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What if...

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael
09.10.2020
09.11.2020
8
15.917
7
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Dieses Kapitel
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18.10.2020 1.522
 
Hallo alle,
ein letztes Mal geißelt sich Crowley noch ein wenig selbst. Ganz viel Spaß! Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

Teil 3



Ihre gemeinsame Zeit im Dienst der Familie, die den vermeintlichen Antichristen aufgezogen hatte, kam Crowley als Nächstes in den Sinn. Dies war zunächst zwar definitiv nicht seine erste Wahl an Erinnerungen, wenn er an den Engel dachte, aber in dieser Zeit war es wenigstens einfacher gewesen, ihm nahe zu sein, ihn anzusehen, ohne ihn berühren zu können. Denn die Verkleidung, die Arziraphale damals gewählt hatte, erleichterte dem Dämon das Abstandhalten. Crowley grinste bei der Erinnerung an die fürchterlich buschigen Augenbrauen, die knubbelige Nase und das plumpe Auftreten des sonst immer so akkurat gekleideten und perfekt gepflegten Engels.

Eines Abends jedoch hatte es an der kleinen Dienstwohnung des vermeintlichen Kindermädchens geklopft. Crowley hatte die Tür geöffnet, immer noch in seiner Verkleidung, man wusste ja nie, wann seine Dienste bei Warlock spontan noch benötigt wurden. Er hatte die Tür geöffnet und vor ihm hatte der Engel gestanden. Nachdem Crowley ihn seit recht langer Zeit nur in der Form des Gärtners gesehen hatte, war der Anblick der originalen irdischen Manifestation des Engels doch recht überraschend gewesen. Und die Tatsache, dass dieser einladend grinsend mit einer Flasche Wein geschwenkt hatte, hatte diesen Umstand, weiß Go.. Sat… wer auch immer, nicht besser gemacht. Natürlich hatte Crowley ihn hereingebeten, nicht dass er dem Engel jemals irgendetwas hätte abschlagen können. Und so hatten sie sich kurz darauf auf einem winzigen Sofa, mehr gab das minimalistische Domizil nicht her, sitzend wiedergefunden. Crowley hatte das Bein des Engels nah an seinem gespürt, verstärkt durch die Tatsache, dass kein dicker Stoff seine Beine umhüllt hatte, sondern nur die dünnen Strümpfe und der Rock, die seiner Verkleidung eigen gewesen waren.

Dieser Umstand war wohl auch Arziraphale nicht entgangen. Crowley hatte mehr als einmal einen kurzen, fast keuchen Blick aus den blauen Augen erwischt, die genau diesen Teil des dämonischen Körpers heimlich zu erkunden versucht hatten. Nicht dass es Crowley in irgendeiner Weise gestört hätte, nein, vielmehr hatte dieses Wissen ihn doch sehr amüsiert. Ganz nebenbei war der Stolz, dass er den Engel doch scheinbar ein wenig locken konnte, in seiner Brust angeschwollen. Aber der Dämon in ihm, der er nun Mal war, hatte die Gelegenheit nicht völlig unbeteiligt verstreichen lassen können.

Galant, beinahe aufreizend hatte Crowley die Beine in perfekter Manier einer Dame übereinandergeschlagen. Sein Fuß, der Schuh war bereits davon abgerutscht, hatte dabei das Bein des Engels federleicht gestreift. Dieser war, ob der plötzlichen Berührung, kurz zusammengezuckt, hatte sich aber schnell wieder gefangen. Aber so schnell wollte sich der dämonische Schalk nicht beruhigen lassen. Angespornt von den nicht mehr sehr subtilen Blicken des Engels, die erneut das Bein des Dämons hinaufgeblickt hatten, hatte er ein weiteres Mal mit dem Fuß am Bein des Engels entlang gestrichen, den Blick auf das Gesicht des Engels gerichtet, um dessen veränderte Mimik festhalten zu können. Und sein dämonisches Inneres war nicht enttäuscht worden. Der himmlische Atem hatte im Moment der Berührung gestockt. Die Augen des Engels, noch immer auf das Bein gerichtet, hatten sich merklich geweitet. Das Erkennen, dass diese Berührung nicht, wie die erste zuvor, ein Versehen gewesen sein konnte, stand in ihnen. Zarte Röte war auf die Wangen des Engels getreten. Der Dämon war von dem Anblick verzaubert gewesen.

Der Engel hatte sich zügig gerettet, indem er den Blick auf sein plötzlich unsagbar interessantes Weinglas gesenkt hatte, nur um dann gleich mehrere tiefe Schlucke hinunter zu kippen. Crowley dagegen war mit seinen Gedanken in völlig anderen Gefilden gewesen, denn in seiner Phantasie hatte der Engel den Blick nicht abgewandt. Plötzlich war die Stille von einem Räuspern unterbrochen worden, gefolgt von der leisen, immer noch etwas rauen, atemlosen Stimme des Engels, die sich für den angenehmen Abend bedankte, sich jetzt aber entschuldigte, den Dämons sich jetzt sich selbst überlassen zu müssen. Dann hatte sich auch schon die Tür hinter Arziraphale geschlossen und einen erhitzten Dämon in Damenkleidern zurückgelassen.



Und diese Hitze spürte Crowley, wie jedes Mal, wenn darüber nachdachte, auch jetzt wieder. Der Gedanke, was hätte kommen können, nagte an ihm. Besonders die Tatsache, dass er selbst nicht in seiner üblichen Erscheinung gesteckt hatte, ließ diese Episode in der gemeinsamen Zeit der beiden übernatürlichen Wesen, noch exquisiter auf Crowley wirken. Oh Go… Sa… wer auch immer, allein die Vorstellung, dass es eine Hand des Engels hätte sein können, die den Blicken hätte folgen können. Dass es diese feinen Hände hätten sein können, die den Rock langsam, vorsichtig aber überaus genießend die Beine hätten hochschieben können, ließen den Dämon auch heute noch, Jahre später, erschaudern. Er stellte sich vor, wie diese starken Hände ihn plötzlich gepackt hätten, nur um ihn sekundenspäter auf dem Schoß des Engels wieder abzusetzen.

Diese Gedanken ließen die irdische Hülle des Dämons erschaudern, aber trotz des hohen Alkoholgehalts in seinem Blut, schaffte er es sich zur Räson zu rufen. So schön diese Träumereien auch waren, so schmerzvoll war auch die Rückkehr in die Realität, denn dort verhielt sich alles doch sehr anders. Und jede Ausflucht in die Welt seiner Phantasie machten das Widerstehen in der Realität ein wenig schwerer.



*****




Erst in letzter Zeit war er so kurz davor gewesen der Versuchung nachzugeben, wie nie zuvor. Es war so plötzlich geschehen. Nur einen einzigen unbedachten Satz des Engels hatte er gebraucht, um alle Vorsicht für einen Moment zu verlieren.  Die Aussage des Engels, er sei doch eigentlich gar nicht so übel, hatte ihn so unerwartet aus der Fassung gebracht, dass er ihn gepackt hatte und an die Wand des ehemaligen Klosters gepresst hatte. Seine dämonische Natur war selten so außer Kontrolle gewesen. Arziraphale am Kragen haltend, waren ihre Gesichter nur wenige Zentimeter voneinander entfernt gewesen, als er ihn angezischt hatte, dass er alles andere sei, aber mit Sicherheit nicht gut.

Und dann hatte sich plötzlich etwas anderes in seine Wut gemischt. Da war auf einmal der warme, weiche Körper des Engels gewesen, der eng an seinen gepresst war. Er hatte das schnelle Heben und Senken der Brust vor ihm an seiner spüren können, sein Bein hatte fast zwischen den Beinen des Engels gestanden. Es war so nah gewesen. Der flatternde Atem des Engels, hatte die Lippen des Dämons gestrichen und die gespaltene Zunge hatte den köstlichen Duft schmecken können. Oh, wie verlockend hatte dieser Engel auf ihm gewirkt. Und dann dieser Blick, den Arziraphale ihm zugeworfen hatte. Natürlich hatte er überrascht gewirkt, aber seine Augen, diese blauen Augen hatten an den dämonischen Lippen gehangen, als hätten sie gerade die erste Botschaft seiner Chefin seit mehr als 6000 Jahren verkündet.

Und als die Wut in Crowley, so schnell wie sie gekommen war, auch wieder verraucht war, war nur noch das Begehren übriggeblieben. Er war darauf und daran gewesen, den himmlischen Lippen sehr viel näher zu kommen, den Kragen des Engels einfach ein wenig näher zu ziehen. Und wenn er die Lippen des Engels erstmal in Beschlag genommen hätte, hätte er die Hände frei gehabt, um das zu erkunden, was er sich selbst so lange verboten hatte. Er hätte seine Hände in den dichten, blonden Locken versenkt, um den geliebten Kopf vorsichtig in Stellung halten zu können. Er hätte langsam an den Seiten des Körpers vor ihm entlang gestrichen, nur um seine Arme schließlich um die Hüfte des Engels zu schlingen. So hätte er die perfekte Ausgangslage gehabt, um sich noch mehr an den so begehrten Körper zu schmiegen. Und wie sehr er ihn begehrte. So lange schon, hatte er jede Faser dieses Körpers aus der Ferne aufgenommen. Und nun war er unvermittelt so nah wie nie gewesen.

Und dann hatte die ehemalige Ordensschwester den Moment unterbrochen. Und wenn er ehrlich war, war er froh darüber gewesen, denn auch wenn sich alles in ihm so sehr danach gesehnt hatte, was hätte sein können, so war der Ort und der Zeitpunkt für ein erstes solches Aufeinandertreffen mehr als unangemessen gewesen. Auch wenn er sich nach wie vor fragte, wie weit der Engel bereit gewesen wäre zu gehen.

Der Gedanke, dass Arziraphale das Spiel hätte mitspielen wollen, raubte ihm fast den Verstand. Und auch heute hatten diese Gedanken durchaus ihre gewohnte Wirkung und es war nicht nur das dämonische Herz, welches sein Sehnen deutlich kundtat. Er räkelte sich auf dem Sofa, um eine bequemere Position bemüht, denn so langsam wurde seine eigentlich heißgeliebten engen Hosen, doch etwas ungemütlich. Warum er sich selbst immer wieder so geißelte, war ihm selbst ein Rätsel. Immerhin war ein Dämon, es wäre doch ein Leichtes, zumindest diesen manchmal etwas undankbaren Part seines irdischen Körpers zu überlisten. Aber irgendwie kam es Crowley merkwürdig vor, diesen Teil, der nun mal mit seinen Gefühlen dem Engel gegenüber gehörte, einfach zuzusperren. Allerdings gab es durchaus Möglichkeiten, zumindest diesem Teil seines Sehens ein wenig Linderung zu schaffen.

Und auch wenn er nicht besonders stolz darauf war, denn ihm missfiel der Gedanke seine Erinnerungen an den Engel in dieser Weise zu benutzen, so geschahen die Handgriffe doch quasi automatisch. Es war bei Weitem nicht das erste Mal. Die Hose war schnell geöffnet und der pochende Beweis seines Sehnens zügig befreit. Die plötzliche Kühle an diesem empfindlichen Teil seines Körpers ließ ihn kurz erschaudern.



*****
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