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Jealousy

von swimmer10
OneshotLiebesgeschichte / P16
OC (Own Character) Percival Graves
06.10.2020
06.10.2020
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Ich war in Percival Graves verliebt seit ich ihn kennen gelernt hatte. Er war fünfzehn gewesen und ich gerade zwölf. Es war mein erstes Jahr in Illvermorny gewesen und sein vorletztes. Ich war ein niemand aus einer unwichtigen Immigranten Familie, er der Enkel eines der ersten Auroren. Auf den ersten Blick hatten wir nichts gemeinsam. Doch unsere Leidenschaft für Quiddich hatte uns zu Freunden werden lassen. Er war, wie nicht anders zu erwarten, der Captain der Mannschaft gewesen und ich war so dreist gewesen in meinem ersten Jahr für das Team vorzusprechen. Niemand glaubte das ich es in die Mannschaft schaffen würde, doch Percival nickte in Richtung eines bereitliegenden Besens und ließ mich zeigen was ich konnte. Keine zehn Minuten später war ich das jüngste Mitglied das Illvermornys Quiddich Team je gesehen hatte. Ich war klein, ich war leicht was mich zur perfekten Sucherin machte. Zu unserer Zeit gewannen wir Turnier nach Turnier und unser Team hatte, noch bevor ich die Schule verließ Legendenstatus inne. Percival und ich blieben, auch nachdem er die Schule verlassen hatte, in Kontakt. Auch wenn wir uns nichtmehr so oft sahen wie früher so waren wir doch noch immer Freunde. Und nach all dem was er mir über die Arbeit für den MACUSA erzählt hatte erschien es mir nur logisch seinem Beispiel zu folgen. Das Auroren Training war hart und schmutzig, aber da ich die ganze Zeit wusste wofür ich es tat überlebte ich es. Als ich offiziell angestellt wurde war Percival der erste der mich begrüßte. Er mochte nur drei Jahre vor mir in den Dienst des Kongresses getreten sein, doch jetzt schon blickten alle hier zu ihm auf. Es war nur eine Frage der Zeit bis er in der Hierarchie aufsteigen würde. Und so kam es dann auch, innerhalb von wenigen Jahren wurde Percival Graves die rechte Hand der Präsidentin des amerikanischen Kongresses. Und obwohl er in mehreren Hinsichten mein Vorgesetzter war so vergaß er nie das wir eins gemeinsam über die Wiesen von Ilvermornys Schulgelände geflogen waren.

Viele der anderen Auroren hatten Angst vor ihm. Ich wusste woher das kam, sein Familienname, sein Perfektionismus, sein ernstes beinahe stoisches Verhalten. Doch ich wusste wie er sein konnte. Der dunkelhaarige Junge, mit den wärmsten Augen die ich je gesehen hatte, und ich hatten uns schon miteinander gebalgt als er noch keine lebende Legende gewesen war. Aus diesem Grund traute ich mich das was nur Wenige wagten. Ich wiedersprach ihm und regte ihn dazu an sein eigenes Verhalten zu überdenken. Viele hatten zu viel Angst vor seinem Namen oder seiner Stellung um das zu tun, doch sie alle lagen falsch. Percival schätzte selbstständiges Denken und honorierte es. Acht Jahre nachdem ich meine Aurorenprüfung abgelegt hatte wurde ich von Seraphina Picquery offiziell zu seiner Assistentin gemacht. Mein neues Büro lag direkt neben Percivals, ich genoss den Luxus des eigenen Büros sehr, doch auf den Papierkram der mit der Beförderung einher ging hätte ich gern verzichtet. Jetzt verstand ich warum Percival so viel mehr Zeit auf der Arbeit verbrachte als wir anderen. Doch wie sich herausstellte genoss ich die Überstunden sogar, den Percival und ich verbrachten diese Zeit häufig gemeinsam in einem unserer Büros. Wir erledigten Papierkram, aßen gemeinsam zu Abend und genehmigten uns hin und wieder einen Scotch. Und immer dann, in diesen stillen Momenten, wenn niemand außer uns mehr im Büro zu sein schien wurde mein Vorgesetzter wieder etwas mehr zu dem Jungen den ich von früher kannte. Er öffnete seine Weste, rollte die Ärmel seines Hemds auf und lächelte hin und wieder. Ich liebte es. Jeder Blick auf seine muskulösen, nackten Unterarme ließ mein Herz höherschlagen. Mein Verhalten war ungesund, das wusste ich. Ich hätte mich von ihm distanzieren sollen, doch ich brachte es nicht über mich unsere Freundschaft zu beenden. Seraphina Picquery weckte das neidische Monster in mir jedes Mal wenn sie Percival ansah, wenn sie ihn berührte… Es hielten sich hartnäckige Gerüchte über eine Affäre der Beiden und ich war mir sicher das Picquery einer solchen Beziehung nicht abgeneigt gewesen wäre. Percival war ein gutaussehender Mann und eine Frau hätte blind sein müssen um das nicht zu bemerken und ich wusste das die Präsidentin weder blind noch dumm war. Sie wollte ihn, aber sie würde ihn nicht bekommen. Percival war zu professionell dafür um sich auf eine solche Affäre einzulassen. Doch das hielt die Präsidentin nicht davon ab es immer wieder zu versuchen. Unsere Freundschaft bedeutete mir zu viel, ich hätte ihn nie darauf angesprochen, doch er schien bemerkt zu haben das ich mich in Seraphinas Nähe nicht wohl fühlte und so musste ich immer weniger und weniger Treffen mit ihr zu ertragen.

Mit meiner neuen Position war eine kräftige Gehaltserhöhung einhergegangen, doch der Preis den ich dafür bezahlte war hoch. Ich hatte die Arbeit im Feld geliebt und hatte nun immer weniger Chancen diese Leidenschaft nach zu kommen. Doch nicht so heute. Wir hatten vor einigen Wochen einen neuen Auror eingestellt. Er war noch grün hinter den Ohren und ich hatte mir vor genommen einen Feld Einsatz mit ihm zu übernehmen um ein besseres Bild von seinen Fähigkeiten zu bekommen. Es hätte ein einfacher Einsatz werden sollen. Doch dem war nicht so. Wir liefen in eine Falle. Anstatt eines schmuggelnden Elfs den wir dingfest machen wollen erwarteten uns sechs Magier die alles daran setzten das Lagerhaus in dem sich der Elf befand zu verteidigen. Ich verbuchte es als Erfolg zu wissen das der Elf nicht der Kopf des ganzen gewesen war. Und normalerweise hätten die Magier keine Gefahr dargestellt, doch sechs gegen zwei? Das war keine normale Situation. Blake schlug sich tapfer, doch ihm fehlte die Einsatzerfahrung, es lag an mir die meisten der Magier zu besiegen. Blake hatte zwei von ihnen niedergestreckt und ich kämpfte gerade gegen einen weiteren als ich sah wie einer der am Boden liegenden seinen Zauberstab hob. Es war keine Chance für eine Warnung. Der Fluch würde Blake treffen. Ich sprang nach vorn und warf mich vor den jungen Mann. Noch bevor ich am Boden aufschlug raste Schmerz durch meine Körper. Ich war gerade noch bei Bewusstsein als Blake sich über mich beugte. „Taylor…“, er klang panisch. „MACUSA…“, der Junge brauchte Anweisungen,“ apparieren…. schnell!“ Er berührte mich an der Schulter und eine Sekunde später fühlte ich den charakteristischen Sog des Zaubers. Das nächste was ich spürte war kalter Steinboden unter meiner Wange. Stimmen brandeten auf. Ich hörte Schreie. „Hilfe, wir brauchen Hilfe!“ War der Junge nicht niedlich. Dann spürte ich Hände auf meinem Körper. Ich wurde hochgehoben und eine Stimme die ich nur allzu gut kannte rief: „Ein Heiler! Sofort!“ Percival… natürlich… Er roch gut… Und mit diesem Gedanken verlor ich das Bewusstsein.

„Sie sollte bald aufwachen Sir“ Noch bevor ich die Augen öffnete hörte ich die Stimme des Heilers. Mein Körper schmerzte immer noch, doch es gab keinen Grund die Anwesenden zu beunruhigen. „Kann man nicht einmal in Ruhe einen Mittagsschlaf halten?“ Eine Hand schloss sich eng um meine. „Cat!“ Ich öffnete meine Augen. „Hey Perc“ „Wie geht es dir?“, seine besorgten Augen glitten über meinen Körper. „Ich bin in Ordnung“, entgegnete ich und als die Sorgen nicht aus seinem Blick weichen wollte erwiderte ich den Druck seiner Hand,“ wirklich! Wie geht es Blake?“ „Auror Blake ist etwas verstört, aber er wird sich erholen“, es war die Präsidentin des Magischen Kongresses die mir antwortete. Großartig, genau die Person die ich gerade nicht sehen wollte. Ich biss mir auf die Unterlippe ehe ich zu ihr aufblickte. Sie stand direkt hinter Percival und hatte eine Hand auf seine Schulter gelegt. „Er ist ein guter Junge, wird mal ein guter Auror, wir sind heute nur überrascht worden.“ Picquery nickte. „Seraphina“, mit seiner freien Hand löste Percival ihre Hand von seiner Schulter ehe er sie sanft darum bat uns allein zu lassen. „Was genau hast du eigentlich gegen sie?“, fragte mein bester Freund als sich die Tür hinter der mächtigsten Frau Amerikas geschlossen hatte. „Ich habe nichts gegen sie“, antwortete ich während ich mich im Bett aufsetzte. „Komm schon Cat“, er verschränkte seine Arme vor der Brust,“ ich kenne dich lange genug. Was ist dein Problem mit ihr?“ Cat… so nannte er mich nur noch, wenn wir unter uns waren. Früher, als wir noch Kinder gewesen waren war ich immer nur Cat gewesen. „Ich habe kein Problem mit ihr“, ich schwang meine Beine über den Rand des Betts und funkelte ihn an,“ und jetzt lass mich allein, ich möchte mich anziehen.“ „Ach komm schon, da ist nichts was ich nicht schon tausendmal gesehen hätte.“ Machte er mich mit Absicht wütend? Erst seine Fragen wegen Picquery und dann das? „Ich habe dich gebeten mich allein zu lassen Percival“ Percival, so nannte ich ihn nur, wenn ich wütend auf ihn war. Für mich war er immer Perc gewesen. „Warum bist du wütend auf mich?“ „Warum sollte ich wütend auf dich sein?“ Ich saß noch immer auf der Bettkante. Mit der linken Hand hielt ich das Krankenhaus Hemd geschlossen in das mich jemand gekleidet hatte. „Du bist wütend und ich verstehe nicht…“ „Du scheinst allgemein wenig zu verstehen und jetzt lass mich endlich allein!“ Für einen so intelligenten Mann verstand Percival sehr wenig von Frauen. Gewöhnlich lachte ich mit ihm über solche Dinge, doch nicht heute, nicht jetzt. Ich hatte Schmerzen und wollte nichts als ein warmes Bad zu nehmen und mich auszuruhen. Percival erhob sich langsam und nickte „Wenn du mich so freundlich darum bittest. Ich werde gehen und mit Blake reden und ihm sagen das es dir gut geht. Nimm dir morgen frei.“ „Das ist nicht nötig!“ Er hob eine Augenbraue und dann schlug er einen Ton an den er mir gegenüber nur selten benutzte: „Was nötig ist und was nicht bestimme hier immer noch ich. Ich bin dein Vorgesetzter und sage dir du bleibst morgen zuhause!“ Als ob ich nicht Kopien aller wichtigen Akten zuhause hatte. Mit einer schnellen Drehung meines Handgelenks öffnete ich die Tür des Krankenzimmers. Mein Talent im Bereich der Zauberstablosen Magie war einer der Gründe für meine Beförderung gewesen. „Sie dürfen jetzt gehen Mr.Graves!“

Nachdem ich nachhause appariert war hatte ich mir ein warmes Bad eingelassen. Ich hatte die Wanne zweimal wieder gefüllt und mich dann schlafen gelegt. Mein Wecker klingelte zur gewohnten Zeit und ich setzte mich mit einigen Akten an den Tisch meiner Küche. Ich war versucht gewesen ins Büro zu gehen, nur um Percival zu beweisen das ich mich nicht von ihm herumschubsen lassen würde. Doch schlussendlich hatte ich erkannt das ich ihn eigentlich gar nicht sehen wollte und mir ein Tag zuhause tatsächlich nicht schaden konnte. Ich hatte einige Stunden gearbeitet als es an der Tür meines Apartments klopfte. „Eugenia?“, überrascht blickte ich Percivals Mutter an, mit ihr hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet. „Schön dich zu sehen Catherina, mir wäre nach Tee!“ Die Matriarchin des Grave Clans schob sich, fordernd wie eh und je in meine Wohnung. Ich liebte Percivals Mutter, sie hatte mich vom Fleck weg quasi in ihre Familie hinein adoptiert, aber manchmal hatte sie einfach unpassendes Timing. Ich setzte uns Tee auf und setzte mich zu ihr an den Tisch. „Du hast dich mit Percival gestritten.“ Wir hatten beide eine Tasse Tee getrunken und an ein wenig Gebäck geknabbert bis Eugenia endlich auf den Grund ihres Besuchs zu sprechen kam. „Hat er das gesagt?“, ich lehnte mich neugierig zurück. „Nein“, sie lachte,“ du kennst ihn doch das würde er nie tun, aber ich kenne meinen Sohn. Er war gestern Abend unausstehlich und er hat nicht über dich gesprochen. Das tut er nur, wenn ihr euch gestritten habt.“ „Wenn ich es doch sage, wir haben uns nicht gestritten!“ „Was war dann los?“ Ich seufzte. Eugenia war einfach unverbesserlich. Ihr Sohn hatte sein Vernehmungstalent definitiv von ihr. „Seraphina“ „Oh mein Kind“, die älere Hexe legte mir ihre Hand auf den Unterarm,“ du weißt doch das mein sturer Sohn Augen für niemand anderen als dich hat!“ Diese Frau! Sie war seit meinem ersten Besuch in ihrem Haus davon überzeugt das ich ihren Sohn eines Tages heiraten würde. Und sie wusste genau das ich davon nichts hören wollte.

Am folgenden Tag war ich wieder im Büro. Mit zwei Bechern Kaffee in meiner Hand klopfte ich an die Tür von Percivals Büro. Ich hatte ihn noch nie lange böse sein können. „Herr Direktor“, ich lächelte ihn an als sich die Tür vor mir öffnete. „Frau Stellvertretende Direktorin“, er lehnte sich in seinem Stuhl zurück als ich eintrat. Das war einer unserer Insiderwitze. Ich stellte einen der Kaffeebecher vor ihm ab und setzte mich in einen der Stühle vor Percivals Schreibtisch. „Wie geht es dir Cat?“, er schlug die Akte zu und sah mich ernst an. „Noch ein bisschen Steif, aber ich bin in Ordnung“, entgegnete ich,“ du musst mir nur einen Gefallen tun.“ „Du hast mir Kaffee gebracht“, er griff nach besagtem Becher,“ ich würde beinahe alles für dich tun!“ „Gib mir nie wieder einen Tag frei und schicke dann deine Mutter vorbei! Sie ist anstrengender als ein voller Arbeitstag!“ Percival nahm einen tiefen Schluck von seinem Kaffee und versteckte so sein Gesicht von mir. Ich hatte schon immer sehen können, wenn er log und so war es auch jetzt. „Ich habe sie nicht geschickt!“ „Lügner“, ich lachte in mich hinein,“ aber es war schön sie zu sehen. Und sie will uns Sonntag zum Mittagessen im Haus haben.“ Percival verdrehte seine Augen gen Decke. „Muss das sein?“ „Ja“, er musste dafür bestraft werden das er mir Eugenia auf den Hals gehetzt hatte,“ ich habe bereits für uns beide zugesagt. Und jetzt muss ich mit Blake reden, er sollte wissen, dass er seine Vorgesetzte nicht in seiner zweiten Arbeitswoche umgebracht hat.“ Ich nahm meinen Kaffee und erhob mich. Ich war schon fast an der Tür als Percival mich noch einmal zurückrief. „Cat?“ „Ja?“ „Wir sollten reden…“ „Natürlich“, ich zwang ein Lächeln au f meine Lippen,“ aber zuerst sollte ich mit Blake reden!“ Die Wahrheit? Mit Blake zu reden hätte Zeit gehabt, doch ich fürchtete mich vor dem worüber Percival reden wollte. Und es zeigte sich, dass ich das Gespräch noch weiter aufschieben konnte. Noch vor dem Mittagessen stieg die allgemeine Gefahrenstufe von moderat auf angespannt und plötzlich ertranken wir in Arbeit.

Die Situation hielt sich volle drei Tage und wir waren alle erschöpft als es Freitag wurde. Pünktlich zum Wochenende sank die Gefahrenstufe wieder und wir stellten uns auf ein entspanntes Wochenende ein. Ich verbrachte den Samstag Berichte lesend auf der Couch. Sonntag schlief ich lange und machte mich dann auf den Weg zu Percivals Elternhaus. „Catherina!“, Eugenia küsste mich auf beide Wangen“, wie schön dich zu sehen. Komm doch herein!“ Wir saßen gemeinsam im Wohnzimmer als Percival eintraf. „Hallo Mutter“, er küsste sie auf die linke Wange und setzte sich dann neben mich auf die Couch. Wir unterhielten uns eine Weile ehe Eugenia uns allein ließ um das Essen vorzubereiten. „Ich weiß du hörst das nicht gern“, Percival hatte seinen Arm über die Lehne des Sofas gelegt und sah mich von der Seite her an,“ aber wir müssen reden!“ „Ein Spaziergang“, schlug ich vor,“ nach dem Essen?“ „Ja“, er nickte. Zum Anwesen der Graves gehörte ein großes Waldstück in dem wir schon als Kinder gern gespielt hatten, es eignete sich hervorragend für einen ruhigen Spaziergang. Das Essen war wie immer fantastisch und Eugenia zog sich danach, wie immer für einen Mittagsschlaf in ihre Räumlichkeiten zurück. Percival und ich nutzten diese Zeit für unser lange anberaumtes Gespräch. Er half mir in meinen Mantel und trat dann mit mir auf die Terrasse. Schweigend schritten wir zum Wald hinüber. „Was ist geschehen als du mit Blake an den Docks warst?“, Percival brach das Schweigen nach einigen Minuten. „Nichts was nicht schon tausendmal geschehen wäre“, entgegnete ich,“ wir sind in eine Falle gelaufen. Wenn du bei mir gewesen wärst hätten wir sie in wenigen Minuten erledigt, aber der Junge ist noch zögerlich und unsicher. Ich wollte nicht das er verletzt wird und wurde deshalb getroffen. Pech“, ich zuckte die Achseln. „Es hätte Blake nicht umgebracht den Fluch einzustecken.“ „Nein“, bestätigte ich,“ aber es hätte ihm Angst gemacht und das nächste Mal im Feld hätte er vielleicht Mist gebaut und jemand wäre ernsthaft verletzt worden.“ „Du warst ernsthaft verletzt!“ Ich schnaubte: „Da habe ich mich schon schlimmer an Papier geschnitten!“ Percival seufzte ehe er weitersprach: „Und danach, was war, dass mit der Präsidentin? Ich habe kein Problem damit mit ihr zu arbeiten, aber ich wüsste gern wieso.“ „Das ist nicht wichtig und ich habe nie gesagt das ich nicht mit ihr arbeiten würde.“ „Das musstest du nicht und was wichtig und unwichtig ist…“ „Entscheidest du gern selbst“ Jetzt war es an mir zu seufzen. Zu lügen machte keinen Sinn. Ich wusste genau das Percival es mir ansehen würde, wenn ich ihm nicht die Wahrheit sagte. „Ich mag nicht wie sie dich ansieht“, erklärte ich, meinen Blick starr nach vorn gerichtet. „Wie sie mich…“ „Und wie sie dich anfasst“, schon ich klarstellend nach. Percival blieb wie vom Blitz getroffen stehen. „Wie sie mich anfasst?“ „Sie legt ständig ihre Hand auf deinen Arm“, ich konnte ihn immer noch nicht ansehen. „Ihre Hand…“, ich hatte meinen Freund schon lange nicht mehr so verblüfft erlebt. „Cat“, er legte seine Hand auf meine Wange, drehte meinen Kopf und brachte mich so dazu ihn anzusehen,“ bist du eifersüchtig auf die Präsidentin?“ „Ich bin nicht eifersüchtig“, stieß ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor,“ was für einen Grund hätte ich eifersüchtig zu sein?“ „Es gibt nur einen Grund der mir einfallen würde…“ „Und der ist ganz bestimmt falsch!“ Der Grund an den er dachte war bestimmt der Richtige, aber er durfte nicht erfahren das ich in ihn verliebt war. „Cat, bitte sieh mich an“, ich hob meinen Blick,“ es gibt keinen Grund für dich eifersüchtig auf Seraphina zu sein. Es gibt nur eine Frau von der ich berührt werden möchte…“, er stockte kurz,“ nur eine Frau nach deren Berührungen ich mich sehne…“ Zu hören wie er so über eine andere Frau sprach brach beinahe mein Herz. „Die Rothaarige aus dem dritten Stock?“, ich mühte mich das Lächeln bis in meine Augen reichen zu lassen. „Du, Cat, ich rede von dir!“ Plötzlich war ich mir der Hand, die noch immer auf meiner Wange lag, seltsam bewusst. „Perc?“ Hatte er das gerade wirklich gesagt? „Und daraus das du eifersüchtig auf Seraphina bist schließe ich“, er beugte sich nach vorn und kam mir immer näher,“ dass ich das hier endlich tun darf?“

Er war mir inzwischen so nah das es nur eine Sache gab von der er sprechen konnte. Geschah das hier gerade wirklich? Wollte mein bester Freund mich gerade wirklich küssen? Er stoppte seine Bewegungen nur eine Hand breit vor meinem Gesicht. Wartend. Mich musternd. Immer der Gentleman wartete er auf meine Erlaubnis. Ich nickte. Sanft. Kaum wahrnehmbar. Doch er sah es. Und er lächelte. Dann küsste er mich und es war als würden zwei Puzzlteile endlich zusammenfinden. Seine Lippen waren weich und warm. Er schmeckte nach Whisky und kaltem Rauch und ich liebte es. Meine Hände vergruben sich in seinem Hemd mein Herz raste und meine Knie zitterten. Als wir uns voneinander lösten blieben wir Stirn an Stirn stehen. „Wenn du wüsstest wie lange ich hierauf gewartet habe…“ Seine Hände lagen auf meiner Hüfte während meine Hände noch immer in sein Hemd gekrallt waren. „Ich bin in dich verliebt seit ich zwölf war du blinder, dummer Mann! Ich glaube ich habe länger gewartet!“ „Nicht wirklich“, er zuckte die Achseln und küsste mich erneut ehe ich etwas erwidern konnte. Dieser zweite Kuss war heißer und tiefer als der erste und ich wollte nur noch eins. „Deine Mutter wird noch mindestens eine halbe Stunde schlafen…“ „Und mein altes Zimmer liegt auf der anderen Seite des Hauses“ „Ich weiß“, jetzt war es an mir zu lächeln. Wir kannten uns lange genug. Hatten genug Zeit verschwendet. Ohne auch nur einen Moment zu zögern apparierte Percival uns in sein altes Jugendzimmer. Es brauchte nur einen Schritt und ich lag lang ausgestreckt auf dem Bett. Percival beugte sich über mich und ließ seine Hand an meiner Seite hinab streichen. „Bist du dir sicher?“ „Ja“, ich nickte. Noch nie war ich mir etwas so sicher gewesen. Und dann waren keine Worte mehr nötig. Innerhalb von Sekunden flog meine Bluse zu Boden. Percivals Hemd folgte. Und ich konnte endlich, endlich meine Hände über seine Brust gleiten lassen. Ich hatte das tun wollen seit wir das erste Mal zusammen schwimmen gewesen waren. Kein Gramm Fett war an Percivals Körper zu finden, nichts außer harten Kanten und Muskeln. So viel Stärke unter meinen Händen…

Es dauerte nur wenige Momente bis wir beide nackt waren und es gab keine Unsicherheit und keine Scheu zwischen uns. Dafür kannten wir uns zu gut, zu lange. Ich wusste um jede Narbe auf Percivals Körper, kannte die Geschichte jeder Wunde und er kannte die Geschichten der meinen. Als er in mich eindrang hieß ich ihn warm und feucht willkommen.

Wir wussten darum das wir nicht viel Zeit hatten und so krallte ich mich in seinen Rücken während er tief und schnell in mich stieß. Als ich den Orgasmus nahen spürte biss ich in Percivals Schulter um mein Aufschreien zu unterdrücken. Noch nie hatte ich solchen Sex gehabt! Kaum das ich wieder sehen konnte spürte ich wie mein bester Freund zum Höhepunkt kam. Als seine Atmung sich wieder normalisierte strich er mit seiner Nase an meiner hinab. Diese intime, liebevolle Geste brachte mein Herz dazu zu stocken. Das war nicht einfach nur Sex gewesen. „Ich liebe dich Cat“, Die warmen, braunen Augen blickten mir bis auf meine Seele. „Perc“, ich strich ihm über die Wange,“ ich…“ Kräftiges Klopfen an der Tür unterbrach mich: „Wenn ihr dann so weit währt Kinder? Der Nachtisch und der Kaffee wären fertig.“ Eugenia. Ich schloss meine Augen. Das konnte doch wohl nicht wahr sein! „Deine Mutter…“, ich schüttelte den Kopf. Percival lag noch immer über mir und lachte: „ist einfach unmöglich!“
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