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Forever Is A Beautiful Illusion

GeschichteDrama, Familie / P16 / MaleSlash
Anastasia Steele Christian Grey Elena Lincoln Grace Grey Katherine Kavanagh OC (Own Character)
03.10.2020
13.10.2020
3
4.222
2
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03.10.2020 1.478
 
Der Regen prasselt auf das Dach meines Autos. Die Lichter der anderen Autos spiegeln sich in den Regentropfen. Manchmal blenden sie mich und ich schließe für einen kurzen Augenblick meine Augen. Ich weiß, dass es nicht gerade optimal ist, beim Autofahren, die Augen zusammenzukneifen, aber ich muss es nunmal machen um überhaupt an mein Ziel zu kommen. Innerlich verfluche ich gerade meinen Vater, dass er mich dazu überreden konnte mit ihm nach Seattle zu kommen. Es ist zwar nur für einen kurzen Trip aber mir geht das beschissene Wetter jetzt schon auf die Nerven. Ich hätte in Miami bleiben sollen. Dort ist es wenigstens schön warm und ich könnte die restlichen Tage meiner Semesterferien mit meinen Freunden verbringen. Es ist nicht so, dass ich nicht gerne Zeit mit meinem Dad verbringe aber mir geht es einfach gegen den Strich, dass mein Dad extra mit seinen Kollegen von Miami nach Seattle geflogen ist, nur um irgendeiner Journalistin ein Interview zu geben. Immerhin möchte sie etwas von meinem Dad und nicht andersherum. Ich möchte hier einmal kurz erwähnen, dass mein Dad nicht nur mein Dad ist, sondern auch meine Mum. Gerne würde ich jetzt wissen, welche wilden Gedanken dabei herumkommen, aber dafür habe ich keine Zeit. Mein Dad ist nämlich eine Drag Queen und das auch noch eine ziemlich berühmte. Natürlich nicht so berühmt wie RuPaul Charles aber sie gehört zur Drag Family. Und Mama Ru ist wirklich eine besondere Frau. Jedenfalls möchte diese Journalistin, ich glaube sie heißt Katherine, ein Interview mit Drag Queens machen und hat einige nach Seattle eingeladen. Ist ja nicht so, als hätte Seattle auch hervorragende Queens und ich könnte meinen Hintern im Sand parken. Zugegeben, die Drag Szene ist sowieso in New York am besten. Bitte lasst das nicht meinen Vater hören!
Es regnet immer noch und ich komme einfach nicht weiter. Ausgerechnet zum Feierabendverkehr fahre ich vom Flughafen ins Hotel. Jetzt wäre ein Helikopter von Vorteil. Leider fehlt mir dazu das nötige Kleingeld. Ich schlage geben das Lenkrad und reibe meine Hände an meinem Gesicht. Ich liebe es, wenn ich Auto fahre. Dieses Gefühl der Unabhängigkeit und der Freiheit beruhigt mich einfach ungemein. Aber ich stehe nicht gerne im Stau. Nach einem langen Flug und noch längerer Wartezeit auf das Flugzeug bin ich auch endlich in Seattle angekommen und dementsprechend auch müde. Ich werde definitiv drei Kreuze machen, wenn ich im Hotel angekommen bin. Vorher muss ich aber dringend etwas essen. Aber bis es soweit ist, muss ich mich erst durch den ganzen Verkehr kämpfen. Schließlich ist es nicht so, dass wie ein Hotel am Anfang der Stadt haben. Nein, ich muss durch die gesamte Stadt fahren. Mein Blick wandert zu meinem Navi und als ich sehe, wie lange ich noch bis zum Hotel brauche, verdrehe ich die Augen. Das Navi gibt tatsächlich an, dass ich noch über eine Stunde brauche werde, um an dem Hotel anzukommen.  Aber wenn ich so nach vorne schaue und den Verkehr sehe, bezweifle ich, dass ich es in einer Stunde schaffen werde. Vor allem, bei dem Regen, denn viele haben Angst bei Regen zu fahren. Ich schließe für einen kurzen Augenblick die Augen und sehe vor mir die schönsten Gerichte. Cheeseburger, Tacos, Hot Dogs, Quesadias, Pizza, Sushi, Mac’N Cheese und noch viele andere. Die Spuke läuft mir schon im Mund zusammen. Wahrscheinlich ist es jetzt keine gute Idee an Essen zu denken. Deshalb nutze ich die Zeit um auf mein Handy zu schauen.
Eindeutig, ich bin ich keine vorbildliche Autofahrerin obwohl ich schnelle Autos liebe. Aber was soll ich sonst machen, wenn ich sowieso nicht vorwärts komme. Ich schaue auf mein Display und stelle fest, dass ich keine Nachrichten habe. Das einzige was ich sehe ist mein Labrador Henry. Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht. Ich vermisse ihn. Momentan ist er bei meiner besten Freundin Rebeca. Ich würde nicht vielen Menschen Henry anvertrauen aber bei Rebeca ist er in sehr guten Händen. Immerhin hat sie ihre eigene Bäckerei in Miami und da fällt mit Sicherheit etwas für Henry ab. Der Hund ist wirklich ein Glückspilz.
Seufzend schließe ich mein Display wieder und lege es zurück in meinen Rucksack. Wenn ich ehrlich bin, bin ich ich sogar froh, dass mich keiner angeschrieben habe, denn wenn ich Hunger habe, werde ich wirklich zur Diva und momentan habe ich keinen Snickers in greifbarer Nähe. Dementsprechend ist die Gefahr auch groß, dass Worte fallen könnten, die ich ich später bereuen würde.
Da es mit dem Stau nicht weitergeht, rutsche ich im Sitz weiter nach unten und versuche es mir gemütlich zu machen. Ich schließe meinen Augen und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Ich denke an meine Kindheit, die ich bis zu meinem sechsten Lebensjahr in vielen verschiedenen Heimen verbracht habe. Niemand wollte damals ein Kind haben, dessen Herkunft unbekannt ist, das nicht spricht oder auf Reize reagiert, das kupferrote Haare sowie ein taubenblaues und ein hellgraues Auge hat. Viele mussten gedacht haben, dass ich ein Alien bin denn komischerweise konnte ich, ohne Klavierlehrer, sehr gut spielen. Bis heute frage ich mich vorher ich das kann. Selbst wenn ich mich heute unwohl fühle, verkrieche ich mich lieber mit meiner Nase in Büchern. Schließlich kann man auch mit offenen Augen träumen. Es ist nicht so, dass ich schüchtern bin, denn durch meinen Dad, seine Freunde, meine Freunde und natürlich Dank der Queens habe ich ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein. Nachdem ich mehrere Pflegefamilien hinter mich gebracht habe und ich auch in meiner Grundschule nicht zurechtgekommen bin, habe ich für mich entschlossen den Unterricht zu schwänzen und abzuhauen. Mir ist es tatsächlich gelungen abzuhauen, doch leider habe ich mich sehr schnell verlaufen. Nachdem ich stundenlang, mit meinem Kuscheltier Rusty, durch die Gegend gelaufen bin, habe ich mich auf eine Parkbank gesetzt und angefangen zu weinen. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich dort saß aber irgendwann kam eine Frau mit blonden Haaren auf mich zu und sprach das erste Mal in meinem Leben in einem einfühlsamen Ton mit mir. In ihrer Stimme lag kein Mitleid sondern eine Aufrichtigkeit, die ich bis zum damaligen Zeitpunkt noch nie zuvor gehört habe. Ich weiß nicht was damals passiert ist aber dieser wunderschönen, eleganten Frau, habe ich meine ersten Worte geschenkt. Und ja- ich konnte reden. Immerhin habe ich still und heimlich geübt. Es stellte sich heraus, dass mein Engel mit den blonden Haaren Elena heißt. Mit großen Augen habe ich sie damals beobachtet. Sie hat mich zum Essen eingeladen und ich öffnete mich ihr. Noch heute finde ich es komisch, dass ich mich einer fremden Frau geöffnet habe, die ich nur wenige Minuten kenne. Leider ging dieser Tag zu schnell vorbei und Elena hat mich am Kinderheim abgeladen. Als wir uns verabschiedet haben, sagte sie noch zu mir, dass sie mich aus dem Pflegeheim rausholen würde. Damals habe ich im Traum nicht daran gedacht, dass sie das Versprechen halten würde, doch bereits eine Woche später stand sie mit einem Mann vor mir, der heute mein Dad ist. Andrew Roberts ist sein Name. Hauptberuflich Architekt und nebenberuflich eine erfolgreiche Drag Queen. Für mich ein Engel in menschlicher Gestalt. So eine liebevolle Person findet man selten. Andrew hat mich adoptiert und es war ihm egal, dass ich still war und nicht einmal wusste woher ich überhaupt komme. Er akzeptiert meinen Wunsch Kinderärztin zu werde, meine Leidenschaft für die Musik und für es tanzen sowie die für das Boxen. Und natürlich für Motorräder und schnelle Autos. Trotz seines Vermögens wurde ich so erzogen, dass ich mir Alles verdienen musste. Jeden Wunsch musste ich mir zusammensparen, dafür arbeiten oder verdienen. Für mich ist nichts selbstverständlich und ich danke Gott jeden Tag dafür, dass er mir Elena vorbeigeschickt hat und sie mich bis heute durch mein Leben begleitet.  Zwar nicht als Mutter sondern eher als Gewissen und Styleberaterin. Aber auch als beste Freundin und Visagistin von Dad. Selbst wenn ich mich in meine Drag-Klamotten schmeiße, schminkt Elena mich. Ja, ich bin eine Frau, die Drag-Kunst macht. Durch meinen Dad habe ich auch endlich einen richtigen Namen bekommen, denn jedes Mal, wenn ich in eine neue Pflegefamilie oder heim gekommen bin, haben sie mir einen neuen Namen gegeben. Ziemlich bescheuert finde ich das aber wahrscheinlich dachten sie, dass ich es nicht mitbekomme. Jedenfalls hat er mir einen Namen gegeben, den ich immer noch trage und den ich mit Stolz trage.
Ein Hupen reist mich aus meinem kleinen Nickerchen. Ruckartig sitze ich wieder gerade und bemerke, dass sich der Stau fast aufgelöst hat. Wie ging das denn jetzt so schnell? Seattle, welche Überraschungen hält du noch für mich bereit?
Ich lege den Gang ein und setze den Wagen in Bewegung. Jetzt heißt es erstmal, dass ich mit Vollgas zum Hotel rase. Mal schauen, was mich dort erwartet. Ich werde euch definitiv auf dem laufenden halten….ach übrigens, ich heiße Madeleine. Aber ihr dürft mich gerne Maddy nennen.
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