Engels hüllte ihn beruhigend ein und als er das Gesicht eben dieses sah, sah er nichts außer Liebe. Und mit dem Wissen, wie es sich anfühlen musste, wahrlich geliebt zu werden, schlief der Dämon schließlich ein.

*****


Ein weiteres Rascheln war es einige Stunden später, das Crowley wieder in die Realität kommen ließ. Noch immer waren die Flügel schützend um den dämonischen Körper gelegt, aber Kopf und Hände des Engels war nicht länger in diesem Nest aus weißen Federn. „Morgen, Engel.“, kam es aus dem Nest und Arziraphale hob den einen Flügel an. „Guten Morgen, mein Liebster. Ich hoffe, du hast gut geschlafen.“, säuselte der Engel mit einem gewinnenden Lachen, welches sein gesamtes Gesicht erhellte. Crowley räkelte sich der Schlange ähnlich, die er einmal gewesen war, genüsslich und küsste Arziraphale genießend. „Hm, ich habe tatsächlich so gut geschlafen, wie lange nicht mehr. Vielleicht sollte ich mal wieder ein hundert Jahre langes Nickerchen einlegen, deine Gesellschaft in meinem Bett wirkt sich offensichtlich gut auf meinen Schlaf aus. Was tust du da eigentlich?“ „Wie du weißt, bin ich dem Schlaf im Allgemeinen nicht so zugetan wie du und weil ich wollte, dass du ein paar Stunden Ruhe hast, habe ich die Gelegenheit genutzt und mir ein paar meiner liebsten Bücher hier her gewundert. Ich sollte wahrlich häufiger im Bett lesen. Das ist wirklich überaus gemütlich.“, sinnierte der Engel fröhlich weiter. Crowley sah sich in seinem Schlafzimmer um und musste laut lachen. „Ein paar Bücher? Wirklich, mein Engel? Du bist noch nicht mal 24 Stunden hier bei mir und du hast bereits deinen halben Hausstand hierhergeschafft? Das sind definitiv ein paar mehr als ein paar Bücher. Ich sehe kaum noch meinen Fußboden. Den teuren Bodenbelag hätte ich mir definitiv sparen können.“, prustete Crowley los. „Nun ja, irgendwie musste ich mich schließlich beschäftigen, während du dich erholt hast.“ Crowley ließ den Blick erneut durch sein Schlafzimmer schweifen und blieb an einem recht beeindruckenden Stapel an Büchern, der neben der Seite des Bettes aufragte, die Arziraphale in der Nacht okkupiert hatte, hängen. Der Anblick der für diese Wohnung unüblichen Gegenstände hinterließen ein warmes Gefühl in seiner Brust. Bücher gehörten so untrennbar zu seinem Engel, wie nichts sonst auf dieser Welt, außer Crêpes vielleicht. Und plötzlich fühlte sich der cleane Chic seiner Wohnung ein wenig heimeliger an. Arziraphale hatte mittlerweile das Lesen wieder aufgenommen und strich gedankenverloren am Arm des Dämons entlang. Crowley rückte noch ein wenig näher an den Blonden neben ihm heran und suhlte sich in dem Gefühl, dass sich diese Wohnung das erste Mal seit seinem Einzug ein wenig wie ein Zuhause anfühlte. So musste sich das Glücklichsein anfühlen. Reines Glück, nicht die Freude über eine gelungene Verführung oder einen anderen dämonischen Plan, der erfolgreich war. Und Crowley musste zugeben, dass es sich ganz wundervoll anfühlte.
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