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2020 10 05: Der Fluch [by NoirAngel]

OneshotAllgemein / P12 / Gen
Dean Winchester OC (Own Character) Sam Winchester
05.10.2020
05.10.2020
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05.10.2020 3.842
 
Tag der Veröffentlichung: 5. Oktober
Zitat: "Ich spreche nur meine Sprache und selbst damit hab‘ ich schon Probleme!" (Das fünfte Element)
Titel der Geschichte: Der Fluch
Autor: NoirAngel
Hauptcharaktere: Dean, Sam, Sarah
Kommentar des Autors: Dieses Zitat hat bisher am längsten gebraucht, auch wenn ich recht schnell eine Idee hatte. Das Schreiben habe ich vor mich hergeschoben, bis es fast schon zu spät war. Und entschuldigt bitte mein Latein, da war ich noch nie gut drin. Ich hoffe, die Geschichte gefällt euch, und ich wünsche viel Spaß beim Lesen^^


Dean spürt den Boden unter sich. Unangenehm bohrt sich ein Objekt in seinen Rücken. Nur mühsam bekommt er die Augen auf und die Sonne blendet ihn sofort. Er blinzelt, schließt die Augen für längere Zeit, nur um sie wieder zu öffnen. Nur langsam gewöhnen sie sich an das Licht. Er richtet sich stöhnend auf. Sein Kopf und auch sein Rücken schmerzen. Als er sich mit der Hand an den Kopf fasst, sind da mehr Schmerzen. An seiner Hand klebt Blut. Ist er niedergeschlagen worden?

Immer noch benommen blickt er sich um. Er ist in einem Wald, aber er hört von weiter weg Leute reden. Wo genau ist er?

Mühsam rappelt er sich hoch, verzieht das Gesicht, als sein Kopf noch mehr zu schmerzen beginnt, aber irgendwie schafft er es hoch. Er schaut sich noch einmal um, sieht aber nichts als Wald. Hinter einem Busch sieht er einen Mann mit roter Jacke vorbei joggen. Vielleicht ist er in einem Park? Er kann sich nicht erinnern, warum er in einem Park sein sollte.

Dean kommt ein Gedanke: Vielleicht weiß Sammy ja, warum er in einem Park ist und wie er dorthin gekommen ist und was überhaupt passiert ist. Er muss Sammy nur finden. Die Frage ist nur: Wo ist sein Bruder? Dean kann sich nicht erinnern. Ist er in einem Motel? Oder mit ihm im Park? An was für einem Fall haben sie eigentlich gearbeitet? Und in welcher Stadt sind sie?

Dean wird es plötzlich sehr kalt und er beginnt zu frösteln. Er weiß nicht mehr, wo sie sind. Wie die Stadt heißt, was für einen Fall sie untersuchen. Er kann sich an nichts erinnern. Wieder fährt er sich mit der Hand übers Gesicht. Seine Hand zittert und sein Herz schlägt unnatürlich schnell. Er muss sich doch an all das erinnern. Selbst wenn ihn der Schlag einiges vergessen hat lassen, an sowas wie den Stadtnamen muss er sich doch erinnern können.

Fieberhaft versucht er sich zu erinnern. Waren sie nach Maine gefahren? Oder nach Texas? Oder vielleicht doch South Carolina? Er blickt sich suchend um. Es muss doch einen Anhaltspunkt geben, irgendwas, das ihm sagt, wo er ist, oder? Es würde ja schon reichen, wenn er weiß, wo Sam ist.

Dean merkt, wie Panik in ihm hochkommt. Jetzt beginnt er zu schwitzen, obwohl ihm immer noch kalt ist. Sein Herz beruhigt sich einfach nicht und er merkt, wie ihm leicht schwindelig wird, als er sich abermals im Kreis dreht, um vielleicht doch noch etwas zu finden, was ihm weiterhilft. Scheiße! Er weiß nichts mehr! Er weiß es einfach nicht!

Dean zwingt sich dazu die Augen zu schließen und ein paar Mal tief durchzuatmen. Er schafft das schon. Er hat ja auch die Apokalypse gemeistert. Er hat das Fegefeuer und die Zeit in der Hölle überstanden. Er hat auch das Kainsmal überlebt. Und ohne Erinnerungen in einem Park aufzuwachen, ist im Vergleich zu dem, was er sonst so geschafft hat, doch gar nichts. Also schafft er auch das. Er muss sich nur beruhigen. Dann kann er Sammy suchen und der erklärt ihm dann, was los ist. Dean wird sich schon an alles erinnern, wenn Sam es ihm erzählt.

Noch einmal atmet Dean tief durch, öffnet die Augen und geht dann auf den Weg zu, der anscheinend hinter ein paar Büschen verläuft. Kaum stolpert er aus dem Busch wird er auch schon angerempelt und ein Mann schaut ihn erschrocken an, bleibt aber nicht stehen, sondern läuft einfach weiter. Er blickt sogar noch einmal über die Schulter und mustert Dean mit zusammengekniffenen Augen.

Dean sieht dem Mann einen Moment hinterher, dann geht er in die entgegengesetzte Richtung. Er will aus dem Park raus, ein Telefonbuch finden und in das erste Motel, das darin verzeichnet ist, gehen. Dort wird Sam hoffentlich dann auch sein.

~

Dean klopft an die Tür mit den Ziffern 217. Darin sollte sich Sam aufhalten. Zumindest hatte das der zwielichtige Typ an der Rezeption gemeint, nachdem ihm Dean sehr umständlich beschrieben hat, wen er sucht. Irgendwie sind ihm manche Worte nicht mehr eingefallen, was irgendwie seltsam war und auch immer noch ist. Er weiß nicht, woran das liegt. Er erinnert sich auch weiterhin an nichts weiter, außer, dass er Sam finden muss. Sein Bruder wird hoffentlich dann Licht ins Dunkle bringen.

Die Tür geht einen Spalt breit auf. „Dean?“, fragt sein Bruder mit vorsichtiger Stimme.

„Ja, man. Und jetzt lass mich ins … ins, ach, lass mich rein!“ Dean drückt die Tür genervt auf und tritt schnell ein. Sein Bruder steht dort mit Waffe in der Hand.

Sam schüttelt den Kopf und schließt hinter Dean die Tür. „Dean, wo warst du denn? Ich hab mir Sorgen gemacht.“ Der jüngere Winchester kommt auf Dean zu, legt die Waffe auf den Tisch.

Dean zuckt nur mit den Schultern. „Ich weiß nicht, wo ich war“, muss er zugeben. „In einem… einem… Dings halt. Grün, inmitten einer Stadt?“ Fragend sieht er zu Sam, der ihn nur entgeistert ansieht.

„Einem Park?“

„Genau dort.“ Dean schnippt mit dem Finger und nickt. Warum ist ihm dieses Wort nicht eingefallen? Er lässt sich auf einen der Stühle fallen und greift nach einer der Akten. Er beginnt zu lesen, doch die Worte ergeben irgendwie keinen Sinn. Sie verschwimmen teilweise. Dean fährt sich mit einer Hand über die Augen, blinzelt ein paar Mal, starrt wieder auf die Akte. Keine der Worte ergibt Sinn.

„Ist alles okay?“, fragt Sam, der bis eben inmitten des Raumes gestanden hat und mit verschränkten Armen Dean dabei beobachtet hat, wie der in der Akte blättert. Seine Stirn ziert bereits eine Sorgenfalte. „Du wirkst irgendwie ein bisschen krank.“

Wieder zuckt Dean mit den Schultern, blickt auf die Tischplatte. „Keine Ahnung. Ich kann mich an nichts, äh, wie heißt das Wort? Erinnern? Und ich vergesse Worte.“

„Wie, du kannst dich an nichts erinnern?“ Sam kommt einen Schritt auf Dean zu.

„Keine Ahnung? Ich bin in diesem du weißt schon aufgewacht und ich konnte mich an nichts… naja. Ich weiß auch nicht.“

Sam lässt sich auf den zweiten Stuhl sinken, stützt den Kopf auf die Hände und starrt Dean an. Dean weiß nicht, wie er reagieren soll und blickt stattdessen aus dem Fenster. Er weiß nicht, was los ist. Was passiert ist. Er kann sich nichts erklären. Nicht, was in der Vergangenheit passiert ist, noch, warum er die Worte vergisst. Er reibt mit den Händen über seine Jeans. Das ist alles nicht gut, das fühlt er.
Sam seufzt und fährt sich mit der Hand übers Gesicht. Er hat sich zurückgelehnt und scheint zu überlegen. Dann endlich sagt er: „Erinnerst du dich an den einen Fall mit Rowena? Als diese Hexen dich mit einem Zauber belegt haben, der dich alles vergessen hat lassen? Vielleicht ist es ja so was ...“

Dean schaut wieder zu seinem Bruder. „Wer ist Rowena?“

„Rowena. Die Hexe. Crowleys Mutter.“ Sams Augenbrauen wandern erst nach oben, dann in die Mitte, bis sie sich fast berühren. Dean zuckt nur mit den Schultern und schüttelt den Kopf. Wer soll diese Rowena sein? Und wer Crowley? Und dann meint er in den Augen seines Bruders so etwas wie Angst zu erkennen. „Du weißt nicht, wovon ich rede, oder?“ Dean schüttelt erneut den Kopf.

Sam steht ruckartig auf, beginnt im Raum herum zu laufen. Dean beobachtet ihn ängstlich. „Wir müssen finden, was dich alles vergessen lässt und wir müssen so schnell wie möglich diesen Fall lösen.“ Er fährt sich schnell durch die langen Haare und bleibt schließlich stehen, bedeckt sein Gesicht mit den Händen und verharrt für einen Moment in der Position. Dean bewegt sich nicht, auch wenn er gerne aufspringen würde und etwas tun würde. Er weiß aber nicht, was. Er kann sich auch nicht an den Fall erinnern. Endlich kommt wieder Bewegung in Sam. Er geht zu einer Tasche und holt sein Handy heraus. Schnell tippt er darauf herum und hält es sich dann ans Ohr.

Es ist sehr still im Zimmer, einige Zeit sagt niemand etwas.

„Wen versuchst du zu … zu … “ Dean findet das Wort nicht.

„Ich rufe Rowena an. Sie hat uns damit einmal geholfen, sie kann es wieder.“ Sam beginnt wieder auf und ab zu gehen. Seine Gesichtszüge sind angespannt und er kaut auf seiner Lippe herum.

Endlich hört man leise eine andere Stimme aus dem Telefon klingen. Dean identifiziert sie als weiblich. Sam und sie reden. Sam erklärt die Situation und Rowena antwortet immer mal wieder. Dean beobachtet das alles nur von seinem Platz aus. Er ist ruhiger geworden, die Hände liegen gefaltet auf dem Tisch und generell fühlt er sich entspannter. Sam ist da und er kümmert sich um alles. Und Dean kann sich auf seinen Bruder verlassen. Zumindest das weiß er noch.

Nach einer gefühlten Ewigkeit legt Sam auf und schaut aus dem Fenster. Er klopft mit dem Handy gegen seinen Arm und kaut auf seiner Lippe herum. Jetzt wird Dean wieder unruhig. Er beginnt auf seinem Stuhl herumzurutschen und starrt seinen Bruder an.

„Und? Was hat sie gesagt?“, fragt er schließlich.

Der Blick seines Bruders fokussiert sich auf ihn und er sagt: „Sie hilft uns.“

„Das ist doch ...“ Dean findet das Wort nicht, aber Sam versteht ihn trotzdem.

„Schon, aber sie kann erst in ein paar Stunden hier sein und den Fluch brechen. Sie schaut nämlich gleich nochmal in dem Park nach, um wirklich sicher zu sein, dass es der Fluch ist. Und wir haben noch den Fall zu lösen.“ Er seufzt und setzt sich an den Tisch und klappt seinen Laptop auf. „Der Fall dürfte schnell gelöst sein“, murmelt er. „Wir haben alles da, aber die Zeit läuft uns davon. Wir müssen es jetzt tun, anders geht es nicht. Es muss nur jemand mit rüber und den Zauber mit ihr sprechen und dann zurück und fertig.“

Dean versteht nichts davon. Er weiß nicht, wovon Sam redet, aber wenn Sam meint, sie können es schaffen, dann wird es so sein.

„Wir brechen gleich auf, der Zeitraum für das Ritual läuft eh bald ab. Also befreien wir die Frau von dem Kobold und dann rettet Rowena dich. Ist das ein guter Plan?“ Sam schaut Dean mit ernstem Gesicht an. Dean nickt einfach, auch wenn er nicht weiß, ob das eine gute Idee ist. Aber Sam wird es wissen.

~

Sie befinden sich in dem Haus einer Frau, die anscheinend schon sehr auf die Brüder gewartet hat. Sie sieht mitgenommen aus, ist bleich und hat dunkle Ringe unter den Augen. Sie öffnet sofort die Tür als Sam klingelt. Dean folgt ihm einfach nur, er wird eh nicht verstehen, was genau los ist, auch wenn Sam es ihm erklären würde. Er würde es eh vergessen.

„Gut, dass ihr hier seid. Ich hatte schon Angst, ihr würdet nicht kommen“, sagt die Frau mit zittriger Stimme, während sie sie ins Wohnzimmer führt.

Sam, der eine Kiste bei sich trägt, lächelt sie an: „Wir würden dich nicht allein lassen. Wir sind gekommen, um den Fall zu lösen und genau das werden wir jetzt auch tun.“ Er stellt die Kiste auf dem Wohnzimmertisch ab. „Hast du eine Schüssel da? Eine die auch ein bisschen Feuer verträgt?“

Die Frau nickt und geht. Sam beginnt die Kiste auszupacken und zieht verschiedene Kräuter, Dosen und eine kleine Flasche heraus. Und einen vergilbten Zettel.

„Ich werde dann mit ihr rüber gehen, weil man sich einen Zauber merken muss und du bist grad nicht so gut mit dem Erinnern“, informiert er Dean. Der nickt. Das wird das Beste sein. Aber er will auf der anderen Seite auch helfen.

„Hier ist eine Schüssel. Ist die groß genug?“ Die Frau kommt mit einer großen Metallschüssel zurück und reicht sie Sam.

„Die ist perfekt, Sarah“, meint Sam und beginnt sofort damit die Kräuter und andere Sachen in die Schüssel zu füllen. „Also“, sagt er schließlich, „wenn wir das jetzt anzünden, wird eine Art Portal geöffnet, durch das wir zur Welt des Kobolds gelangen. Ich werde mit dir gehen, denn der Spruch kann nur zu zweit gesagt werden. Wenn wir ihn aufgesagt haben, dann gehen wir zurück und dann dürfte alles erledigt sein. Verstanden?“

Sarah nickt. „Ich hab noch eine Frage.“ Sam sieht sie an. „Kann nicht Dean mitkommen?“ Sarah schaut zu Boden und spielt mit ihrem Pulloversaum herum.

Sam schaut zu Dean, der mal wieder nicht weiß, was er sagen soll. Sam sieht nicht begeistert aus, aber Dean will nicht nur untätig rumstehen. Und wenn diese Sarah schon nach ihm fragt, dann kann er ja auch mit, oder? Er schreibt sich den Spruch einfach auf.

„Okay“, sagt er deswegen. Sofort schaut Sarah ihn mit einem leichten Lächeln an. Dafür verdüstert sich Sams Gesicht.

„Dann machen wir das jetzt?“ Sarah tänzelt von einem Fuß auf den anderen, schaut gespannt zwischen den Brüdern hin und her.

Sam legt kurz den Kopf schief, dann nickt er und reicht der Frau den Zettel, den er in der Hand gehalten hat. „Präg dir diesen Satz ein.“ Er deutet auf eine Zeile auf dem Blatt. „Er wird genauso ausgesprochen, wie er geschrieben wird, aber sag ihn trotzdem ein paar Mal laut. Mein Bruder und ich müssen noch was besprechen.“ Er packt Dean am Arm und zieht ihn mit sich.

Als sie im Flur stehen, dreht Sam sich um und schaut Dean böse an. „Sag mal, spinnst du? Du kannst nicht mit! Du merkst dir den Satz nicht!“

Dean zuckt mit den Schultern. „Aufschreiben“, meint er nur. Er packt das schon. Er weiß das. Warum vertraut ihm sein Bruder nicht?

Sam seufzt genervt, fährt sich erneut mit der Hand übers Gesicht, dann sagt er: „Okay, ich schreib dir den Satz auf, aber du versuchst ihn dir auch zu merken.“ Dean nickt grinsend und dreht sich um, um wieder ins Wohnzimmer zu gehen. Es wird kein Problem geben, ganz sicher.

„Hast du dir den Satz gemerkt?“, fragt Sam Sarah, die gleich darauf nickt. Der jüngere Winchester lässt sich das Blatt zurückgeben. „Ich schreibe euch beiden vorsichtshalber den Satz auf, aber versucht euch bitte daran zu erinnern.“ Sein Kiefer ist angespannt, seine Augenbrauen sehr eng zusammengezogen. Er holt einen Stift und Papier und schreibt darauf den Satz. Die Zettel gibt er Sarah und Dean.
Dean betrachtet den Zettel in seinen Händen. Darauf steht: Descede nanus! Egredi hoc loco! Mehr nicht. Das kann Dean sich ja wohl merken. Descede nanus! Egredi hoc loco! Descede nanus! Egredi hoc loco! Dean wiederholt die Worte in seinem Kopf. Descede nanus! Egredi hoc loco!

„Okay.“ Sam ist bei der Schale und hält eine Streichholzpackung in der Hand. „Seid ihr bereit?“ Sarah nickt und geht zu Sam. Dean tut es ihr gleich. Sein kleiner Bruder wirft ihm einen Blick zu. Eine Augenbraue ist dabei höher gezogen als die andere. Dean nickt. Er schafft das. Descede nanus! Egredi hoc loco!, wiederholt er erneut. Er umklammert aber trotzdem den Zettel in seiner Hand. Den darf er nicht verlieren.

Sam seufzt, schaut Dean noch einmal an, dann entzündet er endlich das Streichholz. Und schon landet es in der Schale. Eine Flamme beginnt fast sofort zu züngeln und ein süßlicher Duft verbreitet sich. Einen Moment geschieht nichts. Dean sieht fragend zu Sam, doch der weiß anscheinend auch nicht, was los ist. Doch dann endlich erscheint ein Riss inmitten des Zimmers. Er ist lila und blitzt immer wieder weiß auf.

„Dann sollten … äh… wir … los“, Dean ist froh die Worte zu finden, auch wenn es lange gebraucht hat. Sarah schaut ihn mit großen Augen an. Ihre Hände zittern leicht. Dean versucht zu lächeln und will etwas sagen, doch ihm fallen die Worte nicht ein. Er schließt den Mund wieder.

Dann schaut er nochmal zu Sam und geht auf den Spalt zu. Es muss ja sein. Er hat gesagt, dass er mitkommt. Dean blickt über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass Sarah im folgt. Sie tut es. Und schon tritt er in den Spalt.

Alles wird weiß um ihn herum, aber kurz darauf stolpert er auf eine Wiese. Er kann sich gerade noch halten, bevor er fällt. Neugierig schaut er sich um. Direkt vor ihm erstreckt sich eine Wiese, rechts sieht man in einiger Entfernung einen Wald und links befindet sich ein See. Es sieht seiner Meinung nach viel zu idyllisch aus.

Auch Sarah ist bei ihm angekommen. Sie schaut sich staunend um. „So sieht also das Reich der Kobolde aus“, murmelt sie. „Schön hier, nicht?“

Dean zuckt mit den Schultern. Er öffnet wieder den Mund, um etwas zu sagen, als Sarah einen kurzen Schrei ausstößt. Dean sieht sich um. Vor ihm im Gras steht ein kleiner Mann, gekleidet in einem dunkelgrünen Anzug. „Das ist er“, flüstert Sarah, die sich an Deans Arm klammert.

Der Gnom schaut sie mit zusammengekniffenen Augen an. Dann öffnet er den Mund und spricht zu ihnen, doch es klingt eher wie Gesang aus verschiedenen Lauten als wirkliche Sprache. Er verstummt nach einiger Zeit wieder, schaut düster zwischen den beiden hin und her. Sein Fuß tappt unruhig auf den Boden.

„Was hat er gesagt?“, fragt Sarah leise.

Dean kann den Blick nicht von dem Kobold losreißen, antwortet aber: „Keine … keine …“ Der Gnom beginnt wieder zu singen.

Sarah zerrt an Deans Arm und fragt erneut: „Weißt du, was er sagt? Du bist der Jäger, du müsstest es ja wissen. Du kümmerst dich jeden Tag umso was hier.“

Dean zuckt wieder mit den Schultern. Woher soll er wissen, was der Kobold sagt. Er kann eigentlich nur seine Sprache, und selbst damit hat er ja gerade so seine Schwierigkeiten. Naja, und ein paar Worte Latein.

Latein? Latein! Das Ritual!

Hektisch versucht sich Dean an die Worte zu erinnern. Ihm fällt es nicht ein. Er schaut zu Sarah, die sich immer noch an seinen Arm klammert und auf den Gnom starrt, der immer weiter singt. Dean muss es ihr sagen. Sie muss den Spruch auch zuerst sagen.

„R… Ri….“ Ihm fällt das Wort nicht ein. Sarah schaut ihn jetzt fragend an. Er muss es weiter probieren. „Ri… Ri… Worte. Zauber.“ Endlich versteht sie.

Sie schaut wieder zum Gnom. Und schon sagt sie ihre Worte auf. Der Kobold verstummt und starrt sie mit weit aufgerissenen Augen an.

Sarah ist fertig und stößt Dean ihren Ellenbogen in die Rippen. Dean weiß, dass er jetzt seinen Satz sagen soll, aber er fällt ihm nicht ein. Er fällt ihm einfach nicht ein. Aber er hat ja den Zettel. Er greift in seine Jackentasche und kramt den Zettel hervor, schaut darauf und liest die Worte: „Descede nanus! Egredi hoc loco!“

Der Kobold schreit auf. Er windet sich wie unter Schmerzen, dann geht er in Flammen auf. Nichts bleibt von ihm übrig, nicht mal Asche.

„Das war ja einfach“, murmelt Sarah und starrt auf den Fleck, wo der Kobold gerade eben noch gestanden hat.

„Zurück“, meint Dean plötzlich. Sie müssen zurück. Und zwar schnell. Nicht, dass sich das Tor schließt. Er dreht sich um. Das Portal ist noch offen, aber es scheint kleiner geworden zu sein. Dean zieht Sarah mit sich. Wenigstens kann er sich noch bewegen, denkt er, als er durchs Portal geht. Sarah hält er dabei an der Hand. Wieder wird alles weiß und schon stolpern sie ins Wohnzimmer.

Sam springt von seinem Stuhl auf. „Da seid ihr ja endlich! Ich dachte, ihr kommt gar nicht mehr.“ Er läuft auf die Beiden zu und hilft Sarah auf, die neben Dean auf dem Boden kniet. „Ich hab mir echt Sorgen gemacht. Ihr wart eine halbe Stunde dort drinnen.“

Entsetzt blickt Dean den Mann an. Er weiß nicht mehr, wer das ist. Er spürt aber, dass er ihm vertrauen kann. Sarah spricht dann das aus, was er auch denkt: „Für uns waren es nur Minuten.“

„Egal, Hauptsache, ihr habt es geschafft“, meint Sam und führt Sarah zu dem Stuhl, auf dem er gerade noch gesessen hat.

„Also ist jetzt alles vorbei?“ Sarah sieht zu Sam auf, der nur nickt. „Das ist gut. Vielen Dank, dass ihr mir geholfen habt. Kann ich euch noch zu einem Kaffee einladen? Ich hab auch Kuchen da. So als Dank?“

Sam lächelt, sagt aber: „Das ist sehr lieb, aber wir haben gleich noch was vor und dass hat höchste Wichtigkeit.“

„Na gut. Aber ihr seid immer herzlich eingeladen, wenn ihr mal wieder hier seid.“ Sarah lächelt die Beiden groß an.

Sam bedankt sich bei ihr und auch Dean lächelt ihr zum Abschied zu. Sam beeilt sich aus dem Haus zu kommen und schleift Dean mit sich, da der sich sonst gar nicht bewegen würde.

Kaum sind sie draußen, meint Sam: „Wir müssen sofort ins Hotel. Rowena ist da und sie bricht dort den Zauber.“

„Wer?“, fragt Dean und bleibt stehen. „Was?“

„Komm schon“, Sam zerrt Dean mit sich zum Auto und bugsiert ihn auf den Beifahrersitz. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Puh. Also irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mich mit dieser Geschichte extrem gespoilert habe. Ich meine, wenn diese Sarah schon in den Charakteren auftaucht ... In anderen Supernatural-FFs wurde ich zwar auch schon dezent gespoilert, aber da war dann lediglich von Bunker, Kainsmal oder sonst was die Rede. Was das aber genau ist, wurde dann nur grob umrissen. Hier habe ich aber irgendwie das Gefühl, dass mir eine gesamte Folge gespoilert wurde. Das hier ist zwar immer noch eine Fanfiktion und damit wohl kaum 1:1 der Serie entnommen, aber ein mieses Gefühl habe ich trotzdem.
Oder ist die Sarah in dieser Geschichte vielleicht gar nicht Sarah Blake? (Ich habe gerade nach Sarah Blake gesucht und weiß jetzt wieder wer sie ist. Aus dem Grund passt die Sarah aus dieser Geschichte für mich nicht mehr mit Sarah Blake zusammen und vielleicht ist dieses Kapitel dann doch kein Spoiler, zumindest kein richtiger.)
Über was mache ich mir hier gerade überhaupt Gedanken? Durch die Recherche gerade eben habe ich mich auch gespoilert, aber der Gedanke hatte mich nicht mehr losgelassen. Also ist das okay. Irgendwie … Damit muss ich jetzt wohl aber leben. Ich habe es ja bewusst gemacht.
Puh. Das war jetzt viel Text. Hoffentlich habe ich euch damit nicht zu sehr gelangweilt. Das waren einfach meine Gedanken hierzu. Manchmal habe ich eben etwas mehr zu sagen und manchmal eben weniger. Manchmal habe ich auch weder Zeit, Lust oder den Gedanken dafür viel zu schreiben. Manchmal schwirrt mir einfach viel zu viel anderes im Kopf herum und dann will ich nur noch das Kapitel veröffentlichen und fertig. Ich kann nur hoffen, dass die Autoren es nicht zu persönlich nehmen, wenn ich mal zu ihren Geschichten nur einen oder zwei Sätze als Nachwort schreibe, während es bei anderen Geschichten ganze Romane werden.

Eure lula-chan
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