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/Reasons/

OneshotAngst / P12 / Gen
Benjamin "Benji" Dunn Solomon Lane
08.10.2020
08.10.2020
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1.527
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Reasons

|Disclaimer: Die Filmreihe „Mission Impossible“ und ihre Charaktere gehören nicht mir. Sie gehören ihren rechtmäßigen Erfindern und ich leihe sie mir nur aus.

A/N: Also... eine kleine Szene zu „Rogue Nation“, die während der Zeit spielt, als Ethan und Co Lanes Forderungen umsetzen. Was, wenn Lane versucht Benji von seiner Sicht der Dinge zu überzeugen?
SPOILERS für "Rogue Nation" und "Ghost Protocol".|

/Reasons/

Benji schluckte schwer als Solomon Lane den Raum, in dem er nun seit ungefähr drei Stunden festgehalten wurde, erneut betrat, um zu überprüfen wie seine Leute ihren Job erfüllt hatten.

Langsam bewegte der Mann sich auf ihn zu, warf einen Blick auf das Ohrstück und die Kontaktlinse, welche Benjis Sicht übertragen sollte und natürlich auf das Meisterstück seines Plans.

Auch Benjis Augen glitten auf den Timer und die vielen Kabel, die an der Weste hingen, welche sich eng um ihn schloss.

Er wusste, was Lane mit ihm vorhatte. Und der Blick in den Augen des Mannes sagte ihm, dass dieser keine Hemmungen haben würde das Gerät, welches er als Waffe auserkoren hatte, zu zünden.

Dieser Ausdruck von Kälte und Gefühlslosigkeit... er machte Benji Angst.

Dieser Mann vor ihm war ein skrupelloser Terrorist, der so viele Menschen geopfert hatte, um seine Ziele zu verfolgen.
Er hatte so viele Leben auf dem Gewissen...
Nein... das stimmte so nicht.
Solomon Lane hatte kein Gewissen! Davon war Benji überzeugt.

Umso mehr verwunderte es ihn als der andere Mann ein Glas Wasser ergriff, welches auf der Küchenzeile stand und es an Benjis Lippen hielt mit den bloßen Worten:
„Sie müssen durstig sein nach so langer Zeit.“

Benji schaute in Lanes Gesicht, versuchte zu lesen, was der Mann damit bezwecken wollte. Aber er entdeckte nichts.
Sein Hals fühlte sich unglaublich trocken an und er hätte vermutlich eine ganze Flasche Wasser trinken können, aber er würde nicht einfach etwas zu sich nehmen, was ein Mensch wie Lane ihm anbot.

Dieser lachte nur, als er das Zögern des Agenten bemerkte.

„Was ist, Mr. Dunn? Denken Sie, dass ich Sie vergiften werde?“, fragte er, während er sich hinabbeugte und sich Benjis Gesicht mit dem seinen näherte, wie bei ihrem ersten Treffen.

Benji versuchte einfach Augenkontakt zu halten. Bloß nicht wegschauen und Schwäche zeigen! Das hatte er bereits in seiner Ausbildung gelernt.
Aber es fiel ihm mit jeder Sekunde schwerer.

Lanes Augen wanderten zu dem Glas und er führte es langsam an seinen eigenen Mund, trank einen sichtbaren Schluck. Dann legte er die andere Seite des Glases wieder ohne große Worte an Benjis Lippen und diesmal konnte der Agent nicht anders. Er nahm hastig drei große Schlücke, bevor er sich in seinem Stuhl zurücklehnte, um die Distanz zwischen ihm und seinem Feind wieder zu vergrößern.

Lane hingegen richtete sich ebenfalls wieder auf und stellte das Glas zurück auf die Küchenzeile. Dann deutete er mit einem Nicken in Richtung Tür. Für seine Männer schien es ein klares Zeichen zu gehen und Benji schaute unruhig dabei zu wie Lanes Verbündete das Zimmer verließen. Es war als würde Lanes einschüchternde Präsenz sich noch einmal mehr verstärken. Einen Moment schwiegen beide Männer. Dann...

„Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie ein kluger Mann sind, Mr. Dunn?“

Diese Stimme. Sie füllte die Stille auf eine unheimliche Art und Weise, die Benji mit Sicherheit bis in seine schlimmsten Träume verfolgen würde. Wenn er denn jemals noch einen Traum erleben würde...

„Dann verstehe ich nicht, wieso gerade Sie nicht einmal hinterfragt haben für wen Sie arbeiten oder was Sie tun?“

Irritiert kniff Benji die Augen zusammen. Da irrte Lane sich gewaltig. Er wusste genau für wen er arbeitete und warum. Er half seinem Land! Er rettete die Welt! Er... unterstützte Ethan in dessen Kampf gegen das Böse. Im Kampf gegen Menschen wie Lane.

„Ich... arbeite für das Wohl der Menschheit.“

Seine Stimme klang noch immer heiser und die Worte waren nicht mehr als ein geflüstertes Stottern, aber Lane schien sie klar und deutlich gehört zu haben, denn er lachte bitter auf.

„Das Wohl der Menscheit... ich bitte Sie. Denken Sie wirklich, dass die Höchsten dieser Weltordnung das Wohl der Menschheit im Blick haben? Nein... es geht nur um den eigenen Profit.“

Benji wusste nicht was er erwidern sollte. Sollte er etwas gegen Lanes Worte sagen, wenn dieser doch sein Leben in den Händen hielt?
Andererseits... solange Lane etwas von Ethan wollte, würde er Benji nicht töten. Er war ein wichtiges Druckmittel in diesem Deal.

„Und Ihnen nicht?“, fragte er also und Lane drehte sich zu ihm, schritt wieder auf ihn zu.

„Ich will diese Welt verändern. Ich will, dass die Menschheit sieht, dass sie ihr Vertrauen in eine Regierung setzt, die sich nicht im Geringsten um sie kümmert. Ich bringe Zerstörung, damit daraus Frieden entstehen kann.“

Benji schluckte. Was musste passiert sein, dass dieser Mann vor ihm auf solche Gedanken gekommen war? Wieso glaubte er an sowas? Er hatten den Glauben an diese Welt verloren... wenn er ihn jemals besessen hatte.

„Zerstörung und Trauer... können niemals Frieden bringen.“

Lane seufzte beinahe, während er seine Brille abnahm und sich die Augen rieb.

„Sagen Sie, Mr. Dunn, haben Sie schonmal jemanden getötet?“

Das Bild eines Mannes, der versuchte Brandt zu erwürgen,  blitzte vor Benjis Auge auf. Er spürte wie er den Abzug seiner Waffe betätigte und den Mann mit einem Schuss außer Gefecht setzte.

„Ja.“

„Wieso haben Sie es getan?“

Benjis Mund wurde wieder trocken. Er wusste, worauf Lane hinauswollte, aber... das war nicht das gleiche!
Trotzdem gab er seine ehrliche Antwort.

„Ich... habe so einem Freund das Leben gerettet“, erklärte er und Lane nickte.

„Um Ihrem Freund und sich selbst Frieden zu bringen, haben Sie das Leben eines anderen Menschen zerstört. Und Sie versuchen mir weis zu machen, dass diese Tat in Ordnung war, aber meine Taten nicht?“

Lane kam noch näher und wieder schaute er Benji in die Augen, schien in seine Seele zu blicken.
Diese verdammten Augen!

„Tief in Ihrem Inneren wissen Sie genauso gut wie ich, dass ich recht habe. Aber ich verstehe schon... Ihre Loyalität zu Ethan Hunt wird Sie das nicht zugeben lassen.“

Benjis Hände ballten sich zu Fäusten als er das hörte. Einfach jeder, sei es Hunley oder Lane, schien zu glauben, dass er das alles nur für Ethan tat. Sie schienen daran zu zweifeln, dass Benji die Entscheidungen für sich selbst treffen konnte.

„Das hat nichts mit Ethan zu tun.“

Plötzlich fiel es ihm gar nicht mehr so schwer Lanes Blick zu erwidern. Das Gefühl von Wut gab ihm etwas Kraft um sich zu widersetzen.

„Ach nein? Wollen Sie mir sagen, dass sie ohne Mr. Hunt einen Menschen getötet hätten? Dass Sie ohne ihn das Leben von Menschen zerstört hätten, um für Frieden zu sorgen?“

Lane schüttelte mit dem Kopf.

„Nein, Mr. Dunn. Ohne Ethan Hunt säßen Sie noch immer in einem kleinen Büro und würden Festplatten wiederherstellen. Und vielleicht, ganz vielleicht, hätten auch Sie irgendwann hinterfragt was Sie tun.“

Benji schüttelte leicht mit dem Kopf. Auch in seiner Zeit als Techniker hatte er Aufgaben erfüllt, die mit Sicherheit Menschen geschadet hatten. Aber... diese Menschen hatten versucht die Welt zu bedrohen und zu zerstören. Mit seinen Taten versuchte er Böses zu besiegen und nicht es auszulösen. Er handelte, um Katastrophen zu vermeiden und Leben zu retten.

„Was ich tue, ist allein meine Entscheidung. Das hat nichts mit Ethan zu tun, sondern mit meinem Glauben, dass ich die Welt als IMF-Agent vor Menschen rette, die sie vernichten wollen.“

Der Blick, den er Lane dabei zuwarf, übermittelte deutlich von wem er dabei redete.

„Halten Sie diese Welt, die Sie so unbedingt retten wollen, wirklich für einen Ort, der es wert ist? Eine Welt, in der es nur um Macht und Geld und Konsum geht?“

„Sie haben Unrecht. In meiner Zeit als Agent habe ich eine Welt kennengelernt, in der es um Menschen geht! Unsere Mission hatte stets das Ziel Leben zu retten, egal ob arm oder reich, egal ob Mann oder Frau. Dafür sind wir geschaffen worden... um Leben zu schützen! Auch wenn... das bedeutet, dass man manchmal Menschen verletzen muss, um sich und andere zu retten. Niemals würde ich jemandem schaden, weil ich es will!“

Lane hörte ihm die ganze Zeit über zu, sagte nicht ein Wort oder zeigte eine Reaktion in seinem Gesicht.

„Schade, Mr. Dunn. Ich dachte wirklich, dass Sie es verstehen würden. Dass Sie verstehen würden, dass die Welt, in der wir leben, kein Platz für Menschen ist.“

Benji schluckte erneut. Er wusste, dass er jegliche Sicherheit durch seine Worte verspielt hatte, aber wenn Lane auch nur für einen Moment glaubte, dass Benji ihn jemals verstehen würde, dann war er anscheinend nicht so klug, wie alle dachten.

„Ich werde niemals verstehen, wie ein Mensch so viele Leben auslöschen kann, nur um sein eigenes Weltbild durchzusetzen.“

Lane lächelte nur stumm, während er sich aufrichtete und zur Tür ging.

„Wirklich schade.“

Benji warf einen Blick auf die Uhr. Noch eine Stunde bis Mitternacht.
Er könnte Lane zurückrufen, so tun, als ob er sich doch anders entschieden hatte. Aber... so sehr er sein Leben auch liebte... Er würde dafür nicht lügen. Denn so ein Mensch war er nicht... und er würde es auch nie sein.
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