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Geschwister

von ceeliinee
OneshotFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Carly Shay Spencer Shay
04.10.2020
04.10.2020
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Geschwister

Die zwölfjährige Carly verließ nun schon seit zwei Tagen nicht mehr ihr Zimmer. Sie war aus dem Krankenhaus entlassen und nun passte ihr großer Bruder auf sie auf. Wobei man davon wirklich nicht reden konnte. Früher einmal – als ihre Eltern noch zusammen und Carly noch klein war – verstanden Spencer und Carly sich wirklich gut. Er liebte seine kleine Schwester wirklich heiß und innig, spielte mit ihr, las ihr zum Einschlafen Geschichten vor und sie durfte zu ihm ins Bett krabbeln, wenn sie mal wieder nicht einschlafen konnte – wegen eines Albtraums oder wegen ihren Eltern, die sich mal wieder stritten. Doch dann entschied Spencer sich, vor fünf Jahren, nach New York zu ziehen um die große Karriere als Künstler zu starten. Seitdem hatte Carly ihren Bruder kaum noch gesehen. Auch als sich ihre Eltern vor drei Jahren trennten, schien es dem jungen Künstler nicht zu interessieren. Es war, als hätte er seine Schwester vergessen, was Carly jeden Tag schmerzte. Carly war bei ihrer Mutter in Seattle geblieben, doch jetzt war sie tot und Carly alleine. Das junge Mädchen war mit ihrer Mutter auf dem Weg nach Portland, wo ihr Bruder seine erste größere Ausstellung hatte. Auch wenn Carly von ihrem Bruder enttäuscht war, ihr war es wichtig, in so einem wichtigen Moment dabei zu sein. Aber es hat geregnet und die Sicht war schlecht. Das Auto ist von der Straße abgekommen und vor einem Baum gekracht. Wie durch ein Wunder hat Carly nur ein paar Prellungen abbekommen, ihre Mutter jedoch hat den Unfall nicht überlebt. Carlys Vater war bei der Marine, stationiert in Europa und hatte keine Möglichkeit, nach Amerika zu kommen. Deshalb war nun Spencer bei seiner kleinen Schwester, jedoch konnte man von kümmern aus Carlys Sicht nicht reden.

Spencer saß im Wohnzimmer der Wohnung in Seattle, mit seinem Skizzenblock auf dem Schoß. Eigentlich musste er eine neue Skulptur fertig kriegen, doch sein Kopf war nicht bei der Sache. Gedanken um seine verstorbene Mutter und seine kleine Schwester kreisten in seinem Kopf. Er hatte sich noch keine Chance gegeben zu trauern, er hielt es schlicht nicht für notwenig. Seine Mutter war tot und er hatte nun seine kleine Schwester an der Backe. Früher einmal, bevor Spencer seine Kunstkarriere startete, hatten er und Carly sich wirklich gut verstanden, doch diese Zeit war vorbei, das bemerkte der junge Erwachsene. Immerhin ignorierte Carly ihn die meiste Zeit. Sie weigerte sich aus ihrem Zimmer rauszukommen und redete, wenn überhaupt, nur, wenn es darum ging, was Spencer zu Essen machte. Auch wenn er es nicht zeigte, Spencer machte sich große Sorgen um seine Schwester. Sie hatten vielleicht lange keinen Kontakt mehr gehabt und dadurch ihre besondere Verbindung verloren, aber er liebte seine Schwester trotzdem und wollte ihr Lächeln wieder sehen.

Abends war Spencer wieder auf dem Weg zum Zimmer seiner kleinen Schwester. Er hatte sich dazu entschieden, mal etwas total abgefahrenes zu kochen: Spaghetti-Tacos. Früher hatte seine Schwester immer gelacht, wenn er verschiedene Essen miteinander kombiniert hatte – ihr damaliger Favorit: Nutella in eine Tacoschale. Vielleicht bekam er sie ja so nochmal zum lachen.
„Carly, ich habe Spaghetti-Tacos gemacht.“ rief er an der Türe, bevor er sie öffnete. Seine kleine Schwester lag in ihrem Bett und starrte an die Decke.
„Ich hab keinen Hunger.“ murmelte Carly erstickt. Man hörte deutlich, dass sie geweint hatte.
„Es sind Spaghetti-Tacos, das ist doch abgefahren!“ versuchte Spencer es nochmal.
„Ja und?“ Carly drehte sich von Spencer weg. Konnte er nicht einfach verschwinden?
„Früher hast du es geliebt, wenn ich abgefahrene Sachen gekocht habe!“ versuchte Spencer es nochmal, doch damit hatte er den falschen Nerv getroffen.
„Genau früher! Bevor du uns für deine bescheuerte Kunst verlassen hast, bevor unsere Eltern sich getrennt haben und du mich damit komplett alleine gelassen hast und als du mich noch lieb hattest.“ Das kleine Mädchen begann zu weinen.
„Was, wie kommst du darauf, ich hätte dich nicht mehr lieb? Das ist doch völliger Bullshit!“ Spencer war erschrocken, glaubte seine Schwester das wirklich?
„Achja? Wieso hast du uns dann alleine gelassen? Wieso hast du mich dann allein gelassen?“ schrie Carly ihren Bruder an.
„Ach, also...“, begann Spencer, raufte sich die Haare und setzte sich zu Carly ans Bett: „Ich weiß es doch selbst nicht. Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass ich Künstler werden will. Also bin ich nach New York gegangen, weil ich dort die besten Chancen hatte. Ich musste ziemlich hart arbeiten und war oft erst spät nachts zu Hause, dann war es zu spät um anzurufen. Außerdem hatte ich, bevor ich gegangen bin Streit mit Mum und Dad. Sie waren gegen meinen Karrierewunsch. Ich war dumm und dachte, da Mum und Dad mich nicht unterstützen wollen, erzähle ich ihnen auch nichts davon, wie es bei mir läuft. Du musst mir glauben, Kleines, das hatte nie etwas damit zu tun, dass ich dich nicht mehr lieb habe und auch unsere Eltern habe ich immer noch lieb. Und du kannst mir glauben, ich habe euch jeden einzelnen Tag vermisst. Und jetzt...“ Spencers Dämme brachen und Tränen liefen seine Wangen hinunter. „Mum ist tot und ich hatte nicht mehr die Möglichkeit ihr zu sagen, dass ich sie liebe. Oder ihr das Kunstwerk zu zeigen, was ich für sie angefangen habe, ich bin so ein Idiot.“ Das Ende schrie Spencer raus. Carly nahm ihren Bruder in den Arm.
„Mum war stolz auf dich. Wir haben uns deine Kunstwerke im Internet angeschaut... und...“ Carly war sich unsicher, ob sie es ihrem Bruder erzählen sollte.
„Was?“
„Mum und ich waren auf dem Weg nach Portland, um uns deine Ausstellung anzusehen.“ erzählte Carly letztendlich.
„Aber, der Unf... ihr... der Unfall ist passiert als ihr auf dem Weg nach Portland wart?“ Carly nickte.
„Aber du bist nicht Schuld! Wenn überhaupt ich, weil ich auf die Idee gekommen bin.“
„Es... es ist niemandes Schuld. Weder deine noch meine, aber, du wolltest auf meine Ausstellung, obwohl du mich hasst?“ fragte Spencer überrascht.
„Ich hasse dich doch nicht, das könnte ich gar nicht. Du bist mein großer Bruder und ich habe dich lieb, auch wenn du dich wie ein Arschloch verhalten hast!“ meinte Carly.
„Also, erstens, woher kennst du so ein Wort? Und zweitens, du hast mich wirklich nicht?“
Carly schüttelte darauf den Kopf.
„Wie wärs. Wir gehen zusammen runter in die Küche, essen Spaghetti-Tacos und reden. Über die letzten fünf Jahre und vielleicht auch über den Unfall, damit wir beide das verarbeitet bekommen. Danach telefonieren wir gemeinsam mit Dad und schauen einen Film, du suchst aus.“ schlug Spencer seiner Schwester vor. Carly nickte.
„Das hört sich gut an!“

Gemeinsam gingen Carly und Spencer in die Küche. Spencer war überrascht, dass er so große Fortschritte gemacht hatte. Nun saßen sie in der Küche, aßen Spaghetti-Tacos und waren überrascht, dass sie sich wieder so gut verstanden.
„Die Tacos sind wirklich gut!“, sagte Carly überrascht. Auch Spencer hatte damit nicht gerechnet und konnte nur begeistert nicken.
„Du kannst immer noch genauso gut kochen wie früher!“ meinte Carly. Sie fand es unglaublich, dass es sich mit Spencer schon fast wieder wie früher anfühlte. Während des Essens erzählte Carly von den letzten fünf Jahren, ihren Noten und von Sam, ihrer besten Freundin. Im Gegenzug erzählte Spencer von seinen Freunden in New York, wie er sich durchgeschlagen hatte und von den ganzen coolen Läden.
„Wir müssen definitiv mal gemeinsam nach New York, da gibt es einen genialen Laden, wo die alle möglichen Cornflakes und Müslisorten haben und du kannst die Mischen. Und da ist ein geniales Arcade, da gibt es alle möglichen Automaten und ich könnte dir einige meiner Skulpturen zeigen!“ Spencer schmiedete unglaublich viele Pläne. Er hatte sich vorgenommen, seine kleine Schwester nicht mehr im Stich zu lassen, das hatte er lange genug getan und jetzt brauchte sie ihn mehr den je. Wo sollte sie sonst hin? Zu ihrem Vater ins U-Boot? Zu ihrem Großvater in einem Kaff ohne Internetverbindung, ohne Netz und ohne all die Dinge, die Carly so liebt? Ohne ihre Freundinnen? Nein, sie würde bei ihm bleiben. Seine Kunst konnte er auch in Seattle machen, Kontakte hatte er mittlerweile geknüpft, sodass dieser Umzug für ihn kein Problem sein müsste. Es hatte eben auch Vorteile ein selbstständiger Künstler zu sein.
„Ich werde das Sorgerecht für dich übernehmen, also wenn du das willst. Ich werde nach hier ziehen, dann musst du nicht aus deiner gewohnten Umgebung raus.“ erklärte Spencer seiner kleinen Schwester, als sein Handy klingelte.

Sein Vater. Er drückte den grünen Knopf und nahm den Anruf an. „Hallo Dad.“ begrüßte er seinen Vater. „Hey Daddy.“ rief auch Carly in das Telefon.
„Du hast Carly aus ihrem Zimmer bekommen?“ fragte der Vater der Geschwister erstaunt.
„Ja, wir haben grade zusammen gegessen und einen Entschluss gefasst.“ Spencer wollte seinem Vater so schnell wie möglich von seinem Plan erzählen.
„Den habe ich auch gefasst. Ich komme leider in nächster Zeit nicht hier weg und mein Job ist auch viel zu unsicher, weshalb ich Carly nicht zu mir nehmen kann. Euer Grandpa kommt sie morgen früh holen, sie soll zu ihm ziehen. Würdest du bitte deiner Schwester beim Packen helfen?“
Geschockt sah Carly ihren Bruder an. Sie wollte nicht zu ihrem Grandpa in einen fremden kleinen Ort ziehen, ohne Empfang und ohne ihre Freunde. Sie liebte ihren Großvater, wirklich, doch bei ihm leben würde sie wirklich nicht wollen.
„Nein.“ sagte Spencer. Er würde sich seine kleine Schwester nicht wegnehmen lassen.
„Was?“ fragte Mr. Shay.
„Du hast mich schon verstanden. Nein. Carly sollte nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gezogen werden. Sie braucht ihre Freunde und ein modernes Leben.“ versuchte Spencer seinen Vater zu überzeugen.
„Ein Kind braucht mehr, als Freunde und modernes Leben. Ein Kind braucht ein geordnetes Leben und eine verantwortungsbewusste Bezugsperson. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass du reif genug  dafür bist. Meine Entscheidung ist gefallen, Spencer. Tut mit leid.“
„Und ich darf nicht mitreden? Ich möchte nicht nach Yakima. Da gibt es keinen Empfang, ich habe dort keine Freunde und generell, ich möchte in Seattle bleiben! Bei Spencer!“ meinte Carly. Spencer war gerührt.
„Tut mit leid, Carlotta, aber du gehst nach Yakima, das ist mein letztes Wort. Ich melde mich bald wieder.“ Damit legte ihr Vater auf.
„Das meint er nicht ernst, oder? Er kann nicht entscheiden, dass ich zu Grandpa nach Yakima muss, oder?“ fragte Carly.
„Leider doch.“ sagte Spencer geknickt: „Aber ich werde nicht aufgeben, ich will dich nicht nochmal im Stich lassen. Ich werde nochmal mit Grandpa reden und wenn nichts nützt, du kannst mich jederzeit anrufen.“
Carly stand auf um ihren Bruder in den Arm zu nehmen. „Ich hab dich lieb, Spence.“
„Ich hab dich auch lieb, Kleines.“

Nachts lag Carly lange wach im Bett. Gemeinsam mit Spencer hatte sie die wichtigsten Sachen zusammengepackt und nun sollte sie die letzte Nacht in dieser Wohnung, in diesem Bett verbringen. Aber einschlafen konnte sie nicht. Ihre Gedanken kreisten um zu viel: den Unfall, ihre Mutter, ihr Vater, ihr Bruder und der bevorstehende Umzug. Das alles war einfach viel zu viel. Sie nahm sich ihren kleinen Kuschelbären, den sie hatte, seit sie ein kleines Kind war und ging zu ihrem Bruder. „Spence?“ weckte sie ihren Bruder. Früher durfte sie in solchen Nächten immer bei ihrem Bruder schlafen, galt das auch jetzt noch? Spencer blinzelte ein wenig, bis er erkannte, dass Carly an seinem Bett steht.
„Kannst du nicht schlafen, Kleines?“ fragte er seine Schwester besorgt. Sie nickte, unsicher, was sie tun sollte.
„Leg dich zu mir, Kleines.“ Spencer rückte ein wenig zur Seite, sodass Carly sich zu ihm legen konnte.
„Danke, Bruderherz.“

Am nächsten Morgen wachte Spencer lange vor seiner Schwester auf. Er plante, ein großes und gesundes Frühstück für seine kleine Schwester herzurichten. Vielleicht konnte das ja auch seinen Großvater überzeugen, dass er sehr wohl verantwortungsbewusst sein konnte! Er legte seiner Schwester einen Zettel aufs Kissen, dass er kurz zum Supermarkt um die Ecke gehen würde.

Im Supermarkt besorgte Spencer ein wenig Obst und Gemüse und frische Brötchen. Den Rest den er für das Frühstück braucht hatten sie noch zu Hause, sodass er nur zwanzig Minuten brauchte. Das Obst und Gemüse schnitt und füllte er in kleine Schälchen. Auf dem Tisch landeten dann noch Brötchen, Aufschnitt und eine große Kanne voller frischgepresstem Orangensaft. Dann ging er hoch zu seiner kleinen Schwester, um sie zu wecken.
„Ich will noch nicht aufstehen!“ meckerte Carly. Sie war ein absoluter Morgenmuffel, schon immer.
„Du musst. Ich habe Frühstück gemacht und Grandpa kommt gleich auch.“ Carly stöhnte genervt. „Carls, aufstehen, oder ich muss dich kitzeln.“ drohte Spencer seiner kleinen Schwester nun. Sofort stand Carly auf. Sie kannte ihren Bruder gut genug um zu wissen, dass er diese Drohung wahrmachen würde.
„Na geht doch!“

Carly war begeistert von dem Frühstück. Soviel Mühe gab sich nicht mal ihre Mutter an ihrem Geburtstag. Beim Gedanken an ihre Mutter traten wieder Tränen in ihre Augen. „Was ist los, Kleines?“ fragte Spencer direkt besorgt.
„Ich musste nur an Mum denken.“ erklärte Carly.
„Ihr Geburtstagsfrühstück?“ Carly nickte.
„Ich denke bei jeder Gelegenheit an sie, alles erinnert mich an Mum. Wie sollte es auch nicht, sie hat diese Wohnung eingerichtet. Der einzige Vorteil an Yakima.“
„Ich werde eine neue Wohnung suchen, wo auch Platz für dich wäre, ein eigenes großes Zimmer, wo dich nicht mehr alles an Mum erinnert.“ erzählte Spencer.
„Aber das musst du doch nicht, ich darf ja sowieso nicht bei dir wohnen.“
„Das heißt nicht, dass du nicht deine Ferien bei mir verbringen darfst. Und außerdem habe ich noch nicht aufgegeben. Ich werde Grandpa und Dad zeigen, dass ich sehr wohl verantwortungsbewusst bin und dir ein geordnetes Leben bieten kann.“ beschloss Spencer.

Einige Minuten später klopfte es an der Tür. „Das wird Grandpa sein.“ meinte Carly traurig und ging zur Wohnungstür.
„Carly, wie schön dich zu sehen! Ich hoffe, du hast alles gepackt!“, begrüßte ihr Großvater seine Enkelin.
„Guten Morgen Grandpa!“ meinte auch Spencer.
„Hallo Spencer, es freut mich auch dich endlich mal wieder zu sehen!“
„Möchtest du noch etwas Frühstücken? Wir haben noch ganz viel übrig.“ bot Spencer seinem Großvater an.
„Nein danke. Carly und ich müssen so schnell wie möglich los. Die Autobahnen werden sonst so voll.“
„Ich möchte hierbleiben, Grandpa.“ versuchte Carly es nochmal. „Es tut mir leid, aber das geht nicht. Du kannst aber in den Ferien gerne ein paar Tage hier verbringen!“ erklärte ihr Grandpa und meinte dann, es wäre Zeit, sich zu verabschieden.

Spencer nahm seine kleine Schwester in den Arm. „Ein Anruf und ich bin schneller in Yakima, als du Kaff sagen kannst.“ meinte Spencer leise zu ihr.
„Danke, ich werd dich vermissen Spence.“ „Ich dich auch, Kleines.“

Schon in der ersten Nacht in Yakima rief Carly ihren Bruder an. Sie fühlte sich unwohl in dem kleinen Ort. Sie war seit Jahren nicht mehr und auch nie über Nacht. Auch ihr Zimmer wirkte klein und kahl im Vergleich zu ihrem in Seattle. Außerdem kreisten ihre Gedanken, wie in jeder Nacht, um den Unfall. Ihren Großvater wollte sie damit auf keinen Fall belästigen, er konnte mit solchen Problemen einfach nicht umgehen.
„Carly? Ist alles okay?“ fragte Spencer, als er den Anruf annahm. „Ich kann nicht schlafen. Mein Zimmer ist klein und kahl und irgendwie zugig. Und es ist einfach komisch. Außerdem denk ich wieder an den Unfall.“erzählte Carly ihrem Bruder. „Alles klar, ich bin in zwei Stunden da.“ meinte Spencer.
„Halt, du musst doch nicht extra zu mir fahren.“ sagte Carly, doch Spencer war anderer Meinung: „Oh doch, ich habe gesagt ich lasse dich nie wieder im Stich und das meinte ich auch ernst!“
„Aber...“ Carly wollte nicht, dass ihr Bruder sich extra für sie diese Mühe machte. „Halt, kein aber. Ich bin in zwei Stunden da.“ Damit legte Spencer auf.

Zwei Stunden später klingelte es tatsächlich an der Türe.
Carly schlich sich runter und hörte, als sie unten war, ihren Grandpa rummeckern: „Wer zum Teufel klingelt um diese Zeit an der Tür?“
Carly öffnete die Türe und fiel ihrem Bruder direkt in die Arme.
„Du bist der beste Bruder aller Zeiten!“ meinte Carly. „Ich weiß.“ sagte Spencer, als sein Großvater an der Tür erschien.
„Spencer, was machst du den hier?“ fragte dieser, als er seinen Enkel erkannt hatte.
„Carly hat angerufen. Sie kann nicht schlafen, weil ihre Gedanken so kreisen.“ erklärte er seinem Grandpa.
„Du fährst deswegen extra zwei Stunden? Das ist doch die totale Spritverschwendung.“ meinte dieser.
„Für Carly mache ich das gerne. Ich habe ihr versprochen, wann immer sie mich braucht, komme ich zu ihr.“
„Also ich finde das immer noch übertrieben, aber da du einmal hier bist kannst du gerne auf dem Sofa schlafen.“ Spencers und Carlys Grandpa ging wieder in sein Bett. „Möchtest du reden? Oder soll ich dir ein Eis besorgen gehen? Oder etwas anderes?“ bot Spencer an.
„Wir könnten uns ins Wohnzimmer setzen und fernsehen, das würde schon reichen.“ schlug Carly vor. „Alles was du willst, Kleines.“

Am nächsten Morgen bereitete Spencer das Frühstück vor. Carly war auf dem Sofa eingeschlafen.
Sein Großvater betrat die Küche. „Wow, du machst Frühstück?“ fragte dieser überrascht. „Ja natürlich. Wenn ich schon hier bin, will ich sicher gehen, dass Carly das bestmögliche Frühstück bekommt.“ erklärte Spencer.
„Du würdest für deine Schwester alles tun, oder?“
„Ja, natürlich. Sie ist meine kleine Schwester.“
„Ich werde mit deinem Vater reden, damit du das Sorgerecht bekommst. Ich glaube, sie ist bei dir besser aufgehoben.“

Bereits am Abend war Spencer wieder auf dem Weg nach Seattle, gemeinsam mit Carly, um die er sich nun wirklich kümmern würde.
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