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Angel of Darkness

von Gaara
GeschichteFantasy / P18
06.10.2020
27.11.2020
11
14.991
1
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21.11.2020 1.284
 
Sie wachte von den ersten Sonnenstrahlen wach, sie lag noch auf dem Dach und hatte daher krasse Rückenschmerzen. Es passierte ihr tatsächlich öfter, dass sie in seltsamen Positionen einschlief, deshalb war sie an Rückenschmerzen schon gewöhnt. Sie stand auf und ließ ihre gelenke knacken. Danach machte sie sich daran wieder herunter zu klettern, sie konnte sich wohl nicht mehr länger verstecken, wenn sie dieses Versteck behalten wollte. Sie ignorierte die schmerzen einfach, sonst würde sie nie herunter kommen. Als sie wieder auf der Dachterrasse stand machte sie sich daran, ihr Zimmer zu finden. Das blöde Gebäude war verdammt groß und ihr Orientierungssinn war leider nicht besonders gut, würde sie sich an den hinweg erinnern können, sähe die Sache ganz anders aus, aber leider tat sie das nicht. Also lief sie einfach auf gut glück los. Sie wunderte sich langsam echt, dass sie irgendwie nie irgendwem über den Weg lief. Nach ein paar Minuten hatte sie sich hoffnungslos verlaufen. Wieso musste dieses Drecksgebäude auch so verdammt groß sein?! Plötzlich ging eine Tür auf und bei ihrem Glück lief sie natürlich voll dagegen.
„Verdammte Kacksdrecksscheisse!“, fluchte sie.
„Da bist du ja, wir haben dich schon gesucht“, überging Alexander ihre Flüche malwieder einfach.
„Nerv mich nicht“, fauchte sie.
„Ist da jemand schlecht gelaunt“, zog er sie auf. Sie erdolchte ihn mit Blicken.
„Die OP wird in einer Stunde losgehen“, informierte er sie. Das brachte sie dazu sich auf dem Absatz umzudrehen und zu verschwinden. Er ließ sie erstmal gewähren, das Krankenzimmer musste ohnehin noch vorbereitet werden. Sie schaffte es natürlich malwieder sich heillos zu verlaufen, es war ihr in diesem Moment auch schlicht egal.
Nachdem die Stunde vorüber war, fand Alexander sie recht schnell, eigentlich hatte sie gehofft, dass er sie nicht finden würde. Er packte sie und zerrte sie malwieder hinter sich her.
LASS MICH LOS, DU SCHMEISSFLIEGE! DU BASTARD! DU MISTKERL! DU SEEROSENGIESSER! DU WOHLSTANDSKRÜPPEL! DU GESICHTSELFMETER! DU BERUFUNFALL! DU DIESELHANDSCHUHTANKER! DU EINZELLER! DU GERÖLLGÜRTEL! DU FAUNABETRACHTER! DU BIST GENETISCHER ABFALL! WIE KANNST DU ES WAGEN! DU HAST DAZU KEIN RECHT! ICH HASSE DICH! DU KANNST DAS NICHT TUN! DAS IST NICHT DEIN SCHEISS ERNST! DU MASSENMÖRDER! DU KANNST MICH HIER NICHT FESTHALTEN! DU GROTTENOLM! LASS MICH LOS, DU BEDINUNGSANLEITUNGSDURCHLESER! DU GESICHTSFRAKTUR!“, brüllte sie ihn an. Er ignorierte das völlig, es störte ihn nicht einmal, dass sie um sich trat. Er öffnete eine Tür und zerrte sie hinter sich her. Plötzlich spürte sie eine Spritze im Arm und ihr wurde schwarz vor Augen.

Sie wachte mit einem Schrei auf. Um sie herum standen jede menge piepsende Geräte, an die sie angeschlossen war. Sie wurde über eine Maske beatmet, diese riss sie sofort von ihrem Gesicht. Dann bemerkte sie, dass in ihrem Arm ein Zugang steckte und ein Schlauch führte zu einem Infusionsgerät, darin befand sich eine Klare Flüssigkeit. Die Tür flog auf und Alexander stürmte herein.
„Alles in Ordnung?“, fragte er besorgt.
„Zieh es raus! Zieh es raus!“, kreischte sie panisch. Ihr liefen Tränen die Wangen herunter und sie zitterte stark. Erst begriff er nicht, aber dann wurde ihm Klar, dass sie den Zugang meinte. Er ging zu ihr, schaltete das Infusionsgerät ab und zog den Zugang heraus. Sofort zog sie sich soweit zurück wie es das Bett zuließ. Sie schlang die Arme um sich und presste sich eng an die Wand.
„Shh ganz ruhig, siehst du der Zugang ist draußen. Du brauchst keine Angst haben. Shhhh Du hast es ja hinter dir“, redete er beruhigend auf sie ein. Langsam begann sie tatsächlich sich zu beruhigen. Das Zittern ließ nach und die Tränen hörten auf zu fließen. Sie fasste sich an die schmerzende Stelle und bemerkte, dass dort ein großes Pflaster klebte. Sie wusste das dort vermutlich der Peilsender saß. Jetzt hörte sie das schnelle Piepsen und spürte, dass sie an ein EKG angeschlossen war.
„Ist alles wieder gut?“, fragte er nun.
„Wie soll den alles gut sein?! Ich wurde gerade gechipt wie ein Hund!“, fauchte sie.
Er hob die Hände und sagte: „Du weißt auch, dass das nötig war. Du wärst sonst wieder abgehauen, das hätte ich nicht zulassen können“
„Oh nein, wie schlimm! Ich hätte ein Leben haben können, aber nein das kannst du ja nicht zulassen!“, schrie sie ihn hysterisch an.
„Ich weiß, dass das alles schwer für dich ist. Lass dir erstmal Zeit. Du kannst jetzt auch allein im Haus herumlaufen. Und noch etwas, dir ist bestimmt schon aufgefallen, dass im Haus kaum jemand anwesend war, das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Für dich wird sich dadurch nichts ändern, wenn du es nicht willst wird niemand deine Räume betreten“, versuchte er sie zu beruhigen.
„Ich will die Schlüssel für die Räume haben“, kam es plötzlich von ihr. Er überlegte ein paar Sekunden dann fasste er einen Entschluss.
„Du bekommst die Schlüssel, allerdings habe ich einen Generalschlüssel und wenn ich das Gefühl habe, dass ich mal nachsehen sollte werde ich das tun. Sonst werden deine Räume von niemandem betreten, wenn du abgeschlossen hast“, stellte er eine Bedingung. Das war akzeptabel.
„Okay und ich will das Handy haben“, stimmte sie zu.
„Du bekommst es heute Abend und du kannst dann auch wieder in deine Räume“, gab er nach, „Wenn du willst, kannst du jetzt schon ein bisschen herumlaufen“. Das klang tatsächlich besser als im Bett rumzuliegen, also versuchte sie aufzustehen. Blöderweise war ihr Gleichgewichtssinn ein bisschen durcheinander und so begann alles sich zu drehen. Bevor sie hinfiel wurde sie aufgefangen, Alexander begann dann einfach wortlos sie zu stützen.
„Ich krieg das allein hin!“, fauchte sie.
„Natürlich kannst du das, aber wenn ich dir helfe geht es einfacher“, stimmte er ihr zu. Das war leider ein Totschlag Argument, also ließ sie sich stützen. Nach ein paar Minuten lief sie auf die Tür zu und ging hindurch. Er nahm das einfach so hin und ließ sie dahin laufen, wo sie hinwollte. Sie begann also damit das Haus zu erkunden, er sagte nichts dazu, dass sie sich an die zehn Mal verlief.
Als sie zum dritten Mal an derselben Tür vorbeikamen fluchte sie: „Verdammte Kacksdrecksscheisse! Wieso muss dieses beschissene Haus auch so groß sein!“ Ihr Begleiter sagte dazu zum Glück nichts. Sie schaffte es eigentlich immer einen neuen Korridor zu finden, der irgendwo anders hinführte.
„Wie groß ist dieses beschissene Haus eigentlich“, sprach sie ihn zum ersten Mal von sich aus an.
„Die Villa hat sechs Stockwerke und zwei Untergeschosse“, erzählte er ihr.
„Oh Gott! Wofür brauchst du den Platz denn Bitte?!“, fragte sie schockiert. Er musste lachen, was war denn daran bitte witzig?
„Ich habe eigentlich eine große Familie und ein paar von ihnen wohnen auch bei mir. Außerdem wohnen die meisten der Bediensteten auch hier. Hier werden allerdings keine illegalen Geschäfte gemacht, wir wollen ja schließlich nicht, dass die Polizei hier auftaucht“, erklärte er ihr. Nach diesem Gespräch verfielen sie wieder ins Schweigen.
Nach ein paar stunden war sie dermaßen erschöpft, dass sie keinen Schritt weiter gehen konnte. Innerlich fluchte sie, wieso hatte sie nicht rechtzeitig versucht ihr Zimmer wiederzufinden. Sie war verdammt müde, sie hatte in ihrer Zeit hier weder geschlafen noch etwas gegessen, getrunken hatte sie immer malwieder aus dem Wasserhahn, das rächte sich jetzt. Er bemerkte das natürlich fast sofort und hob sie einfach im Brautstil hoch.
„Lass mich sofort wieder runter, du Abwasserfilter“, keifte sie los.
„Ganz ruhig du würdest es nicht mehr bis zu deinem Bett schaffen. Es ist nichts schlimmes daran sich manchmal Helfen zu lassen“, versuchte er zu beschwichtigen. Sie schlug ihm gegen seine Brust, aber nach ein paar Minuten, verließ sie die Kraft. Sie sagten danach beide nichts mehr und er trug sie bis in ihr Bett. Dort deckte er sie liebevoll zu und sie schlief ein noch bevor er den Raum verließ.
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