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Eltern wider Willen

von MsMaggie
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Het
Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Hermine Granger Minerva McGonagall
07.10.2020
14.04.2021
47
120.356
65
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Dieses Kapitel
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07.04.2021 5.390
 
Es hat so lange gedauert, bis ich diesen Song unterbringen konnte, aber es musste einfach sein für Draco und Hermine: KT Tunstalls "Suddenly I See" :)
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38.     Kapitel – Suddenly I See


„Ich bin´s, Draco. Kann ich bei dir schlafen? Ron schläft schon und Harry hat sich zu Ginny geschlichen. Ich kriege kein Auge zu, wenn die beiden die ganze Nacht neben mir knutschen.“

„Komm rein“, antwortete Draco und grinste sie wölfisch an. Seine Stimme klang tief in der nächtlichen Stille um sie herum.
Kurz flammte ein Zweifel in Hermine auf, ob es eine gute Idee gewesen war, hierher zu kommen, doch er ertrank sogleich in dem guten, kribbelnden Gefühl in ihrem Bauch, das mit jedem Schritt auf das Zelt zu stärker geworden war. Sie schlug die Zeltplane zur Seite und zog den Kopf ein, um durch die niedrige Öffnung zu tauchen.
Ihr tragbares Feuer, das sie heraufbeschworen hatte, um sich auf dem Weg die steile Treppe hinunter und über den dunklen Hof nicht einen Knöchel zu verstauchen, erleuchtete den kleinen Raum. Er sah dem Rundzelt ihrer Eltern, in dem sie früher Campingurlaub gemacht hatten, für ein magisches Zelt erstaunlich ähnlich. Neben dem Feldbett, auf dem Draco saß, rücklings auf die Arme gestützt und von der Taille abwärts in einen Schlafsack gehüllt, stand noch ein zweites Bett.
Sie stieg darauf, zwängte sich wenig elegant in den bereitliegenden Schlafsack und löschte ihr Feuer. Dann lag sie da, ein wenig steif auf dem Rücken, die Hände über dem Bauch gefaltet, mit geschlossenen Augen und wachen Gedanken, und lauschte auf ihren eigenen Atem und den von Draco neben sich.
„Möchtest du schon schlafen?“, fragte seine Stimme leise in der Dunkelheit.

Erleichtert schlug Hermine die Augen wieder auf. „Nein. Vorhin war ich wirklich müde, aber die frische Luft hat mich wieder hellwach gemacht.“
Sie quietschte erschrocken, als ihr Bett sich ruckartig bewegte. Draco musste es zu seinem herangezogen haben. Sie konnte an seinem Atem hören, dass der lächelte, und fragte sich unwillkürlich, wann das passiert war; wann sie und Draco Malfoy einander so vertraut geworden waren, dass sie auch in schwärzester Dunkelheit wusste, dass er lächelte.
Im nächsten Moment spürte sie, wie seine Arme sich um sie legten. Sie hielt die Luft an, als er sie fest an sich drückte und das Gesicht in ihrer Halsbeuge barg. Sein Atem strich heiß über ihre frühlingsnachtkühle Haut und jagte einen wohligen Schauer ihren Nacken hinunter. Seine Lippen küssten ihren Hals so federleicht, dass Hermine sich nicht sicher war, ob es tatsächlich geschah oder sie es sich nur einbildete.
Sie holte tief Luft, als ihr der Sauerstoff ausging, und Dracos Lippen auf ihrer Haut verzogen sich zu einem zufriedenen Grinsen.
„Soll ich aufhören?“, raunte er in ihr Ohr und die warme Berührung seines Mundes an ihrem Ohrläppchen sandte einen weiteren heißen Schauder durch ihren Körper.

Ja, hallte es durch ihren Kopf wie durch eine große leere Halle, ohne irgendwo Anklang zu finden. Nein!, hielt ihr Herz entschieden dagegen und begann allein bei der Vorstellung, dass er sie losließ, panisch zu hämmern.
Ihre Lippen bewegten sich und sie hörte sich sagen: „Hat es dir gefallen?“
Draco zögerte. „Heute meinst du?“, fragte er verständnislos nach.
„Mh-hm“, machte sie bestätigend. Sie brachte es nicht fertig, durchdachte Worte zu formen, solange er sie so hielt. Ihr Körper stand in Flammen. Es erforderte ihre gesamte Aufmerksamkeit, sich auf seine Worte zu konzentrieren, anstatt sich einfach dem Gefühl seiner Hände auf ihrem Körper hinzugeben. Sie spürte jede seiner Fingerspitzen nur allzu bewusst auf der Haut.
„Ja“, sagte Draco zögerlich: „Es war ... anstrengend, aber schön. Die Weasleys sind ... nett. Einige zumindest. Netter, als ich es erwartet und verdient habe.“
Hermine lächelte matt. Sie hielt sich an seinen Worten fest wie an einer Rettungsleine; dem einzigen, das sie davor bewahrte, in eine haltlose Tiefe gesogen zu werden, in die ihr Verstand nicht mehr vordrang, die nur von ihrem brennenden Verlangen regiert wurde, das sich nicht um ihren Stolz, ihre Freunde in nur zehn, fünfzehn Metern Entfernung hinter der dünnen Zeltplane und die Frage scherte, wie sie Draco morgen noch in die Augen schauen sollte.

„Du hast dich gut geschlagen“, brachte sie mit großer Mühe hervor. „Du bist toll. D-du warst toll, meine ich.“
Erneut hörte sie auf diese absurde Weise, wie Draco lächelte. Er drückte ihr einen Kuss hinters Ohr und stupste sie dabei leicht mit der Nase an.
„Du bist auch toll, Hermine“, sagte er hörbar lächelnd und ernst zugleich.
„Die Weasleys sind wie eine zweite Familie für mich“, sagte Hermine. Plötzlich hatte sie die Fähigkeit zu sprechen zurückerlangt und sie beeilte sich mit ihren Worten, bevor sie ihr wieder abhanden kam. „Als ich klein war, habe ich mir immer einen Bruder oder eine Schwester gewünscht. Jetzt habe ich sieben – acht mit Harry – mit allem, was dazu gehört: dass sie manchmal Idioten sind und nerven, sich in meine Angelegenheiten einmischen und wir streiten, dass ich um Fred trauere... Aber auch mit all dem Guten: Ich weiß – obwohl ich vor heute trotzdem ziemliche Bauchschmerzen hatte – dass ich mich immer auf sie und ihre Unterstützung verlassen kann, wenn es darauf ankommt. Ich habe immer jemanden, mit dem ich reden kann, sogar eine ganze Auswahl. Mit Percy kann ich über die Schule reden, mit Ginny über Männer, Charlie verurteilt einen nicht, egal, was man verbockt hat, George bringt mich immer zum Lachen und Harry kennt mich manchmal besser als ich mich selbst.“

Sie verstummte. Herrgott Hermine, warum erzählst du ihm das alles?, schalt sie sich: Du bist endlich wieder allein mit ihm, liegst in seinen Armen und anstatt etwas daraus zu machen, hörst du nicht auf zu plappern?!
Seufzend rollte Draco sich auf den Rücken. Das Feldbett knarrte unter ihm, als er sich bequemer hinlegte, aber er zog den Arm nicht unter ihrem Kopf hervor, obwohl sich der Aluminiumrahmen zwischen ihren Betten in seine Schulter bohren musste.
„Ich wollte immer einen Bruder“, sagte er nach einem kurzen Schweigen.
Hermine spähte in der Finsternis zu seinem Gesicht hinauf, aber sie erkannte nur seine schemenhaften Umrisse, nicht einmal, ob er die Augen offen oder geschlossen hatte. Während er weitersprach, richtete sie ihren Zauberstab auf das Zeltdach über sich. Das Grün des Kunststoffs verblasste und wurde immer durchsichtiger, bis sie freien Blick auf den Nachthimmel über ihnen hatte. Unzählige Sterne funkelten auf dem wolkenlosen Schwarz des Firmaments und erfüllten das Zelt mit ihrem schwachen Licht.
„Mutter hat mir einmal erzählt, dass Vater und sie versucht haben, noch ein weiteres Kind zu bekommen, als der dunkle Lord das erste Mal gefallen ist. Danach gab es dann erst einmal Wichtigeres. Mein Vater musste sich von dem Verdacht befreien, ein Todesser zu sein. Sie mussten dafür sorgen, dass unsere Familie ihr Ansehen und ihren Stand in der Gesellschaft nicht vollends verlor. Sie hatten viele nützliche Beziehungen, aber die ersten Jahre lebten sie in der ständigen Angst, jemand könne reden, Beweise vorbringen oder die öffentliche Meinung gegen sie aufbringen, sodass Vater doch noch in Askaban landete.

Sie schirmten mich vor den Leuten ab, die meinen Vater beschuldigt hatten – und vorsichtshalber vor so ziemlich allem, außer ein paar wenigen reinblütigen Familien, denen sie vertrauten. Ich kenne Crabbe, Goyle und Pansy im wahrsten Sinne des Wortes seit ich denken kann, aber nun ja... Wir waren nie so auf einer Wellenlänge, wie ich dachte, dass ein Bruder es sein würde, nicht einmal als Kinder. Aber es ist nie dazu gekommen. Meine Mutter war noch zweimal schwanger, aber sie hat die Kinder beide Male früh verloren.
Ich erinnere mich daran, dass sie wochenlang kaum ihr Schlafzimmer verlassen hat. Die Hauselfen haben ihr das Essen ans Bett gebracht und die Tabletts meistens unangetastet wieder abgeholt. Sie war extrem wankelmütig. Manchmal wollte sie mich tagelang nicht sehen, als ertrüge sie es nicht, mich anzusehen und an das Kind erinnert zu werden, das nie mein Alter erreichen würde. Und dann wieder ließ sie mich keine Sekunde aus den Augen und hat mich auf Schritt und Tritt verfolgt, wie um keinen Augenblick meines Lebens zu verpassen.
Als es ihr nach dem zweiten Mal endlich besser ging, haben sie es aufgegeben. Vielleicht ging es körperlich nicht mehr, vielleicht wollten sie auch einfach nicht noch einmal das Risiko eingehen, ein Baby zu verlieren. Jedenfalls war es von da an kein Thema mehr und mein Vater ist jedes Mal furchtbar wütend geworden und hat mich sofort auf mein Zimmer geschickt, wenn ich von dem Bruder angefangen habe, den ich wollte, oder auch nur den Geschwistern meiner Freunde.“

Hermine schwieg einen Moment, um das Gehörte zu verdauen. Das erklärt, warum seine Mutter ihn immer so begluckt und verhätschelt hat, überlegte sie.
„Wie alt warst du da?“, fragte sie.
Ihr Kopf wippte auf Dracos Arm, als er die Schultern zuckte. „Vier oder fünf beim ersten Mal? Etwa sieben beim zweiten … jedenfalls alt genug für Unterricht. Meine Mutter hat meinen ersten Hauslehrer gefeuert, weil er sich weigerte, sie beim ganzen Unterricht neben mir sitzen zu lassen.“
Hermine wusste nicht, was sie sagen sollte. Dracos plötzliche Offenheit, nachdem er es bisher immer vermieden hatte, über seine Familie zu sprechen, überforderte sie.
Zögerlich sagte sie: „Kein Wunder, dass du...“
„...so ein Arschlochkind geworden bist?“, vollendete Draco ihren Satz und schmunzelte.
„Ich wollte eigentlich sagen: ,Probleme mit anderen Kindern hattest‘.“
„Pfff“, machte Draco spöttisch, aber nicht böse: „Immerhin hatte ich im Gegensatz zu dir von Anfang an Freunde in Hogwarts.“
„Du hattest keine Freunde“, widersprach Hermine entschieden: „Du hattest deinen eigenen kleinen Hofstaat. Crabbe und Goyle waren mehr deine Lakaien als deine Freunde und die anderen Slytherins haben dich angehimmelt wie ihren Anführer, nicht ihren Freund.“
Draco kicherte. „Ja, wahrscheinlich hast du recht und das war wirklich lange so. In reinblütigen Familien aufzuwachsen verkorkst eine Menge Kinder. Das wächst sich raus.“

Er sagte das so lässig, als handele es sich um eine Art Naturgesetz. Hermine war versucht, eine Diskussion anzuzetteln, aber dann machte sie sich nur eine gedankliche Notiz und verschob es auf später. Allmählich kehrte ihre Müdigkeit zurück und in Dracos warmem Arm und dem Licht der Sterne über ihnen war ihr zu behaglich zumute, um diese Gemütlichkeit aufzugeben, nur um Draco zu bekehren.
Plötzlich kam ihr eine Erkenntnis und sie sprach sie aus, bevor sie sich auf die Zunge beißen konnte. „Du warst eifersüchtig auf Ron.“
Draco schwieg. Er schien darüber nachzudenken, dann seufzte er ergeben.
„Schon irgendwie. Vater hatte mir schon von den Weasleys erzählt, bevor ich nach Hogwarts kam. Dass sie arm seien und ihre Werte verkommen und sie einen Haufen Kinder hätten, denen sie nichts bieten konnten, nicht einmal eine standesgemäße Erziehung. Aber wir hatten sie mal in der Winkelgasse getroffen und alles, was ich als Kind sehen konnte, waren Geschwister, die zusammen herumalberten und aufeinander achtgaben. Und in Hogwarts war es genauso. Seine älteren Brüder waren ständig in der Nähe, hatten ein Auge auf ihn und erzählten ihm, wie die Dinge in Hogwarts liefen. Er hatte einen Vorteil gegenüber uns anderen.“
Hermine lachte ungläubig. „Das ist so ziemlich das Gegenteil von Rons Wahrnehmung, würde ich sagen.“

Abrupt rollte Draco sich wieder auf die Seite, sodass sie Nase an Nase lagen. Er sah ihr ernst und tief in die Augen.
„Du bist die Erste, der ich das alles erzähle.“
Hermine sah ihm ebenfalls in die Augen. Das rechte schimmerte silbrig im Mondlicht, das linke lag im Schatten seines Gesichts.
„Du hast nicht einmal mit deinen Freunden darüber gesprochen?“
Er schüttelte leicht den Kopf, wobei seine Nasenspitze die ihre streifte.
Eskimokuss, dachte Hermine unwillkürlich an das, was ihre Mutter früher dazu gesagt hatte, wenn sie die Nase an der ihrer kichernden Tochter gerieben hatte.
„In meinen Kreisen hält man nichts davon, mit Außenstehenden über Dinge zu sprechen, die die Familie betreffen.“
„Aber dich betreffen sie doch auch. Manchmal muss man einfach über das sprechen, was einem auf der Seele liegt“, argumentierte Hermine.
„Ja“, murmelte Draco. „Was würde ich nur ohne dich machen, Hermine? Es kommt mir vor, als würde ich dich schon viel länger kennen. Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie mein Leben ohne dich wäre.“
Hermine atmete flacher. Schlagartig war sie sich der Nähe ihrer Münder sehr bewusst.
„Du kennst mich immerhin schon acht Jahre lang.“
Dracos Zähne blitzten weiß zwischen seinen Lippen auf, als er grinste.
„Nicht so.“

„Dann...“, begann sie zögernd und spürte plötzlich, wie ihr Herz heftig gegen ihre Rippen klopfte. „...musst du mich also nicht mehr besser kennenlernen?“
Er hob die Augenbrauen, aber nicht auf die spöttische Art, die sie von ihm gewohnt war.
„Doch. Ich glaube nicht, dass ich davon so schnell genug bekomme.“
Ihr Herz flatterte wie ein verirrter Vogel, der nicht wusste, ob er hoch hinaus fliegen oder besser schleunigst landen sollte, ehe er vom Wind mitgerissen wurde.
„Aber ich glaube, mein Basiswissen ist schon mal nicht schlecht“, fügte Draco leise hinzu. Und dann küsste er sie, wie er sie noch nie geküsst hatte.

Seine Zunge tastete sich zielstrebig in ihren Mund. Herausfordernd stieß sie die ihre an und verstrickte sie in ein langes, heißes und feuchtes Spiel. Er zog ihre leicht geschwollene Unterlippe zwischen seinen Zähnen hindurch, als er sich gerade rechtzeitig von ihr löste, bevor er sie ohne Vorwarnung bei den Hüften packte und herumdrehte.
Der Reißverschluss des Schlafsacks ratschte laut, als er ihn hastig aus dem Weg schaffte. Noch bevor ihr, plötzlich der kühlen Nachtluft ausgesetzt, kalt werden konnte, drängte er seinen warmen Körper gegen sie. Sie spürte seine Erregung unverkennbar an ihren Po gepresst, während seine Arme sie erneut fest an seine feste Brust drückten.
Sein Mund wanderte von ihrer Schulter ihren Hals hinauf, wo er eine Spur von Küssen bis zu ihrem Kiefer zog, die auch an anderen Stellen ihres Körpers ihre Wirkung entfalteten. Mit der Hand seines linken Arms, in dem sie lag und mit dem er sie mühelos hinüber auf sein schmales Bett gezogen hatte, fuhr er in den Halsausschnitt des weiten T-Shirts, das sie sich zum Schlafen ausgeborgt hatte. Er umfasste ihre Brust und massierte sie mit sanftem Druck.
Sie hörte ihn an ihrem Ohr zwischen zusammengebissenen Zähnen stöhnen.
„Ich liebe...“, flüsterte er ihr mit kehliger Stimme zu und wurde von seinem eigenen Keuchen unterbrochen, als sie mit einer Hand zwischen ihre dicht aneinandergeschmiegten Körper griff und sie in den Bund seiner Boxershorts schob: „...deinen Körper.“

Ganz kurz lösten seine Worte in ihrem Kopf etwas wie ein helles Signallicht aus, aber im selben Moment zog er mit der rechten Hand ihr Höschen herunter, platzierte seine warme Hand zwischen ihren Beinen und tauchte einen Finger in sie ein. Das Gefühl löschte alles andere augenblicklich aus.
Sie stöhnte, warf den Kopf zurück und genoss es eine kurze Weile lang, sich ihm völlig hinzugeben, während er mit einer Hand ihre Brüste, mit der anderen ihre Klitoris und mit dem Mund ihren Hals bearbeitete. Dann bewegte auch sie ihre Hand, versuchte den Rhythmus seiner Bewegungen aufzunehmen.
Seine Lippen hörten für einen Moment auf, zu saugen und zu küssen, und sie hörte ihn sagen, mit so rauer Stimme, dass er beinahe knurrte: „Ich will dich, Hermine.“
Anstatt zu antworten, legte sie ihre Hand auf seine Bauchdecke, unter der seine Muskeln arbeiteten, und drückte ihn zur Seite, sodass sie Platz hatte, sich auf den Rücken zu legen. Auf der schmalen Pritsche passten sie so nicht nebeneinander und sie spürte seinen Körper Zentimeter über ihrem schweben, auf Hände und Knie gestützt. Sein Oberkörper verdunkelte die Sterne und für einige Sekunden sah sie nur seine dunkle Kontur über sich, dann gewöhnten ihre Augen sich an die veränderten Lichtverhältnisse und seine Gesichtszüge zeichneten sich in der Dunkelheit ab.
Er sah mit einem sehnsüchtigen, berauschten Ausdruck in den grauen Augen auf sie hinunter, seine Lippen lächelten leicht, einen Spalt weit geteilt. Sie legte eine flache Hand an seine Brust und spürte seinen heftigen Atem.

Hermine reckte sich hoch und küsste ihn begierig, schlang die Arme um seinen Hals, ein Bein um seine Hüfte und zog seinen Körper mit sich hinunter, als sie sich auf das Feldbett zurücksinken ließ. Sie spürte seinen Penis an ihre Körpermitte gepresst und bewegte die Hüfte, um ihn in sich aufzunehmen, doch plötzlich hielt er inne und ihre Handgelenke fest.
„Sekunde noch“, raunte er in ihren Kuss: „Nimmst du Tränke zur Ver-“
„Natürlich“, unterbrach sie ihn ungeduldig. „Würde ich das hier sonst tun?“
Ohne eine Antwort abzuwarten, verschloss sie seinen Mund wieder mit ihrem. Sie legte auch ihr zweites Bein um seine Hüfte und zog ihn auf sich hinunter. Er ließ ihre Handgelenke los und verschränkte die Finger stattdessen mit ihren.
Ihr Lider flatterten kurz vor Überraschung und wohligem Schock auf, als er widerstandslos in sie eindrang. Sie stöhnte laut in ihren Kuss, als er sich zurückzog, nur um gleich wieder in sie zu gleiten, in voller Länge diesmal, und sein Becken für einen wunderbaren Moment auf ihrem ruhen zu lassen, um das Gefühl auszukosten.

Der Stoff, mit dem das Feldbett bespannt war, war nicht sonderlich fest. Hermines Körper wurde von Dracos Gewicht zwischen den Rahmen gedrückt und es war gar nicht so einfach, zu zweit auf dem schmalen Bett zu balancieren und sich zu bewegen. Es dauerte ein paar Minuten, bis sie einen gemeinsamen Rhythmus fanden, doch jede Gewichtsverlagerung, jede Stellung, in die sie wechselten, hielt neue Nuancen des überwältigenden, intensiven Gefühls von Dracos Körper auf, in und unter ihrem bereit, das sie im Rhythmus ihrer Bewegungen wie Wellen des Glücks überspülte.
Hermine konnte nicht aufhören, Draco zu küssen. Sie ließ nur von seinen Lippen ab, um keuchend Luft zu holen, genoss es, seinem schnellen Atem zu lauschen, wenn sie seinen Hals und seine Brust küsste und einmal in seine Schulter biss, als er sich tief in ihr bewegte und einen besonders empfindlichen Punkt traf. Selbst, als er von hinten in sie eindrang, küsste sie seine Hände und seine Arme, mit denen er sie eng an sich presste, als wollte er keinen Fingerbreit Abstand zu ihr haben.
Sie schmeckte das Salz auf seiner Haut und als sie kam, grub sie die Zähne in sein Fleisch, um ihren Schrei zu ersticken. Anschließend bedeckte sie die Stelle mit atemlosen Küssen, um es wiedergutzumachen, nachdem sein Schmerzenslaut sie zur Besinnung gebracht und ihr schlechtes Gewissen geweckt hatte.

Als ihre Bewegungen langsamer und weicher wurden, während sie wieder zu Atem zu kommen versuchte, und ihre Muskeln zu zittern begannen, wurden Dracos Stöße unregelmäßiger und drängender. Er zog sich nicht zurück wie zuvor, um sie zu küssen und zu streicheln, sondern brachte es mit einem kehligen Stöhnen zu Ende, rollte sich mit ihr herum, ohne sich aus ihr herauszuziehen, und zog sie zu sich herunter.
Seine Arme ruhten schwer um ihren Körper geschlungen, mit einer Hand streichelte er erschöpft durch ihr Haar, während sie, die Wange auf seine Brust gebettet, spürte, wie sie sich heftig hob und senkte und sein Herz unter ihrem Ohr schnell pumpte. Sie schloss die Augen und lauschte seinem Herzschlag, genoss seine Nähe und Wärme und das Gefühl, dass die Zeit stillstand, dass um sie her nichts war, das zählte, außer seinem schlagenden Herzen und ihrem endorphingefluteten Körper.

„Ist dir kalt?“, fragte er nach einer Ewigkeit, die genauso gut Stunden wie Minuten gedauert haben konnte. „Du zitterst.“
„Nein, das ist nur...“, begann sie und merkte erst, als sie es aussprechen wollte, dass es tatsächlich nicht mehr das Nachbeben ihres Höhepunkts war, das ihre Beine zittern ließ. Eine Gänsehaut überzog ihren nackten Körper, wo Draco ihr Höschen heruntergerissen und ihr weites T-Shirt hochgeschoben hatte. Überrascht gab sie zu: „Ein bisschen.“
Sie ließ zu, dass er sie zurück auf ihr eigenes Feldbett schob. Sorgsam zog er ihr das T-Shirt wieder herunter, nicht ohne vorher noch einmal ihre Brust zu küssen, und deckte sie mit dem geöffneten Schlafsack zu, so gut es aus seiner Position heraus möglich war. Die Ränder steckte er unter ihrem Körper fest, sodass sie dalag wie in einen weichen Kokon gehüllt.
Er küsste sie, erst ihre Lippen, dann ihre Stirn, und murmelte mit schläfriger Stimme: „Gute Nacht, Hermine.“
Sie lächelte müde, ihr Geist bereits auf halbem Weg in den Schlaf. Das ist sie jetzt schon, dachte sie und merkte nicht einmal mehr, ob sie die Worte noch laut aussprach oder es bereits träumte.

Sie erwachte von lautem Vogelgezwitscher. Bereits durch die geschlossenen Lider nahm sie wahr, dass es hell um sie her war, und als sie blinzelte, sah sie durch die verzauberte Zeltdecke einen blassblauen Morgenhimmel, auf dem die Stirne kaum mehr sichtbar verblassten.
Sie drehte sich auf die Seite und kalte Luft jagte ihr eine Gänsehaut über den Körper. Den Schlafsack hatte sie sich im Schlaf um die Beine geschlungen und mit einem Mal fror sie so sehr, dass ihre Zähne klappernd aufeinanderschlugen. Rasch wickelte sie die Füße in ihren Schlafsack, doch nachdem er die Nacht hindurch offen gewesen war, war das Material ausgekühlt und spendete kaum Wärme.
„Was is’ los?“, nuschelte Draco verschlafen neben ihr, ohne die Augen zu öffnen.
„Mir ist kalt“, flüsterte sie, um ihn nicht mehr als nötig zu wecken.
Wortlos und noch immer, ohne die Augen zu öffnen, hob Draco die Ecke seines Schlafsacks an. Rasch nahm sie die Einladung an, krabbelte zu ihm hinüber und kroch so tief in seinen Schlafsack, wie sie konnte. Ihren eigenen zog sie hinüber und breitete ihn als zusätzliche Decke über sie.
Draco rollte sich auf die Seite, legte den Arm um sie und schmiegte sich an sie, sodass sie wie zwei Löffel in der Besteckschublade ineinander lagen, ihr Rücken an seiner Brust. Es war die einzige Möglichkeit, zu zweit auf der schmalen Pritsche Platz zu finden, und selbst jetzt noch lag Hermine mit den Knien auf dem harten Aluminiumrahmen. Doch eingehüllt in Dracos Körperwärme, mit seiner Hand auf ihrer Hüfte und seinen gleichmäßigen tiefen Atemzügen in ihrem Nacken, war es trotzdem urgemütlich.

Hermine schloss die Augen und genoss seine Nähe, das melodische Vogelzwitschern und die Erinnerung an die letzte Nacht, die es schon wieder warm zwischen ihren Beinen pulsieren ließ.
„Schläfst du wieder?“, hauchte sie neugierig.
Draco antwortete nicht. Sein tiefer, etwas heiserer Atem jedoch war Antwort genug.
Und plötzlich kam es Hermine vor, als hätte sie eine Sonnenbrille abgenommen. Mit einem Mal sah sie klar und ein Gedanke, der ihr nie zuvor auch nur im Entferntesten gekommen war, beherrschte ihren Kopf, trieb ihren Puls in die Höhe und flutete ihren Körper bis in die Fingerspitzen mit einem warmen, energetischen Hochgefühl.
Hermines Zunge stieß gegen ihre Vorderzähne. Die Worte formten sich in ihrem Mund, lagen auf ihrer Zunge und wollten hinaus, drängend und plötzlich, während Hermine selbst noch überrascht davon war. Sie flüsterte: „Ich liebe dich, Draco.“
Kaum, dass sie über ihre Lippen waren, hielt sie den Atem an. Ihr Herz klopfte wild, während sie lauschte, aufgeregt und ängstlich und überglücklich zugleich. Doch Draco antwortete nicht, sondern seufzte nur im Schlaf und grub sein Gesicht in ihr Haar.
Hermine lächelte, gleichzeitig sehr erleichtert und ein klein wenig enttäuscht, schloss die Augen und kuschelte sich in seinen Arm.

Das zweite Mal an diesem Morgen erwachte Hermine von einem heftigen Zucken des Körpers, an den sie gekuschelt war. Sie blinzelte, gähnte und wollte sich strecken, stieß jedoch mit dem Ellbogen gegen Dracos Oberkörper neben sich.
„Guten Morgen“, nuschelte sie entschuldigend.
„Guten Morgen“, antwortete Draco merkwürdig tonlos.
„Guten Morgen“, sagte eine weitere, fröhliche Stimme.
Hermine riss die Augen auf.
Ginny stand in einem rosafarbenen Bademantel und mit verschränkten Armen vor dem leeren Feldbett, in dem Hermine die Nacht verbracht hatte. Eine ihrer schmalen Augenbrauen war unter ihrem Seitenscheitel verschwunden und sie grinste so breit, dass Hermine ihre vorderen Backenzähne sah.
„Was willst du hier?“, fragte Draco und stützte sich gespielt lässig auf den Ellbogen, als wäre es das normalste der Welt, dass Draco Malfoy und Hermine Granger am Morgen im selben Bett aufwachten. Nur sein linker Mundwinkel zuckte verräterisch.
„Tu nicht so cool, Malfoy“, sagte Ginny spöttisch: „Du bist gerade fast aus dem Bett gefallen, als du die Augen aufgemacht hast. Ein lustiger Anblick.“

„Was machst du hier, Ginny?“, wiederholte Hermine Dracos Frage. Ihr kam ein schrecklicher Verdacht und sie glaubte zu spüren, wie ihre Gesichtsfarbe von Tomatenrot in Blassgrün umschlug. „Sind die anderen schon wach? Haben sie gemerkt, dass ich hier bin?“
„Nein“, beschwichtigte Ginny sie gnädig: „Das ist der Grund, warum ich hier bin. Harry ist gerade in Rons Zimmer zurückgegangen, bevor er aufwacht. Ich wollte dir Bescheid sagen, dass die Luft rein ist ... aber es sieht nicht so aus, als hättest du es eilig, in dein Bett zurückzukommen.“
Sie grinste noch breiter, was Hermine nicht für möglich gehalten hätte. „Ihr seht richtig süß aus zusammen. Zumindest, solange ihr schlaft. Jetzt siehst du aus, als müsste ich dir jeden Moment die Haare halten, und Malfoy -“
„Halt die Klappe“, grummelte Draco. Ginny kicherte nur.

„Ich komme“, sagte Hermine schnell und wollte schon aufstehen, als sie ein Stück aus Dracos Schlafsack herausrutschte und erschrocken innehielt.
„Hat sie das letzte Nacht auch gesagt?“, fragte Ginny Draco feixend.
An Hermine gewandt fragte sie: „Suchst du das hier?“
Sie hob mit der Spitze ihres Pantoffels Hermines Slip in die Luft. Mit glühenden Wangen fing Hermine ihre Unterwäsche auf und streifte sie unter ihrem ausgebreiteten Schlafsack über.
„Ich gehe mal vor, bevor ich noch Dinge sehe, die ich nicht sehen sollte“, sagte Ginny unschuldig und verschwand flugs durch den Reißverschluss in der Zeltplane, während Draco ihr mörderische Blicke wie Pfeile nachschoss.
Er knurrte: „Die ist ja sowas von...“
„...unsere Rettung?“, schlug Hermine vor, die sich bildlich vorstellen konnte, wie anders die Szene hätte enden können, wenn ein anderes Mitglied der Weasleyfamilie in das Zelt geplatzt wäre, um Draco zu wecken.

Sie beugte sich zu Draco hinunter und gab ihm einen beschwichtigenden Kuss. Als sie sich wieder aufrichten und Ginny folgen wollte, packte er sie und zog sie zu sich aufs Bett.
„Ich will nicht, dass du gehst“, sagte er und ließ eine Hand in ihr Haar gleiten, die andere unter ihr T-Shirt.
Sie lächelte geschmeichelt, hielt sein Handgelenk aber entschieden fest, als er die Finger ihren Bauch hinauf streicheln ließ.
„Willst du lieber warten, bis Mrs. Weasley dich zum Frühstück holen kommt und mich hier findet? Oder Ron?“
„Pfff, der soll bloß kommen“, machte Draco unbeeindruckt, zog seine Hände aber folgsam zurück. Mit einem sehnsüchtigen Seufzen ließ er seine Finger die Rundung ihrer Hüfte entlangfahren, bevor er die Hände hinter dem Kopf verschränkte, als müsste er sie fesseln, um sie von Hermine lassen zu können.
„Bis gleich beim Frühstück“, verabschiedete Hermine sich und lächelte ihn noch einmal an.
Er lächelte zurück. „Bis gleich, Hermine.“

Sie zog sich das lange T-Shirt tief über ihren Hintern und beeilte sich, über den Hof und ins Haus zu huschen. Die Hühner gackerten, wohl in der Hoffnung, dass sie sie füttern würde, doch Hermine rief ihnen nur ein paar vertröstende Worte im Vorbeigehen zu.
Sie fand Ginny in der Küche, wo sie gerade den Frühstückstisch deckte.
„Hey du“, murmelte sie nervös: „Du... Ähm... Du erzählst doch den anderen nichts, oder?“
Ginny lachte und drehte sich zu ihr um. „Und binde ihnen auf die Nase, dass ich dich ausquartiert habe, damit Harry in mein Bett kommen kann?“
Hermines Mundwinkel zuckten. „Und Harry?“
Ginny machte eine wegwerfende Handbewegung. „Harry hat sich mitschuldig gemacht.“
„Ich glaube nicht, dass Ron das genauso sehen würde.“
„Ron geht es nichts an, bei oder mit wem du schläfst. Ihr seid kein Paar mehr. Wenn du mich fragst, hat Ron sich immer schon zu sehr in das Liebesleben anderer Leute eingemischt, und Harry sieht das genauso, seit er sich in mich verguckt hat. Und er wird einen Teufel tun, es jemand anderem zu erzählen. Erinnerst du dich, wie Mum in dem Sommer vor meinem ZAG-Jahr darauf bestanden hat, dass Fleur in meinem Zimmer schläft? Und da waren Bill und sie schon verlobt. Harry würde seinen guten Stand bei meinen Eltern nie riskieren, indem er durchblicken lässt, dass er sich nachts zu mir schleicht.“

Sie deutete auf einen himmelblauen Bademantel, der über einer Stuhllehne hing. „Zieh den besser über, es kommt bestimmt bald jemand runter. Mir ist vorhin ein Teller runtergefallen. Irgendwer ist sicher wach geworden.“
Hermine schlüpfte in den Bademantel und ging Ginny zur Hand dabei, Frühstück zu machen.
„Erzähl schon“, sagte Ginny nach wenigen Minuten ungeduldig.
„Was?“, fragte Hermine irritiert.
Ihre beste Freundin verdrehte die Augen und zwinkerte ihr verschwörerisch zu. „Wie ist er so?“
Hermine spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss. Ausweichend stammelte sie: „Ich dachte, du willst davon nichts hören.“
„Ich hab’s mir anders überlegt“, sagte Ginny und zuckte die Achseln. „Ich werde nie ein Fan von ihm sein, aber gestern hat er sich ganz ordentlich benommen. Und seine Tochter ist ein Zuckerstück. Für eine kleine Affäre zur Ablenkung nach deiner ersten Trennung ist er wohl ganz in Ordnung.“

„Es … war echt gut“, sagte Hermine und rieb sich verlegen die roten Ohren.
„Wow, wenn du erzählst, hat man glatt das Gefühl, dabei gewesen zu sein“, sagte Ginny sarkastisch.
Hermine schmunzelte. „Nun ja, er hat einen -“
Sie verstummte jäh, als es auf der Treppe polterte.
„Pass auf, dass du nicht hinfällst, meine Liebe“, hörten sie Mrs. Weasley besorgt rufen.
„Mach ich nicht“, rief Malin zurück und sprang die beiden untersten Stufen mit einem großen Satz hinunter. Sie winkte, als sie die beiden jungen Frauen in der Küche stehen sah.
„Hallo Mine! Hallo Ginny! Tante Molly füttert mit mir die Hühner!“
„Toll!“, lobte Ginny sie enthusiastisch, während sie auch ihrer Mutter zur Begrüßung zuwinkte.
Nachdem die beiden zur Haustür hinaus waren, sagte sie halblaut zu Hermine: „Tante Molly? Die Malfoys werden begeistert sein.“
Hermine lachte.

Nach und nach trudelten auch die anderen Weasleys und Harry im Erdgeschoss ein. Als das Rührei in der Pfanne brutzelte und Mrs. Weasley mit Malin zurück ins Haus kam, versammelten sie sich um den Frühstückstisch.
„Charlie, gehst du bitte kurz nach draußen und sagst Draco Bescheid, dass das Frühstück fertig ist? Malin hat ihn eben erst geweckt. Er bekommt wohl wenig Schlaf in letzter Zeit; kein Wunder, so ganz allein verantwortlich für ein Kleinkind“, bat Mrs. Weasley.
Ginny warf Hermine einen vielsagenden Blick zu und tarnte ihr Kichern, indem sie absichtlich laut mit dem Pfannenwender hantierte.
„Muss das sein? Können wir ihn nicht einfach draußen lassen?“, murrte Ron.
„Ich könnte auch mit mehr Appetit frühstücken, wenn ich dabei nicht dein Gesicht vor Augen hätte“, ertönte Dracos kühle Stimme vernehmlich von der Tür.
Hermine drehte sich um und sah, wie Draco sich das Haar aus der Stirn schüttelte, das zerzaust aussah wie frisch nach dem Aufwachen. Er sah von einem zum anderen und wünschte ihnen einen guten Morgen. Hermine grüßte er wie alle anderen, als sähe er sie zum ersten Mal an diesem Tag.

Mit Ron und Draco auf den am weitesten voneinander entfernten Stühlen verlief das Frühstück harmonisch und gemütlich. Anschließend ließ Molly es sich nicht nehmen, neben einem Körbchen mit gefüllten Schokoladeneiern für Professor McGonagall auch noch mehrere dicke Scheiben des selbstgebackenen Hefezopfes, ein paar gefärbte Eier und geräucherten Schinken für Hagrid zusammenzupacken.
Hermine, Ginny, Draco und Malin verabschiedeten sich von den anderen und Ginny stellte halb belustigt, halb beleidigt fest, dass ihre Mutter, Bill und Fleur sich von Malin ungleich schwerer trennen konnten als von ihr.
„Isch ‘offe, wir sehen uns bald wieder“, verabschiedete Fleur sich und schaute Malin dabei an, als überlegte sie immer noch, wie sie sie unauffällig unter ihrem Umhang verschwinden lassen und mit nach Shell’s Cottage nehmen konnte.
Nachdem Hermine und Ginny von allen geherzt und mit guten Wünschen für ihre anstehenden Prüfungen überschüttet worden waren, beobachtete Hermine amüsiert, wie Draco und Mr. Weasley einander ein wenig unbehaglich die Hand schüttelten. Draco bedankte sich noch einmal höflich für die Gastfreundschaft und Mr. Weasley sagte: „Tja, alles in allem war es doch ein nettes Fest. Nun denn… Dir auch viel Glück für deine UTZs und … tja…“
Es war nicht zu übersehen, dass er sich unwohl in der Situation fühlte. Ginny kam ihrem Vater zu Hilfe, indem sie Hermine in Richtung Kamin schob und verkündete: „Wir machen uns dann besser jetzt auf den Weg, bevor die arme Professor McGonagall den ganzen Vormittag in ihrem Büro sitzt und auf ihre Mitbringsel wartet. Draco, gehst du mit Malin vor?“
Draco leistete der Frage sichtlich erleichtert Folge, nahm Malin auf den Arm und trat mit ihr in den Kamin. Noch während die grünen Flammen an ihm hochzüngelten, winkte Malin den anderen glücklich zu.
Hermine ging als Zweite und erhaschte als letzten Anblick, bevor sie zu schnell zu wirbeln begann, um noch etwas zu erkennen, einen Blick auf Ginny, die Harry einen leidenschaftlichen Abschiedskuss gab.
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