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What if...

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael
09.10.2020
09.11.2020
8
15.917
7
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Dieses Kapitel
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13.10.2020 2.681
 
Hallo ihr, nun gehts also weiter mit einem sich selbst geißelnden, betrunkenen Dämon. Ich wünsche euch ganz viel Spaß und freue mich auf eure Rückmeldungen.
Lasst es euch gut gehen
Kitty

Teil 2

*****


Manchmal lagen sehr viele Jahre zwischen ihren Treffen, besonders in der Anfangszeit konnten schnell hunderte Jahre vergehen, ehe sie sich wieder über den Weg liefen. Und manchmal war Crowley auch ganz froh darüber, denn nachdem er ein Mal im Strudel seiner Gedanken gefangen gewesen war, fiel es ihm sehr schwer diesen Gedanken nicht ständig nachzuhängen, wann immer er in der Nähe des Engels war. Das himmlische Wesen machte es ihm, vermutlich ohne, dass es das überhaupt bemerkte, auch sehr leicht, sich in diesen Träumen zu verlieren. Alles an ihm zog den Dämon geradezu magisch an. Das meist sanfte Wesen und der weiche Körper, welches aber richtig gekitzelt stark, unnachgiebig und fordernd war, in diesen Situationen zeigte sich das kämpferische Wesen, welches er einmal gewesen war. Jede Faser der dämonischen Seele und des irdischen Körpers schrie danach dem Engel nahe zu sein, auch wenn er es sich immer verbot.

Und während seine Gedanken kreisten, fiel ihm plötzlich auf, dass Rom nicht der Auslöser gewesen war. Wenn er ehrlich zu sich war, war alles bereits vorher schon klar gewesen.


Wie hatte er die Arche nur vergessen können, wobei ‚vergessen‘ wohl das falsche Wort war. Verdrängt traf es wohl besser. Crowley dachte nicht gern an diese besonders dunkle Stunde in der damals noch jungen Geschichte der Welt zurück. Es fiel im immer noch mehr als schwer, sich an die vielen unschuldigen Opfer der Sintflut zu erinnern. Was ganz nebenbei betrachtet DIE Farce der letzten Jahrtausende schlechthin war, wenn man bedachte, dass er, ein Dämon, ein Spross der Hölle, einer der wenigen war, der sich scheinbar Gedanken darüber machte, dass in Ihrem Auftrag Unschuldige, Kinder, selbst Babys getötet worden waren. Denn genau das war es, seiner Meinung nach, es war Mord gewesen, heimtückisch und vor allen Dingen völlig sinnlos. Dies war damals definitiv einer der wenigen Momente in seiner gesamten Existenz gewesen, in dem er nicht mit seinem nicht ganz selbstgewählten Schicksal gehadert hatte, denn so gehörte er wenigstens nicht mehr dem Verein an, der die ganze Sache derart verzapft hatte. Auch wenn das Ergebnis dasselbe gewesen war, egal zu welcher Seite er auch gehört hatte.

Und auch, wenn er es vor Arziraphale damals, als sie beim Beladen der Arche zugesehen hatten, massiv heruntergespielt hatte, so hatte ihn die Situation sehr aufgewühlt. So sehr, dass er sich, nachdem sie selbst die Arche kurz vor dem Beginn der Katastrophe, betreten hatten, zügig vom Engel verabschiedet hatte, um sich ein ruhiges Plätzchen zu suchen und dort hoffentlich ein wenig Ruhe zu finden. Diese hatte er in den Ställen bei den Tieren gefunden, dort war es für ihn auch am einfachsten gewesen, sich unter das ‚Volk‘ zu mischen. Auf eine Schlange mehr oder weniger kam es wohl nicht an.

Es mussten schon viele Tage vergangen sein, in denen Arziraphale zwar regelmäßig nach dem Dämon geschaut hatte, ihm sonst aber die Ruhe beschert hatte, die er offenkundig gerade brauchte. Eines Tages hatte Crowley plötzlich das Verlangen gehabt seinen menschlichen Körper wieder einzunehmen und so hatte er, gehüllt in ein einfaches dunkles Gewand, an einer hölzernen Wand sitzend, auf den Engel gewartet. Als dieser, wie fast jeden Tag, leise den Stall gekommen war, hatte ein überraschtes „Oh“ die Stille durchschnitten. „Crawley, wie schön es ist, dich wieder in deiner üblichen Gestalt zu sehen.“, er war ein wenig näher gekommen, hatte sich schließlich neben den Dämon gesetzt und ihn von der Seite aus betrachtet. Der Anblick, den Crowley wohl geboten hatte, hatte Arziraphale scheinbar derart verunsichert, dass er das Bedürfnis hatte, ihn darauf anzusprechen. Dieser Engel hatte einfach schon immer verdammt gute Antennen für die emotionale Verfassung für die Menschen um ihn herum gehabt, und Crowley hatte, obwohl er ein ebenso übernatürliches Wesen wie er war, keine Ausnahme gebildet.

„Was beschwert dein Gemüt derart, Crawley?”, hatte der Engel leise gefragt, der Blick hatte auf dem Gesicht, welches dort, umrahmt von langen, roten Locken, neben ihm aufragte, gelegen. „Alles in Ordnung, Engel, was soll denn schon los sein?“, hatte Crowley lapidar geantwortet, aber er selbst hatte bereits beim Aussprechen der Worte die erbärmliche Lüge geschmeckt. „Wir wissen beide, dass das nicht stimmt.“, hatte der Engel geantwortet und traurig gelächelt, „Lass mich dir helfen, Crawley. Es ist diese Flut, nicht wahr? Es sind die vielen Opfer, die dich quälen.“, es war keine Frage gewesen, sondern eine schlichte Feststellung und Crowley hatte keine Möglichkeit gesehen zu widersprechen, ohne sich völlig lächerlich zu machen und so hatte er den Weg der Wahrheit gewählt.  „Natürlich ist es das, eure Chefin hat immerhin einen Massenmord initiiert. Das hätte ich meiner Seite zugetraut, aber nicht euch. Ich meine, ok, es gibt so viele Menschen auf diese Welt, die all das verdient haben, wir werden uns vor Neuankömmlingen vermutlich gerade nicht retten können. Aber was ist mit den ganzen Kindern? Es waren KINDER!“, Crowleys Stimme war immer lauter geworden und sein Gesicht war schmerzverzerrt.

Da hatte er plötzlich eine weiche Hand auf seinem Unterarm gespürt. Er hatte den Engel neben sich angesehen und er hatte das Bedauern in den blauen Augen gesehen. „Ich weiß, mein Lieber, es ist mir ein Rätsel, welcher Plan wohl dahinter steckt, aber ich bin nicht in der Position diese Fragen zu stellen.“, hatte Arziraphale geflüstert. „Aber wie erträgst du das? Wie kannst du das tolerieren?“, Crowleys Stimme war brüchig gewesen. „Es liegt wohl in meiner Natur, Crawley.“, seine Worte hatten weder ihn selbst noch Crowley damals überzeugt, aber dem Dämon war bewusst gewesen, dass er in dieser Situation keine andere Antwort würde erhalten können. Stattdessen hatte er nur geflüstert: „Ich bin nicht sicher, ob ich es ertragen kann.“

Plötzlich war Bewegung in den Engel neben ihm gekommen. „Komm bitte her.“ Diese Aufforderung hatte kein Nein zugelassen und Crowley hatte gänzlich ohne Widerwehr einfach reagiert. Zwei starke Hände hatten ihn auf einen grob gezimmerten Holzhocker manövriert. Arziraphale war hinter Crowley getreten und hatte ihn leise gebeten seine Flügel auszubreiten. Crowley hatte kurz gestutzt, denn wenn es eine Warnung für Dämonen wie Engel gab, dann die, dass es im Allgemeinen sehr unschön endete, wenn man den Rücken mit den empfindlichen Flügeln den falschen Leuten zuwendete. Doch dieser Moment hatte nur kurz gewährt und als Crowley die warme Hand erneut auf seinem Körper, genauer gesagt zwischen seinen Schulterblättern, an der Wurzel seiner Flügel, gespürt hatte, hatte er instinktiv reagiert. Er hatte seine schwarzen Flügel ausgebreitet und ausgeharrt.

Das Erste, was er dann wahrgenommen hatte, war das Rascheln seiner Federn und dann fühlte er nur noch Wärme, Geborgenheit und ein wenig Frieden. Arziraphale hatte begonnen sich durch die schwarzen Federn zu arbeiten und jede Feder langsam und sorgsam einer Pflege unterzogen. Er hatte vorsichtig kaputte Federn entfernt und die Intakten gesäubert. Immer wieder hatte er über die verspannten Muskeln gestrichen und Crowley hatte sich immer weiter entspannt. Nach einer Zeit, von der Crowley noch nicht mal ansatzweise hätte sagen können, wie lange sie angedauert hatte, hatte Arziraphale schließlich angemerkt, dass er fertig sei. Und Crowley, der in den Händen des Engels zu Wachs geworden war, hatte sich umgedreht, bis sie vis a vis gestanden hatten. Im Nachhinein hätte er nicht mehr sagen können, was ihn dazu bewogen hatte, das Folgende zu tun, aber es war passiert und er bereute nichts. Crowley hatte plötzlich die Entfernung zwischen ihnen beiden überbrückt und den Engel in eine feste Umarmung gezogen. Der Duft des Engels, der in völligem Gegensatz zu dem Geruch des Stalls stand, hatte ihn tröstend eingehüllt. Nach einem kurzen Moment der Irritation hatte Arizraphale seine Arme um den dämonischen Körper gelegt und sie hatten lange einfach so dagestanden. Crowleys Nase war in den blonden Locken vergraben gewesen, die Augen geschlossen. Irgendwann hatte Crowley den Weg in die Realität wiedergefunden und hatte sich ein wenig von dem Engel weggeschoben. „Danke, Engel. Ich weiß nicht, wann das letzte Mal jemand meine Flügel gepflegt hat. Ich würde mich freuen, den Gefallen beizeiten zu erwidern.“ Der Engel war ein wenig rot geworden und hatte gemurmelt, dass dies bestimmt irgendwann mal möglich sei. Dann war er mit einer Verabschiedung und dem Verspechen bald wiederzukommen verschwunden. Crowley war selten so sehr mit der Welt im Reinen gewesen, wie nach dieser Begegnung, das Gefühl der himmlischen Hände noch immer auf den Flügeln und den Duft des Engels noch immer in der Nase. Und er hatte daran gedacht, wie es wäre, wenn der Engel geblieben wäre…



Während Crowley so auf dem Sofa herumlümmelte, das Weinglas abwesend in einer Hand schwenkend, fiel ihm auf, dass er den Gefallen nie erwidert hatte.  Nur der Engel hatte das Prozedere bei ihm hin und wieder wiederholt, wenn die aufgewühlte Stimmung des Dämons dies verlangt hatte, aber hatte es nie für sich eingefordert. Da himmlische Wesen dachte einfach viel mehr daran, dass es seinem Umfeld gut ging, als an sich selbst. Crowley musste lächeln. Wenn der Engel zurückkäme, müsste er das Thema der Flügelpflege mal ins Spiel bringen, es wurde definitiv Zeit, dass der Engel auch in den Genuss kam. Wer könnte denn jetzt noch etwas dagegen haben, immerhin waren sie beide nicht mehr im Dienst für ihre beiden Lager.


*****


Er sah sich in seinem Wohnzimmer um. Nichts in dieser Wohnung hatte wirklich einen persönlichen Touch. Natürlich war das Interieur im Gesamten hochwertig und mit Sicherheit von irgendeinem Innenarchitekten mit tiefgründigen Gedanken ausgewählt worden, aber nichts davon hatte wirklich etwas mit ihm selbst zu tun. Die Möbel waren aus irgendeiner arschteuren Möbelausstellung gewesen. Die Dekorationsobjekte, war zwar allesamt geschmackvoll, aber emotionslos. Sollte er sich jemals gezwungen sehen, diesen Ort aufgeben zu müssen, würde er mit kaum mehr als der Kleidung an seinem irdischen Körper mitnehmen müssen. Denn an kaum einem Gegenstand hier hing sein dämonisches Herz. Eine der wenigen Ausnahmen war die Münze, die in einer kleinen Schatulle aus Glas und Messing auf einer Kommode lag. Crowley grinste bei der Erinnerung, die der Anblick der Münze in seinem Kopf manifestierte, unwillkürlich auf. Diese Münze hatte ihre Beziehung damals auf eine neue Ebene gehoben. Sie war das Zeichen ihres Arrangements geworden, seit Crowley damals im Globe mit eben dieser entschieden hatte, wer die Reise nach Edinburgh antreten würde. Und während der Engel, zwar leicht angefressen von der verlorenen Wette, den Weg nach Schottland auf sich genommen hatte, hatte Crowley mit Hilfe eines kleinen dämonischen Wunders dafür gesorgt, dass diese unsagbare Stück Shakespeares, welches Arziraphale aus völlig unerklärlichen Gründen so schätzte, ein Erfolg wurde. Auch, wenn Crowley die lustigen Stücke des Dramatikers wesentlich mehr mochte, kam er nicht umhin dem Engel diesen Wunsch zu erfüllen und wurde mit der Dankbarkeit des himmlischen Wesens bei dessen Rückkehr belohnt.

Gemeinsam hatten sie sich die offizielle Premiere angesehen, hatten auf einem der Balkone gestanden und das Spektakel unter ihnen verfolgt. Beide hatten einen Becher recht faden Weins in den Händen gehalten und Arziraphale hatte nicht wiederstehen können, bei den umhergehenden Verkäufern die ein oder andere Leckerei zu erwerben, um diese, begleitet von den heimlichen Blicken Crowleys, zu genießen. Wie zuvor vom Meister bei einer der Proben persönlich gewünscht, war Arziraphale völlig im Stück angekommen, und rief ermunternde oder auch warnende Anmerkungen gen Bühne, jedes Mal gefolgt von einem rückversichernden Blick in Richtung des Dämons, das Lächeln offen und gewinnend. Crowley war einmal mehr dankbar für die dunkle Brille, die er eigentlich nur zum Schutz vor ungebetenen Blicken der Menschen trug, die ihm nun aber die Möglichkeit beschert hatten, den Engel aus seinen Gedanken aussperren zu können. Hätte dieser seinen Blick deuten können, wären unangenehme Fragen wohl kaum zu vermeiden gewesen.

Plötzlich war Unruhe in den Balkon gekommen, auf dem sie gestanden hatten. Und bevor einer der Beiden es hätte verändern können, war Arziraphale von einem bulligen Mann, der sich sehr vehement an ihm vorbei schob, angerempelt worden. Er hatte zu taumeln begonnen, das Glas Wein war aus der Hand gerutscht und auf dem Holzboden zerborsten. Instinktiv hatte Crowley seine Arme ausgebreitet und den Engel neben sich aufgefangen, bevor er dieser dem Vorbild des fallenden Glases hätte folgen können. Es hatte einiges an Kraft seines irdischen Körpers benötigt, um den wankenden Engel aufzuhalten, aber der hatte ihn fest in seine Arme geschlossen und somit den Fall verhindert. Umgeben von vielen anderen Besuchern des Globe hatte Crowley dort gestanden, mit dem Engel in seinen Armen, der ihn aus großen, blauen Augen von unten angesehen hatte. Bei dem Versuch sich selbst abzufangen, hatte Arziraphale aus Versehen, die Brille von Crowleys Nase gefegt und so war der Blick in die Augen des Dämons nicht versperrt und neben der Überraschung ob der rasanten Entwicklung stand noch etwas völlig anderes darin. Der Moment war zu spontan gekommen, als dass Crowley sich hätte sammeln können und so stand er da, die Arme um den Engel geschlungen, die Hände des Anderen an seiner Brust spürend und einen Blick, der so ziemlich alles offen legte, was er sonst so sorgsam versteckte. Ein Blinder hätte die Liebe, das Verlangen, die Unsicherheit darin gesehen, was war nun wohl in dem Engel vorgegangen, als er all das in den goldenen Schlangenaugen erblicken konnte. Gefühlt eine Ewigkeit bewegte sich keiner der Beiden dort mitten zwischen den anderen Gästen des Theaters, die geschrien, gelacht, geklatscht hatten.

Und auch wenn die Welt für einen Moment still zu stehen schien, so war das verräterische Hirn des Dämons weitergelaufen. Es hatte die Gedanken gebildet, wie es wäre, wenn der Dämon nun den winzigen Abstand, der noch zwischen den beiden ungleichen Körpern bestanden hatte, überbrücken würde. Wie sich die Lippen des Engels, leicht gerötet vom Wein, wohl auf den eigenen anfühlen würden. Ob er alles, was der Engel mit so viel Genuss gegessen hatte, in einem Kuss erschmecken könnte. Und viel wichtiger, wie köstlich der Engel selbst wohl schmecken würde, wenn doch bereits der Duft, der ihm anhaftete, den Dämon schier in den Wahnsinn treiben konnte. Langsam würde er die Lippen des Blonden erobern. Vorsichtig würde er von ihnen kosten und schauen, wie der Engel reagierte. Es wären nur ein paar Zentimeter, die er seinen Kopf nach vorne bewegen müsste. So nah… so verlockend…

In dem Moment hatte seine Vernunft kurz die Oberhand gewonnen und den Kopf, der schon im Begriff gewesen war, die Distanz zu überbrücken, eben davon abgehalten. Falscher Ort, falsche Zeit, hatte Crowley versucht sich einzureden. Und gleich hinterher geschoben, dass der richtige Ort und die richtige Zeit wohl nie kommen würde. Nicht, wenn man nicht vergessen könne, wer sie waren. Und so hatte er sich ein letztes Mal versichert, dass der Engel wieder sicher stand, um dann wieder den gebührenden Sicherheitsabstand einzunehmen. Das Herz in seiner Brust verengte sich, bei dem Gedanken daran, dass es vermutlich sehr lange nicht mehr dazu kommen würde, die Wärme des Engels so nah am eigenen Körper zu spüren.



Ein Gefühl, welches auch fast 500 Jahre später noch immer sehr präsent war, wann immer Crowley in der Nähe Arziraphales war. Und auch jetzt spürte er das enge Gefühl in seiner Brust, welches sich auch mit einer weiteren größeren Menge Alkohols nicht hätte besänftigen lassen. Es war wahrhaftig zum Verzweifeln. Wozu war man ein Spross der Hölle, ein Verführer, dem die größten Geister der Geschichte der Menschheit nicht hatten widerstehen können, wenn er es denn darauf angelegt hatte?!? Und das einzige Wesen, dessen Nähe ihm etwas bedeutete, sehr viel mehr sogar, schalt die innere Stimme des Dämons, ließ sich nur sehr begrenzt darauf ein. Und Crowley selbst brachte es nicht übers Herz seine Fähigkeiten ernsthaft bei Arziraphale anzuwenden. Nein, das wäre falsch! Er wollte, dass der Engel aus freien Stücken die Grenze selbst einreißen würde oder es den Dämon tun ließe, nicht verführt von ihm und nach dem Moment der Magie alles Gewesene bereuend. Auf keinen Fall wollte er einen solchen Ausdruck in den blauen Augen des Engels erkennen müssen, dann verzichtete er lieber auf das, was sein ganzes Wesen erhoffte.

Auch wenn er wusste, dass es nichts bringen würde, floss ein weiteres Glas Rotwein die dämonische Kehle hinab, im halbherzigen Versuch doch etwas Betäubung zu erreichen. Ein wütendes Knurren entkam ihm, welches die Pflanzen im Nebenraum zum Schlottern brachte.


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