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09. Oktober: Dunkelheit [by Sira-la]

OneshotSchmerz/Trost / P16
Det. Nick Burkhardt Eddie Monroe
09.10.2020
09.10.2020
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09.10.2020 1.319
 
Tag der Veröffentlichung: 9.10.
Zitat: „Zorn. Furcht. Aggressivität. Die dunklen Seiten der Macht sind sie. Besitz ergreifen sie leicht von dir.“ (Star Wars)
Titel der Geschichte: Dunkelheit
Autor: Sira-la
Hauptcharaktere: Nick, Monroe
Nebencharaktere: Juliette, Adalind, Rosalee, Bud
Pairings: Nick/Juliette
Kommentar des Autors:
Dieses Zitat passt so gut zu der Serie „Grimm“, dass es kaum zu glauben ist.
Noch weniger zu glauben ist, wie viel Ärger mir dieser OneShot gemacht hat, er wollte nämlich erst heute Vormittag fertig werden XD
Ich hoffe, er gefällt euch, und wünsche viel … äh … Spaß beim Lesen
Sira

Dunkelheit
Nick tigerte unruhig in dem sterilen Gang auf und ab. Er hasste Krankenhäuser. Hatte er schon immer und seit Tante Maries Tod war es noch schlimmer geworden. Immer wieder warf er einen Blick durch die Scheibe, auf Juliettes schmale Gestalt in dem weißen Krankenbett. Sie sah so blass aus. So zerbrechlich.
Nick ballte die Hand zur Faust. Gerade so konnte er sich davon abhalten auf die Wände einzuschlagen. Es war seine Schuld, da gab es für ihn keinen Zweifel. Es war seine Schuld, dass Juliette jetzt im Koma lag. Tante Marie hatte ihn gewarnt. Er hätte sich von Juliette trennen sollen, in dem Moment, in dem das Erbe in ihm erwacht war. Es war seine Schuld, dass dieser Siegbarst das halbe Wohnzimmer zerlegt hatte. Es war seine Schuld, dass Juliette verletzt worden war. Es war seine Schuld, dass Adalind sie angegriffen hatte! Ein Blitz kalter Wut durchzuckte ihn und er schlug seine Faust mit voller Wucht gegen den Türrahmen zu Juliettes Zimmer. Die Haut über seinen Knöcheln platzte auf, doch er spürte den Schmerz kaum und das Blut, das ihm über die Finger lief, störte ihn noch viel weniger.
Nick warf noch einen Blick auf Juliette, dann verließ er das Krankenhaus. Ein Krankenpfleger kam ihm entgegen. Als er das Blut auf Nicks Hand entdeckte, wurde sein Gesicht für einen Moment von Fell überzogen. Nick knurrte und stieß den Pfleger zur Seite. Den Schmerzensschrei, als dieser gegen die Wand prallte, nahm er kaum wahr. Nick hatte nur noch ein Ziel: Er würde Adalind finden und dann würde er sie töten.

***

„Monroe, du musst ins ‚Weintraum‘ kommen!“
„Was ist denn los, Bud?“
„Der Grimm … also Nick, der … also er …“
„Bud?!“
„Er greift alle an! Monroe, du musst sofort ins ‚Weintraum‘ kommen!“

***

Das kleine, gelbe Auto blieb mit quietschenden Reifen stehen. Monroe sprang aus dem Wagen und sah sich nervös um. Der Geruch von Blut lag in der Luft. Monroe folgte der Spur bis zu einer Wesenbar ganz in der Nähe des Krankenhauses. Vorsichtig stieß er die Türe des Weintraum auf. Der Blutgeruch wurde stärker.
„Monroe?“ Bud stürzte auf ihn zu, einen Arm in Schonhaltung vor seinem Körper. „Gut, dass du da bist. Wir wissen nicht …“
„Wo ist Nick?“ Monroe sah sich mit rot leuchtenden Augen um. „Leben alle noch?“
Bud nickte hastig. „Wir konnten ihn überwältigen, bevor … und das Krankenhaus ist nicht weit.“ Er deutete in Richtung Hinterzimmer, in dem normalerweise Pokerturniere abgehalten wurden. „Er ist da drin.“
Monroe nickte und ging vorsichtig zu der Tür hinüber. Immer wieder musste er umgekippten Möbelstücken ausweichen. Was immer der Auslöser gewesen war – und Monroe hatte da eine ganz gute Vorstellung – Nick hatte ordentlich gewütet. Hinter der Tür war es dunkel und still und auch, als Monroe sie vorsichtig aufschob, konnte er kaum etwas hören. „Nick?“
Er hörte ein leises Keuchen, das ein Mensch wohl nicht wahrgenommen hätte. Monroe dagegen gab es gerade genug Vorwarnung, um Nicks Faust abzufangen, die auf sein Gesicht zuraste. Er knurrte, ließ seine wahre Gestalt an die Oberfläche und schubste Nick von sich weg.
Der Grimm stieß mit dem Rücken gegen die Wand. Das Licht flammte auf und blendete beide für einen Moment. Jetzt konnte Monroe Nicks wutverzerrtes Gesicht sehen und die pechschwarzen Augen, die alle Wesen das Fürchten lehrten. Blut klebte an Nicks Wange, seinen Fäusten und seine Kleidung schien beinahe darin getränkt zu sein. Wenn Bud ihn nicht schon beruhigt hätte, Monroe wäre sich sicher, dass Nick eine grimmtypische Mordserie begangen hatte.
„Nick?“, versuchte er es noch einmal, provozierte dadurch aber nur einen weiteren Angriff.
Nick stürmte auf ihn zu und Monroe schaffte es erst im letzten Moment auszuweichen. Nick stieß gegen den Pokertisch, gab ein frustriertes Geräusch von sich, das Monroe am ehesten als Knurren bezeichnet hätte, und wandte sich sofort wieder Monroe zu.
Monroe knurrte jetzt ebenfalls. „Nick, verdammt, beruhige dich!“
Der Grimm ignorierte seine Worte. Monroe war nicht wirklich überrascht, wenn er ehrlich mit sich war. Er seufzte leise. Er wollte Nick nicht verletzen, aber der ließ ihm nicht wirklich eine Wahl.
Dem nächsten Angriff wich er nicht aus. Er packte Nick, sobald er ihn erreichen konnte, an den Schultern, zog ihn mit dem Rücken zu sich an seinen Körper und nahm Nick dann in den Würgegriff. Er hasste das, aber er sah gerade wirklich keine andere Wahl. Wenn er doch nur davor bei Rosalee vorbeigefahren wäre, dann hätte er ein Betäubungsmittel mitnehmen können …
Es dauerte unerträglich lange, bis Nicks Körper endlich in sich zusammensackte. Monroe ließ ihn erleichtert vorsichtig zu Boden sinken und prüfte Nicks Puls. „Gut … Und was jetzt?“

***

Nick hatte das Gefühl, als würde er aus einem tiefen Schlaf erwachen. Verwirrt blinzelnd sah er sich um und erkannte das Hinterzimmer von Rosalees Laden. Wieso war er hier?
Er wollte aufstehen, um nach Rosalee zu suchen, bemerkte aber entsetzt, dass er an den Stuhl gefesselt war. Noch entsetzter stellte er fest, dass seine Arme voller getrocknetem Blut waren. Er konnte aber keine Verletzungen spüren. „Rosalee?“ Seine Stimme klang rau. „Monroe?“
„Oh gut, du bist wach.“ Monroe kam in das Zimmer, ein Glas Wasser in der Hand. „Wie fühlst du dich?“
Nick sah das Glas an. „Durstig.“ Er versuchte, zu lächeln, aber er hatte das Gefühl, dass ihm das gehörig misslang. „Was ist passiert?“
Monroe sah ihn merkwürdig an, hielt ihm allerdings das Glas an die Lippen und ließ Nick ein paar Schlucke trinken, bevor er antwortete. „Woran erinnerst du dich?“
Nick überlegte. „Ich war im Krankenhaus. Und dann …“ Er zögerte. „Ich war so wütend. Ich weiß nicht, was danach passiert ist.“ Nervös sah er Monroe an. „Woher kommt das Blut?“
Monroe seufzte und zog sich einen Stuhl heran, auf den er sich schwer sinken ließ. „Weißt du, Nick … Du bist ein Grimm. Zorn, Aggressivität, all die dunklen Gefühle ergreifen sehr leicht von dir Besitz. Nicht umsonst sehen wir die Grimms als Killermaschinen an.“
„Hab ich …“ Nick konnte den Satz nicht beenden.
Hastig schüttelte Monroe den Kopf. „Nein, nein, keine Sorge. Sie konnten dich einsperren, bevor Schlimmeres passiert ist.“
Nick atmete erleichtert auf. „Aber ich habe jemanden verletzt.“
Monroe seufzte und sah ihn traurig an. „Einige. Bud hat mich angerufen. Niemand wird bleibende Schäden davontragen, nur dein Image als guter Grimm hat gehörig gelitten.“
Nick ließ den Kopf hängen. Aber er war auch froh über diese Nachricht. „Ich verstehe nicht, was passiert ist“, murmelte er.
Monroe legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ich nehme an, du warst wütend auf Adalind.“
Nick zuckte bei dem Namen zusammen und ballte seine Hände zu Fäusten. Hastig entspannte er sie wieder, als er merkte, was er da tat.
Monroe seufzte erneut. „Wenn ein Grimm wütend auf ein Wesen ist, dann kann es durchaus passieren, dass er in Rage gerät. Aber ...“, er lächelte Nick aufmunternd an, „… Rosalee und ich arbeiten daran den Gegenzauber zu finden. Juliette wird es wieder gutgehen, Nick. Und bis dahin stellt Rosalee dir einen Beruhigungstee zusammen, damit so etwas nicht nochmal passiert.“
Nick lächelte ihn dankbar an. „Ich bin froh, Freunde wie euch zu haben. Freunde, die die Dunkelheit vertreiben können.“
Monroe lächelte ebenfalls und band Nick los. „Dafür sind Freunde da.“





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine interessante Geschichte. Das Fandom kenne ich aber mal wieder nicht. Das Zitat hat hier sehr gut gepasst.

Eure lula-chan
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